'Ein guter Mensch mit grosser Begabung'
"Gewiss hätte ihn manche Dame um dieses herrliche, blauschimmernde Haar beneidet. Sein Gesicht war fast noch edler als dasjenige seines Vaters und die Farbe desselben ein mattes Hellbraun mit einem leisen Bronzehauch." (Karl May, Winnetou I).
Eigentümlicherweise war Pierre Brice, der Leise, ja ein unruhiger Wassermann mit mutmaßlichem Löwe-AC. Er wirkte aber mehr in der Rolle des wilden Naturburschen rebellisch als im Leben - was vielleicht auch eine Sache des abmildernden, rückläufigen Merkur im Bann der Geburts-Herrscherin Sonne war.
Da, wo er herkam, wurde der deutsche Winnetou, der Karl Mays großem Indianer endlich ein Gesicht gab, jedenfalls nie richtig berühmt, sprich glücklich. Angeblich, weil ihm zuhause in Frankreich das Alleinstellungs-Merkmal fehlte, da er Freund Alain Delon so ähnelte. So wanderte er - nach einer Stippvisite als Freiwilliger im Indochina-Krieg - auf der Suche nach der Rolle seines Lebens eine Weile durch die Weltgeschichte. Was wiederum der Hobo-Mentalität des Uranischen entspricht. Man findet sowieso keine Ruhe, wo man ist, und sucht sich dann gern auch Szenarien, die dieser Anlage entsprechen. Auch wenn man später oft glaubt, es wäre umgekehrt gewesen.
Anfangs nur sehr hübsch (eine schöne Perfektions-Maske setzt einem gern Geburtsherr im engen Kontakt mit Jungfrau oder Merkur auf), modelte Pierre Brice erst mal, wurde in Spanien und Italien, den Ländern, die seine schneidige, charismatische Machismo-Optik schätzten, für "Mantel- und Degen-Streifen" (Wiki) eingekauft, bevor er endgültig zum wilden Westen konvertierte. Fisch Karl May, mit dem er enge Aspekte und eine Überlagerung des Achsenkreuzes hatte, wurde sozusagen Brices Schicksal, als der mit dem Schatz im Silbersee bei Saturn auf seiner Sonne bekannt, berühmt (und endgültig festgelegt) wurde. Beachte, was du unter Saturn-Transiten über die Lichter anfängst. Das klebt dann oft fest an dir. Winnetou wurde die Figur, aus der Brice nie herausfand.
Wie so oft, kann man hier losen, ob diese Lebens-Kreuzung nun durch Zufall oder Schicksal zustande kam: Denn Pierre Louis Baron de Bris (Radix rechts, Daten via Astro-Databank, Rodden Rating C), der mit 33 Jahren immer noch die bis dahin eher flatternde Bestimmung (Herr des Widder-MC war ein impulsiver Mars in Zwillingen) und den Ruhm und als 7. Haus-Sonne speziell auch die notwendigen Antworten des Lebens auf seine Begabungen suchte (das Begegnungshaus braucht ja positive Resonanz wie Atemluft) war 1962 bei der Berlinale gewesen und da Produzent Horst Wendlandt begegnet. Wie Karl May ein Fisch (aber mit Mond-Jupiter und Widder-Venus auf Brices Venus-Uranus) roch der sofort, dass er hier einen Winnetou vor sich hatte.
Eine Rolle im geplanten Silbersee-Film, für die eigentlich bereits ein anderer Schauspieler (Guy Williams, übrigens auch mit R-Merkur auf Sonne!) vorgesehen war. Armer Mann, der leider gerade Pluto Quadrat Jupiter hatte (welcher Glücks-Fälle ungern lässig durchgehen lässt). Bei Sonne Konjunktion R-Merkur (dem 3. im Bunde, wie in den Horoskopen beider Schauspieler auch) entschied sich Wendlandt plötzlich doch für diesen schönen Pierre Brice als Indianer, hinter dessen Gefälligkeit (Haus 7) man eine gewisse Tiefe vermuten konnte (Steinbock-Mond unter anderem) und veränderte so zwei Leben. Dass dieser Beschluss eine zweischneidige Weichen-Stellung für die Zukunft war, zeigt das Saturn-Neptun-Quadrat mundan, das sich damals im Orbis des AC-DC des neuen Shooting-Stars bewegte. Der Schatz im Silbersee war dann jedenfalls schnell abgedreht und bekam mit einer Premieren-Sonne in der Nähe des GZ noch im selben Jahr die Option für den Hauptgewinn mit. Pierre Brice, dessen Sonnenbogen-Mond gerade im Neumond zu seinem Radix stand, begann ein neues Leben, einen anderen Zyklus und wurde ab jetzt Mythos für Generationen von Kids und Erwachsenen. Er war in jeder Faser für die Kino-Zuschauer: der "edle Wilde".
Ich fühlte, daß er ein guter Mensch sei und außerordentliche Begabung besitzen müsse. Wir betrachteten einander mit einem langen, forschenden Blicke, und dann glaubte ich, zu bemerken, daß in seinem ernsten, dunklen Auge, welches einen sammetartigen Glanz besaß, für einen kurzen Augenblick ein freundliches Licht aufglänzte, wie ein Gruß, den die Sonne durch eine Wolkenöffnung auf die Erde sendet. (K. May, „Winnetou I“)
Unter Saturn (Herr 6 kommt bei ihm aus dem Schützen am Galaktischen Zentrum und ist von daher schon für beeindruckende Alltags-Erfahrungen abonniert) auf seiner Sonne entwickelte sich Brice zum Idol von 11 Karl-May-Filmen in nur sechs Jahren. Ein Hype brach aus. Was neben einigem Kopfzerbrechen hinsichtlich einer vielleicht doch noch anders konturierbaren Zukunft (Festlegung ist gar nicht leicht für Venus-Uranus des Wassermanns!) womöglich doch auch eine Welle des Entzückens über sein 7. Haus hereinbrechen ließ. Der Dominanz der Begegnung, die so sehr darauf angewiesen ist, andere konstruktiv zu orientieren und vom Beifall der Öffentlichkeit (zumindest aber des unmittelbaren Umfelds) lebt.
Seinen Stier-Jupiter setzte Pierre Brice dementsprechend auch dem längst toten Karl May ins 7. Haus (links oben Radix via Astro-Databank, Rodden Rating AA). Dem er noch mal zu einer anderen Art von Ehre verhalf, indem er durch pures Sein ein plakatives Bild des Winnetou schuf, das den Büchern entsprach und in der Moderne des Films ein Klischee noch einmal in anderer Dimension hochleben ließ.
Wenn er von Gott sprach, seinem großen, guten Manitou, waren seine Augen fromme Madonnen-, wenn er freundlich zusprach, liebevolle Frauen-, wenn er aber zürnte, drohende Odins-Augen. (Karl May, Weihnacht)
Alles in allem eine starke Fügung (inklusive eines verfrühten Filmtodes von Winnetou, der zurückgenommen werden musste, als das Publikum damit nicht klar kam) und bei Überläufen eines träumerisch verrätselnden Neptun im Quadrat zu AC und Sonne von Pierre Brice auch eine massive Illusions-Phase im Leben des Schauspielers. Nach 1968 jedoch war der Spaß bei einem Transit von Pluto Quadrat zum Radix-Mars endgültig vorbei. Das kann einen schon aufregen, zu einem solchen Zeitpunkt sogar zutiefst. Der Franzose muss sich eine Weile gefühlt haben, als würde ihm der Boden unter den Füßen weggezogen, inklusive aller Erleichterung, die das Ende eindimensionaler Identifikation auch stets mitbringt. Pierre Brice spielt nun Theater in Paris, ab und zu seichte andere Rollen und geht fast unter, bis man ihm 1976 - als Jupiter an seinem MC steht - das Angebot macht, bei den Karl-May-Festspielen in Elspe noch einmal die Rolle seines Lebens zu verkörpern. Den Winnetou zu spielen. Mit einem Knall erscheint er sozusagen wieder auf der Bühne des eigenen Lebens - insgesamt mit Pausen nun doch noch einmal zehn Jahre lang, bis Pierre Brice 53 Jahre alt ist. Danach macht er in Bad Segeberg weiter, bevor er mit 62 endgültig als Indianer in Rente geht.
Das, was man in 7 hat, kann man ja meist viel besser und eindrücklicher darstellen als wahrhaftig sein (mit diesen Anteilen verbinden einen oft Hass-Liebe ähnliche Zustände, weil man sie einerseits leicht nach draußen abgibt und andererseits doch selbst leben muss). Schlecht, wenn es ausgerechnet die eigene Sonne oder der Mond ist. Pierre Brice, dessen 7. Haus-Sonne ihn wie viele andere mit dieser Konstellation so schnell zu einem Bild von etwas macht, was gar nicht die ganze Wirklichkeit ist, hatte Glück, dass die Figur, die er so sehr vitalisierte, seinen rebellischen Zügen entsprach. So konnte er sie gleichzeitig delegieren und ausspielen, ohne ein allzu gebrochenes Leben zu führen. Er ließ Karl Mays edlen Außenseiter damit auch indirekt gesellschaftsfähig sein - was man nicht unterschätzen darf, in einer positiveren Belegung der "Wilden" im öffentlichen Bewusstsein, auch wenn die Indianer-Romantik aber auch gar nichts mit der Realität der Ureinwohner Amerikas zu tun hatte. Vieles, was mit diesem Szenario verbunden war, gab dem Franzosen jedenfalls ein Gold-Händchen. Davor und danach aber rutschte er immer wieder in Zeiten ab, in denen er irgendwie unterging in der Beliebigkeit des normalen Lebens. Zündend war die Liebe, die ihn über Venus-Uranus elektrisierte: Er heiratete seine deutsche Frau Hella, war mit ihr über 30 Jahre eng vertraut, wollte für sie sogar noch nach Bayern ziehen.
Viel mehr weiß man über diesen anderen, privateren Mann nicht wirklich, der - ebenfalls wie viele Wassermänner - das Private distanziert privat sein ließ. Einfach, weil es verfliegt. Er war ein Tierschützer und (mit Steinbock-Mond) politisch eher konservativ. Vielleicht wurde Pierre Brice ja mit seinen vielen uranischen Konstellationen, wie sie vielleicht sonst nur in einer heftigen Rebellion ausdrückbar gewesen wären, durch die Verlagerung nach 7 sozialer. Die Flexibilität und Brüchigkeit kam auch in der Wechselhaftigkeit und Breite der Talente und seinen Wanderungen weg von Zuhaus zum Tragen. So war er wirklich als Orientierer bestimmter Züge, als Bild am meisten er selbst. Er, der unbekannte Andere, der Nicht-Winnetou, sang auch und tanzte, bewegte sich sicher wie wie ein Zugvogel in einem Land, das nicht seins war. Das Uranische ist und bleibt unberechenbar, man kann es nicht richtig greifen, als Voraussetzung der noch diffuseren, flüchtigeren Fische. Da trafen sie sich, auf einer exzentrischen Ebene, vielleicht ungewollt, vielleicht absolut logisch. Brice und Winnetou. Die Fremden unter Fremden. Anderen unter Anderen. Die stillen Rebellen.
"Pierre hatte keine Angst vor dem Tod. Er kannte ihn. Er hat ihn einige Male kommen sehen, ihm in die Augen geschaut und ihn dann gebeten, doch noch einmal zu gehen.“ (Hella, Pierre Brices Frau im FOCUS)
Dann stirbt er mit 86 Jahren doch - an einer Lungenentzündung unter sehr, sehr schwierigem Pluto-Transit auf seinem Mond und Mars, der Infektionen leicht anzündet und auf seinen Mars zuläuft. Auf Wiedersehen, Winnetou Pierre Brice!
Bilder (bearbeitet): Elke Wetzig (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Charlotte: Die All-In-One-Prinzessin
Hurra, nach dem wilden jungen Master George Cambridge kam dann doch ein kleines Stier-Mädchen mit Krebs-AC als Geschenk des Himmels an den englischen Hof. Ihre jugendliche Hoheit trägt nicht nur in Sachen Horoskop zur Anbindung der Zukunft an die Vergangenheit bei, weiß EVA-CHRISTIANE WETTERER beim königlich-kosmischen Portrait von Englands jüngster Rose:
Vornamen sind bei Königs immer eine extrawichtige Angelegenheit, im englischen Königshaus erst recht. Da muss ihn zuallererst die Queen abnicken, ehe das gemeine Volk erfährt, ob es richtig gewettet hat oder nicht. In Charlottes Namen sind Uroma, Oma und Opa vereint – selbdritt drücken sie dem Minimädchen ihre Spuren auf. Wir sprechen von der Queen, von der (ihrerseits nicht sonderlich geschätzten) unsterblichen Königin der Herzen, Diana, und von Großvater Charles. Charlotte heißt unter anderem „weibliches Karlchen“, das wird Opa sicher freuen. Außerdem – nomen est omen – gibt es eine gleichnamige festkochende Kartoffelsorte, einen Asteroiden (No. 543) namens Charlotte und eine köstliche Süßspeise, die auch aus England stammt.
Und genau hier kommt wieder der deutsche Adel ins Spiel, denn es war Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, spätere Königin Charlotte (1761 gekrönt), die die gebackene Charlotte erfand. Meine Rede: Wir Deutschen mischen immer irgendwo mit bei den Gekrönten – ob im Bett oder im Backofen. Uroma, Oma und Opa finden sich natürlich – so sprachen die Astrologen bereits kurz nach der Geburt des Königskindes – auch in Charlottes Horoskop wieder. Die Queen mit ihrer Stiersonne verweist auf die der Urenkelin, Dianas gefühlige Krebssonne auf Charlottes Krebs AC samt dem Krebsplaneten-Allerlei und Charles MC im Widder auf ihren Uranus – und damit auf Neuland und Willensfreiheit.
Die königliche Kleinfamilie ist kurz nach der Geburt der Prinzessin auf den Landsitz Anmer Hall in Norfolk gezogen und macht, was man so tut in dieser Lebenslage. Man lernt sich als neu formierte Familie kennen. George dürfte nur mässig begeistert sein. Mit seinem Krebsstellium aus Mars, Merkur, Jupiter und Lilith wird er ein bißchen an seiner Schwester rumrütteln und schütteln. Sie verunsichert ihn und macht ihn doch zum großen Bruder. Letztlich liebt er sie treu und aufmerksam mit seiner Jungfrau Venus direkt an ihrem IC, Ambivalenzen und Grenzen wie die Quadrate zu Merkur und Saturn inklusive. Charlotte ist eine wahre Wundertüte, Erwartungen wird sie eher knicken statt erfüllen, sie ist immer für einen Sidestep, eine Überraschung oder eine Rebellion gut.
Der Mann, der zu Fuss um die Welt lief
Er kommt aus einer Generation von Suchern - mit dem Saturn, Uranus und Neptun im Steinbock. Geboren kurz vor Vollmond und mit einer Sonne im Elfenbeinturm des 12. Hauses, dennoch ein Stier, ein Umsetzer, einer, der begegnet. Mit diesen Anlagen hätte Andrew Siess aus Minnesota auch ein Träumer, ein Musiker, ein Wanderer zwischen Welten werden können. Und irgendwie wurde er das auch. Denn der jüngste Mensch, der je zu Fuß den Globus umrundete (24 Länder in 3 Jahren, 38 000 Kilometer) träumt im Laufen.
Eine der wunderbarsten Ausdrucks-Formen, die man für einen Herrn 1, Merkur (den geflügelten Boten) in Feld 12 vielleicht finden kann. Vielleicht war es aber auch andersherum. Astrologisch ist bei all dem ja ein Rhythmus vorgebenen, durchzieht die Suche nach der eigenen Rolle: Und sein Leben, diese weite, weite Welt hat Siess genauso gezogen, gefunden, getrieben, entdeckt - auch wenn man sich als Astrologe erst einmal fragt: Wo ist in seinem Horoskop denn nun die massive Schütze-Betonung, der Jupiter, das extreme 9. Haus (alles übliche Klassiker für's Reisen und für die überschrittenen Grenzen)? Und dann sieht man es - natürlich! Der Junge hat Herrn 9 Saturn in 9 im Steinbock, den großen Bestimmer, der die Sache auch so schicksalsträchtig und wenig abweisbar macht, dazu die Träume des Neptun von den Gegenden, wo die Drachen wohnen, an der Spitze eben jenes selben Hauses der großen Reisenden und Philosophen. Da sind sie also auch astrologisch, die fremden Weltbilder, die erobert werden wollen.
Bye bye Kloppo...
Nun wird es also ernst, am Samstag wird Jürgen Klopp vorerst zum letzten Mal als Trainer von Borussia Dortmund auf der Bank sitzen. Wie immer, wird er das nicht lange tun, sondern wie es sich für einen echten Luft-Menschen gehört (Sonne und Mond in Luftzeichen), wild gestikulierend und kommunizierend an der Seitenlinie auf und ab rennen. Er wird wie immer alles geben, und man kann nur hoffen, dass seine Mannschaft dasselbe tut. Denn zumindest ein Pokalsieg als Abschied sollte doch drin sein.
Dass der Gegner ausgerechnet Wolfsburg heißt, kann man schon wieder als Ironie des Schicksals werten. Denn als Klopp 2008 nach Dortmund kommt, wird am Ende der Saison dieser VfL Meister der Bundesliga. Und ein Blick auf die Auslösungen der beiden Trainer fürs Wochenende zeigt nun nicht wirklich, dass Jürgen Klopp als Siegertrainer vom Platz gehen wird. Aber eine Prognose fürs Pokalfinale wird das hier ohnehin nicht, eher nochmal eine Spurensuche nach den Auslösern, die jetzt letztendlich auch zum Abschied aus Dortmund geführt haben.
Als Klopp nach Dortmund kommt, geschieht dies unter einem ausgesprochenen „Glücksaspekt“ für jeden, der aktiv mit Fußball zu tun hat. Neptun steht im Trigon zu Klopps Zwillings-Sonne und das bis einschließlich Ende 2010. Hier hat Klopp die Weichen für alle Erfolge gelegt, die sich dann in den kommenden Jahren einstellten. Hier konnte er experimentieren, mit jungen Spielern, die er aufbaute und die zu festen Größen in seinem Konzept wurden. Mario Götze ist einer davon, Marco Reus ein anderer. Heute beide Stammspieler in der Nationalelf, Götze ging in die Geschichte als Siegtorschütze im WM-Finale in Brasilien ein (siehe auch Super-Mario: Junge mit Glücksfüssen).
ESC 2015: Null ist nicht gleich Nichts
Eine bedeutungsschwangere Überschrift ist ja oft schon die halbe Miete, wenn man eine gewisse Aufmerksamkeit erzeugen möchte, zumindest solange Jupiter noch durch den Löwen stolziert. Denn an Tagen wie diesem fallen die knalligen Headlines nicht wirklich vom Himmel, Merkur steht retrograd in den Zwillingen, wie beim deutschen Beitrag zum ESC gibt es also viel Rauch um Nichts, obwohl die Konjunktion mit Mars gleichzeitig Dauerzündstoff zu bieten scheint, um dieses Nichts mit wichtigen Nichtigkeiten aufzufüllen. Man könnte also auch astro-logisch untersuchen, warum es immer mehr Billigflüge in Deutschland gibt oder auf einem Golfplatz in Missouri ein riesiges Erdloch entstanden ist oder was die seltsame Überschrift bedeuten könnte „mein Schiff Vier nimmt Kurs auf ihre Taufe…“. Das spiegelt heute Mittag in etwa die Nachrichtenlage wieder.
Dann vielleicht doch lieber ein Blick zurück auf den Eurovision Song Contest, denn der war zumindest astrologisch gesehen wieder eine Quelle der Freude. Nicht weil Ann Sophie nur „Zero Points“ für Deutschland erarbeitet und damit nach 50 Jahren wieder einen neuen Minus-Rekord aufgestellt hat, sondern weil der Sieger sich wieder genau an das kosmische Drehbuch hielt, wie schon in den beiden Jahren zuvor (siehe auch ESC 2015: Friedhof der Nuscheltiere ).
Meta´s Gnose dreht sich insofern hier um die Möglichkeit von Prognosen bei solchen und anderen Veranstaltungen. Und in diesem Zusammenhang soll eines nicht unerwähnt bleiben: ganz so einfach und simpel, wie es immer wieder gerne dargestellt wird, kann man Glück und Erfolg nicht astrologisch dingfest machen.
ESC 2015: Friedhof der Nuscheltiere
Der Eurovision Song Contest war bei uns bisher immer eine feste Bank für einen astrologischen Live-Ticker. Denn live mitzuerleben und nachzuvollziehen, warum manche Sternchen zusammen mit ihrem Jupiter am ESC-Himmel aufgehen, während andere zusammen mit ihrem Saturn im weiten Meer des Vergessens versinken, war immer ein Erlebnis. Auch wenn man dabei quasi als Nebeneffekt die absonderlichsten Lieder und Darbietungen aus ganz Europa akustisch inhalieren musste.
Was bisweilen eine gewisse Audio-Phobie auslöste, denn manches war wirklich kaum zu ertragen. Letztes Jahr dann gab es ja den Aufreger um Frau Wurst mit anschließendem triumphalen Sieg der Bartträgerin über die homophoben Reaktionen aus einigen, ehemaligen Ostblockländern inklusive Russland, was den ESC schon fast wieder politisch und kulturell wertvoll machte (nachzulesen bei ESC 2014: Der Wiener takes it all).
Nur dieses Jahr ist alles anders bzw. genauso so nichtssagend wie vieles andere, dass uns in den letzten Wochen zugemutet wird. Alles eine Nummer zu groß, zu aufgesetzt, zu „sell-fish“ eben, um wirklich etwas zu bewegen, sei es draußen oder drinnen. Üblicher Hauptverdächtiger ist nach wie vor Jupiter im Löwen und ausgerechnet am Samstag wird der auch noch vom Mond geküsst. Da kann man sich eigentlich mit zwei Fingern ausmalen, wohin die Reise gehen wird und wer am Ende das ESC-Krönchen überreicht bekommt.
Monica Lierhaus: Wege einer Mutigen
Oder: Wie Mars-Pluto aufsteht.
Manchmal kommt die Liebe unter günstigeren Umständen zustande als die Bindung, dann wartet die Trennung vielleicht schon vor der Tür. Denn die Liebe ist ja ein Kind der Venus und die Verpflichtung darauf gehört zum Pluto. Eins zeigt sich unter Umständen also noch zwingender oder leidvoller als das andere. Als Monica Lierhaus, Zwillinge-Frau mit einem sehr genauen Mars-Pluto-Quadrat, damals öffentlich bei Jupiter-Sextil zur Sonne und Neptun Trigon Jupiter ihrem verblüfften Lebensgefährten Rolf Hellgardt einen Heiratsantrag macht, nimmt er an. Das wirkt wie ein leuchtender Hoffnungs-Punkt hinter einer sehr, sehr schlimmen Zeit. Der Sieg des Lebens über alle Tode, die einem bei vollem Bewusstsein so passieren können, finden manche. Andere meinen, dass Lierhaus, die Versehrte, schon als Fernseh-Ereignis vorgeführt wird, als sie die Dinge nach einem langen Pluto-Venus-Transit noch gar nicht selbst wieder einschätzen kann. Vermarktung warf man ihrem Lebensgefährten Rolf Hellgardt sogar vor. Verständlicherweise unterstützte sie darüber hinaus nach der Tragödie der Hirn-OP vielleicht auch ein Umfeld, das Lierhaus - im Überschwang der Begeisterung über ihre Fortschritte - in im Projekt Heiratsantrag, sprich, Autonomie, bestärkt haben mag. Was dann zu jenem halb magischen, halb peinlichen Moment führte, der sich zu leicht als fremde Inszenierung deuten ließ.
Womit man aber erneut Monica Lierhaus' Mars-Pluto unterschätzt, diesen absoluten Eigensinn, der sie vielleicht über die unendlich schmerzvolle Phase der Entselbstung nach der OP hinwegrettete. Insofern war es vielleicht Respekt für ihre Rückkehr zur Selbst-Bestimmung, ihr die romantische Absicht nicht vorher auszureden. Auch wenn mancher prominente Zuschauer seinerzeit wirkte, als bezeuge er einen schlimmen Autounfall. Reaktionen, beschämender als alles andere. Damals war es der Saturn, der direkt über die Venus-Saturn-Konjunktion von Partner Rolf Hellgardt ging und ein öffentliches Ja forderte. Heute, nach 18 Jahren zusammen, trennt sich das Paar beim Transit von Uranus über dieselbe Konstellation in seinem Horoskop. Die gequälten Gesichter bei der Feierlichkeit damals bewiesen, dass der TV-Betrieb tatsächlich Pappfiguren in einem Talmi-Land erschafft. Man konnte es nicht fassen, dass Lierhaus, einst Vorzeige-Figur und nun "Opfer", tatsächlich in all ihren Defiziten die Bühne betrat, ohne Flucht-Möglichkeit für die chronischen Wegschauer der Glanz-Szene. Darin lag, gewollt oder nicht, auch eine Revolte. Die passierte bei Wassermann-Sonne-Mars mundan genau, einer Konjunktion des Angriffs und der Verletzung, der auf Rolf Hellgardts Mars und die Combin-Sonne des Paars im Stier zuläuft.
Ich habe heute leider nur Chaos für dich
Gut, dass Germany's Next Topmodel kein Flugzeug ist. Die fliegen nämlich auch ziemlich riskant bei Mars in schwierigem Aspekt zu Saturn. Eigentlich sollte ja gestern, unter dieser Opposition, Finale sein, aber dann hatte die Mutter aller Zwillinge, Heidi Klum, eine Auslösung ihres Saturn-Transits zum (vermutlich richtigen) mutmaßlichen Aszendenten auf dem letzten Löwe-Grad. Und deshalb plötzlich nicht mal "ein Foto für dich", sondern ab 21.11 h nur Chaos. Wenig später wurde die ProSieben-Sendung sogar abgebrochen (bei 10 Staffeln zum ersten Mal) und, als der AC in Mannheim über Saturn lief, die Halle geräumt.
Da war die Jury angeblich längst "an einem geheimen Ort" in Sicherheit gebracht. Heidi "schreiend", wie die Yellowpress zu wissen glaubt. Was durchaus stimmen kann. Kreti und Pleti aber harrte da noch ungeschützt in der SAP-Arena der Dinge, die dann - dem Himmel sei Dank - gar nicht kamen. Grund zu seelischem Druck hatte Klum auch ohne das alles, wenn man ihre vielen anstehenden Transite und Direktionen genau betrachtet: Da löst sich manchmal auch ein perfektes Selfmade-Dasein langsam in seine Bestandteile auf, um einer realistischeren Variante des Mensch-Seins Gewicht zu verschaffen. Vielleicht buchstäblich. Im Sonnenbogen befindet sich Klums leicht gedeckte, äußerst konkurrente Sonne-Neptun-Opposition nun gerade bei 20 und 15° Steinbock-Krebs, weshalb einerseits Uranus (auch im sehr harten Aspekt zum verletzbaren Geburts-Uranus mit Opposition Chiron) und andererseits Pluto die nun doppelte Verwirrungs-Anlage (Neptun-Transite!) stark aktivieren.
Außerdem hat die GNTM-Premiere zur Zeit genau diese beiden im langen, problematischen Überlauf über die überschlanke Steinbock-Venus der Sendung - und Neptun ebenfalls direkt am Uranus, dem Herrn des alltäglichen Vollstrecker-Hauses 8. Was hier dann bei zuviel Anpassung an Gewohnheiten und Rituale eben auch mal eine regelrechte Bombe zünden kann. Wenn man selbst keine nötigen Schnitte macht. Das Bild passt zum Leben. Letztlich spiegelt der kleine Skandal (für die Fans, denn passiert ist nichts wirklich) nur die allgemein unglückliche Stimmung nach einem Jahrzehnt der umstrittenen Sendung. Zuletzt hatten Heidis Mädels, Konzepte, Welt- und Körper-Bilder immer mehr in der Kritik gestanden, zumal sie selbst inzwischen regelrecht verhungert aussah.
Wer erfindet eigentlich einen Vatertag?
Zu den größten und letzten Rätseln der Welt-Geschichte gehört wohl der Vatertag (105 Jahre alt), eine Feierei der männlichen Seite des Daseins und mit einem 0° Löwe-Mars ausgestattet. Wer ihn braucht, das ist natürlich eine schwere Frage - aber mit unkomplizierter Antwort: Die Sonne, der Mars und alle benachteiligten Männer werden durch ihn geehrt. Denn es war ja schon immer so: In einer Welt, die den Herrn der Schöpfung massiv unterjocht, darf es aus Gründen kosmischer Gleichstellung besser keinen isolierten Muttertag geben.
Zuviel Ehre für den Mond, der sich doch bescheiden und sittsam zurückhalten sollte. Fand damals, 1909, eine (natürlich!) rebellische Frau namens Sonora Louise Smart Dodd (Sonne-Venus genau auf der Grenze Wassermann-Fische). Da bricht man auch mal mit Traditionen. Oder vernebelt sie. Unter einem heftigen Transit von Pluto-Sonne erkannte sie jedenfalls nach dem Tod der Mutter, dass ihr allein erziehender Papa nicht genug gewürdigt wurde. Und dass überhaupt Muttertage völlig überbewertet sind (Sonora hatte auch einen Mond-Uranus, der sich vom Weiblichen im Affekt doch mal flugs abwendet).
Als Umsetzerin mit 5 Stier-Faktoren missionierte sie im kleinen Städtchen Spokane nah Washington sodann verbissen, bis man rund um den Geburtstag ihres Dads jeweils am dritten Juni-Sonntag einen Ehrentag für örtliche Erzeuger einrichtete, den ersten schon 1910. Die präsidentische Steinbock-Sonne von Richard Nixon fand das viel später dann gar nicht so falsch (auch er fühlte sich immer schnell übersehen - mit Mars-Merkur-Jupiter-Konjunktion, schwer angeschlagen von seinem fiesen Pluto gegenüber). Also wurde der schöne neue Brauch offiziell verordnet. In den meisten europäischen Ländern feiern die Väter auch im Juni, Anfang bis Mitte, in Deutschland verlegte man den Spaß jedoch auf Himmelfahrt (oder schweizerisch, auf "Auffahrt" = Sohn geht zum Vater). So oder so sind die Konstellationen des allerersten Vatertags (den man auch Herren- oder Männertag nennt, vor allem im Osten) famos passend, weil geradezu zwingend nachvollziehbar.