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Sonnenwende - im Spiegel des Mondes

SonneKrebs2019„Erleben wir etwas als angenehm, entsteht Anhaftung und Begehren, und beides bestimmt fortan unsere weiteren Handlungen. Erleben wir hingegen etwas als unangenehm, entsteht Zorn, Ungeduld usw., Gefühle die wiederum unser Verhalten beeinflussen und uns negativ handeln lassen, was später zu Schwierigkeiten führt.

Obwohl also die eigenen Handlungen immer wieder leidvolle Situationen nach sich ziehen, erkennen wir dies nicht und meist ist uns nicht klar, welches Verhalten unterlassen werden sollte, um Probleme zu vermeiden. Genau dieses Nicht-Wissen, diese Unwissenheit, ist der Grund dafür, dass wir unser Handeln von den anderen leidbringenden Gefühlen wie Begierde, Zorn, Stolz und Neid bestimmen lassen, anderen Leid zufügen und selbst Schwierigkeiten erleben. Die Ursache unserer Probleme liegt also in den leidbringenden Gefühlen.“

KYABJE TENGA RINPOCHE

Heute in der Nacht von Samstag auf Sonntag wechselt die Sonne um 23:43 Uhr unserer Zeit in die vierte Phase des erdbezogenen Evolutionszyklus – in das Zeichen Krebs des tropischen Tierkreises. Dieses kardinale Wasserzeichen steht in enger Verbindung mit dem Mond, beides zusammen weist darauf hin, dass es in diesem Zeitabschnitt vor allem um den Umgang mit unseren Gefühlen geht. Ich war und bin der festen Überzeugung, dass jeder von uns, der sich selbst und das eigene Leben offen und unvoreingenommen untersucht, zu dem selben Schluss kommen wird, wie es der tibetische Abt und Lehrer Kyabje Tenga Rinpoche vor vielen Jahren in seinem Buch „Sutra und Tantra – der Weg des Buddhismus“ beschrieben hat:

die Hauptursachen unserer meisten Probleme entstehen durch unseren oft kopf- und herzlosen Umgang mit leidbringenden Gefühlen wie Gier, Zorn, Stolz und Neid.

Sie sind die Fundamente aller anderen, destruktiven Empfindungen und sie können auch bestimmten Elementen und Zodiakphasen zugeordnet werden.

Die Feuerelemente Widder, Löwe und Schütze werden traditionellerweise im Buddhismus vor allem dem Prinzip der Begierde und den damit verbundenen leidenschaftlichhen Antrieben zugeordnet. Im kardinalen Bereich Widder zeigt sich das oft eher als spontan-entstehende, unbewusste Impulse, denen man dann einfach folgt, ohne genau zu wissen, wohin sie wirklich führen und was ihre Ursachen sind. Aber sie kommen und gehen und man wechselt dann eben auch die entsprechenden Richtungen. Im fixen Bereich (Löwe) sind sie eher an die eigene Person und deren Bedürfnisse gebunden oder man fokussiert sich auf bestimmte Kernpunkte, die man dann leidenschaftlich besitzen möchte.
Im auflösenden, labilen Feuerbereich (Schütze) bezieht sich das Begehren meistens auf etwas, was als Option in der Zukunft existieren könnte und dementsprechend versucht man alles in Bewegung zu setzen, um dort hinzugelangen. Ist man damit erfolgreich, entsteht die nächste Phase (Erdelemente und - zeichen folgen immer im Ablauf des Zodiaks auf die Feuerzeichen...) und zeigt sich im negativen Ausdruck als Stolz und Arroganz.
Da man aber immer mit dem Prinzip der Vergänglichkeit konfrontiert wird, sind das Momente mit einem absehbaren Ende, denn selbst wenn man vorübergehend etwas erreicht hat und es sich selbst als Besitz oder Eigenschaft zuordnen kann, wird es nicht von Dauer sein. Spätestens dann entsteht eine hitzige Überreaktion, die sich meistens erst als Neid und Eifersucht (Luftelemente und - zeichen als polares Spannungsprinzip) äußert, dann aber in den zornigen Bereich umgewandelt wird (Wasserelemente und -zeichen folgen auf die Luftelemente).
Hier werden dann die Ursachen für die nächsten Feuerantriebe gelegt.

SonnenWechselKrebs2020

Aber selbstverständlich gibt es für die vier Elemente auch einen positiven Ausdruck, das heisst wir sind durchaus in der Lage aus den destruktiven Emotionen, positive Geisteshaltungen zu entwickeln. Die leidenschaftliche Gier kann sich als eine neue und bewusstere Form der differenzierten Wahrnehmung unserer gesamten Existenz zeigen, Zorn kann sich in Mitgefühl umwandeln, Stolz in die Erkenntnis, dass alles durch eine grundlegende Gleichheit verbunden ist. Und Neid und Eifersucht führen im positiven Sinne bei entsprechendem Umgang zu einer absoluten Konsequenz im Hinblick auf die Umsetzung sinnvoller Aktivitäten.

Das ist nicht wirklich einfach und braucht den Willen und die Bereitschaft, mit einer völlig anderen Haltung an all diese Empfindungen heranzugehen, als wir das üblicherweise machen.

Das größte Problem im Umgang damit ist aus meiner eigenen Erfahrung, die benannten Empfindungen überhaupt als Leidensursache zu erkennen. Begierde oder Gier kann sich hervorragend anfühlen, ein ungeheurer Antrieb sein, um Dinge zu erreichen. Stolz erhebt einen selbst über alles und alle anderen und macht einen scheinbar unangreifbar. Ärger ist eine sehr kraftvolle Energie-Quelle, die einem dabei zu helfen scheint, sich in schwierigen Zeiten durchzusetzen. Und Neid bzw. Konkurrenzdenken kennt wohl jeder Spitzensportler, mit seiner Hilfe motivieren wir uns oft im Kampf um Erfolge.

Erst wenn sich die Begierde als zwanghafte Sucht nach etwas zeigt, wenn der Stolz sich als Hybris, Arroganz und Überheblichkeit äußert, wenn der Ärger zum zerstörerischen Hass wird und der Neid auf das was andere haben, uns innerlich zerfrisst, sind wir manchmal auch in der Lage, die „dunkle Seite dieser Mächte“ zu erkennen. Aber oft nicht einmal dann.

Das Anfangszitat bezieht sich auf die „Vier Edlen Wahrheiten“ des Buddhismus, eine grundlegende Analyse unseres Lebens. Vereinfacht ausgedrückt geht es dabei um die Fragen: Warum leiden wir? Was sind die Gründe dafür? Was kann helfen, dieses Leiden aufzulösen?

Gefühle sind dabei nur ein Aspekt des Leidens, die Vergänglichkeit des Lebens ist ein wichtiger anderer. Nur können wir nicht verhindern, dass Leben wie wir es kennen, flüchtig und vergänglich ist. Das Leiden, dass durch unsere negativen Emotionen und die daraus resultierenden Handlungen entsteht, können wir in großen Teilen zumindest mildern.

Was aber wichtig ist zu wissen – das Entstehen dieser Gefühle, ihr Erscheinen in unserem Geistesbewusstsein ist keinesfalls zu verhindern. Es geht also niemals darum, sie zu unterdrücken oder sich schuldig und schlecht zu fühlen, selbst wenn Ärger, Neid oder Stolz als Empfindungen entstehen. Es geht darum, sie rechtzeitig als das zu erkennen was sie wirklich sind, destruktive Eigenschaften, die sich fast immer in der Konsequenz auch destruktiv ausdrücken. Und so zur Quelle für das eigene Leiden und das Leiden anderer werden können.

Emotion1Für den angemessenen Umgang damit, bieten die Weltreligionen und viele andere, spirituelle Richtungen eine breite Palette von Hilfsmitteln an. Diese „Werkzeuge“ sind in aller Regel wirkungsvoll und effektiv, wenn man sie entsprechend konsequent anwendet. Trotzdem bleibt eine Lücke. Denn diese Empfindungen erscheinen ja nicht fortwährend und andauernd auf unserer, inneren Leinwand. Es gibt lange Phasen im Leben der meisten Menschen, in denen sie entspannt und relativ zufrieden sind, und kaum damit zu tun haben.

Dann wiederum gibt es Zeiten wie im Moment weltweit, in denen sich das Auftreten von Ärger, Stolz, Gier und Neid massiv verdichtet. Bis hin zu Phasen, in denen man 24 Stunden fast ohne Unterbrechung unter ihrem Einfluss steht. Aber selbst da kann es sein, dass wir es nicht als solches erkennen. Sondern die Ursache für das, was uns quält, immer noch „außerhalb“ von uns suchen. Im Verhalten anderer Menschen, in Situationen, die wir scheinbar nicht kontrollieren können. Und je weniger Zugriff wir darauf haben, desto stärker werden die scheinbaren Reaktionen in uns. Das Bild der äußeren Feinde lässt uns nicht mehr los, schon der Gedanke an sie löst eine Kettenreaktion von destruktiven Emotionen aus. Alles scheinbar begründet durch das falsche Verhalten dieser „Feinde“.

Wir Menschen sind normalerweise nicht in der Lage, in diesen heftigen, inneren Krisenzeiten mit den dann anbrandenden Emotionen angemessen umzugehen. Wir werden sie destruktiv ausdrücken und je nach Stellung und Möglichkeiten, damit auch für andere Menschen Krisen hervorrufen. Zumindest solange, wie wir völlig unvorbereitet in diese schwierigen Situationen schlittern.

Die Kostbarkeit des astrologischen Modells liegt genau hier – durch bestimmte Methoden kann aufgezeigt werden zu welchen Zeiten sich in unserem inneren Universum bestimmte Empfindungen, Gedanken und Vorstellungen stärker als sonst „ausbreiten“ können und vermutlich auch werden. Und genau dadurch stellt dieses Modell eine hervorragende Ergänzung zu den Hilfsmitteln der Religionen, der spirituellen Richtungen, aber auch der psychologischen Ansätze zur Verfügung. Die es in dieser Form in keinem anderen System gibt.

Emotion2Es zeigt zudem auch auf, mit welchen Bereichen wir durch unsere inneren Anlagen grundsätzlich stärker konfrontiert werden. Ob wir also eher dem Prinzip des Ärgers verfallen, den Verlockungen der Gier erliegen, uns vom Neid auf die Errungenschaften anderer leiten lassen oder uns durch falschen Stolz so stark isolieren, dass wir mit der Welt nicht mehr in Kontakt kommen. Zusammen mit den Landkarten der aktuellen Auslösungen wie Transite bekommen wir ein komplexes und einzigartiges Handbuch zur Verfügung, mit dessen Hilfe wir schon lange vor dem Auftreten entsprechender, innerer „Stürme“ geeignete Schritte einleiten können, um uns angemessen darauf vorzubereiten.

Wenn man Astrologie so nutzen will…

Dummerweise kann man Astrologie aber auch benutzen, um die eigenen Begründungen, warum immer die Anderen Schuld haben, wenn gerade wieder mal der blanke Hass in einem regiert, laufend zu bestätigen. Das kennen wir alle. Die bösen Jungs sind dann die Skorpione, der Pluto oder aber Mars, die guten der Jupiter, die Venus oder die einfühlsamen Krebse. Das kann man aber auch ganz schnell umkehren, je nachdem, welcher Schule man folgt und welche Begründungen man gerade sucht, um von der eigenen Verantwortlichkeit abzulenken.

Ein und dieselbe Sache kann also Fluch und Segen zugleich sein. Und wie fast immer liegt die Verantwortung dafür, welche der beiden Seiten wir zum Vorschein bringen werden, ausschließlich bei uns.

Die nächsten Wochen bieten gerade auch durch die kommenden, beiden Krebs-Neumonde eine wunderbare Grundlage, um neue Facetten an sich und anderen im Umgang mit dieser gewaltigen Kraft der Emotion kennen zu lernen. Denn überall dort, wo man den Verlockungen der eigenen, projizierten Negativität nicht erliegt, verflüchtigen sich im Laufe der Zeit die inneren, destruktiv besetzten Bilder. Je mehr dies geschieht, desto mehr zeigt sich unsere ursprüngliche, befreite Kraft des Empfindens in ihrer unvergänglichen und reinsten Form –

als strahlende Liebe und universelles Mitgefühl…

Emotion3

In diesem Sinne wünschen wir allen unseren Leserinnen und Lesern eine wunderbare und erfahrungsreiche Zeit in den nächsten vier Wochen.

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(Ein grosser Teil dieses Textes stammt aus einem Artikel von 2013 - Krebs Mars: Leuchtfeuer der Emotionen)

Bilder: von Sarah Richter auf Pixabay, leicht verändert durch LOOP!

PS: Und da es oft hilfreich und sinnvoll ist, sich mit anderen, gleichgesinnten Wesen über diese Erfahrungen auszutauschen, haben wir hier auf Facebook eine Peergroup gegründet, wo solch ein Austausch auf Augenhöhe stattfinden kann (https://www.facebook.com/groups/Loop.Astrologie.Peergroup).

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Wer mehr über die eigene, persönliche Einbindung in dieses Thema in diesen Zeiten erfahren möchte, kann sich gerne Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Ich biete dazu verschiedene Formen der Beratung an, unter anderem auch ein 4-wöchiges Coaching bis zum nächsten Zeichenwechsel der Sonne, um diese Inhalte einmal völlig anders anzugehen.

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Wer Loop! gerne einfach nur praktisch und finanziell unterstützen möchte, ist auch dazu herzlich eingeladen. Vielen Dank (Spendenbutton via PayPal).

 

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Donnerstag, 16. Juli 2020

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