Loop!

Astro-Labor

Von Wölfinnen & Schafspelzen

lillyli"...und unter ihrem Schafspelz sind sie reißende Wölfe." (JW Goethe, Sonne/Lilith in 9)

Wenn Lilith kurz nach Mitternacht am Valentinstag in den Schützen wechselt, ist das schon ein Pfund. Denn die Berührung der schwarzen Eva mit dem weißen, weiten Prinzips des Glaubens, der Philosophien und riesiger Vision spiegelt sie auf den Mond (Schütze nach Krebs) ab und steht für eine emotional brisante Zeit. Jetzt könnte mit fast religiöser Wucht wieder Doppelbödigkeit entflammen, kaum begrenzbarer Fanatismus oder einfach extreme Leidenschaft in dem, auf was man gerade blickt. Das zeigt sich besonders auch in unseren Beziehungen. Wo Lilith sich im Transit durch unser Horoskop befindet, werden wir überhaupt ja immer leicht giftig (vorausschauend, denn zu oft wird ein zu mutiger Lilith-Ausdruck eilig in die Wüste geschickt). Aber wir sehen andererseits manchmal auch besonders klar und wahr die wirklichen Zusammenhänge. Lilith macht da, wo sie das Radix berührt, jedenfalls oft charismatisch, aber auch sarkastisch, spitzzüngig bis bitterböse, vor allem mit persönlichen Planeten. 

Aber auch die Angelegenheiten des Feldes, durch das sie nun, im neuen Schütze-Kleid als Erobernde wandert, werden leicht ambivalent, schief angeschaut von den anderen. Umso mehr, wo ein Mensch eine "Liliths" ist schon in der Anlage, weil man wichtige persönliche Planeten mit ihr stehen hat. Speziell mit Sonne, Mond, Venus und Mars wird ihr autonomer, stärkender Einfluss immer deutlich spürbar. Lilith ist die Herrscherin ohne Königreich, die Kaiserin ohne Mantel.

In Schütze nun betrifft ihr Lauf erst mal grundsätzlich unsere nun manchmal merkwürdigen Positionierungen zur Welt, die nötige Haltung, Einsichten, den Draufblick. Nicht umsonst hat Goethe, dessen extrem scharfes Auge sich im Anfangs-Zitat entsprechend seiner Lilith auf die Christen bezieht, sie selbst als Schreiber im Haus des Jupiters, 9, und mit Sonne sehr prominent stehen. Das sieht man öfter bei Menschen, die ganze Welten erschaffen können mit ihren zwingenden Worten.

Lilith im Schützen: die fremde Gött/in, extreme Debatten über Kultur, quasi-religiöser Feminismus, Päpstinnen, giftige Glaubenskriege, Abstrafen von Bigotterie, Intoleranz und das Prinzip der weltanschaulichen Sündenböcke.

Wo Lilith steht (persönlich und gesellschaftlich) wird etwas leicht anspruchsvoll, fordernd, ja teilweise böse, falls ungehört. Eigenem und Fremdem gegenüber. Insbesondere im Zeichen der Extreme merkt man ihren Einfluss vermutlich nun deutlich. Lilith kann wie ein Rasiermesser sein, im Schützen ein Aderlass für alles, was aufgebläht ist (und oft von Männern kommt). Eine Erzählerin, die Frau, die mitten in einer exzentrischen Landschaft der Befremdlichkeiten sitzt und diese feststellt, aber auch Märchen auswirft. An deren Gute wir uns halten sollten, denn sonst werden auch die böseren zwischen Liebe und Gift unendlich lebendig und sprungbereit. Wir finden diese Lilith unter Predigerinnen, Vertriebenen oder Settings von Vertreibungen, deren Sprache sie spricht, der ren Ursachen sie erkennt und manchmal umgekehrt schafft. Eine kompromissfreie Missionarin alles Fremden.

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Eisbringer & Unglückswelle

avalancheUranus ist ja der Cutter, der Entfernungen radikal schafft oder überbrückt, ein Eis-Bringer und Eis-Brecher, da er oft mundan bei Unfällen dominant steht. Wo er ein Nations-Horoskop transitierend umwälzt, kann sich seine Plötzlichkeit so massiv zeigen wie beim Menschen. Italien war dementsprechend nicht nur gebeutelt von einem sehr genauen doppelten Venus-Uranus und umgekehrt Uranus-Venus-Transit, sondern auch von einer Kälte- und Unglücks-Welle. 

Im Vier-Tages-Abstand früher als Donald Trump "geboren" (nach dem von Campion präferierten Radix, siehe unten), also mit ähnliche, Zeit-Signum inhaltlich, die das Land logisch auch in den Fokus hebt, erlebt es plastisch dramatische Ereignisse. Erst das verschüttete Hotel mit immer noch vielen Vermissten, jetzt eine Tragödie durch den Bus-Unfall kurz vor Mitternacht nah Verona, mit 16 toten und offenbar 36 schwerverletzten jungen Ungarn. Wie exakt die Auslösungen durch die Achsen das ausdrückten, zeigt sich diesmal auf den ersten Blick.

Sowohl bei den frühen Erdbeben Mittwoch morgens, sowie ihrer Wiederholung Stunden später (mit der Lawine in den Abruzzen am Gran Sasso), als auch beim Unglück auf der Brücke: Uranus wurde sehr eng und dominant von AC, MC und DC ausgelöst.

Das energetisiert ausnahmslos vorliegende Transite, für Italien ein gradgenaues t-Uranus-Quadrat zur Venus (mit Saturn), das eigentlich System-Erneuerung fordert, die aber (Quadrat) nicht an den Tag kommt. Wieder wurden die Ereignisse durch mehrere Planeten direkt auf Felderspitzen geographisch verortet zugespitzt. Kann nun die Astrologie damit mehr tun, als dem Geschehen im Nachhinein den Aspekt zuordnen? Ja, Um genau die sinnvolle Arbeit geht es. Darum, solche Muster zu sammeln, wo fast nie nur "der eine gesuchte Aspekt" vorliegt, was schon frustrierte Astrologen dazu brachte, von der Unmöglichkeit der Prognose zu reden. Aber: Verdichtungen der Zeit sind hoch kompliziert, zyklisch häufig auch angewiesen auf rückbezügliche Referenz-Horoskope und mehrdimensional.

Sieht man das, wird es unabdingbar, die Verdichtungen von Zeittendenzen erst zu untersuchen, auf vielen Ebenen, um später im Voraus darauf hinzuweisen, wo sie brisant werden könnten. Dafür brauchte es aber gemeinsame, einheitlichere Foschung. Um 11 Uhr morgens bei den ersten Erdstößen befand sich in Rigopiano Uranus auf dem AC (Jupiter DC, mit genauem Mars-Quinkunx, der so in Erscheinung kommt). Unfassbar klar dann die Wiederholung beim nachmittäglichen Folgebeben mit Lawinenabgang um 17.30 h, die erneute exakte Achs-Auslösung.

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Die Schildkrötenformation

Das nächste "wichtige" ( = aufgeplusterte) astrologische Phänomen folgt ja schon wieder - und dieses "APDM" funktioniert offenbar wie ein planetarer Kettenbrief. Wenn einer sich plötzlich auf eine solche kosmische Besonderheit stürzt, reden auf einmal alle davon. Egal, ob die Sache überhaupt etwas zu sagen hat oder nicht. Ab Sonntag um 9.43 h GMT, wenn Merkur wieder "dreht" bis 6. Februar ist also eine Weile wieder mal kein Planet mehr rückläufig. Soweit, so unspektakulär. Denn so etwas passiert öfter mal.

Trotzdem hält diesen Zyklus der Vorläufigkeit eine neue Bewegung unter den immer sprungbereiten englischsprachigen Astrologen für einen zu erwartenden "grossartigen Glücksfall". Sprich, wenn es nach ihnen geht, droht nun endlich ein kosmologisches Hoch, das (wieder mal) vieles ändern wird, soll oder muss. Aus der Sicht befindet sich damit dann das Universum in seiner "natürlichen Ordnung". Was immer das ist und wieso genau, ist auch nicht klar. Wir sind drum geneigt, den Trend als weiteren Meilenstein esologischen Glückszwangs abzubuchen, der Astrologie wieder verlockend für mehr Klienten machen kann. 

Auch wenn danach oft enttäuschenderweise all die sorgfältig zusammengedachten, strahlenden Entwicklungen doch nicht eintreten, die man sich zusammenfantasiert hat.

Zur Sache: Was nun die bald wieder vollumfänglich direktläufigen Planeten und ihre Power angeht: Das Phänomen der vorwärts laufenden Faktoren kürzt man als Jünger kundig "APDM" ab, was aber nur heißt: All Planets in Direct Motion. Oder: Alle Mann Nase nach vorn und in Schildkröten-Formation ab durch den Kosmos. Wie es sich gehört. Das soll der Astro-Wetterlage dann angeblich als durchdringend fließende Bewegung vorwärts auch energetisch und inhaltlich den erwünschten Schub bescheren. Weshalb man in APDM-Kreisen glaubt: Mensch geht es bald viel besser. Wir glauben: Das ist Unsinn. 

Es geht uns, wie es uns geht, je nach Anzeigern der Radix-Lage. Denn getreu der Annahme, dass ein einzelner Vogel noch keinen leibhaftigen Engel macht (= Uranus), kommen diese Direktläufigkeit-Phasen dafür einfach viel zu oft vor. Geradeaus ist nun mal die Haupt-Richtung der (angeblich zwei) natürlichen Richtungen der astrologischen Faktoren. Da die Rückläufigkeit ja ohnehin nur scheinbar vorkommt und nicht bei allen Planeten wirklich klar spürbar ist. Außer bei Schnelläufern, wo eine gewisse Introvertiertheit z.B. für R-Merkur, R-Venus oder R-Mars und in Teilen auch noch R-Jupiter bekannt und in den Effekten auch gut beobachtbar bleibt. Sonst aber scheint die Retro-Stellung für die Langsamläufer in einem Chart viel weniger Bedeutung zu haben, als man konstruiert, weshalb auch die gesammelte Vorläufigkeits-Phase nicht wirklich inhaltlichen Glanz hat. Denn wie man in dieser Liste der Phasen durchgängiger Direktläufigkeiten hier sieht, die wir für's neue Jahrtausend berechnet haben, muss man umgekehrt eher die Jahre suchen, in denen es ein solches "Alignment D" mal ausnahmsweise nicht gibt.

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Carrie Fisher: Wo Traum zu Trauma wird

 "Nichts bindet dich, außer deinen Gedanken!" (Marianne Williamson, Krebs mit Zwillinge-AC)

Wirklichkeit muss erdacht werden und vor allem fesselt uns das, was wir uns wie ein Mantra ständig vorsagen, danach auch noch emotional an die Vergangenheit unserer Beziehungen. Gerade, wenn man wie Carrie Fisher und Debbie Reynolds zusammen starke Wasser-Anteile hat, die durch verdrängten Denkdruck aus den Zeichen davor kaum von der Brille wussten, die sie sich emotional da aufsetzten. Gedanken verursachen Gefühl - Luft  kommt astrologisch vor Wasser. Und daraus ergeben sich, wenn das unbewusst bleibt, manchmal Konditionierungen über Generationen. Wie bei der Tragödie um diese Mutter und ihre Tochter, wo die Konflikte aus Denken und Empfinden durchaus familiär weitergegeben wurden. Es war einmal ein Kind, das einsam seine Mama auf der Bühne beobachtete (links Carrie Fisher in der Kulisse ihrer Mutter). Ein kleines Sonne-Neptun-Mädchen, das damit später die magische Prinzessin Leia aus Star Wars so fabelhaft verkörperte.

In ihrem Aspekt steckt zunächst ja nur der Sog der Sehnsucht nach Überirdischem, wo Sucht irgendwann tröstet, falls "nichts funktioniert". Aber auch das Talent, ein sehr lichtes, bezauberndes Projektionsfeld zu sein. Man leuchtete jedoch auch zusammen. Der Vater spielt quasi keine Rolle und auch der Bruder ist kein sichtbarer Teil des ambivalenten Kokons dieser Einheit, samt allen Belastungen der Konflikte. Und nun der Tod. Mutter und Tochter sterben plötzlich, nur einen Tag nacheinander, während Transite ihr Combin schwer belasten. Aber was manche sofort "Schicksalsfluch" nennen, lässt sich rein technisch zunächst auf Knotenpunkte astrologischer Auslösungen herunterbrechen, die Fisher und Reynolds gemeinsam hatten.

Dennoch weht es einen seltsam an, angesichts dessen, wie sie zusammen waren. Vieles parallel, beide mussten sich lange öffentlich über die andere definieren: Carrie ewige Tochter des 50er Jahre Stars und später umgekehrt Debbie als ewige Mutter des Mythos "Prinzessin Leia". Den klassischen, kaum zu toppenden Liebes-Aspekt Sonne-Venus hatten sie im Combin im Krebs, was stärkste Zuneigung zeigen kann. Aktuell war die Konjunktion allerdings stark angeschlagen durch Trennungs-Tendenzen vom Uranus-Quadrat und der Pluto-Opposition. Manchmal trennt einen dann etwas anderes als ein kühler Beschluss.

Übrig bleibt eine Idee der heftigen Beziehung mit Sonne-Venus und Pluto in 2, wie hermetisch, ohne Zutritt für Außenstehende, obwohl alles öffentlich wurde, sogar mit einem Film über sie, wie sie zusammen waren. Bei Neptun im Spiel ist dahinter ja immer viel anders. Im Combin findet man ein Saturn-Neptun-Quadrat von 1 nach 4, weshalb man bei der mundanen Wiederholung jetzt sofort hellhörig wird. Es belegt ja in einer Beziehung auch eine Verführung zur Auslöschung von Wirklichkeiten - zugunsten der Fantasie, des Ungreifbaren, oder: Eine anders begrenzende Realität, die der Welt aber als stabil präsentiert wird, hinter der bloß wie unendlich breite Nebelbanken viel schwierigere Szenarien liegen. 

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Jupiter überall

Der Riese in Zeichen und Haus:

Was uns noch fehlte: Aus Anlass des feierlichen Wechsels von Jupiter in die Waage ein kleines Jupiter-Lexikon für alle persönlichen Stellungen im Tierkreis. Jupiter steht ja ursprünglich für das unendliche Glück - als Venus' (= kleines Glück) großer Bruder. Leider vergrößert die kosmische Lupe aber nicht nur die netten Eigenheiten eines Zeichens, sondern alles, was es beinhaltet.

Drum sorgt Jupiter, wie Vetter Neptun, auch häufig für die berühmten Ent-Täuschungen, die leider unangenehme Entwicklungsschritte sind. Durch ihn erhält ein Geburts-Horoskop die Hoffnung und es wird eben alles überdimensional, was er berührt, und zur Glücks- oder Pechsträhne. Wo er steht, sind wir anders als andere, ungewöhnlich, er bezeichnet unsere spezielle Neugier, hier haben wir viel Wissen, den größten Anspruch, neigen aber auch dazu, Dinge nicht zuende zu bringen. Jupiters Zeichen im Radix beschreibt erst mal die reine Anlage, den Charakter, den er mitbringt und bei welchen Themen er aufwacht. Hier (und hiervon) brauche ich immer viel, vereinnahme auch - vor allem Weite. Das Feld, in dem er steht, zeigt dann, was davon in der Wirklichkeit ankommt und auch für andere sichtbar ausgelebt wird. Wie bei allen anderen Faktoren funktioniert Jupiters Zeichen ein bisschen wie ein Ding-Wort oder Wie-Wort und beantwortet: Was interessiert mich wie ursprünglich? Wie lerne oder lehre ich? Worum geht es meinem Jupiter denn eigentlich? Das Haus arbeitet wie ein Tuwort und zeigt: Wie wird es dann real gemacht? Auf welche Weise und in welchen Bereichen setzt dieser Jupiter sich um? So sind die folgenden Beschreibungen dann auch am besten "umzudenken", je nachdem was man wissen möchte. 

Jupiter in Widder/Haus 1 oder mit Mars: Glücksritter mit Kopf vor der Wand

Wo der Jupiter als letzter Feuer-Planet in irgendeiner Form mit dem ersten verbunden ist, geht es um Bewegung und Selbst-Durchsetzung. Jupiter im Widder kennt noch keine Grenze, er braucht insofern auch die vielen Widerstände, die er sich dauernd ins System holt, weil er eigentlich neu wie frisch gefallener Schnee in die Welt fällt und "Dinge" noch gar nicht sehen kann. Hier wohnt die Super-Neugier.

Und die jungen Weisen (Babys, die aussehen können wie uralte Buddhas und sich dann auch oft wie die Gurus aufführen, wenn sie größer werden), Abenteurer, die immer wieder ihre Absicherung vergessen (Widder kommt ja vor Stier), Leute mit Hang zum Pferdesport oder kleine Motivations-Wunder und geborene Coaches. Dieser Jupiter will. Und zwar alles und zwar sofort. Saturn (Struktur, Hierarchisierung) ist für ihn extrem schwierig, aber letztlich ein Geheimtipp, weil er beenden und umsetzen und stabilisieren hilft.

Im 1. Haus geht Jupiter dann alles an, für was das Zeichen ihn befeuert (kann allerdings mit seinen Spleens selten einfach so aufhören). Es ist die Stellung der Redundanz und von Sachen, die man wie Mantras wiederholt, wenn sie einem nicht geglaubt werden. In diesem Feld wirkt er (ähnlich wie Schütze-AC) oft apart, besonders, speziell, anders, hat manchmal einen großen Kopf oder andere körperliche Eigenheiten, wird körperlich "groß" (= dicker), wenn er verweigert, sich und das Seine anders durchzusetzen (zu lehren). Denn das ist sein Auftrag. Hier sind Menschen, die auffallen, wohin sie kommen (muss leider nicht immer positiv sein!). Sprich: Wer einen 1. Haus-Jupiter hat, wird leicht erwischt bei kleinen Übertreibungen (zu denen man neigt). Man kann sich nur sehr schlecht verstecken, bleibt fast immer anderen lange im Gedächtnis, hat "fremdartige" Aura.

Jupiter in Stier/Haus 2 oder mit Venus als Morgenstern: Mein kleiner Diwan und ich

Im Zeichen von Stofflichem und Sicherheiten macht Jupiter Schenker und Beschenkte. 

Jupiter in Zwillinge/Haus 3 oder mit Merkur (vor der Sonne): Willkommen bei den Einsteins!

Wer

Jupiter in Krebs/Haus 4 oder mit Mond: Die Prinzessin auf der Erbse

Wenn

Jupiter im Löwen/Haus 5 oder mit Sonne: Im Reich der Oligarchen

Bei wem

Jupiter in Jungfrau/Haus 6 oder mit Merkur (hinter der Sonne): Arbeitsbiene am roten Telefon

Wann immer Jupiter auf irgendeine Weise mit Jungfrau kontaktiert, wohnt man sozusagen in der Alarm-Anlage. Alle Eigenheiten des Angst-Zeichens sind ja hier vergrößert, so dass 

Jupiter in Waage/Haus 7 oder mit Venus als Abendstern: Liebes-Kämpfe

Mit dem

Jupiter im Skorpion/Haus 8 oder mit Pluto: Im Stahlbad 

Wo

Jupiter im Schützen/Haus 9: Störe mein Kreisen nicht!

Bei

Jupiter im Steinbock/Haus 10 oder mit Saturn: Die jungen Könige

Mit

Jupiter im Wassermann/Haus 11 oder mit Uranus: Auf der Flucht nach vorn

Wenn

Jupiter in den Fischen/Haus 12 oder mit Neptun: Im Schoße der Märchen-Erzähler

Bei

Jupiter mit Chiron

x

Jupiter mit Lilith

x

Jupiter mit Nessus

x

Bilder (bearbeitet): Benh LIEU SONG [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)] + Hans Sebald Beham [Public domain] + Formerly attributed to Cristoforo de Predis [Public domain], via Wikimedia Commons + Pixabay

Wir lieben die Sterne zu sehr

Wir lieben die Sterne zu sehr, um uns vor der Nacht zu fürchten. 

(John Brashear, Astronom).

Einige von uns werden es schon gespürt haben, wie nah dieser Neumond am Wasser gebaut hat, obwohl er in Erde steht. Nicht groß, nicht klein, sondern einfach der letzte, der die Tür dieses schwierigen Jahres und seiner Verletzungen schließt und damit auch den Anfang frisch markiert.

Im Steinbock bringt er unter Umständen bei der aktuellen Herrscher-Konstellation bittersüßen Segen erwachender, alter Wunden. Schmerz ist ja erst mal unbeliebt, aber ein absolut notwendiger Teil des Lebens, über den wir uns erst verwandeln. Da, wo wir nicht mehr im Kern der emotional so zivilisierten (Über-) Sättigung sitzen, die einen oft bewegungslos und änderungsresistent macht. Dafür besteht allerdings jetzt angesichts der "Untröstlichkeits-Konstellation" von Saturn-Chiron nicht wirklich ein Risiko. Nicht nur Menschen mit Anbindung an das letzte Drittel der fallenden Zeichen, die sich hier am besten einklinken, spüren sehr fein die Notwendigkeit, eigene Traumata und die der Welt anzuschauen. Aber auch zu begreifen, wie versessen man normalerweise darauf ist, am liebsten etwas wegzuhaben, sich und seine Bedürfnisse mit mentalem oder stofflichem "Trost" "wegzumachen", die vielen Sachen des Alltags gar nicht erst anzusehen, die einen immer noch verwunden.

All die aber holt nun doppelt das Saturn-Chiron-Quadrat hoch (aus dem Zyklus seit der Konjunktion 1966, Radix siehe hier), das dem Jupiter-Uranus direkt folgt (Rettung in letzter Sekunde). Damit stempelt die Zeit uns mit Freude, die Leid erzeugt, weil sie den Graben sichtbar scharf und unabweisbar macht.

Das sonst so tröstliche Gespenst der schnellen Erlösung, die wir auch in der Astrologie immer wieder als lässigen Umwandlungs-Faktor suchen, wird nun weniger schnell Dogma. Das ist gut so. Denn wo uns Abwehr unterläuft, geht auch das Gute im Schmerz verloren (Erlösung ist auch keine Lösung, über die Wichtigkeit "negativer" Anlagen, Loop).

Ich ließ den Tränen, die ich zurückgehalten, freien Lauf. Mochten sie fließen, so viel sie wollten. Ich bettete mein Herz hinein und fand Ruhe in ihnen. (Aurelius Augustinus)

Wo immer wir uns von den berüchtigten "unerlösten" Seiten der schwierigen Zeit-Strömungen, Aspekte, Zeichen im eigenen Chart (z.B. der auf Macht fixierten Skorpione, unreif narzisstischer Löwen oder geistig aggressiver Waage-Betonungen) verfolgt fühlen, werden wir lernen: Nicht alles wird immer gut. Nicht alles ist umwandelbar. Manches bleibt tendenziell unangenehm, denn es wäre ein Roman und nicht das Leben, den Schmerz "irgendwie" doch noch aus der Welt zu streichen. Aus Schwarz machst du kein Weiß. Schwarz lässt Weiß so hell erscheinen. Auch aus einem Saturn oder Chiron wird drum niemals Venus. Die Eigenheiten des "Schlechten" auszuhalten und sogar zu schätzen, lehrt deshalb vielleicht, irgendwann dankbar für alle Qualitäten gelebten Lebens zu sein, die uns ausmachen: Nicht nur dafür, dass der Schmerz irgendwann aufhhört. Denn genau da, unter dem Finger mitten in der Wunde, dem wundesten Punkt in jedem Horoskop, da, wo Chiron und Saturn uns im Radix antreffen und im Bereich, Feld, Planet, den das Quadrat jetzt bei uns weckt, sitzt ja erst die Chance zur Bewegung. Der Elefant, der auf dem Tisch sitzt, verschwindet nicht, wenn man ihn unsichtbar denkt. Irgendwann wird er sich melden.

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Der Rattenfänger-Effekt

"Anno 1284 am Dage Johannis et Pauli war der 26. Juni dorch einen Piper mit allerley Farve bekledet gewesen CXXX Kinder verledet binnen Hameln geboren - to Calvari bi den Koppen verloren." (Inschrift am Rattenfänger-Haus Hameln).

Recherchen rund um astrologische Marker von Anfälligkeiten oder Talenten für den gerade lichterloh brennenden Populismus sind ja vielschichtig und für Astrologen herausfordernd. Man sucht nach Antworten, die dann doch unscharf bleiben, weil sie neben Fakten ein Gewebe mit verflochtenen Ebenen berühren - psychologisch, archetypisch, historisch, mit vielen, vielen Zwischentönen.

Als mir irgendwann die Idee kam, noch ein Märchen zu finden, was das Thema der Beeinflussung aufgreift, um den aktuellen Archetypen noch mal anders auf die Spur zu kommen, fiel mir sofort die Sage vom Rattenfänger aus Hameln ein. Auch, wenn man immer noch nicht genau weiß, wann, wieso und ob der Mann, der erst Ungeziefer-Entweser war dann wirklich die 130 armen Kinder lockte, holte und ins Verderben (den "Berg" - Saturn) führte: Klar ist, dass es wohl irgendein wichtiges Ereignis gegeben hat. Wenn vielleicht auch mit ganz anderem, etwas spröderen Hintergrund.

Man nimmt an, dass der Mann mit der Zauberflöte vielleicht ein Arbeitswerber war, der viele sehr junge Männer Richtung Osten zum Siedeln lockte. Und wo eine Wirklichkeit, da auch ein Datum, und wo ein Datum, da auch eine Vergleichs-Möglichkeit mit dem Heute. Auch wenn der rätselhafte Kinderauszug mit dem Flötenspieler als Drama gilt, Tragödie zwischen Erfindung und Wahrheit, Merkur und Neptun: In möglicherweise zugehörigen Horoskopen der Zeit müssten sich nach dem ANALOGIE-Prinzip wegen der thematischen Parallele astrologisch auch parallele Muster des aktuellen Populismus wiederfinden. Signaturen, wie sie erfolgreiche Leute-Besprecher von heute in ihren Radixbildern haben oder wie sie die Phase prägen. Denn über Schulen, Denkweisen, Jahre hinweg arbeiten ja in der Geschichte, der Psychologie, im Märchen oder der Astrologie unterschwellig immer auch sehr ähnliche, starke Symbole aus dem kollektiven Unbewussten. Das keine Unterschiede kennt. Auch wenn die Figuren dann anders heißen. Gar nicht so unwahrscheinlich also, dass rund um die Geschichte des Hamelner Ur-Populisten mit der Flöte ähnliche Muster auskristallisieren, wie wir sie rund um die neuen Populisten finden. Im Weserstädtchen gibt es nun tatsächlich ein Haus mit einer Inschrift, die dem Kinderauszug ein Datum zuweist. Und hier kreuzen sich auch die Signaturen der alten und neuen Rattenfänger. Ganz allgemein scheint es ja so zu sein: Demagogische Zeiten sind öfter kardinal betont durch Langsamläufer. Nicht unlogisch: Das sind die StartUps des Tierkreises.

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Wind-Dämonen: Go for it, Lilith!

"Wer Wind sät, wird Sturm ernten, Mr. Trump!" (frei nach Hosea 8.7).

Eins ist sicher: Wenn Clinton es doch nicht werden sollte (wobei der Vorhersage-Fehler auch daran liegen könnte, dass es immer noch keine anständige Radix-Korrektur gibt), wird Donald, der Große, nicht viel Freude an seinem Amt haben. Denn Hillary Clinton ist (mit welchem ihrer drei kursierenden Horoskope auch immer) eine Lilith. Und eine Lilith verzeiht zwar manchmal. Selbst dir, Mr. Bill! Aber sie vergißt nie. Wie eine Schlange wird sie sich häuten und darunter doch dieselbe bleiben.

Dies ist darum noch mal eine andere astrologische Sicht auf Hillary Rodhams Radix-Anlagen und einen mythologischen Aspekt ihrer Geschichte, bevor sie denn Geschichte wird. Die Frau mit Lilith Quadrat Sonne, also allzu leicht öffentlich dämonisierbar von den Mustermann-"Dämonen" selbst, die auch zuhause ihre Frauen da fürchten, wo sie "zu" irgendetwas sind. Was bei Männern durchaus erwünscht ist: zu sexuell, zu fordernd, zu klug, zu frei. Mit diesem Quadrat ihres Wesenskerns und Standorts zum "schwarzen Mond" (und vermutlich auch noch ausgerechnet in 3) ist Clinton zu "unerziehbar" und als reine "Funktion" unbrauchbar für männliche Zwecke. Wie sie einem Trump vorschweben, der Frauen nicht leben lässt, sondern ignoriert oder domestiziert.

Kein Wunder, er hat ja die eigenen Gefühle, den Mond, in Opposition zur wichtigtuerischen Sonne, die feinfühlige Krebs-Venus platt gemacht von Saturn - und Lilith - man höre und staune - im genauen Quadrat zum AC/DC. "Es" will einen da doch nur zerstören (ahnt Mann), denn es lebt vielleicht gerade mal untergeordnet in seinem Umfeld, wenn es hübsch aussieht. Aber es macht einen bloß nervös, falls es einem dann nicht zu Willen ist. Deshalb missfällt es dem alten Yang (sprich unbewussten Männern) generell vielleicht auch gar nicht so, wenn Partnerinnen mit Lilith (in Verquickung zu persönlichen Faktoren wie Hillary) in ihrer Laufbahn auch mal ein wenig "kaputt gehen" (stürzen, umfallen, ohnmächtig werden). Da sie sonst sowieso "zu schwierig" sind. Als eine Art männlicher Lebens-Versicherung machten solche Zwischenfälle die Lilith in Clinton scheinbar harmloser. Schadhafter, menschlicher, kolonialisierbarer. Aber Liliths Sturz führt letztlich immer zum neuen Flug, das ist ein Auslöser, da Lilith Schwäche vor Stärke setzt und wie im Judo als Schwung nutzt. Diese Wahl läuft ja nun ausgerechnet bei Sonne-Lilith an Clintons Stellium von Chiron, Venus, Merkur und Südknoten im Scorpio. Es geht da nicht nur um sie, sondern auch um Gleichberechtigung, um die Akzeptanz des Sturms, der Stärke, der Durchsetzung, der Intelligenz im Weiblichen, wie sie sich in einer wichtigen Lilith-Position im Radix spiegeln können. Um dann umso gnadenloser weggetreten werden.

„Zuerst ignorieren sie dich. Dann machen sie dich lächerlich. Dann greifen sie dich an und wollen dich verbrennen. Und dann errichten sie dir Denkmäler." (Nicholas Klein, 1918, bei Lilith-Chiron Opposition)

Lilith als innere Figur im Radix tanzt aber weiter (vor allem in den Fixzeichen), zwischen Hexenbesen und Scheiterhaufen und ihre Erfahrung als Archetyp ist ja sowieso die Leere und Unbehaustheit, wo sie sitzt und sinnt, ausgestoßen, vor der nächsten, autarken Tat. Unterfüttert von der großen Schwester (ja!), Pluto. Das alles kennt auch Clinton (verkleinernd "Hillary" gerufen von Männern, die Donald nie im Leben "Donald" nennen würden). Fast alle wichtigen Lebens-Stationen erlebte sie unter satter Lilith-Beteiligung.

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Leben, hart wie ein Pflasterstein

"Mehr als jeder andere Aspekt scheint Venus-Saturn die Glücks-Möglichkeiten eines Menschen zu mindern." (Liz Greene, aus: 'Saturn', Hugendubel).

Soweit die große, weise Lady der Astrologie mit "eigenem" Venus-Saturn-Quadrat, die nicht nur Expertin, sondern auch offenbar nicht sonderlich amused über die Konstellation ist. Einen Hang zum Genuss des Mangels (und zum ernsthaften Klagen über das Martyrium) kann man Venus-Saturn auch tatsächlich nicht absprechen. Das ist aber, dem Himmel sei Dank, nur die eine Seite der Medaille. Denn Venus-Saturn erhebt sich auch höher als andere, aus eigener Kraft, zu den Göttern. Skorpion/Schütze oder Jupiter/Pluto = Druck zum Glück sitzt zwischen Waage/Steinbock = dem mentalen Venus-Saturn. Die oft zu Unrecht als Unglücks-Macherin verschriene Konstellation bereichert irgendwann doch wieder ihre Leute, falls die bei allem Schicksal rundherum (und das bringt ihnen Venus-Saturn wirklich) den geraden Rücken und Durchhaltewillen entwickeln, ihre Grenzen kennenzulernen.

Sprich: Dann wendet sich vieles, Dasein läuft wieder leichter, und manche werden vielleicht sogar buchstäblich richtig reich, um nicht zu sagen extrem reich. In dieser Konstellation zwischen Hüter der Zeit und Göttin des Anfassbaren, die jetzt, zur Uhrzeit-Umstellung, wieder mal zusammen kommen, steckt also Potenzial. Aber andererseits tatsächlich viele Sorgenfalten. Da muss man jedoch durch, mit Bezügen dazu, ob im Radix oder Transit, und nett fühlt es sich auch selten an, aber bringt später oft die größeren, goldenen Phasen (und Nasen). 

Venus-Saturn hat den Riecher für Werte, die es zu beschützen gilt und dafür, dass Durststrecken in jeder Hinsicht unumgänglich, aber zu bewältigen sind. Saturn stand für das goldene Zeitalter, weil erst nach dem Eintritt des Numinosen in sein Zeichen (rückwärts durch den Zodiak) ab Schütze mit der Eitelkeit der Verfall einsetzt. Vorher sind nur Neptun und Uranus, Ursuppe und die Himmel = Peace on Earth, da es die Erde noch gar nicht recht gibt mit ihren klirrenden Gefechten im Weltlichen. Saturn steht auch für die Bergsteiger, die erst nach viel Aufwand den Erfolg erreichen. Dann aber höher als andere stehen. Nur: Wer in Saturns Ländern finanziell oder wertemäßig noch irgendwelche Leichen im Keller hat, dem nähert sich auch jetzt, da Venus-Saturn mundan auftaucht, eine Abrechnungs-Tendenz. Wer sich da nicht organisiert hat, der friert eben im Mangel weiter.

Die Konjunktion symbolisiert, dass die vielen To-Do's jetzt besonders drücken, man in der Beziehung in Abwehr-Kämpfe gerät oder ganz und gar keine Abweisungen ertragen kann, sich wieder viel zu viel aufgeladen hat, aber eigentlich gar nichts aushält. Es jammer der Jammer, mit verkanteten Kiefern und knarrenden Knochen. Wo das Leben einfach hart wird wie ein Pflasterstein, ist häufig Venus-Saturn am Start. Eine Wert-Prüfung für alles und jedes. Im Anlauf der Aspekte begreift man dann auch als Nicht-Venus-Saturnier mal, was die Träger dieser Konstellation üblicherweise durchmachen. Kein Ort, keine Zeit für Warmduscher. Nie.

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Sonntag, 20. Oktober 2019

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