Loop!

Susanne Riedel Plenio

Astrologie im Drachenland

Astrologie ist für mich Drachen-Land, voller Wunder, vielleicht auch, weil ich gleich mehrere dieser merkwürdigen Drachen-Figuren im Radix habe. Sie bringen alles ins Schwingen, wenn einer der beteiligten Faktoren berührt wird. Kann sein, es liegt auch daran, dass ich von Anfang an in feinen Mustern deute, nicht Einzelaspekte, sondern immer das spezielle Ganze suche (und manchmal sogar finde, das ist dann eine Gnade). Aber das wusste ich 1988 alles noch nicht, in der Nacht, als Pluto exakt auf meinem AC stand und ich zum allerersten Mal versuchte, nach einem Buch ein Radix aufzumalen. Ich hatte großen Liebeskummer, keine Philosophie half, und ich dachte, es wird nicht schaden, sich noch mal anders abzulenken.

Seitdem ist Astrologie, neben dem Schreiben, von dem ich besetzt bin seit der Kindheit, meine ganz große Liebe. Ich bin eine Pluto-Person, aber auch ein Jupiter und forsche drum seit Jahrzehnten im Alltag, und um den Alltag herum. An allem, was Zeit und Ort und Bezüglichkeiten hat. Ich bin außerdem Schriftstellerin, habe vier Romane veröffentlicht (und zwei Literaturpreise bekommen, den Preis der Jury in Klagenfurt und den Koeppen-Preis in Greifswald), ausgebildet vor Jahrzehnten als Journalistin und ich studiere die Astrologie seit fast 30 Jahren. 

Mein Astrologie-Bild ist ein magisches, eher in verzauberten Erfahrungswelten der Arbeit mit Symbolen und Systemik angesiedelt. Wie Poesie, und ich habe daher auch keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit, aber einen auf Stimmigkeit, Praktikabilität und Wahrheit. Wobei die astrologische Statistik hoch interessant und notwendig ist, wenn man weiß, wonach man sucht. Ich finde, verglichen mit den übrigen, herkömmlichen Wissenschaften würde Astrologie eigentlich an deren Seite gehören. Sie ist die Mutter aller anderen Disziplinen.

Astrologie hilft leben und es gibt nichts sonst, was mich als System je so überzeugt hätte. Seit ein Mensch neben mir geht, der in die gleiche Richtung schaut, wenn wir auch viele, viele Debatten wegen der Zugänge haben, gibt es auch noch Loop! Das Projekt, das ich mit Harald Lebherz mache und das uns beiden täglich neu und noch mal anders zeigt, wie wichtig es ist, astrologisch die Zeit wirklich zu begleiten. Indem wir täglich Vorgänge mit astrologischen Stellungen vergleichen. Und herausfinden, was nicht stimmt, wenn es nicht stimmig scheint.

Der Fehler liegt nie in der Astrologie, sondern meist im Zugang, der dann nicht sitzt. Unsere Arbeit mit der Zeitung bringt für mich noch mal auf einer anderen Ebene Liebe und Liebe zusammen und unseren Wunsch, allen das Wissen und die Unterstützung dessen zugänglich zu machen, was uns begeistert. Das ist wichtig im Leben.

Was sonst? Gelernt habe ich von wunderbaren Menschen im Selbststudium und direkter Begegnung. Durch Beratungen und gute Berater und Lehrer. Neben der Rhythmenlehre von Wolfgang Döbereiner aus der psychologischen Tradition (Liz Greene, Arroyo, Orban und von vielen anderen). Beeinflusst haben mich die Jungsche Weltsicht, die ich lange und ganz, ganz früh studiert habe (mein "offizielles" Studium war später Politologie), die Transaktions-Analyse nach Fanita English ebenso, die hoch differenzierte asiatische Elemente-Astrologie, der siderische Ansatz und später das Human Design System als Vervollständigung. Aber ich arbeite auch oft mit Horarys, was nur für Leute funktioniert, die sich an Regeln halten können. 

Vermischung einfach so überfordert die meisten Asrologen in der Klarheit der Deutung und ich selbst deute nur über-systemisch, wenn sich die Disziplinen inhaltlich bestärken. Am meisten lerne ich aber seit Jahren von meinen Klienten, die offen genug sind, mit mir alles zu teilen, was sie bewegt. Ohne sie wäre alles nichts. Daneben war ich immer Sprachmensch (ich konnte mit 12 Monaten in ganzen Sätzen sprechen . mit keinem einzigen Luft-Planeten im Radix, was den Wert differenzierter Analyse beweist), habe im Radio gearbeitet, Romane geschrieben, Literaturpreise bekommen und bin vom Literarischen Quartett böse verrissen worden. Leben ist Ausgleich. Und es ist gut.

Um andere zu begreifen, musste ich mich zu allererst selbst in meiner Zerrissenheit besser kennenlernen, das, was mich ausmacht als Anlage und wie ich es lebe (was oft Ursache für betonierte Probleme ist - nicht das Problem selbst). Ich glaube seither an eine Astrologie, die nicht festlegt, aber individuell fordert und fördert und nicht aus beliebigen Zuschreibungen besteht.

Ein Saturn-Transit ist nicht schön, sondern anstrengender als Venus im Überlauf. Aber man kann selbst viel tun, sich besser einzuschwingen, bevor die Botschaft mit dem Holzhammer kommt.

Dabei wusste ich früh, dass ich kein Typ für starre Dauerlösungen bin (Uranus macht den engsten Aspekt im Radix aus 9 Löwe ein Quadrat zum AC). Weil ich mich lange nicht einpassen konnte, habe ich diese Schwäche für ähnliche Menschen, Freaks und Zauberer, die Tradition, Fantasie und Rebellentum zusammenbringen. Dass Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht, hat mir aber erst mein Sohn beigebracht, Aki, ein leidenschaftlich lyrisches Doppel-Feuer mit 0° Widder-Mars, der größte Kritiker, den Astrologie je hatte. Dafür bin ich überaus dankbar, denn es zwingt mich weiter nachzudenken. Meinen Freund Harald und mich verbindet dagegen der Blick ins Unbekannte, eine große Bereitschaft, immer wieder neu zu lernen und uns zu verzeihen, was wir dann doch nicht gelernt haben. Mit ihm bin ich 2009 ins Ruhrgebiet zurückgekehrt, um  mich nach einem Leben in Berlin um meine kranke Mutter zu kümmern. Dass das geht, verdanke ich auch der Weisheit unseres tibetischen Lehrers Kyabje Tenga Rinpoche, der 2012 gestorben ist und an dessen großes, freundliches, unerschütterliches Herz ich täglich denke.

Meine persönliche Webseite mit Beratungsangeboten finden Sie HIER. Wenn Sie sich eine Beratung wünschen, schreiben Sie mir auch gern unter sri@astrologie-zeitung,de. Oder rufen mich an unter 0172-1668829. 

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