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Schwulen-Hatz: Nur Blech reden...

Ja, es ist Zeit, mal eine Lanze zu brechen. Für alle, die immer noch unter Pluto-Uranus-Quadrat in Berührung zu persönlichen Planeten stehen. Nur nicht für Dieter Blechschmidt. Bei Pluto-Transit auf Sonne setzt man sich ja gern mal in die Nesseln. Wenn's passt, auch mit moralischem Fanatismus. Softies sind da schon zu Hynänen geworden und CDU-Abgeordnete zu scharfen, medizinischen Diagnostikern.

Jüngstes Paradebeispiel: Eben jener christlich orientierte Abgeordnete aus dem Rat der idyllischen Stadt Plauen. Nach ihm kräht wohl sonst eher kein Hahn. Bis Skorpion-Herr tätig wird. Und einen kräftigen Anschub Richtung "Ich bin aber auch wichtig!" gibt. Das kann dann recht zwanghaft wirken, wenn sich zudem noch ein angeblich so friedliebender Waage-Mars in der Zange befindet. Dann heisst es: Immer schön Hossa! mit den jungen Pferden. Dabei kommt dann so etwas heraus:

„Natürlich können Schwule und Lesben zunächst mal nichts für ihre Krankheit und niemand darf sie dafür verurteilen, doch eine Krankheit sollte nicht zur gesellschaftlichen Normalität erhoben werden.“

Aber ja doch! wo leben wir denn? Etwa im 21. Jahrhundert? Und gegen wen ging das Ganze? Natürlich gegen einen offen und sozusagen amtlich erlaubten Homosexuellen. Das geht natürlich einem amtlich kaum wahrgenommenen Hetero gegen den Strich. Ein echter Maßstab für Steinbock oder Saturn. Also muss Guido Westerwelle als Zielscheibe her. Der sich jüngst noch gegen ganz ähnliche Ansichten des weissrussischen Präsidenten Lukaschenko zu wehren hatte. Welcher wiederum, mit Venus-Neptun, eine ähnlich nette Waage-Anlage wie Abgeordneter Blechschmidt im Angebot hat. Wo Lukaschenko mit Jungfrau-Sonne aufwartet, steht bei dem weltgeschichtlich nur unmaßgeblich unwichtigeren Blechschmidt aber der Mond. Eigenartig. Da muss astrologisch irgendwo ein Nest von Schwulen-Feinden angesiedelt sein. Pluto im Steinbock im Trigon zu der Mars-agitierten Jungfrau fischt eben jedes angreifbare Klischee aus der Ursuppe, das irgendwo frei herumschwimmt.

Aber Abgeordneter Dieter Blechschmidt wird tatsächlich noch einen Zacken heftiger als der bekennende Westerwelle-Feind Lukaschenko: „Wie soll ein Schwuler Deutschland in Arabien repräsentieren, wenn dort Homosexuellen die Todesstrafe droht?“ Soweit die christdemokratische Stimme von Plauen. 

Wie alles begann: Im Plauener Stadtrat geht es um die Rechte homosexueller Geistlicher. Dieter Blechschmidt winkt ab. Haben keine. Gehören vielmehr gar nicht in die Kirche. Mit solchen Ansichten spammt er danach sogar noch Facebook und örtliche Zeitungen zu, deren Namen nur wenige Bundesbürger je gehört haben. Ähnlich wie den des wackeren (und vermutlich sehr, sehr streng heterosexuellen) Dieter Wie-heisst-er-noch-mal? Ach ja, so wie das, was er redet. Blech-Schmidt. Nun sollte man als Astrologe allerdings nie selbst so streng sein, wie diejenigen, die man betrachtet. Deshalb: Woran hat dieser Mann so schwer zu tragen, dass es hier auf einmal derartig GEGEN privatsexuelle Ausrichtungen von Amts- und Würdenträgern geht?

Zunächst einmal trägt Blechschmidt arg an seinem Saturn als Sonnen-, Venus und vermutlich auch Merkur-Herrn, der fröhlichen Gesellschaft, die sich insgesamt bei ihm im Steinbock tummelt. Das macht schon von Geburt an etwas anfälliger für schwarz-weiße Kärtchen und deren Verteilung. Zumal, wenn Konzept-Boss Pluto die Finger im Spiel hat. Andererseits kann diese Lagerung, wie man bei dem ganz ähnlich ausstaffierten Außenminister Westerwelle selbst sieht, mit einem Schuß abenteuerhungrigem und toleranten Jupiter dazu durchaus zur Bereitschaft führen, größte Verantwortung zu tragen und hoch ethisch ausfüllen zu wollen. Hat man die aber erst gar nicht, weil man relativ niedrig in der Hierarchie angesiedelt bleibt, dann entgleist einem, wie Dieter Blechschmidt, vielleicht auch mal die Zunge, weil Saturn sich dann möglicherweise erst ein bißchen regel-rigide und dann blockierend zeigt.

Beide Männer verkörpern passenderweise einen ganz ähnlichen Archetyp (beide eben auch mit Jungfrau-Mond-Pluto). Woran hervorragend zu erkennen ist, wie sich der kategorie-freudige Saturn mal eher erlöst, mal eher erböst ausdrücken kann. Bei wem wie, das darf der Leser raten. Kleiner Tip: Bei dem, der außerdem noch den rebellischen Uranus am Mond stehen hat, erweist sich das Weltbild doch als avantgarditischer, unangepasster, offener und un-traditioneller. Welcher von beiden Steinböcken könnte also - auf den ersten Blick - der homosexuellere sein? Zumindest, solange eine andere sexuelle Ausrichtung im Steinbock-AC-Land Deutschland noch nicht zur standardmäßig mitgelieferten, gesellschaftlich gründlich akzeptierten Grundausstattung gehört.  

Richtig! Guido Westerwelle. Bei Jauch wäre das jetzt die Million gewesen, hier verdeutlicht es nur, dass astrologisch besser durchmixte Kandidaten als ein Dieter Blechschmidt eventuell lebenstechnisch auch ein paar mehr aufregende Beziehungserfahrungen, eine durchweg bessere Presse und verdientere Stellen in der Hierarchie erhalten.

Aber auch für einen Guido Westerwelle ist, ähnlich wie für den feindlich gesonnenen Koalitions-Kollegen, die Welt nicht immer nur ein Spaß-Mobil gewesen. Denn auch er hat ja den Pluto auf Sonne bereits hinter sich (Uranus im Quadrat immer im Gepäck), der nun scharf am Merkur segelt. Drum wundert es gerade keinen, dass die anderen Saturniker dieser Welt ihn (Merkur als planetarer Neutralisator zeigt auch immer die Geschlechtsfrage) momentan auch mal heftig auf's Korn nehmen, um ihm alle Verderbtheit dieser Welt bis hin zu Krankheiten (Jungfrau!) ans Bein zu reden. Saturn kann nicht gut damit leben, wenn ein anderer über ihm steht. Erst recht kein anderer Steinbock. Und greift dann auch - wenn's ganz bös kommt - zu herben Mitteln wie der Besprechung des "Prinzips" einer Krankheit, die für andere nur eine sexuelle Spielart ist. Was dazu führt, dass man sich leichter in den Himmel heben kann. Und darum geht es bei Saturn ja u.a.: Oben stehen. 

Auch Lukaschenko hat einen mit Westerwelle konkurrierenden Steinbock-Mars. Und der Abgeordnete Blechschmidt das Sonne-Mars-Quadrat, das alles Unkonventionelle - ohne Rücksicht auf die Zeichen - schon an sich gern mal abspaltet und in anderen außen entgegenkommen sieht. Pluto über solchen Konstellationen gibt dann der Gemeinheit zur Not auch den Feinschliff, wenn die gerade vertretende Ideologie nur Wählerstimmen, Bedeutung und Bestimmen bringt. Das ist bei dem Plauener nicht wirklich zu befürchten. Fraktionskollegen haben sich schon peinlich berührt abgewandt und die Presse ist auch nicht gerade zimperlich. Man sollte sich halt besser, mit saturnischen Anlagen, von vornherein realistisch ausrechnen, wer wo am längeren Hebel sitzt. Der Größte kann immer nur einer vom ähnlichen Typ sein. Auch wenn man selbst mit Pluto-Sonne-Mars nachts träumt, dass man sich geradewegs an Gottes rechter Seite befindet. War wohl nichts. 

Bild (bearbeitet): By Till Krech, CC-BY-2.0, via Wikimedia Commons

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