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Erdogan: Willkommen in Absurdistan

Eigentlich ist es ja ein echter Schenkelklopfer, die politische Tramödie rund um den Bosporus: Hauptdarsteller Erdogan verliert sich mehr und mehr in den Wirrungen und Irrungen seiner eigenen, präsidialen Drehbücher, ganz so wie man sich manchen Fisch im Moment vorstellt. Der einerseits völlig in die Zeitgeist-Spannung eingebunden ist, die sich astrologisch über die Aspekte zwischen Saturn, Jupiter und Neptun zeigt. Und der andererseits höchstwahrscheinlich tatsächlich einen Steinbock-Aszendent hat und damit gerade den Überlauf von Pluto.

Da passt wieder alles zusammen, denn auch die EU hat gerade Pluto und das nicht zu knapp, und unserer Bundeskanzlerin steht die Opposition des Herrn der Unterwelt zu ihrer Sonne-Uranus Konjunktion ja auch noch bevor. Das Quadrat von Uranus dazu wird ja schon jetzt exakt, insofern haben sich hier wirklich alle im höchsten kosmischen Sinne gesucht und gefunden. Nur muss man mittlerweile ja die bange Frage stellen: wozu eigentlich?

Um sich und der Welt zu beweisen, dass man keinesfalls in der Lage ist, mit solchen Auslösungen sprich persönlichen Herausforderungen entsprechend umzugehen? Denn eines kann man nicht oft genug betonen – Politiker sind auch nur Menschen. Egal ob sie vorübergehend mal als Präsident oder Bundeskanzlerin wahr genommen werden. Das ist wie alles andere auch eine vorübergängliche Erscheinung, nur kann man mittels der Macht, die einem solch ein Amt verleiht, natürlich viel bewirken. Im Guten wie im Schlechten.

Aber als Mensch ist man nun mal eingebunden in das komische Zeitgeschehen, das ändert sich auch nicht durch übermäßiges Reich-Sein oder bedeutende Ämter. Pluto über Aszendent oder in Opposition zur Sonne wäre so oder so eine Herausforderung. Wenn nicht auf der politischen Bühne ausgelebt, dann vielleicht am Zaun zu Nachbars Garten, mit dem man sich einen jahrelangen Rechtsstreit liefert, weil die Hecke zu hoch, das Gras zu grün oder die Vögel zu laut waren.

Die Gründe sind immer austauschbar – das Erleben eher nicht. Es gibt einen gewissen Handlungsspielraum, aber man kann aus einem Pluto-Transit eben kein Venus-Trigon machen. Zumindest nicht was Themen und Inhalte angeht. Leider wissen das die wenigsten Menschen und ganz offensichtlich auch Herr Erdogan nicht. Denn ansonsten würde er wohl gerne darauf verzichten, so ein anschauliches Beispiel abzugeben, wie man diverse Transite bitte nicht, auf gar keinen Fall, ausleben sollte.

Warum?

Weil man durch bestimmte Verhaltensweisen, immer genau das verstärken wird, was man eigentlich so fürchtet und weshalb man sich aufführt, als wäre man nicht das Staatsoberhaupt eines NATO-Landes, das demnächst in die Europäische Union aufgenommen werden möchte, sondern so, als wäre man der König von Absurdistan. Dessen einzige Pflicht, ganz im uranischen Sinne, nur darin besteht, möglichst viel Chaos in möglichst kurzer Zeit zu stiften.

Natürlich kann man das auch durchaus menschlich betrachten. Recip, die arme Fische-Sonne, hatte nun in den letzten Jahren wahrlich kein leichtes Innenleben. Neptun-Übergänge alleine über das persönliche Zentrum sind ja schon höchst verunsichernd. Oder wie wir anderswo geschrieben haben:

Weise Menschen und Lebenskünstler nutzen solche Phasen als Chance, ziehen sich freiwillig in einsame Gegenden zurück, um den letztendlichen Geheimnissen des Seins auf die Spur zu kommen. Denn was immer einem dort dann auch begegnen oder erscheinen mag, man kann sich zumindest sicher sein, dass die Quelle all dessen in einem selbst liegt. Ist ja sonst niemand da, den man verantwortlich machen könnte.

Steht man aber mitten im öffentlichen Leben, dann wird es mit einer angemessenen Differenzierung schwer.  Da vermischt sich alles mit jedem, und am Ende steht man nicht mehr auf festem Boden, sondern kann allenfalls noch versuchen übers Wasser zu laufen. Manch einer war damit ja erfolgreich (vermutlich ebenfalls unter starken Neptun-Auslösungen), Normalsterbliche, die als Religionsgründer eher ungeeignet sind, gehen zumeist einfach unter. Vorher wird noch kräftig mit Armen und Beinen gerudert, was das Ganze aber nur beschleunigt und Panik samt Paranoia vergrößert.

aus Türkei: Twitterfrei dank Neptun

Wir „Normalsterbliche“ also, sollten möglichst nicht versuchen, unter solchen Auslösungen, zum Religionsgründer zu werden oder ein neues Weltreich errichten zu wollen. Aber wenn zu solchen neptunischen Visionen eben auch noch uranisch-plutonische Spannungen hinzu kommen, wird genau das, davon nämlich abzulassen, äußerst schwierig.

Und dann wäre da noch Mr. Erdogan, Großmeister des Verdrängens, dessen Fische-Anteile an ihm sehr deutlich sichtbar werden - durch die Konfusion, die sie in Feld 2 handfest produzieren. Er verdrängte zum Beispiel den Armenier-Genozid, wobei er momentan wie eine Zeitbombe ebenfalls auf Transiten sitzt. Aber er ist auch ohne solche Überläufe prädestiniert für Fehlentscheidungen und kleinere Scharmützel. Nur jetzt mit Uranus im Quadrat zum AC-DC (plus Anhängsel Radix-Uranus) umso verwirrter, samt Schütze-Mars-Mond, der unangenehm drückend auf dem Mars Russlands sitzt und im Brennpunkt Neptuns steht. Ebenfalls also ein massiver Austreiber. Solche Leute holen alles Unbewusste vor, was frei im Raum flottiert. Auch sein Sonne-Venus-Merkur Konjunktion wird ja gerade von Neptun ins Chaos geworfen. Mit der typischen Anforderung, die an betroffene Fische-Stellungen ergeht:

Ergebt euch und werft das Ego ab, oder geht eben eine Weile im Schlamm und Morast eurer eigenen Hilfs-Konstruktionen unter. Bedeutet: Wer jetzt keine Wahrhaftigkeit kennt, wird unter Umständen lange, lange für jede kleine Mogelei büßen.

aus Schlamassel nicht ausgeschlossen

Nur soweit sind wir leider noch nicht, deswegen Vorsicht, Achtung und Obacht. Vielleicht muss man es nochmal ganz klar und deutlich sagen:

Wenn sich bei einem Menschen, der gleichzeitig Saturn, Uranus, Pluto und Neptun-Transite hat (und die meisten davon auch noch als Spannungsaspekt auftreten) mehr und mehr eine gewisse Art von Größenwahn gepaart mit emotionalen Überschlägen zeigt. Und  sich der Betreffende dann nur noch von Feinden umgeben sieht, die ihn unmittelbar in seinem Kontrollanspruch bedrohen – dann ist äußerste Zurückhaltung geboten. Im normalen Leben würde man so jemanden vorsichtig mit einem Therapeuten in Kontakt bringen, selbst auf die Gefahr hin, dass dieser eine unmittelbare Einweisung in eine entsprechende Einrichtung verfügen könnte. Hauptsache der mögliche Schaden bleibt begrenzt.

Aber was macht man mit einem Präsidenten, der gerade dabei ist alle demokratischen Mittel zu verbieten, die ihn an der Auslebung seiner fehlgeleiteten Wahrnehmung hindern könnten? Der Bluttests von Abgeordneten anderer Länder fordert, um damit zu beweisen, dass sie nur Handlanger von Terroristen sind? Der am liebsten das Internet, die Presse und alle Abgeordneten anderer Parteien abschaffen möchte?

Und dessen Anhänger mittlerweile schon in seinen Fußstapfen wandeln und selbst beginnen, Andersdenkende zu diffamieren oder gar zu bedrohen? Gesetzt den Fall die europäischen Staatschefs wüssten aus zuverlässiger Quelle, dass der Begriff des „kranken Mannes vom Bosporus“ in diesem Fall tatsächlich keine symbolische Metapher mehr ist, sondern das hier jemand womöglich wirklich so stark unter dem Einfluss bestimmter „Zeitgeister“ leidet, dass normale Reaktionen von ihm nicht mehr zu erwarten sind.

Wie würde man dann mit der Situation umgehen? Vielleicht ein wenig intelligenter? Was wäre denn zum Beispiel passiert, wenn der deutsche Bundestag eine Armenien-Resolution verabschiedet hätte, die erst mal nur den deutschen Anteil als eindeutige Schuld an einem Völkermord gebrandmarkt hätte? Denn immerhin war Deutschland damals Unterstützer und einer der Hauptverbündeten des osmanischen Reichs, die Massaker an den Armeniern waren bekannt und wurden weitgehend geduldet und „totgeschwiegen“.

Wie hätte denn Herr Erdogan das als Angriff gegen ihn und die heutige Türkei deuten können? Indirekt natürlich, aber offiziell wären ihm alle Möglichkeiten genommen worden, offensiv dagegen vorzugehen. Und wenn Deutschland sich zu einer Mitschuld an einem Völkermord bekennt, wird der ausführende Staat, der die meisten Tötungen zu verantworten hat, wohl schlecht von sich behaupten können, es wäre alles gar nicht so schlimm gewesen.

Denkt sich jetzt der politische Laie unter den gegebenen astrologischen Voraussetzungen. Gibt es nicht doch auch die Möglichkeit, Politik wieder jenseits von Montagsspaziergängen und populistischen Überschriften zu betreiben? Wäre es nicht möglich, jenseits von den Trumps und Erdogans dieser Welt, wieder mehr auf die Kunst der Diplomatie zu setzen, auch wenn das in der Regel längere Wartezeiten auf entsprechende Ergebnisse bedeutet?

War es nicht genau das, was letztendlich dazu geführt hat, das es nach dem 2. Weltkrieg bis heute keinen dritten mehr gab? Und wäre es nicht gut, dieses Erfolgsmodell weiter zu führen, statt sich von durchgeknallten Despoten und ewig Gestrigen, dazu verleiten zu lassen, ebenfalls andauernd mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen, so wie das alle Populisten eben tun?

Zumindest könnte man sich darüber ja mal als verantwortlicher Politiker Gedanken machen.

Titelbild: By Ekim Caglar (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or FAL], via Wikimedia Commons; Twitterbild By World Economic Forum Copyright World Economic Forum (www.weforum.org) Photo by Serkan Eldeleklioğlu-Bora Ömeroğulları-Ozan Atasoy Edited by DsMurattalk [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons;

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Sonntag, 17. Januar 2021

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