Orban und die Flüchtlingskrise
Der ungarische Staatschef Victor Orban wird dieser Tage zu einer Symbolfigur. Nicht nur für die Flüchtlingskrise in Europa, sondern auch für die kommende Opposition von Jupiter und Neptun. Und er zeigt damit, ohne es zu wollen, wieder einmal wunderbar auf, dass der astrologische Hintergrund völlig unabhängig davon funktioniert, ob Menschen an ihn „glauben“ oder nicht. Ob das Wort „funktionieren“ in diesem Zusammenhang sinnvoll und entsprechend ist, darüber kann man durchaus geteilter Meinung sein, aber wie sonst sollte man zum Ausdruck bringen, daß das astrologische Modell hervorragend geeignet ist, um auch politische Entwicklungen einzuordnen und zu analysieren.
Denn Victor Orban´s Radix-Sonne steht auf 9°22 in den Zwillingen, wird also im Moment sowohl durch das Quadrat von Neptun „verunsichert“, wie auch durch das Quadrat von Jupiter mit Handlungs- und Willensenergie „aufgepumpt“. Da haben wir schon das Grunddilemma ganz einfach abgebildet. Er persönlich als sonnenhaftes Wesen steht nämlich im Moment unter diesem seltsamen Widerspruch – hier einerseits Verunsicherung durch die Auflösung alter Strukturen, dort aber gleichzeitig ein Energiezuwachs, der einen in die Handlung drängt. Und das auch, bevor man den neptunischen Prozess so abschließen konnte, wie es sinnvoll wäre, denn das Quadrat von Jupiter wird nun eben gerade exakt, während das neptunische Quadrat noch eine Zeitlang begleitend im Leben von Orban sein wird.
Nun ist diese Opposition zwischen Jupiter und Neptun im Grunde nicht wirklich etwas hinderliches, eher tatsächlich ein Energiezuwachs für die entsprechenden Themen. Das Problem liegt eher darin, daß hier innere und äußere Weisheit ganzheitlich zusammen kommen müssen, damit am Ende ein passender Schuh für die Welt daraus wird.
Einerseits, bezogen auf die Flüchtlinge, sollte darüber dann wirklich ein großes Maß an Mitgefühl und Verbundenheit entstehen, wie es ja viele Menschen im Moment auch hier bei uns vorbildhaft vorleben (Neptun im spirituellen Wasserzeichen Fische). Andererseits muss aber auch das Tun selbst dem Mitgefühl entsprechen, es ist also ein Engagement nötig, das den bisherigen Rahmen sprengt (Jupiter im sozialen Erdzeichen Jungfrau). Und genau dies geschieht überall dort, wo Länder und Menschen sich auf das Thema, in diesem Fall den Flüchtlings-Strom, einlassen.
Aber es gibt natürlich auch die weit verbreitete Haltung, dieses Problem auszugrenzen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und Victor Orban ist im Augenblick die Gallionsfigur dieser Verweigerungshaltung. Warum? Weil bei ihm Jupiter gerade auch den Radix-Pluto überläuft (der dazu noch im Quadrat zu seiner Radix-Sonne steht), während der aktuelle Pluto selbst im Quadrat zu Orbans Jupiter steht.
Das tut er übrigens schon länger und das mag auch das schon fast diktatorisch anmutende Verhalten des Regierungschefs in der Vergangenheit erklären. Hier möchte man dann Macht multiplizieren und stößt genau darüber früher oder später „an seine Grenzen“. Die werden nämlich jetzt von Neptun einfach weggespült und was macht Herr Orban ganz im Sinne von Jupiter-Pluto? Er baut sie einfach noch ein paar Stockwerke höher auf, die Grenzen. Und macht daraus dann eine Philosophie, die leider Gottes auch andere Staaten und Politiker mehr und mehr infiziert.
Aber – Grenze wäre nun Saturn-Symbolik, der steht aber noch ganz am Ende des Skorpions, hat also im Moment weder die Kraft noch die Aufgabe, das Spannungspotential zwischen Jupiter und Neptun einzudämmen. Grenzen ziehen wird somit nicht funktionieren und hier zeigt sich dann auch, dass das Ganze eher nur eine Macht-Demonstration ist (Jupiter-Pluto). Da werden dann eben schnell mal 94 000 000 € für einen neuen Grenzzaum ausgegeben, statt in vernünftige Strukturen zu investieren, innerhalb derer man mit dem Zustrom anders und besser arbeiten könnte. Auch hier also Jupiter-Pluto Signaturen in dümmster Ausdrucksweise als Kostenexplosion für völlig überflüssige Status-Symbole einer mißverstandenen Macht.
Und schon dämmert es Victor Orban, dass nun ja alle über eine andere Grenze, die noch nicht befestigt ist, ins Land kommen könnten, also wird schon der nächste Zaunbau in Auftrag gegeben, diesmal sogar um sich vor einem anderen EU-Land, Rumänien, abzuschotten. Dummerweise verlangt diese plutonisch eingefärbte Lösung aber auch entsprechend plutonische Konsequenzen: dann nämlich wenn der Zaun als Machtsymbol versagt und die Flüchtlinge weiterhin ins Land strömen. Was dann?
Dann bleibt nur noch das Mittel der Gewalt, und genau dann wird sich das ganze Drama der Flüchtlinge vor den Augen der Welt mitten in Europa wiederholen. Und alles nur, weil hier ein Mensch, der als Politiker gewählt wurde, menschlich versagt, wenn es um die Einbindung von energetischen Zeitströmen ins eigene Leben geht.
Natürlich spielt dabei auch das Land Ungarn eine Rolle, oder besser gesagt – es ergänzt die Haltung von Victor Orban in gewisser Weise. Denn als der Interims-Präsident Mátyás Szűrös am 23. Oktober 1989 die Republik Ungarn ausrief, da standen Jupiter und Neptun ebenfalls in Opposition zueinander. Und auch Saturn war mit eingebunden, stand am AC und in Konjunktion mit Neptun. Genau diese Konstellation hatte aber damals kurz zuvor zum Fall des eisernen Vorhangs geführt (Neptun-Saturn), und zu einer Öffnung der Grenzen (siehe auch Flucht ins gelobte Land).
Jetzt wiederholt sich zumindest ein Teil dieser staatstragenden Konstellation und wieder steht Ungarn, wie 1989, im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit, wird zum Symbolträger der astro-energetischen Inhalte. Das „wie“ bestimmt heute aber eben auch der Regierungschef, dessen „innere Dämonen“ nun in Form einer Flüchtlingsflut in sein Leben einbrechen. Und es ist zu befürchten, dass Orban auch weiterhin mehr oder weniger panisch darauf reagieren wird. Bis schliesslich tatsächlich das Leben selbst eine Grenze ziehen wird. Dann nämlich, wenn Saturn in Opposition zu seiner Radix-Sonne und ins Quadrat zu seinem Radix-Pluto laufen wird (von Dezember 2015 bis August 2016). Man möchte da nicht unken und kann nur hoffen, dass sich das weniger hart und kompromisslos für ihn zeigt, wie er sich heute anderen gegenüber gibt. Aber aller Voraussicht nach wird sich spätestens dann zeigen, daß dieser jetzt eingeschlagene Weg in eine Sackgasse geführt hat.
Im Moment braucht es statt noch mehr Stacheldraht eine klare Vision, wie man in Zukunft, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in einer globalisierten Welt mit Flüchtlingsströmen umgehen wird. Dabei mögen Kriegsschauplätze sogar noch das überschaubare, kleinere Übel darstellen, denn Kriege kann man beenden. Was aber, wenn als Folge einer halbherzigen Umweltpolitik immer mehr Hungersnöte, Dürre-Katastrophen und ähnliches die Menschen aus den betroffenen Gebieten in die wohlhabenden Länder treiben? Wenn Nahrung und Wasser knapp werden, ebenso wie andere Ressourcen? Werden dann an Europas Grenzen Panzer auf die „Wirtschafts-Flüchtlinge“ warten?
Ungarn sei in diesem Zusammenhang nochmal an die Worte von Mátyás Szűrös erinnert, der bei der Ausrufung des neuen, ungarischen Staates auch folgendes sagte:
Die Republik Ungarn wird ein demokratischer Rechtsstaat sein, in dem die Werte der bürgerlichen Demokratie und des demokratischen Sozialismus in gleicher Weise zur Geltung gebracht werden und in dem unsere ungarischen Landsleute und unsere Landsleute anderer Nationalitäten ihr Auskommen und Glück finden und die sie als ihr sicheres Zuhause ansehen können.
Wir setzen die Politik der Öffnung fort, wir möchten beim internationalen Austausch und der internationalen Zusammenarbeit in Wirtschaft und Wissenschaft, in Kultur und bei der Durchsetzung der Menschenrechte aktive Partner sein.
Bei Mátyás Szűrös Geburt (am 11. September 1933) standen sowohl Sonne und Merkur, wie auch Neptun im Zeichen Jungfrau. Letzterer genau auf den Graden, wo sich jetzt auch Jupiter und Neptun begegnen…
Titelbild: By Photo: Gémes Sándor/SzomSzed [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons