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Unsere liebe Frau der Vernunft

notredame2"Unsere liebe Frau von Paris" war immer ein wichtiges Symbol für das Christentum, aber auch ein Denkmal der Zeitgeschichte. Der verheerende, tragische Brand von Notre-Dame beginnt gegen 18.50 h in Paris mit Uranus Spitze 8 und aktiviert das Feld verbindlicher Bindungen oder Vernichtungen (auch der Rückbesinnung auf die Ethik). Saturn/Pluto/Südknoten in 4. ist mundan ein zeitliches Symbol für die Gewohnheit konservativer, nationaler Macht-Demonstration und Sicherheit, die nun vom auslaufenden Quadrat Sonne aus Widder (Zulauf Uranus!) tatsächlich "verbrannt" wurde.

In Teilen. Es bleibt Hoffnung. Auch darum ist es so berührend. All das erinnert an das Jahr 1793, wo umgekehrt Rebellen die Kathedrale fast zerstörten und die Heiligenfiguren köpften, bevor sie im November dort einen Tempel der "Göttin der Vernunft" installierten. Unter zulaufendem Saturn-Quadrat zu Pluto, von Stier nach Wassermann (Horoskop unten). Der Uranus auf 2° Stier steht nun aktuell gerade in einer Opposition zum damaligen Neptun auf 2,5° Skorpion. Leider gibt es aber kein gesichertes Radix der Grundsteinlegung von Notre-Dame, die irgendwann in den vier Wochen ab Ende März 1163 passierte. Die Stellung der Langsamläufer damals allerdings ist lesbar: Auch seinerzeit wieder standen Saturn und Pluto in Kontakt, einer auslaufenden Opposition, heliozentrisch sogar eng.

"Im Plutonischen steckt das Trauma, im Venusischen die Angst vor Existenz-Verlust: Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Auch RILKE hatte ihn ja, an Israels Sonne, Saturn-Pluto, den Aspekt der Dornenkrone, bei dem Saturns Bedeutungs-Körper von Pluto bis auf die Knochen abgenagt wird oder Saturn umgekehrt den Hades unterirdisch im Schicksal festnagelt." (Loop! "Saturn-Pluto - Knüppel aus dem Sack")

brandnotreDas Treffen der Giganten bebildert auch eine Gewohnheit der regelrechten Verpflichtung zum Trauma. Wie man Wunden verfestigt und hegt. Die Versklavung ebenso wie die Macht, die dazu nötig ist zu versklaven, als Syndrom der ausgesetzten Waisenkinder überall. Nägel der Beherrschung wie Denkmäler von Zerstörung oder eben Standbilder des Ethos an sich. Wenn eines von ihnen wegbrennt, das über die Zeiten symbolisch für Konstruktion und Destruktionen stand und die Blüte des Christentums darstellen sollte, ist das ein großes Bild dieser Zeit. Saturn-Pluto ist auch die Zerstörung des Raums, die Raumlosigkeit, da, wo Ent-Machtungen und Bemächtigungen von welcher Seite auch immer aus zu stabil geworden sind.

Dass unter Saturn-Pluto die Dornenkrone (Festigung der Traumata oder Festlegung auf die Verletzung, das Opfer) gerade noch aus Notre-Dame gerettet wurde, ist ein besonderes Symbol am Rande. Auch das Märtyrerdenken des Christentums, das zur Herrschaft führt, wird ja eisern verteidigt - das ist als Vorgang der Rettung von Reliquien natürlich nicht falsch. Aber eine weitere Schattierung der darunterliegenden Herrschafts-Kämpfe. Mars-Neptun, der oft bei wichtigen Saturn-Pluto-Stationen auftaucht inhaltlich, läuft gerade wieder zu, in ein Quadrat. Selbst-Losigkeit oder Entselbstung ist immer eine Vorraussetzung für Täter-Opfer-Retter-Bezüge. Auch Israel hat beispielsweise einen Saturn-Pluto in Konjunktion und Mars-Neptun-Quadrat, die Symbolik bleibt aber überkulturell wirksam. Jedes Opfer schafft einen Täter, jeder Täter ein Opfer überall und so entstehen Kreisläufe. Gerade die christlichen Kreuzzüge waren von Saturn-Pluto-Aspekten begleitet. Da zwischen Skorpion und Steinbock, deren Herrscher hier agieren, Schütze "fehlt", der Jupiter, wir er immer wieder über Fake-Vorstellungen aus den Halbgötterwelten glorifiziert. Erscheint im Zusammenhang, als Vorstellung der menschengemachten Götter. So entwickelt sich Glaube an etwas Unbekanntes, was jedoch im Neptunischen beheimatet ist und nie ganz gefasst werden kann.

Geschweige denn, als richtig oder falsch beurteilt. Aber genau das passiert immer wieder. Wenn Notre-Dame wankt, wankt zeitlich eben auch das Konzept darunter, so unendlich traurig der Vorgang an sich ist. Denn solche Bauwerke galten immer als Fingerzeige der "besonderen", isolierten, chauvinistischen Verbindung zu einem strafenden oder liebenden Gott. Nun ist ausgerechnet der "Pfeil", der Spitzturm, eingestürzt und Bilder der Jahrhunderte gingen in Flammen auf. 

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Unter Saturn-Pluto mit dem geahnten Jupiter dazwischen finden wir auch die Vorstellung des einen, "richtigen" Gottes, die erzwungen und der Welt übergestülpt wird. Auch Notre-Dame beinhaltet das Signal der römisch-katholischen Herrschaft des Einen. In der Terror-Ära der französischen Revolution wurde die Kathedrale dann aber stattdessen zum Heim des "Höchsten Wesens" und der Vernunft gemacht, um das der Zeitgeist tanzte. Wenn nun jetzt, während der erneut zulaufenden Konjunktion Saturn-Pluto auf dem absteigenden Mondknoten Tradition zerstört wird, sieht man auch darin wieder symbolisch eine Metapher für Kampf der Religionen. Saturn-Neptun bei der Grundsteinlegung (links) legt die ständige Option des Konkurs' für solche Bauwerke nah. 

So hoch und fest gebaut sie auch sein mögen, im Kopf, im Herzen oder anderswo. Jupiter am GZ trigonal zur Sonne aktuell zeigt die Überdimension der unterliegenden Visionen, auf als Basis des weiteren Geschehens in der Zeit. Saturn-Pluto ist ja ein Bergmassiv, der Kontakt speichert, wie Notre-Dame an sich, auch das Prinzip der bitteren, geschichtlichen Erfahrung: Es wiederholen sich immer alte Wahrheiten (wo man einen Saturn oder Pluto mit Neptun verwechselt), die ein aufgepumpter Jupiter dann in die Zeit trägt, bevor sie von neuen Wahrheiten überschrieben werden. Ein Zeichen dafür, dass es sich eben nicht um Wahrheit handelt. Saturn-Pluto ist ein Träger von Narben, von Täter-Opfer-Kreisläufen, von Versklavung und Herrschaft, von Stein auf Stein der Zerstörung und Transformation. Phönix aus der Asche, der sich wiederum verfestigt. Das Bild der Zeit an sich und ihrer veränderlichen Ethik, die immer in Beton gegossen ist.

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Aspekte bringen (je nach ihrer Art hart oder weicher) stets die Problematik sogenannter Minderheiten mit sich, der Entmachteten wie der Mächtigen. Bevor sie selbst dann wieder zu Majoritäten oder Minderheiten werden und zeigt auch damit die Wiedergeburt des "Festen" im Seelischen. Wie es zum Anstoß für neues Festes aus den Konzepten von jedem suchenden Herzen wird. Wer Rebell war, im Wassermann, wird rückwärts im Tierkreis, in der Zeit des Steinbock, zum Überholten, Überrollten, zum Alten, den neue Rebellen wiederum aus seiner durch Revolution erkauften Sicherheit werfen. Saturn mit Pluto, die Moses-Konstellation oder "Ägyptische Gefangenschaft" (Döbereiner) lässt oft Landmassen erstarren, bevor Neptun die Steine erweicht.

"Ob Land, ob Mensch, Saturn-Pluto, der real in seinem Schicksal verregelt wird, neigt auch zu Revanche, teilt aus, wie er es selbst erfahren hat. Als Knüppel aus dem Sack, wie im Märchen. Meist, bis er Neptun entdeckt. Manchmal gerade da, im Niemandsland, wo Wächter der Erfahrung und Hüter der Wirklichkeit (Döbereiner) sich treffen. Ein langer Kampf im Inneren, der sonst im vernagelten Leitbild außen auftaucht. Die Falle, mit der Mensch, der eigentlich voraussetzungslos sein soll, ein schweres Schicksal vermeintlich leichter bewältigt." (Loop! "Saturn-Pluto - Knüppel aus dem Sack")

Das Christentum, das in Notre Dame als Fanal seiner großen, strengen Kirche steckt, war eins verfolgt, dann Verfolger, dann fühlte es sich verfolgt von anderen Verfolgten, die zu Tätern stilisiert wurden und werden und am Ende wieder Opfer sind. So ziehen die konzentrischen Kreise weiter und Saturn-Pluto wird zum Bleibad des Drama-Dreiecks. Vereint durch Saiten, die miteinander schwingen: Steinbock und Skorpion treffen sich in der Mitte, beim Schützen, Saturn und Pluto beim Jupiter, dessen Altäre immer neue bestückt werden, um einen Ausweg zu haben in der Vision. Leidensschwere benötigt ohne Ausnahme Perspektiven: Ich habe den einzigen Glauben, das einzige Wissen, den einzig richtigen Weg. Darin versteckt sich aber auch die Möglichkeit zu großer Veränderung, Zug um Zug, langsam durch klare Aussteuerung auf andere Ziele hin, die ethischer sind.

In Notre-Dame während der großen Revolution wurde nun auf irre Weise eine Göttin der Vernunft auf den Altar gestellt, ein neuer Kalender erfunden, aus dem die Sonntage gestrichen waren, um nur auch sicher genug die Vorherrschaft von Kirche und Staat aus dem Land zu tilgen. Besser noch: aus der Welt. 

notredame6 Dieser neue "Tempel der Vernunft" sollte leuchten, zu dem die Kathedrale wurde (links das Mittags-Radix des Tages, an dem man sich von der Versklavung durch den Glauben befreien wollte und damit doch nur wieder einem anderen Jupiter, größeren, besseren, zeitweise moderneren Jupiter huldigte. Auch da ein Sonne-Pluto-Quadrat, wie heute, beim Brand. Saturn sitzt jetzt auf dem Mittags-AC jenes Tages, zusammen mit Pluto bei den Knoten auf gleichen Zeichenachse wie bei der Grundsteinlegung. Krebs-Saturn. Gefühl und Gesetz, Volk und Staat, Heimat und Bestimmung. Es ist ja keinesfalls so, dass "Karma erlöst" wird, wie ich neulich irgendwo so hoffnungsvoll geschildert las, bei dem wichtigen Aspekt Saturn-Pluto-Südknoten.

Dieser sicher populären, weil eher positiven Deutung kann man entgegensetzen, dass nie etwas einfach so erlöst wird, wo keiner zu einer Erlösung beiträgt. Sondern oft verstärken sich unter Belagerungen gerade der südlichen Knoten mundan sogar sehr eindrücklich die Tendenzen des automatischen "Tuns" - denn nichts anderes bedeutet Karma ursprünglich. Wo der breite Weg des Bekannten, des angeblich Bestimmten, immer wieder begangen wird, wird er noch breiter. Beim einzelnen Menschen, in guter oder schlechter Absicht, und in jedem Staat, in jedem Konzept, in jeder Gottesvorstellung. Der konstruktive Ausdruck kann ein "Zwang zur Wahrhaftigkeit" sein, den Döbereiner auch mit starken Kontakten von Pluto und Saturn verband, auch gegen die Bedürfnisse des Selbst gerichtet.

"Bei Saturn-Pluto ist das Universum der Erfahrungen häufig von Verneinung und Tabus kontaminiert. Endlichkeit trifft ungebremst auf den Zensor und auf der rastlosen Suche nach Prüf-Material (Wo ist er denn, der Jupiter?) neigt die Konstellation zum Kreisen im Rad des Geschehens, mit tausend und einem Neu-Aufguss. Wer mit wenig geschickten Mitteln versucht, aus der Rolle des Vogelfreien auszusteigen, indem man sich selbst - aus Not und saturnisch-plutonischen Ritualen heraus - in die beherrschende Rolle versetzt, fehlt die Substanz. Was abgesichert erscheint, an Bedeutung und Bestimmung, ist häufig umgekehrte Kontrolle oder ein stark begrenztes und begrenzendes, den Fluss verneinendes Dogma der zehn Gebote. Womit Staat oder Menschen den nur noch wie im Spuk auftauchenden Neptun (im Ernstfall samt der Gifte und Heilungen) verweigert."  (Loop! "Saturn-Pluto - Knüppel aus dem Sack")

Die Narretei des endgültigen, einzigen Glaubens ist das eine, das Spiel der Unvernunft der Vernunft das andere. Beides hat Tradition. Zur Zeit reiben sich gerade wieder die einen Leidenden an den anderen Leidenden auf und schaffen neue Konflikte nach alten Mustern, die aufgefangen werden könnten. Nicht durch "Vernunft", sondern durch Bewusstsein und Gefühl für die gemeinsame Wunde. Dass auch ein Moslem ein Gläubiger ist, ein Heimatloser nicht rechtlos, ein Krieger ein Verwundeter, ein Opfer ein Täter und ein Christ ein Mensch. Wir Wesen, denen weder Herrschaft, noch Versklavung einfach zusteht. Beides sind Denkprodukte. Beides ist gemacht, nicht zugewiesen, erst recht nicht von einem Schicksal. Notre-Dame, Unsere liebe Frau, erinnert an Maria, das Weibliche, das hinter dem männlichen Gottessohn stand, und die Weichheit des Neptunischen als Hinweis steckt. Nichts ist fest. Erst wenn Neptun und Uranus, der radikale Weg des Umdenkens, mittels Saturn-Pluto in die Zeit getragen werden (zu beiden hat Neptun die besseren Beziehungen aus dem Kreis, Sextil- und Trigonalzeichen), mit dem Zwang zur Wahrhaftigkeit ohne den Versuch, sich selbst zu retten, wird eine Weile alles gut. Oder zumindest: mehr besser. Denn dann kann sich Saturn-Plutos unglaubliche Macht eines anderen Ethos erst zeigen. Beide sind ja Mediatoren in die Zeit, sie verbinden ins Wesentliche der Himmel. Notre-Dame ist insofern ein Zeichen, ein Paradoxon. Unsere liebe Frau kennt ja keine Vernunft, nur Liebe.

Bild (bearbeitet): Screenshot Assasins Creed Unity YouTube

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