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Zeichenwechsel - Zeitenwechsel

JungfrauSonneHerzlichen Glückwunsch uns allen. Denn ab heute Mittag um 12:02 Uhr MESZ ist wieder Jungfrau-Zeit. Astrologisch ausgedrückt heißt das normalerweise – die Sonne ist ins Tierkreiszeichen Jungfrau gewechselt.

Und das wo wir doch alle wissen, dass sich unsere Sonne so gut wie nicht bewegt. Nein, wir Erdbewohner sind es die um unseren strahlenden Lebensmittelpunkt kreisen, Jahr für Jahr, tagein – tagaus. Eigentlich müsste es also heißen – unsere Erde ist vom Abschnitt Wassermann in die nächste Phase der Fische gewandert, andererseits sieht es aber aus unserer Erdbewohner-Perspektive tatsächlich so aus, als hätte sich die Sonne bewegt. Vom Löwen in die Jungfrau.

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Energie folgt der Aufmerksamkeit

self loveDas Denken & das Selbst sind ja liebende Geschwister. Manchmal. Darum noch ein ernstes Wort zum Merkur und seinen kleinen Gewohnheitsfallen: Er ist nun seit gestern wieder direktläufig und ich merkte sofort, wie der Missionsdrang wieder losging. Mitteilen-Wollen. Ich bin. Und du bist..! Wir denken wieder etwas mehr nach draußen gerichtet. Bei Löwe-Merkur beschäftigt man sich sowieso schon öfter als sonst in Gedanken mit dem Selbst. Dem eigenen und dem der anderen, das man dann häufig als etwas schadhaft "erkennt". Jetzt eben wieder schneller 'auswärts essen', bevor man die Eigenanteile noch verdaut hat - mental in größerer Pose aufgestellt. Da wertet man dann jede geistige oder greifbare Wahrnehmung ganz leicht in Urteile um. Vor allem, solange Merkur noch nicht an seinem ursprünglichen Wendepunkt angekommen ist (23,5° Löwe am 2.September). Und da er hier immer noch fix steht, wird mit all den egozentrischen Urteilen über unser Selbst gleichzeitig das von uns Verschiedene klarer und klarer. Denn er ruft im Löwen die drei anderen (stets leicht paranoiden) Fix-Anlagen auf:

Oh je, der andere ist leider so radikal anders als ich (Wassermann gegenüber - er wird von Löwe aus immer zuallererst gesehen). Oder: Das Du ist doch sowieso nur auf sein eigenes Wohl bedacht (Stier Quadrat zum Löwen). Oder: Wieso bist du eigentlich dauernd so schwer verbohrt und willst mich manipulieren? (Skorpion im Quadrat). Das jeweilige Mundan-Zeichen Merkurs setzt eben immer die Beleuchtung von dessen Eigenheiten ins Licht und wie ein Mosaik das Klima des gesamten Kreuzes, das er aktiviert. Mit Opposition und Quadraten als Stoff für Konflikte.

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Löwe hat nun eben auch ein Spiegel-Thema, weil a) Waage, der Spiegel des Du, sein natürlicher Selbst-Ausdruck ist (3. Zeichen ab Löwe, weshalb Löwen Anerkennung = positive Spiegelung brauchen).

Und b) weil seine spontane Tendenz ja - dem Himmel sei Dank - zur Selbst-Liebe geht. Was oft mit Narzissmus verwechselt wird. Dabei ist an Selbst-Liebe erst mal nichts falsch, denn nur so kann man auch andere lieben. Und Löwe färbt quasi jeden durchlaufenden Planeten mit der Aura des vollständigen, noch unverletzten, spielerischen, heilsam kreativen Kindes. Das ist zunächst nur wunderbar für Merkur. Nur wehe, jemand verweigert sich, ist verschieden, denkt quer. Natürlich funktioniert die Projektion über diesen Faktor, "mit dem" wir ja denken, im Löwen auch andersherum: Auch uns werden jetzt leichter unsere Fix-Probleme um die Ohren gehauen, vor allem, wenn wir selbst solche fixen Positionen im Radix haben. Dann antwortet man (speziell bei zusätzlichen Stellungen kardinal - wo Waage als ursächlicher Spiegel-Effekt sitzt) ganz gern mal seinen Kritikern mit der modernen Delegations-Keule: "Ach was? Du projizierst doch bloß! Ein Finger zeigt auf mich, vier auf dich!" Kann natürlich sein. Aber leider nie nur. Denn beides ist vermutlich richtig. Keine Spiegelung, wenn nichts da ist, was sich spiegeln könnte. In jeder Projektion steckt darum immer auch ein Körnchen Wahrheit: 

"In gewissem Grad sind wir wirklich das Wesen, das die anderen in uns hineinsehen, Freunde wie Feinde. Und umgekehrt! Auch wir sind die Verfasser der anderen; wir sind auf eine heimliche und unentrinnbare Weise verantwortlich für das Gesicht, das sie uns zeigen, verantwortlich nicht für die Anlage, aber für die Ausschöpfung dieser Anlage." (Max Frisch, Tagebuch, 1946 -1949).

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MoFi: Kleiner Kurs in Wundern

Die kommende, totale Mondfinsternis bei Vollmond-Aufgang und extremer, leuchtender Mars-Näherung der Erde ist schon eindrucksvoll. Als längste des 21. Jahrhunderts gerühmt, ruft sie noch einmal alte Knoten in der Seele auf. Schon in den zwei Wochen vorher stellte man viel Unruhe fest. Oft werfen ja gerade Finsternisse einen Spot auf die Schatten, die mächtigen Verwirrungen und Verdrängungen ihrer Zeit. Besonders im Transpersonalen, im Steinbock, Wassermann oder den Fischen.

Hier nun, Freitag-Abend, in Haus 12 für Greenwich, steht der Abschluss eines Handlungs-Zyklus' an. Schuld und Verantwortung sind zwei Paar Schuhe. Das steckt auch diesmal darin. Die Sonne leuchtet ja schon seit gestern im selbst-bewussten Löwen und läuft in die Eklipse hinein. Gegenüber ein geballt ärgerlicher, großer, sehr heller r-Mars, dazu die Altlasten des Südknotens und Lilith als Konfliktpunkte - all das im vorletzten Zeichen des Zodiak, Wassermann. So viel Druck, Freiheitshunger, Ambivalenzen, Ärgernisse und Kämpfe. r-Merkur macht dann bereits ab Donnerstag das Gefühl der Konfusion komplett. Überdenken wir lieber alles noch mal. Wenn nicht, folgt eine neue Challenge.

 Der kleine Kurs in Wundern. Denn auch die können passieren, wenn man den Blickwinkel selbst kurz ändert. Bei der MoFi geht es astrologisch hier, im unbewussten, geheimen letzten Feld des Kreises, also auch um die vielen Wunden, die uns eigene Verdrehungen, das Verdrängte und Irrtümer schlagen. Dazu kommt Pluto Spitze 12. Die Tretminen. Schuld spielt damit auch ihre Rolle - die, die man empfindet, die, die man versteckt und die, die man kaum ertragen kann und deshalb als Recht oder Machtfaktor verteidigt. 

Das gesamte Gefühls-Universum bewegt sich, brodelt, schwankt unter der "Hilfe" des rückläufigen Mars' zeitweilig dann zwischen Narzissmus, Schwäche, Fülle, Leere, Täter, Opfer, Sühne. Denken, Denken, immer zurück. Das ist wie Verwerfungen, unter der Erde. Typisch dafür, dass Opfer und Täter (und ihre Schattenrollen, umgekehrt) jetzt sehr klar und schnell ausgemacht sind. Siehe den "Fall Özil", der nun für D gleich den Fussball zerstört haben soll.

Hinter solchen Zuweisungen stecken zwar kleine, reale Fakten, aber drumherum erhebt sich häufiger ein unglaublich riesiges Gebäude an Geschichten, die dann Geschichte schreiben. In Gesellschaften und Familien gleich. Zu solchen Zeitpunkten werden nun wieder die schwarzen und weißen Kärtchen verteilt. Fangen wir mit dem offenen Geheimnis an: Schuld ist gar kein Gefühl. Schuld ist ein Konzept (und kein konstruktives), eine Bastelei des Verstandes, das Erbe von Jungfrau und Zwillinge, Merkur und Merkur. Vom Kopf, der uns moralisch entlastet. Womit sich Fische und Schütze dann herumschlagen müssen. Und wieder wir. Was das Problem anderen aufpackt (man braucht Sündenböcke), die es nicht lösen können, falls es unseres ist. Delegation hat nichts auf den Altären der Bereinigung zu suchen. Ordnung machen dealt mit Verantwortung. Mit Saturn, der Neptun in die Zeit lässt. Wo das nicht begriffen wird, kann es natürlich immer neu um Wehes gehen. Um die subjektiven Täler des Nein. Wassermann will jetzt radikale Schnitte, aber kommt in 12 und mit r-Mars nicht wirklich in die Sichtbarkeit hinaus. Das frustriert.

Stattdessen wiederholen wir uns dann zu oft. Reproduzieren Haltungen, drehen das Rad und stecken immer mehr in Lösungen, die sowieso nicht funktioniert haben. Statt dass Ewigkeit etwas poetischer Ewigkeit trifft (wo das Ego nichts zu sagen hat und deshalb dann doppelt aufbegehrt), findet man bei 12/Fische-Dominanzen eben zu leicht in den Knoten der Verdrängung andere Menschen, die "es" für uns tragen sollen. Die Leid "verschuldet haben". Am besten ist man immer schuldig woanders, im anderen, der sich gut bekämpfen lässt.

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Völlig losgelöst: Geheime Exzentriker

oobGibt es Grenzgänger, die ein ganz sonderbares Andersein an den Tag legen? Ja. Das zeigen unter anderem die sogenannten ooB-Planeten im Radix sehr fein an. Momentan haben wir ja nicht nur diesen innerlich etwas aggressiven retro-Mars mundan. Er läuft nämlich jetzt auch mal wieder "Out Of Bounds" = in der Deklination - bis 16.8. sogar. Achtung, hier geht es um die Deklination der Planeten, nicht um ihre Gradzahl im Kreis! Mit solchen Sonder-Stellungen werden jedenfalls auch einige Kinder geboren. Jeder Faktor in der unendlichen Weite jenseits des ekliptischen Raums sprengt mit solchen Lagerungen sozusagen das übliche System auf eine ganz andere Weise, als wenn er normale Grenzen akzeptieren müsste. Nur soviel: Er tut es nicht. Insofern ist ooB in einem Horoskop auch ähnlich wie eine starke Wassermann- oder Skorpion-Stellung.

Oder wie Uranus (er steht übrigens nicht oft ooB) mit AC oder Sonne oder in 1, 8 oder 11. So etwas muss bei ooB im Radix jedoch gar nicht erst vorliegen, der Grenzgänger-Fakor wirkt in sich schon anders und exzentrisch. Genauso oft beobachtet man aber auch, dass ein anderer wichtiger Radix-Aspekt, den man sonst immer wieder übersieht, genau diese merkwürdige Anlage noch einmal spiegelt, die da so merkbar unter Strom steht. Mit ooB haben wir einen anderen Hinweis auf eine querdenkende oder sich auslebende Spezies, als durch eine ganz offensichtliche Radix-Lagerung: ooB bringt oft auch spezielle Talente.

mindmapAchtung, in diesem Menschen, der auf den ersten Blick nur schnittig wirken mag, wohnt ein Exzentriker. Er geht in bestimmten Bereichen über die Schallmauer und schießt dann weit darüber hinaus in völlig ungeahnte Weiten.

Und alle staunen, die dabei zusehen müssen. ooB in einem Horoskop meldet sich dann immer recht zuverlässig, wenn der so betroffene Planet transitär getriggert ist. Und dann geht es richtig ab. Da moderne Astrologen aber leider die Nord- oder Süd-Deklination nur selten benutzen, fällt eine solche Tabu-Stellung (oder besser: Tabu-Bruch-Stellung, die häufig familiär systemisch verwurzelt ist) oft bei Beratungen gar nicht erst auf. Und das, obwohl sie intensivst wirkt. Sprich, meist deutlich spürbar im Leben mit andersartigen, exzentrischen bis leicht verrückten Überdrehungen des jeweiligen Planeten-Prinzips herumspukt.

"Planeten gelten als out-of-bounds, wenn ihre Deklination größer ist als 23⁰26'22" - nördlich oder südlich des Äquators. Diese Gradgrenzen entsprechen der maximalen Wanderung der Sonne nordwärts und südwärts an den Punkten der Sonnenwende, geozentrisch gesehen." (Astro-Wiki)

Jemand ist dann extrem leise oder laut, wenn er getriggert wird. Absolut abgeschottet oder wie ein Bohrer, der einfach nicht loslässt. Je nach Stand des ooB-Planeten in Zeichen und Haus. Weil man mit dem Faktor aber immer jenseits des üblichen Bedürfnisses, Verhaltens, Ziels, Talents lebt, hat man manchmal sogar selbst das Gefühl, als hätten einen Aliens mitgebracht. Diese Stellungen können anstrengend sein. Auch für die anderen. Sprich, hat man u.a. einen ooB-Mars (wie ich), kann er sich selbst in den Fischen - einmal agitiert - anfallsartig massiver als der Mustermann-Mars auf die vom Zeichen und Haus gezeigte Art durchsetzen. Etwas köchelt dann immer. ooB muss sich ausdrücken. Mit Luft-Element schlafen die ooB-Mars-Eigner zum Beispiel schlecht, weil sie Restless Legs oder Grübelzwang entwickeln, wenn sie sich nicht genug ausgepowert haben (da sie Sport eventuell für kulturlos halten).

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Das Universum schlägt zurück?

refugeeAstrologische Zeichen weisen häufig auf geschichliche Parallelen hin. Auch wenn man von plattem Instant-Karma, wie es so gern falsch verstanden wird und neuerdings in jeder Lebenlage herhalten muss, gar nicht erst anfangen will. Doch Merkur steht gerade erst wieder im Löwen und zeigt mitten ins kreative Selbst. Da könnte man sich als nicht nur kausal denkender Mensch wenigstens spielerisch zur Ideen-Findung fragen:

Wieso fällt eigentlich in die Zeit der streitbarsten "Asylkrise" seit dem 2. Weltkrieg (mit hart politisch verhandelter Ausländerfeindlichkeit als Basic und starker deutscher Beteiligung im populistisch arbeitenden Europa) ausgerechnet der "schlimmste historische" WM-Rauswurf seit 1938? Hat D da etwa wieder systemisch überzogen? Uranus im Stier winkt mit seinem letzten Übergang dort - seit 1934.

Wieso erinnern Fussball-Hooligans mit geschüttelten Fäusten und hasserfüllten Sprechchören und Gesichtern gerade hierzulande im Massenauftrieb so sehr an rechte Altlasten (auch Mars am Stier-IC BRD Berlin)? Weil man es fokussiert? Oder weil es ist, wie es ist? Es steckt ja ein nicht unähnlicher Fanatismus hinter den Rasen-Gefechten und fällt nun wieder auf einen Boden, wo ohnehin schon in einigen Kreisen die Meinung herrscht, dass "Ausländer" Feinde bleiben und dem als Gott missverstandenen Volk etwas nehmen wollen. Özil ist Schuld? Oder die Schweden? "Der Asiate"?

So etwas liest man nun leider auch im neuen Himmel der Entrechteten, den sozialen Netzwerken als Multiplikatoren. Zur Sache: Am 9. Juni 1938 schickte das siegesgewisse Hitlerdeutschland nach der "Operation Otto" und "Anschluss" Österreichs ans deutsche Reich eine zwangsweise aufgestellte deutsch-österreichische Mannschaft unter Hakenkreuz-Flagge letztmals in dem Turnier gegen den Weltfussball (in Form der kleinen Schweiz). Und verlor ärmlich das Wiederholungsspiel 2:4 (u.a. auch noch mit Hilfe eines Eigentors der Schweizer). Was für eine Demütigung der Fanatiker. Der letzte so frühe Ausstieg wird jetzt gern beschrieben ohne die geschichtlichen Hintergründe. Als gäbe es gar kein Setting. Uranus stand seinerzeit ja auch im Stier und Pluto weit hinten im Krebs - eine Blaupause der jetzigen Stellung (mit Pluto im Steinbock). Ein Jahr danach begann der 2. Weltkrieg, entstanden aus hysterischem Elitedenken der deutschen Herde und Arroganz.

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Don't Look Back In Anger

mars"Wie kann ich diese Anhaftung loswerden?"

"Indem du es gar nicht versuchst." (Mingyur Rinpoche).

Wenn man sich jetzt zum Boss über irgendein wildes Ärgergefühl aufschwingen will und versucht, es wegzudrängen, völlig aufzulösen oder anders zu verhindern, wird es sich womöglich noch schneller als sonst verstärken. Emotionen wird man ja nicht los wie Ungeziefer. Wieso sollte man auch. Krebs (mit allen Kardinalzeichen) hat das selbe Recht auf Atem wie alle anderen.

Man könnte drum zum Beispiel auch mit ihnen tanzen. Diese ganzen lästigen Gefühle rücken bei Abweisung doch bloß nach einer Atempause in stärkerer Aufstellung nach. Nun ist auch noch Mars seit gestern (26.6., 23.05 h) rückläufig. Wenn es schlecht kommt, werden die zwei Monate Umkehrkurs also ein bitterer Blick zurück im Zorn. Wenn es gut geht, entsteht aber eine ganz andere und viel, viel reichere Sicht der Dinge. Mitten hinein in unsere aktive, hoch emotionale oder ärgerliche Beteiligung an Situationen, die wir seit dem 12. Mai erlebt haben. Mars sagt immer: Etwas muss passieren.

0000klima

Bis zum damaligen Mars-Stand im Mai nun kehrt der Impulsgeber - kurz vor Steinbock-Krebs-Vollmond - dann bald wieder zurück und greift die Inhalte dieser Phase seither noch mal anders, frischer, heißer und potenziell konstruktiver auf. Emotion versus Disziplin. Darunter steht durch Mars als Aktivator im Drucktopf Leben noch Unerledigtes an. Man neigt in Situationen seines Rücklaufs schneller dazu, sich angegriffen zu fühlen, weil die Feuer-Luft-Energie jetzt sofort durchdringt, nach innen, wo alte Trigger warten. Alles ruft vielleicht auf einmal: "Schluss!" Aber: Don't look back in anger. Sondern lieber erst danach.

"Das Leben tritt nicht einen Augenblick auf der Stelle." (Gampopa)

Wahr ist: Umwälzungen sind sowieso immer fällig. Keine Minute bleibt etwas, wie es war. Und auch Wut vergeht wieder. Aber nur, wenn man nicht an ihr festhält, indem man sie ausschließlich destruktiv besetzt. Häufig spürt man unter t-Mars rückläufig ja zuerst dominante Handlungs-Reflexe. Einen Druck, etwas unbedingt erledigen, verändern zu müssen. "Etwas", das hat meist mit überfälligen Cuts in Bereichen der Häuser zu tun, die er bei uns gerade transitiert. Denn wir reden ja hier auch vom Wassermann. Betroffen sind alle. Nicht nur die, die eine Doppel-Dosis abbekommen, weil sie fixe Radixstände im engen Kontakt zum t-Mars haben. Alle müssen wie erst mal zurück auf Los, zum Saturnischen, und stimmigere, stabilere Basics für schnelle Schnitte schaffen. Gute Grundlagen. Rückläufige Faktoren haben einen klaren Bezug zur Introversion - sie erleichtern alles, was sich nach innen orientiert. Man kann also drinnen Ordnung schaffen, bevor man entscheidet, was enden muss und wie. Wichtig: Auch Abwehr sogenannter "negativer" Gefühle fällt unter Anhaftung. Wogegen man sich wehrt, das bleibt.

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Posen + das Rad drehen

lioness108Wenn man sich jetzt umsieht in der großen und kleinen Welt (unserer privaten), findet man oft eine Menge Posing und ein wildes Sich-Drehen um ein Zentrum: Das hat auch zu tun mit der laufenden Venus, die ja immer den Inhalt der gerade wichtigen Werte prägt. Steht sie im Löwen, wie zur Zeit, geht es um den Schutz des Lebendigen an sich. Dessen, was einfach so (am besten glanzvoll und spielerisch) passiert und geschieht. Spontan, ohne Eingriffe durch irgendwelche festgeklopften Ideen. Löwe-Venus ist so gesehen Königin der Reflexe, die aber momentan angegriffen wird vom Wassermann-Mars gegenüber und wiederum ihn angreift. Denn sie handelt auch als Jägerin. Das macht die Angespanntheit gerade. In welches Haus des eigenen Horoskops die laufende Löwe-Venus und der Wassermann-Mars fallen (Opposition wird genau am Donnerstag, 21.6), zeigt, wo und wie wir mit unseren Konflikten um Vereinzelung und Ganzheit in die Spannung eingebunden sind.

Wir vollziehen sie sozusagen im Kleinen nach. Löwe-Venus fightet für das Besondere, man "frisst" die Umstände, bevor man sich von den Umständen fressen lässt. Kontrolle, wie man sie auch im Stier oder im Skorpion (zwei der drei restlichen Fix-Zeichen) findet, nur aus anderen Gründen. Wassermann-Mars, das 4. Fix-Zeichen, der immer sofort die Beengung daran bemerkt, öffnet überall die Grenzen, für die vielen Ichs, aus denen Gemeinschaft besteht.

0000klima

Wir alle spüren momentan solche Konflikte zwischen Persönlich und Überpersönlich leichter als sonst, bei denen man viel Kraft verlieren kann: Wo geht es um's Ganze? Sprich a) um mich, der ich mich für das Ganze halte.

Denn wenn ich die Augen zumache, verschwindet die Welt. Und b) um das andere, abstraktere, aber paradoxerweise massiv wirk-liche Ganze, sprich, dessen Bedrohung durch die "Unterschiede" vieler Personen, die das Uranische für alle ausbalancieren muss? Alle Menschen sind gleich. Komm damit nicht einer Löwe-Venus. Sie könnte dich missverstehen. Hast du gerade gesagt, dass ich nichts zu bieten habe? Na warte!

Es sind einfach zwei ganz unterschiedliche Ansatzpunkte. Ein sehr schöner (sprich, astrologisch anschaulicher) Löwe-Wassermann-Konflikt spielt sich zwischen Kanzlerin Merkel und ihrem Heimatminister Seehofer ab. Löwe-Betonte wie er sind ja immun gegen irgendwelche reinen Humanitäts-Ideale, wenn sie die nicht wirklich SPÜREN. Falls die jedoch auf einmal persönlich werden (man setze ihm einen Gestrandeten ins eigene Haus), hat man in einer solchen Besetzung wie seiner auf einmal den größten Kämpfer für ein Prinzip, das alle einbezieht. Aber nur dann. Dann bemerkt er plötzlich das Wesentliche, ihn Betreffende an der allgemeinen Sache. Hier leider nicht. Alles zu hoch (transpersonal) für ihn. Auch wenn es Löwe immer darum geht, dass das Lebensrad sich weiterdreht, tote (für ihn!) Theoreme des großen Ganzen töten seine Lebendigkeit (und Unterstützung) ab.

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Sonntag, 20. Oktober 2019

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