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Zukunft (2) - mittendrin im Hier und Jetzt

Zukunft2TitelIm ersten Teil dieser kleinen Reihe über Zukunft und astro-logische Prognosen ging es um die Klärung, ob das astro-logische Modell überhaupt geeignet ist, die Nebelschleier, die scheinbar zwischen Gegenwart und Zukunft liegen, etwas zu lüften (Zukunft: Sind Prognosen astro-logisch?). Die Antwort war eindeutig ja, was aber bleibt ist die Frage nach dem „Wie“? Wie kommt man mit Hilfe dieses Models zu Einsichten, Erkenntnissen und dementsprechenden Aussagen über die Zukunft?

Auch hier hängt vieles davon ab, wie man das Phänomen der Zeit generell betrachtet. Ist das was uns die Zukunft bringt in allen Teilen festgelegt, ist unser Leben also vollkommen determiniert? Oder sind wir die absoluten Herrscher über unser Schicksal, hängt alles einzig und alleine davon ab, was wir tun? Das wären die beiden einfachen Ansätze, ersteres taugt wunderbar für alle Esologen und Astroshow-Entertainer, letzteres für alle Skeptiker und Rationalisten. Aber ist die Zeit wirklich nur eine zweidimensionale Linie im Raum, auf der sich alle Koordinaten deutlich abgebildet finden? Oder ist das Ganze womöglich wesentlich komplexer, hat „die Zeit“ weitaus mehr Dimensionen (siehe auch Astro-Logics V: Woher kommt die Zeit )?

In der Mathematik wird mit der Dimension ein Konzept bezeichnet, das im Wesentlichen die Anzahl der Freiheitsgrade einer Bewegung/Position in einem bestimmten Raum bezeichnet. Der Begriff der Dimension tritt in einer Vielzahl von Zusammenhängen auf. Kein einzelnes mathematisches Konzept vermag es, die Dimension für alle Situationen zufriedenstellend zu definieren, darum existieren für verschiedene Räume auch unterschiedliche Dimensionsbegriffe.

Aus Wikipedia (Dimension)

Ich möchte mir hier nicht anmaßen, in einem kleinen Artikel umfassende Antworten auf Fragen zu geben, die die Menschheit seit Urzeiten beschäftigen. Vielleicht ist die Zeit ja wirklich nur eine Art physikalische Größe, die relativ unabhängig vom Beobachter innerhalb bestimmter Gesetzmäßigkeiten „funktioniert“, vielleicht ist sie aber auch nur eine Illusion, die wir ausschließlich selbst erschaffen.

Zukunft2ClockIn jedem Fall aber erleben wir immer nur das „Jetzt“, diesen Augenblick, den wir als Gegenwart bezeichnen. Insofern könnte man also durchaus behaupten, dass alle Zeit „gleichzeitig“ existiert, selbst wenn wir dies anders wahrnehmen. Denn egal ob wir über die Vergangenheit, die Zukunft oder die Gegenwart sprechen, all das hat sich, wird sich oder spielt sich immer nur in diesem Jetzt ab, nur hier ist es für uns erleb- und wahrnehmbar. Egal ob wir wachen oder träumen, uns in Erinnerungen verlieren oder über die Zukunft spekulieren, all das wird immer nur jetzt stattfinden.  Wenn wir über die Zukunft sprechen, dann sprechen wir also nicht über etwas komplett Neues und Fremdes, sondern im Prinzip nur über eine Art „zeitlicher“ Verlagerung dieses Jetzt.

In diesem Augenblick jetzt gibt es immer auch verschiedene Optionen und Wahlmöglichkeiten, auf die wir unmittelbaren Zugriff haben. Aber genauso gibt es viele Bedingungen, die wir nicht unmittelbar beeinflussen oder ändern können. Wenn also die Zukunft nur eine andere Form des „Jetzt“ ist, dann kann man davon ausgehen, dass sich dieses Prinzip auch „dort“ wieder finden wird. Wie diese zukünftigen Augenblicke dann gestaltet sein werden, hängt in großen Teilen von unseren Entscheidungen und unserem Verhalten ab, andere Bereiche können wir nur nehmen wie sie sind und sie in unsere Entscheidungen mit einbeziehen.

Ein Beispiel.

Sollte mir heute jemand begegnen, mit dem ich in eine Konfliktsituation gerate, dann wird sich das oben genannte genau dort wieder spiegeln. Völlig unabhängig vom Verhalten meines Gegenübers werde ich die Möglichkeit haben, mein eigenes Verhalten entsprechend meiner Überzeugungen zu steuern. Jedenfalls dann, wenn ich gelernt habe, auch in Konfliktsituationen mit aufkommendem Ärger etc. umzugehen. Solange ich also „bei mir“ bleibe und mich auf meine Gestaltungsmöglichkeiten der Situation konzentriere, habe ich eine gewisse Handlungsfreiheit. Grundsätzlich kann ich aber das Verhalten meines Gegenübers nur bedingt beeinflussen, solange ich ihm dieselben Freiheiten zugestehe. Diese kann mein Gegenüber natürlich auch „nutzen“, um den Streit eskalieren zu lassen, weil er es vielleicht richtig findet, seinem Ärger freien Lauf zu lassen oder er davon überzeigt ist, dass ich für diesen Ärger verantwortlich bin. Was dann wiederum meine konkreten Handlungsspielräume zumindest verändern wird, in manchen Fällen aber auch einschränken kann. Umgekehrt gilt aber genau dasselbe, auch mein Verhalten wird den „Spielraum“ des anderen mitbestimmen und mitgestalten.

Mehr noch – natürlich wird alles was innerhalb dieser Phase geschehen oder nicht geschehen ist, auch die kommenden Augenblicke, die Zukunft, beeinflussen. Mittelbar und unmittelbar werden alle „Entscheidungen“, die mein „Kontrahent“ und ich getroffen und umgesetzt haben, wieder Ursache für ähnliche Hintergründe und atmosphärische Verdichtungen sein. Sollten wir also im Streit auseinander gegangen sein, werden wir spätestens bei unserem nächsten Treffen eine Zukunft vorfinden, die wir gemeinsam in weiten Teilen so gestaltet haben, wie sie uns dann erscheinen wird.

Zukunft2HandDas alles könnte man nun mit zwei Prinzipien erklären. Zum einen wird alles was ich tue zu einer Ursache, die sich dann auch für mich wieder als Wirkung zeigt, zum anderen bedingen sich in unserem Kosmos alle Ursachen und Wirkungen in einem äußerst komplexen Zusammenspiel gegenseitig, was man auch als das Prinzip des abhängigen Entstehens bezeichnet. Betrachtet man „die Zeit“ jetzt nicht mehr nur als eine lineare Abfolge, die sich lediglich als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zeigt, sondern mehr als eine Potentialität dieser Augenblicke, die aufgrund der genannten Komplexität ganz bestimmte, unterschiedliche Färbungen haben und somit auch spezifische Ausdrucks-Möglichkeiten, dann bekommt das Modell der Astrologie eine völlig andere Bedeutung in Bezug auf Prognosen, als dies üblicherweise wahrgenommen wird.

Denn genauso wie das astro-logische Geburtsbild die Potentialität eines Augenblicks beschreibt, der diejenigen, die in diesem Moment zum ersten Mal einatmen, besonders prägt, beschreibt sie auch die zukünftigen Augenblicke als nichts anders. Als eine Potentialität, innerhalb derer weiterhin die Gesetzmäßigkeiten des Jetzt gelten, die aber bestimmte Erscheinungsformen und Erlebensweisen begünstigt, während andere im Ausdruck eher benachteiligt sind.

Diese Potentialität hat aber wiederum mindestens zwei grundlegende Eigenschaften. Zum einen gibt es das, was wir generell „Zeitgeist“ nennen und was alle wahrnehmungs- und empfindungsfähige Wesen gleichzeitig beeinflusst und prägt. Und zum anderen wird genau daraus auch etwas hochindividuelles und spezifisches, weil das Zusammenspiel der eigenen Anlagen mit diesem Zeitgeist uns entweder in einer gewissen harmonischen Resonanz „mitschwingen“ lässt, oder aber bisweilen auch Frequenzen erzeugt, die wir als äußerst dissonant erleben und die wir unter allen Umständen ändern wollen.

Generell hängt dieses Erleben aber in den allermeisten Fällen davon ab, was wir selbst in dieses Jetzt, dass gestern noch die Zukunft war, eingebracht haben. Denn fast immer hat der aktuelle Zeitgeist zwei Gesichter, egal ob sich das über sogenannte harmonische Aspekte und Verbindungen zeigt, oder scheinbar disharmonische. Auch unter einer Ansammlung von Trigonen und Sextilen wird man in aller Regel nichts wirklich Freudvolles und nachhaltig Positives erleben, wenn man in den  Lebensphasen zuvor nur den eigenen, negativen Anlagen Ausdruck verliehen hat. Dann wird eben genau das genährt und trigonal vermehrt werden, und vermutlich zu noch mehr negativen Erfahrungen führen.

Alleine aus diesen Überlegungen ergibt sich schon ein klarer Schluss – unsere Zukunft kann niemals nur anhand einer globalen bzw. mundanen Atmosphäre beschrieben werden, denn diese universelle Potentialität des Augenblicks wird immer auch gleichzeitig unsere individuellen Möglichkeiten unterschiedlich begünstigen bzw. einschränken.

Zukunft2komplexMehr noch – es sind diese individuellen Erfahrungen jedes einzelnen Lebewesens und der Umgang damit, die in ihrer Gesamtheit bestimmen, wie unsere gemeinsame Zukunft bzw. das kommende Jetzt, gestaltet sein wird. Ob wir dabei die Zeit als etwas Reales betrachten, dass tatsächlich eigenständig existiert, oder ob wir Zeit nur als Ausdruck der Veränderungen unseres Bewusstseins betrachten, die wir, wie fast alles andere auch, ins „Aussen“ projiziert haben, spielt dabei eigentlich keine Rolle.

Zumindest was den astrologischen Kontext angeht, wäre es aber sinnvoll, die Ursachen für eine wie auch immer gestaltete Zukunft nicht ursächlich in den Bewegungen der Planeten zu sehen. Zwar wird man vermutlich auch hier irgendwann eine Verbindung aufzeigen können (zwischen den Strukturen der Zeit und diesen Bewegungen) und daraus dann womöglich ursächliche Gesetzmäßigkeiten ableiten, aber dies bestätigt im Prinzip ja nur das Gesetz des abhängigen Entstehens oder des „Chaosprinzips“, wie wir es im Westen nennen. Alles bedingt sich gegenseitig auf äußerst subtile und meist kaum nachvollziehbare Art und Weise, und aus einer bestimmten Perspektive kann man daraus auch schließen, dass etwas die alleinige Ursache von etwas anderem wäre. Letztendlich bleibt das aber nur eine Schlussfolgerung, die zudem, bezogen auf das astro-logische Model, völlig überflüssig ist.

Denn auch ohne solch eine Herleitung lässt sich leicht beweisen, dass sich mittels Astro-Logie sehr wohl die Entwicklungen bzw. die sich verändernden Potentiale der fortlaufenden Gegenwärtigkeit darstellen lassen. Wer zum Beispiel in den hier bei uns gesammelten Artikeln zu aktuellen Ereignissen nachliest, wird schnell feststellen, dass die Übereinstimmungen zwischen exakten Auslösungen (in den meisten Fällen also Transite…) und signifikanten Stellungen in den betroffenen Geburtshoroskopen, jenseits jeder Zufälligkeit liegen. Dabei geht es einfach nur um die mathematisch-berechneten Zeitpunkte und die jeweiligen Stellungen von Planeten und anderen, wichtigen Faktoren. Diese Übereinstimmungen sind fast immer äußerst genau, selbst wenn nur in den wenigsten Fällen die entsprechenden Geburtszeiten der betroffenen Personen bekannt sind (man sich also nur auf die Faktoren beziehen kann, die trotzdem relevant bleiben).

Aus all dem lässt sich unschwer ableiten, dass das simple Bild einer entweder  vollkommen festgelegten Zukunft oder einem unbegrenzten, freien Willen falsch sein muss und „die Zeit“ und ihre Entwicklung weitaus mehr Dimensionen umfasst, als sich über eine einfache Verbindungslinie zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft darstellen lässt. Unser eigener Anteil an der Gestaltung unseres zukünftigen Jetzt ist weitaus höher als wir oftmals glauben mögen.

Wer also einfach nur hören will, dass die eigene Zukunft unabhängig vom eigenen Tun und Handeln großartig wird, der sollte besser zu selbsternannten Hellsehern und Wahrsagern gehen, die ja davon leben, ihren Kunden das zu erzählen, was diese gerne hören wollen.

Eine seriöse, astrologische „Zukunftsprognose“ wird sich immer an den Gestaltungsmöglichkeiten des Einzelnen orientieren und niemals die gesamte Verantwortung für dessen Leben den Sternen und Planeten übertragen. Genau dann kann sie auf der Grundlage eigener Erfahrungen und einer soliden Wissensbasis seitens der Berater wirklich hilfreich sein und konkrete, praktische Möglichkeiten aufzeigen, wie aus dem Jetzt eine erfüllende und freudvolle Zukunft entstehen kann.

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