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Die Akte Wulff - Ende eines Dramas?

Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge. Sagt ein amerikanisches Sprichwort. Der Fall des Christian Wulff ist begleitet von vielen Halbwahrheiten. Er selbst hat vieles im Unklaren gelassen, diejenigen, die aktiv auf seinen Sturz hingearbeitet haben, aber ebenso. Hat sich die Zwillings-Sonne in Haus zwölf immer im richtigen Licht dargestellt? Immer „das Richtige“ getan?

Das ist eine Frage des Standpunkts, richtig oder falsch sind eben keine allgemein gültigen und klar definierten Werte, sie sind immer abhängig von moralischen Standpunkten und ethischen Urteilen. Und fallen von daher unter die Regentschaft der Jungfrau. Recht ist etwas anderes als richtig, hier spricht Saturn, orientiert sich an Fakten, an Vorgaben, die eindeutig sind (oder es zumindest sein sollten).

Hat Wulff also richtig gehandelt, wenn er sich von Freunden in den Urlaub einladen ließ, zinsgünstige Kredite annahm? In seiner Funktion als Minister- und Bundespräsident sicher nicht. Hat er gegen geltendes Recht verstoßen, Gesetze übertreten und muss daher bestraft werden? Nach dem heutigen Urteilsspruch – Nein. Wird sich das öffentliche Bild von Christian Wulff deshalb jetzt ändern, wird er als Opfer, als Unschuldslamm und nicht mehr als Wulff im Schafspelz wahrgenommen werden? Nein.

Hat Wulff Fehler gemacht und damit seinen Abstieg zumindest maßgeblich selbst herbei geführt? Definitiv ja. Und welches war der folgenschwerste? Genau dieses – die Verwechslung von richtig und Recht. Die Annahme, dass durch das Amt des Bundespräsidenten („Der Staat bin ich“), das Recht auf seiner Seite wäre, dass Kritik an seiner Person, auch Kritik am Amt sei und von daher unterbunden werden müsse.

Ausgedrückt in einem Telefonat mit dem Anrufbeantworter von Bild-Chef Kai Diekmann am 12. Dezember 2011 um 18:19 h (Link zur Abschrift). Astrologisch gesehen sind solche Ereignisse ja Glücksfälle, wenn bestimmte Augenblicke nachprüfbare Zeitspuren hinterlassen. Für Wulff war es aber der Anfang vom Ende, alles was bis dahin passierte, hätte man vielleicht noch geschickt umlenken können oder einfach aussitzen. Besser noch – man hätte die, nach dem heutigen Urteil, nicht rechts-relevanten Vorkommnisse offen legen können, mit der Bereitschaft dies auch juristisch überprüfen zu lassen. Statt an den falschen Stellen darauf zu beharren, einer „von uns“ zu sein, hätte Wulff um Verständnis werben können, dass auch ein Ministerpräsident mit Unterhaltsverpflichtungen und anderem, finanziell so knapp werden kann, dass selbst eine normale Bank keinen Kredit für einen Hauskauf bereit stellt. Sondern nur gute Freunde, die einem vertrauen.

Aber mit einer Venus-Mars-Uranus Konjunktion, im Löwen in Haus 2, hat man einen anderen Anspruch und vermutlich auch ein anderes Selbstbild, was innere und äußere Werte angeht. Vielleicht ein wenig in die Richtung – das geht niemanden etwas an. Und vielleicht erlebt man sich als sonnenhaftes Individuum auch in einer großen Abhängigkeit vom Anschein des eigenen Besitzes, vielleicht ist der eigene Selbstwert mit Löwe-Planeten in Haus zwei extrem an Dinge gebunden, die das eigene Sein in ein entsprechendes, strahlendes Licht setzen. Dann bekleidet man vielleicht auch nicht ein Amt, sondern besitzt es. Vielleicht glaubt man auch, dass das Prinzip des plötzlichen sozialen Aufstiegs auch weiterhin Gültigkeit hat, dass Uranus aus heiterem Himmel günstige Umstände schafft, die alles „gut“ werden lassen.

Ohne zu wissen, dass ausgerechnet dieser Uranus gerade alles außer Kraft setzt, was bisher gültig war und maßstäblich im eigenen Leben. Weil er ins Quadrat zum eigenen Radix-Saturn wandert (bezogen auf 2012).

Dann denkt man womöglich auch, dass so ein freundlich gemeinter, menschelnder Anruf beim zuständigen Bild-Redakteur doch nur als absolut großzügige Geste wahrgenommen werden kann, der erste Mann im Staate bietet an, doch vorab über den Krieg zu sprechen, den man in Zukunft zu führen gedenkt.

Aber wie kommt es dann dazu, dass man das tatsächlich auch tut? Auch hier muss man sich wieder bei allen Akteuren als Astrologe ausdrücklich bedanken, denn auf der Suche nach entsprechenden Auslösungen  ist man häufig geneigt, nur das zu gewichten, was, astrologisch gesehen, „groß und wichtig“ ist. Alltägliche Transite wie Mond- oder Merkur-Übergänge haben eher den Ruf, nur kurzlebige Wirkungen zu hinterlassen. Was im Großen und Ganzen auch nicht völlig falsch ist, aber es gibt Ausnahmen.

Berüchtigt sind in diesem Zusammenhang die energetischen „Double-Whammys“, die Potenzierung von zwei Kräften, die sich innerhalb des Zeit-Raum Gefüges doppelt und spiegelverkehrt aneinander binden. Und dadurch jeden Rahmen üblicher Hierachien sprengen. Am 12. Dezember um 18: 19 h ist so ein Moment im Leben des Christian Wulff gekommen. Die Synastrie zwischem dem Anruf und dem Radix zeigt eine doppelte Mond-Merkur Konjunktion. Beide exakt, innerhalb von wenigen Bogensekunden. Das sieht auf den ersten Blick eben aus, als müsste es keine Bedeutung bekommen. Aber Bedeutung bekommen astrologisch ja immer die Verbindungen, die äußerst selten sind. Ein Übergang von Pluto auf Radix-Sonne findet definitiv nur innerhalb einer einzigen, begrenzten Lebensphase statt. Deswegen sind die zeitgleich entstehenden inneren und äußeren Umstände auch meist sehr schwer „zu handhaben“. Es gibt einfach keine Vergleichswerte, keine Erfahrungen, an denen man sich orientieren könnte.

Je öfter eine Auslösung mitsamt den synchronen Erscheinungsformen erlebt wird, desto größer ist die Chance, sich nach und nach damit zu arrangieren, und durch entsprechende Lernprozesse die entsprechenden Themenbereiche auch zu transzendieren.

Das gilt aber eben nicht nur für einzelne Auslösungen, auch die gleichzeitigen Aspekte von unterschiedlichen Planeten sind ebenso an dieses Schema gebunden. Wer es nun gern genau wissen möchte, überprüft jetzt einmal, wie oft im Leben des Christian Wulff diese gleichzeitige, bogenminuten genaue Konjunktion von Mond-Merkur und umgekehrt schon vorgekommen ist? Wenn man großzügig ist, was die Orben angeht, geschah das bis dahin gerade achtmal. Nur ist am 12. Dezember 2011 Merkur zu allem Überfluss auch noch rückläufig fast stationär (knapp einen Tag später exakt), er kriecht also im Schneckentempo über Wulffs Mond, wird defacto zu einem Langsamläufer, der selbst Pluto diesbezüglich den Rang abläuft. Und mit Merkur am Aszendent stellt diese Form des Ausdrucks, das „sich-mitteilen“, im Dienste der eigenen Sicht und der eigenen Person („ich denke also bin ich“), etwas sehr Wesentliches im Selbstverständnis von Wulff dar. Selbst enge Vertraute sagten ihm nach, dass er sich im Besitz eines Hoheits-Wissens wähnte, und so liest sich auch der Mitschnitt dieses Telefonats. Der Bundespräsident erklärt einem Journalisten die Welt, zeigt schon mal auf, was da alles drohen könnte, wenn man jetzt nicht „vernünftig“ handelt. Das Wort Krieg wird mehrere Male benutzt, die eigene Machtposition in den Vordergrund gerückt. Und vermutlich ist das eben so mit einem Merkur im Krebs am Aszendent – man empfindet(!) den munteren Fluss der eigenen Gedanken als etwas Rationales und Vernünftiges. Man ist nicht in der Lage zwischen Emotion und Denken zu unterscheiden, bezieht sich aber immer auf das Merkurische und übersieht, wie sehr er das eigene Gefühl transportiert.

Das zieht sich wie ein roter Faden durch alle öffentlichen Statements, die Wulff auch später zum Besten gab. Immer der Versuch, nüchtern und rational zu wirken, kühl und sachlich Argumente vorzutragen, denen sich doch niemand ernsthaft verschließen könne. Aber die emotionale Botschaft, die sich bei solch einer Merkur-Stellung immer vermittelt, wurde zwar vom Rest der Welt deutlich wahrgenommen, nicht aber von ihm. Das mag das eigentliche Dilemma des Christian Wulff sein – nicht zu verstehen, dass dieser Merkur, sein Sonnen-Herrscher, immer transportiert hat, was ihn prägt. Die Unsicherheit bezogen auf die eigene Lebens-Mitte mit einer Zwölf-Feld-Sonne, vermutlich ausgelöst durch die frühe Trennung der Eltern, als er zwei Jahre alt war. Als das väterliche Leitbild aus dem eigenen Blickfeld verschwunden ist (Auslösung der Sonne in der Felderwanderung) und die Suche nach der eigenen Identität, immer von neptunischen Nebelschwaden begleitet war. Später dann kamen die väterlichen Freunde, die Ratgeber, die ihn zu einer Kunstfigur machten, zu der auch er selbst keinen emotionalen Bezug mehr herstellen konnte.

Insofern war jeder Versuch in der Öffentlichkeit „zu menscheln“ von Vornherein zum Scheitern verurteilt. Denn das gesamte Radix zeigt keinerlei Anlagen, die sich unbedingt über ein Leben in breitester Öffentlichkeit ausdrücken müssten, im Gegenteil. Lediglich die Sonne in zwölf bedient den vierten Quadranten, aber hier  wäre man besser beraten, wenn man im Hintergrund die „Fäden der Macht“ ziehen würde, statt die eigene Person in den öffentlichen Fokus der Welt zu stellen.

Wulff war nie für einen solchen Posten geeignet, er wurde von anderen dazu „gemacht“, hat dies gerne geschehen lassen und am Ende vergessen, wie abhängig man dann wird. Von der Gunst derer, die das öffentliche Bild von Menschen prägen, von den Meinungsmachern, die durch einen kleinen Perspektiven-Wechsel, durch das Hervorheben einzelner Worte, entsprechende Stimmungen erzeugen können, wenn sie dies denn richtig finden.

Sich gegen die zu wenden, die ihn groß gemacht haben, war der Versuch, endlich flügge zu werden. Sich abzunabeln, stark zu sein, statt nur Stärke zu demonstrieren. Und hier zeigt sich dann, dass das Universum seine Anforderungen durchaus ernsthaft voran treibt. Zwar hat Wulff dabei scheinbar alles verloren, das Amt, die Beziehung, Macht und Einfluss. Aber am Ende dieses Prozesses der Selbstfindung hat er tatsächlich zu einer Stärke in eigener Sache gefunden, die man vorher immer vermisst hat.

Und im Laufe der Jahre wird vielleicht auch in der öffentlichen Meinung deutlicher zum Ausdruck kommen, dass Wulff kein Diktator war, kein bösartiger Machtmensch, der über Leichen ging, sondern eher, wie es sri in einem der ersten Loop-Artikel so wunderbar ausgedrückt hat – ein heiliger Narr (Der heilige Narr). Für einen Politiker, der in einer Scheinwelt lebt, mag das wie eine Beleidigung klingen. Für eine 12-Feld-Sonne, die mehr und mehr versteht, was Sein unter neptunischen Voraussetzungen bedeutet, ist es ein Ehrentitel.

Denn nur die Narren, die die Anbindung an den wirklich heiligen Boden der Existenz, jenseits von Schein-Moral und Schein-Wahrheiten, nie verloren haben, können auf diesem Boden auch tanzen. Zu jeder Musik, die das große Orchester der kosmischen Klänge, gerade aufführt. Christian Wulff hat das versucht, in einer Art, die uns allen zumindest gezeigt hat, wie es nicht geht. Ich wünsche ihm von Herzen, dass er sich davon nicht entmutigen lässt.

Menschen machen Fehler, das ist unvermeidbar. Aber Menschen können auch verzeihen. Nur – wer sich selbst nicht verzeihen kann, ein Mensch zu sein und Fehler zu machen, der wird auch lange warten müssen, bis er vielleicht versteht, was sich dereinst als neptunische Weisheit in einem Hollywood-Film manifestiert hat:

Am Ende wird alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht zu Ende… 

* * * * *


Die Akte Wulff bei Loop! (fast chronologisch):

1. Der heilige Narr / 2. Wulffs Worte / 3 Zeitgeist + Opfer / 4. Wulff ohne Ende: Die Iden des März / 5. Kandidat Gauck: BRD von Herzen / 6. Menschen-Macher / 7. Die Krise: Zwei wie Pech und Schwefel / 8. Es gibt ein wahres Leben im falschen / 9. Wulff-Durchsuchung: Bitte eintreten! / 10. Oha! Der Mann mit der Wulff-Maske / 11. Frau Wulff und die Grenzfragen / 12. Die Wulffs: Jetzt ist es also aus / 13. Die verlorene Ehre des Christian W.

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