Von den Sternen zu den Sternen
Philip Schiffmann ist tot. Er war ein echter Astronaut, einer von denen, wie es sie nur noch selten gibt, die von den Sternen kommen und zu den Sternen gehen. Immer. Ein Maniac, ein Freak, ein wundersamer Astrologe. Ein Widder auf den letzten Graden, die es dauernd in die Sicht auf das Wirkliche des Stiers zutreibt, mit diesem feurigen, widerständlerischen Merkur dazu. Und dem alten, strengen Saturn, Herr seines Aszendenten - ein Schalk, wenn man ihn würdigt. Und auch, wenn nicht. Genau in der Himmelsmitte im Skorpion. Da, wo die Drachen wohnen, in der Tiefe. Deshalb sollte er auch so viel rechnen und maßstäblich werden, und das wurde er - tatsächlich. Philip Schiffmann aus Wien, für seine Freunde nur der Liebliche, der eigentlich Heinrich hieß, hat einmal in einem Interview mit Mona Riegger (STERNWELTEN) den bahnbrechenden Satz gesagt:
"Jeder bekommt den Astrologen, den er verdient." Mehr Stimmigkeit geht gar nicht. Und wer diesen Astrologen bekam, verdiente eben eine astrologische Ausnahme-Ausstattung. Schiffmann beriet nicht für Geld, dafür erfand er das Combin 1972 gratis, ein Tauschgeschäft, über das Götter lachen und Menschen weinen. Weil es so viel Antrieb und Anstand einfach so eigentlich gar nicht geben kann. Denn sonst müssten wir andern uns alle schämen. Seine Erfindung, die damals gerade an den Rändern des Bewusstseins trieb, tauchte in den Jahren an mehreren Ecken der Welt in ein paar sehr klugen Köpfen plötzlich auf. Weshalb man heute nicht genau weiß, wer der Allererste war. Aber dass Schiffmann am Combin extrem früh ansetzte, bei seinen endlosen Experimenten und Ausflügen in die Zahlenwelten der Astrologie, seiner Neugier auf das, was stimmt, ist völlig unbestritten. Er war 87 Jahre alt, als er jetzt, am 5. August, um 22 Uhr 45 in Wien wieder auf die große Reise ging, dahin, wo er ohnehin dauernd war: Irgendwo, da oben, wo sie besser wissen, was das Schicksal ist und wie man es genau ausliest. Mit MONA RIEGGER hat er als Mitbegründer und Autor nicht nur in Sternwelten, der Mutter der kosmologischen Online-Magazine hierzulande, die Welt der Beziehungen neu buchstabiert und kongenial (mit seinem Tool und ihren Deutungen) einen Werkzeugkoffer in die Astrologie eingebracht. Was heute noch jedem Paar-Astrologen die reine Freude ist. So fein, so genau, so fraglos.
Kosmischer Kracher: Der 0. Grad
Da fliegen sie wieder mal als "Brexit-Charme-Offensive" ein, die jungen englischen Royals, jetzt auch in Deutschland. Zeit, astrologisch noch einmal das faszinierende und hartnäckig verebte Muster ohrer exzentrischen Dynastie zu analysieren. Eine ganz merkwürdige, spezielle Energie, die alle Menschen mit charismatischen 0° Stellungen im Horoskop (über Häuser oder Zeichen) immer verbindet. Der erste und der letzte Grad schließt einen Kreis und beide wirken sie von daher speziell. Auch das kleine Sympathie-Wunder Prinz George Alexander Louis hat das Signum wieder (0° Jungfrau Venus), wie zahllose britischer Könige, Königinnen und Thronfolger vor ihm. Schauen wir uns das an, sehen wir die Dominanz, die sich hier vererbt: Schon die älteste Ahnherrin der Linie namens Sophie brachte die 0-Grad-Stellung in der kosmischen Spalte ein (0° Widder) - den Beginn.
Seit dem wichtigen Act Of Settlement von 1701, der die Thronfolge für das Kingdom neu regelte, wurden mit der Pfälzerin die Stuarts durch die Welfen abgelöst. Ausgerechnet Lilith stand bei ihr im Widder auf dem Nullpunkt des Zodiak. So brachte sie mit der "schwarzen Eva" die herausgehobene Position und außergewöhnliche Kraft der ersten und letzten Grade in die Genealogie der neuen Insel-Herren ein. Diese speziellen Stände sind kosmische Kracher. Je näher an 0 bzw. 30 Grad, umso wirksamer. Denn sie schaffen in jedem Geburtsbild das Klima eines unendlichen Rings: Anfang trifft Ende. Vergangenheit Gegenwart und Unvollendetes den Wunsch nach Perfektion.
Die Qualität eines Zeichens in purster Form knüpft damit an die Weisheit der vorausgehenden Faktoren an, die im letzten Grad einer Phase bereit sind für das nächste Thema. Dennoch kleben sie noch an den fast vollständig durchlebten Inhalten ihrer Zodiak-Station. So gesehen kommt man hinten in den Zeichen aus der Anbindung an Überliefertes nicht leicht heraus. Auch wenn man, bei zusätzlichen 0°-Stellungen, hungrig auf Neues ist und es auch umsetzen könnte. In der 0 an sich steckt Neptun, der ewige Kreis, das Nichts, er sucht Inhalt, Wiederholung, Entwicklung zum Mars hin, Bewegung auf neue Ufer zu. Ein kosmisches Mantra, das auch den Tierkreis ganz umfasst. Ewig, überweltlich, körperlos und gleichzeitig stofflich sind die Träger eng angebunden an Ober- und Unterwelten. Die britischen Royals zeigen die Stärke der Grade im astrologischen Erbe ganz deutlich. Die Thronfolge seit 1701, dem Act Of Settlement:
- Sophie von der Pfalz: Lilith 0 Widder
- George I: Venus 0 Löwe (keine Geburtszeit, aber sie wechselte um 2 h nachts) Uranus 29.32 Steinbock
- George II: Chiron 0 Stier (Mittags-Mond 0 Löwe), Uranus 29.5 Widder (Helio 0 Stier), Lilith 29.5 Fische
- George III: Ac 0 Löwe, Venus 29 Zwillinge, Lilith 29 Stier
- George IV: Nessus 29.51 Steinbock (Helio 0 Wassermann), Pluto 29.17 Schütze (Helio 0 Steinbock)
- William IV: Neptun 0 Jungfrau
- Queen Victoria: (Nessus Helio 0 Stier), Saturn-Chiron-Pluto 28 Fische, Neptun 28 Schütze
- Edward VII: Saturn 0 Steinbock, Mond 29.26 Jungfrau
- George V: MC 0 Steinbock, Uranus 28 Zwillinge
- Edward VIII: Mars 0 Widder, Pholus 0 Stier
- George VI: Pars Fortuna 0 Waage, (Jupiter Helio 0 Löwe)
- Elizabeth II: Sonne 0 Stier, Uranus 27.5 Fische, Chiron 28 Widder
- Charles Prince: Mond 0 Stier Jupiter 29. 53 Schütze, Uranus 29.55 Steinbock
- William Prince: Sonne 0 Krebs, Jupiter 0 Skorpion, Lilith 0 Steinbock, Nessus 28.05 Krebs
- George Prince: Venus 0 Jungfrau, (Merkur Helio 0 Fische), Sonne 29.58.44 Krebs, Mond 28.17.10 Steinbock
Helio-Synthese: Die zwei Gesichter der Zeit
Das Große Trigon ist in aller Munde, der Fahrplan hängt aus (siehe Das Trigon-Ticket: Zug aus dem Dunkel und Kristallradix und der Himmelsdieb) und heute Abend geht mit Mond Konjunktion Saturn die Reise los. Den Auftakt des harten Kerns bildet morgen die Verbindung zwischen Jupiter und Saturn, Vision und Umsetzung, Hoffnungen und Wirklichkeit sollten theoretisch auf relativ ungehinderte Weise einen gemeinsamen Ausdruck finden. Da sich das alles in den Wasserzeichen abspielt, passt auch das alte Panta Rhei jetzt gut ins Bild. Alles fließt, was immer es auch sein mag.
Vor einigen hundert Jahren hätte man es dabei belassen können. Zur erdbezogenen Sichtweise der Astrologen gab es noch keine wirkliche Alternative. Mittlerweile steht aber die Sonne als Mittelpunkt unserer kleinen Welt unzweifelhaft fest, und sie ist es auch, die uns einen gewichtigen Teil „unseres täglich Brots“ in Form von Licht und anderen, unsichtbaren Einflüssen zukommen lässt. Der heliozentrische Standpunkt ist zwar noch immer keiner, den man auch physisch einnehmen könnte oder sollte, doch die Gedanken sind frei und somit auch die Vorstellungen und das Wissen um Dinge, die sich auf den ersten Blick nicht von allein erschließen.
Aber, könnte man einwenden, die Astrologie lebt doch ganz gut mit der geozentrischen Sichtweise, sie hat sich bewährt und ist praktisch anwendbar, warum also sollte man sich mit einer relativ abstrakten Sichtweise beschäftigen, die womöglich mehr Chaos ins altbewährte Systemdenken bringt, als Gutes bewirkt? Weil, könnte man dann antworten, Astrologie schon immer neue Entdeckungen der Astronomie aufgenommen und in die bestehende Struktur übertragen hat. Andernfalls wäre die Einbeziehung von Planeten wie Uranus, Neptun und Pluto (die man auch allesamt nicht sehen kann) verfehlt. Wir wissen heute, dass unser kleines Planetensystem ein organisches Gebilde ist, dessen einzelne Teile sehr fein aufeinander abgestimmt sind, wo alles irgendwie mit allem korrespondiert, und doch auf eine gemeinsame Mitte fokussiert ist. Und genauso wie uns unser kleiner, blauer Planet ein geschütztes Zuhause in diesem System bietet, genauso erschafft die Sonne eine Insel in den unendlichen Weiten dieses Universums für uns.
Mars und die Signatur des Zufalls
Flugzeug-Abstürze sind - Gott sei Dank - kein alltägliches Phänomen. Wenn sich die Unfälle am Himmel dann aber plötzlich wieder häufen, kommt man nicht umhin, die Ereignisse auch astrologisch zu untersuchen (siehe auch WENN URANUS IN DEN HUDSON FÄLLT...). Als letzten Samstag wieder ein Flugzeug in San Francisco verunglückte, und tags darauf eine kleinere Maschine in Kanada, war das Anlass genug, um alte Charts zu sichten und nach Übereinstimmungen zu suchen. Das Ereignis-Chart vom Samstag deutet dann auch gleich auf einen der üblichen Verdächtigen hin - den „alten Übeltäter Mars". Der stand deutlich sichtbar am Ereignis-MC, in abnehmender Konjunktion mit dem Mond. Der exakte MC-Überlauf fand also in den folgenden 20 Minuten nach dem Crash statt, als die Rettung der Passagiere auf Hochtouren lief.
Solche Kleinigkeiten sind nicht ganz unwichtig, denn was auch immer man untersucht, es handelt sich ja selten um absolut identische Ereignisse. Die Überschrift heißt hier zwar generell Flugzeugunglücke, aber die realen Gründe für einen solchen Unfall sind vielfältig. Angefangen von Materialschäden, über Naturereignisse (Wetter etc.) bis hin zu menschlichen Fehlern oder sogar Absichten (Terroranschläge).
Dementsprechend kann man nicht erwarten, dass nun bei jedem Flugzeugabsturz immer wieder Mars an einer der Ereignis - Achsen steht oder anderweitig auffällt. Wenn man also um die Vielfalt der Möglichkeiten weiß, bleibt einem leider nichts anderes übrig, als die Archive nach weiteren Unglücken zu durchforsten.
Der Crash von Teneriffa
Bei Wikipedia gibt es mehrere Auflistungen darüber (Link), auch über die schwersten Flugzeug-Unglücke in der Geschichte der Luftfahrt. Der Zusammenstoß zweier Passagiermaschinen in Teneriffa gilt bis heute als die größte Katastrophe, von den insgesamt 640 Passagieren und Crew-Mitgliedern überlebten nur 61 dieses Desaster. Schon der Blick aufs Ereignis-Chart zeigt ein bekanntes Bild, Mars steht wiederum auf den mundanen Achsen, diesmal fast exakt auf dem Ereignis-DC. Der Mond im Krebs war gerade dabei ins Quadrat zur Widder-Sonne zu laufen, als genereller Zeithintergrund wirkte das Quadrat zwischen Saturn und Uranus.
Airbus: Dreamliners Jungfernflug
Wenn Airbus seine Bugfiguren in die Luft bringt, schaut die Welt ganz genau hin. Auch astrologisch lohnt sich immer ein präziser Blick auf die Zukunfts-Aussichten der ganz großen Flieger. Der Münchner Astrologe ROLF LIEFELD, unter anderem Experte beim Lexikon ASTRO-WIKI vom Astrodienst, hier mit seiner Analyse für das jüngste Baby des Beförderungs-Riesen:
Airbus hat am 14. Juni seinen neuen Hoffnungsträger, den A350, erstmals starten lassen. Um Punkt 10 Uhr hob der Flieger am firmeneigenen Flugplatz im französischen Toulouse ab. Nach der Pannenserie beim A380 hat Airbus nun Erfolge bitter nötig. Der neue A350 soll in Konkurrenz zum Dreamliner von Boeing treten und Airbus dabei helfen, verlorenen Boden wieder gutzumachen. Das Horoskop des Jungfernflugs enthält so etwas wie den Schicksalsplan des A350, und ist es somit wert, eingehend untersucht zu werden. Anschließend werden noch der Horoskop-Vergleich (Synastrie) des A350 zu Airbus, sowie Komposit- und Kombin-Horoskop der beiden untersucht.
Große Hoffnungen werden in den A350 gesetzt, und er ist angetreten, sie auch zu erfüllen. Welcher Aszendent wäre besser geeignet, eine Vormacht-Stellung zurückzuerobern und diese auch zu verteidigen, als einer im königlichen Löwen? Mit diesem Luftvogel wird Airbus sagen können: wir sind wieder wer! Freundlich bestrahlt von der Venus im Sextil, was als Glücks-Konstellation gelten kann, aber auch von Uranus, der gelungene Innovationen andeutet. Chiron im 8. Haus im Quinkunx zum Aszendenten, der noch dazu sehr exakt ist (nur drei Gradminuten), lässt allerdings eine Fehlerquelle oder ein späteres Unglück vermuten, das dem A350 sehr zu schaffen machen wird, jedoch ist dies nicht der hauptsächliche Eindruck, dieser bleibt positiv.
Astro-Logics VIII: Das scharfe Schwert
Wer sich mit Astrologie nur theoretisch beschäftigt, könnte leicht dem Irrtum verfallen, dass sie ein statisches und unbewegliches Menschenbild beinhaltet. Da gibt es zwölf Archetypen, denen gewisse Charaktereigenschaften zugeordnet werden. Wer einmal als Skorpion geboren wird, dem haftet dann eben all das an, was sich im Laufe der Zeit als astrologische Zuschreibung angesammelt hat. Im Grunde sind das alles irgendwie düstere Zeitgenossen, mit denen nicht gut Kirschen zu essen ist. Während man das übernächste Zeichen, den Steinbock mehr oder weniger offen als Spaß-Bremse abstempelt. Und die Jungfrau darf neidisch auf den jovialen Schützen blicken, dem der Erfolg quasi schon in den Mutterschoss gefallen ist, während sie immer hart dafür arbeiten muss.
All diese Überzeichnungen stammen aus dem, was Insider astrologische Kochbücher nennen. Mars in den Fischen ist so, im Widder dann ganz anders, die feststehenden Eigenschaften anderer Planeten werden als zusätzliche Umschreibungen oben drauf addiert, aber die Kernaussagen bleiben unverändert bestehen. Woher nimmt Astrologie diese Sicherheit? Warum beschreibt sie Menschen meist eher als Karikatur, so als wären sie aus kosmischem Stein gemeißelt ? Und bezieht sich nur selten auf eine unserer besten Eigenschaften – die Fähigkeit zur Wandlung und Veränderung? Oder liegt es nicht am System Astrologie, sondern an einem grundlegenden Missverständnis derjenigen, die sie benutzen? Darüber, womit das System Astrologie eigentlich arbeitet.
Raum oder Zeit?
Ja – was genau beschreibt das Modell Astrologie eigentlich? Beschreibt es die Aspekte des Raums, also das was wir mit unseren Sinnen erfassen können. Was sichtbar, hörbar, spürbar und fassbar ist? Die Struktur und Beschaffenheit von Materie zum Beispiel? Oder beschreibt es vorrangig die Entwicklungsphasen dieser Formen innerhalb des Raumes, arbeitet also hauptsächlich mit dem Prinzip der Zeit?
Seit alters her beobachten Menschen die BEWEGUNGEN der Himmelskörper. Ihre unterschiedlichen Stellungen innerhalb eines Jahres und anderer Zeiträume. Gleichzeitig werden analog dazu Ereignisse und das Verhalten einzelner Menschen in Beziehung gesetzt. Und daraus ein scheinbar ursächlicher Zusammenhang konstruiert. Im Ergebnis führt das dann zu den oben beschriebenen Kochbüchern, in denen diese Beobachtungen fest gehalten wurden und werden. Steht der Mond also im Krebs, dann ist man besonders gefühlsempfindlich, steht er im Widder wird man schnell laut und grob. Oder es regnet in Strömen. So funktioniert das eben, in allen empirischen Wissenschaften, wenn Voraussetzung A erfüllt ist, entsteht zwingend Ergebnis B. Daraus wird dann im Laufe der Jahrtausende ein Sammelsurium an Konzepten und man vergisst leicht, dass es sich dabei trotzdem immer nur um eine Augenblicksbeschreibung handelt. Man hat den Zeitfluss einfach eingefroren, und beschreibt ein energetisches Standbild, nicht weniger, aber auch nicht mehr.
Astro-Logics VII: Panta rhei
Gleich mit jedem Regengusse,
ändert sich dein holdes Tal,
Ach, und in dem selben Flusse,
Schwimmst du nicht zum zweiten Mal.
In seinem Gedicht „Dauer im Wandel“ brachte Goethe es poetisch auf den Punkt: Nichts in diesem Universum ist statisch. Außer vielleicht manche Vorstellungen, die wir in Bezug auf uns selbst und unser Leben haben. Oder Modelle, die wir entwerfen, um Leben und Welt besser verstehen zu können.
Dank Albert Einstein wissen wir heute, das Raum und Zeit nicht getrennt voneinander existieren, dass sie sich gegenseitig bedingen und der innere Hintergrund des Einen sich im Ausdruck des Anderen wieder findet. Und während sich die klassischen Wissenschaften mehr und mehr auf die Untersuchung des Raumes und all seiner Erscheinungsformen konzentriert haben, befasst sich Astrologie seit alters her mit dessen Zwillingsschwester Zeit. Als Basis dieser Untersuchungen benutzen Astrologen räumliche Koordinaten und lesen aus den Bewegungen der Himmelskörper ab, welche Farben die Zeit gerade hat oder in Zukunft haben könnte.
Dabei wird unterschieden zwischen einer „Großen“, allgemein gültigen Zeitqualität, und einer „Kleinen“, subjektiv erfahrbaren Variante. Die Große Zeit zeigt sich über die aktuellen Stände der Planeten, die „Kleine Zeit“ findet ihre Voraussetzungen zum Zeitpunkt unserer Geburt, ist quasi unsere individuelle, innere Uhr, deren Eigenheit sich anhand unseres Geburtsbildes zeigt.In dem wir beide Zeiten über bestimmte Methoden wie Transite und andere zusammen bringen, miteinander vergleichen und daraus Schlussfolgerungen ziehen, können wir die Rhythmen und Zyklen beider Zeiten besser verstehen und unser Handeln entsprechend ausrichten.
So weit, so gut und allgemein bekannt. Allerdings hat die ganze Sache einen Haken, dann wenn wir vergessen, dass das Wesen der Zeit fließend ist.
Zeichen + Wunder: Die Golden Goals segensreicher Astrologie
Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Diesen Artikel sollten alle lesen, die immer noch davon überzeugt sind, dass Astrologie - wenn überhaupt - dann höchstens als symbolische Fata Morgana "funktioniert". Denn Robbens Golden Goal gestern war eine Sternstunde der Sternen-Kunde. Nicht verstanden? Dann kommt hier die Aufklärung, samt einer persönlichen Geschichte. Bis gestern, kurz vor dem Entscheidungs-Treffer der Bayern, haben Herr Meta und ich uns die Köpfe halb ab diskutiert, wie das Spiel ausgehen könnte. Seine Theorie war: Die Bayern gewinnen, meine, dass Dortmund extreme Vorteile hat. Bingo, das hat ja prima geklappt. Ich wurde ein Sonne-Neptun-Opfer. Aber über eins waren wir uns wieder mal einig: Die möglichen Tor-Zeitpunkte, speziell diesen letzten Knaller, ab 21 Uhr 28 englischer Zeit, wenn Uranus im engem Orbis von IC Widder steht (und dazu Mars, Saturn und Neptun genau auf Häuserspitzen).
Seit dieser Fussball-Astrologie-Experte mich vor Jahren davon überzeugt hat, dass ausgerechnet das Spiel die Stimmigkeit der Astrologie beweist (ich war in der Hinsicht eine harte Nuss!), geht das immer so. Wir streiten, wir wägen ab, wir erklären uns die Welt. Er sagt im Ergebnis hü, ich hott. Nur die möglichen Tor-Zeitpunkte, die sehen wir beide fast auf die Minute gleich. Daran ist nichts Geheimnisvolles - man kann sie ja in den meisten Fällen sehr gut berechnen. Selbst wenn Herr Kunkel und die anderen Skeptiker das vornehm übersehen, ja, fast möchte man sagen: verschweigen. Und immer noch eine statistische Seitentür für die Unmöglichkeit des Wirklichen finden. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Zum Beispiel, dass Astrologen sagen: Nur in dem und dem Zeitfenster wird es wirklich heftig, eng, erfolgreich oder verlustreich auf dem Platz.
Aber nein, es soll immer gleich das genaue Ergebnis sein. Wenn nicht, fällst du durch. Das ist so, als würde man vom Astrologen fordern, er soll nicht nur wissen, dass man zuhause ausgezogen ist und sich gerade scheiden lässt, sondern auch noch den Namen der Frau zu kennen. Wie wär's stattdessen mit ein paar Prognosen für Treffer-Zeitpunkte? Klar war Astrologen beim gestrigen Spiel jedenfalls: Es musste kurz nach 21 Uhr 28 in Wembley etwas passieren - nur für wen? Beide erwarteten wir Plötzlichkeit und einen extremen Umschwung. Beide, dass die bisherige Tendenz komplett umgeworfen wird. Aber während ich als Ruhrgebiets-Kind wähnte, dass Dortmund bis dahin in Führung liegt und höchstens zuallerletzt noch der alte kosmische Störer unter Sonne-Neptun des Tages Klopp wieder mal zum ewigen Zweiten in der "Geeignetheits-Konkurrenz" (Wolfgang DÖBEREINER) machen könnte, ging Herr Fussball-Astrologe von einer sensationelleren Wende aus, auf dem Boden eher stärkerer Bayern. Und bestritt eisern die Verlängerung. Nun, was passierte wirklich? Ein Tor natürlich (siehe Metas Live-Ticker-Kopie rechts, vor allem den Vorlauf - zum Vergrößern und lesen gern klicken!). Ausgerechnet Robben! Der Loser der Partie, Wassermann-Sonne (sic!), mit Transit-Saturn auf Mars, wird zum Goldjungen des Matchs, als sein Sonnen-Herrscher direkt ausgelöst wird und Mars (Widder) gleich mit. Er überwindet kurzfristig Saturn. Was sich dann aber zeigte, als wir alle beteiligten Radix-Bilder über das Tor stellten, war in der Genauigkeit kaum zu fassen. Kein Tor-Zeitpunkt funktioniert nämlich stabil ohne Bezugs-Horoskop, das mindestens einen Mitspieler der Situation dominant zeigt. Hier lagen sie alle auf dem Präsentierteller (siehe Vergleichs-Bild weiter unten).
Prognose: Alles nur Zufall?
Wer unsere astrologischen Berichte und Analysen zu aktuellen Ereignissen aufmerksam verfolgt, wird feststellen, dass wir eben nicht nur Ereignisse meta-gnostisch kommentieren, sondern das auch durchaus vorher tun. Pro-Gnose eben. Allerdings finden sich dabei immer astro-logische Begründungen und Hinweise auf Zusammenhänge, die für die meisten Leser mit dem entsprechenden Hintergrundwissen nachvollziehbar sind. Trotzdem tauchen auch immer wieder Fragen dazu auf, so wie jetzt anlässlich der Artikel über die Vorkommnisse in den USA.
Eine Leserin äußert sich in einem Kommentar wie folgt: „Ich verstehe trotzdem nicht, wie man, wo doch Mars/Sonne auf der ganzen Welt aktiv war/ist, auf genau den jeweiligen Ort, die Zeit und das Land kommen soll, in dem man dann vor einer Katastrophe warnen könnte.“
Nun, zumindest das kann man, bezogen auf die Vorgehensweise klären.
Nehmen wir die zurückliegende Woche und die angesprochene Sonne-Mars Konjunktion als Beispiel. Natürlich ist es richtig, dass diese Konjunktion zum Zeitpunkt ihrer Exaktheit globale Gültigkeit hat. Das Zusammentreffen von Sonne und Mars fand rechnerisch am 18.04.2013 um 00:20 h Greenwich Mean Time (GMT) oder auch Universal Time (UT) statt. Unabhängig wie spät es in den unterschiedlichen Ländern der Erde in diesem Moment bezogen auf ihre eigene Zeitzone war, gab es keinen Unterschied bezüglich der Planetenstände (sofern man die Zeitunterschiede korrekt umrechnet).
Boston zum Beispiel liegt zeitlich gerade vier Stunden vor Greenwich, dort fand die Konjunktion noch am 17. April gegen 20:20 h statt, in Berlin (da wir zwei Stunden voraus zur UT liegen), war es der 18. April gegen 02:20 h. Berechnet man nun für beide Orte auf den jeweiligen Zeitpunkt bezogen ein Radix, findet man exakt dieselben Planetenstände. Allerdings in unterschiedlichen Häusern, da die Häuserachsen und –abschnitte immer abhängig vom Ort selbst sind. Schließlich geht die Sonne in Boston und Berlin nie zum selben Zeitpunkt auf oder unter, dementsprechend muss sich auch die Planetenstellung in den Häusern zeigen (AC = Osten, DC = Westen, MC = Süden, IC = Norden des jeweiligen Ortes).