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Costa Concordia - Pluto lässt grüssen

Der Untergang des italienischen Kreuzfahrers Costa Concordia war einer der ersten, großen Unglücksfälle, über die wir hier vor knapp drei Jahren bei Loop! aktuell und astro-logisch berichtet haben. Das seltsame Verhalten von „Kapitän Feigling“ (wie Francesco Schettino schon früh von der Presse genannt wurde) vor dem Hintergrund aktueller Auslösungen unter Einbeziehung auch der heliozentrischen Perspektive hat Sri damals schon sehr anschaulich untersucht (Artikel Rätsel um Kapitän). Trotzdem blieben Fragen offen, auch und gerade weil Francesco Schettino seltsam unberührt von all dem Schrecken geblieben ist, auch aus astrologischer Sicht.

Das Ereignis selbst, das langsame Sinken des Schiffes und der verzweifelte Versuch der Passagiere sich zu retten, nachdem der Kapitän quasi als Erster von Bord gegangen war, zeigte sich im mundanen Ereignis-Chart weitaus deutlicher als in den Transiten des Kapitäns. Am Ereignis-AC eine schon fast klassische Mond-Mars Konjunktion, die das Unglück selbst spiegelte, aber auch den Ursprung des Ganzen. Gleichzeitig eingebunden in eine fast exakte Konjunktion von Venus, der Schaumgeborenen, mit ihrem Schöpfer Neptun, dem Herrscher der Meere, das Ganze dann auch noch auf den letzten Graden und Bogenminuten des Wasser-Manns. Und zusätzlich von Pluto angehaucht durch dessen Konjunktion mit Merkur, ebenfalls fast exakt.

Diese beiden Archetypen scheinen bei dem Unglück eine wesentliche Rolle gespielt zu haben, denn in Schettinos Radix steht Merkur in engster Konjunktion mit Neptun, beide im Skorpion, dort wo sich auch die Kapitäns-Sonne befindet. Positiv betrachtet bringt das meistens sehr nachhaltige Ausrichtungen mit sich, hat man sich mit solch einer Konstellation erst einmal zu einer Entscheidung durchgerungen, dann bleibt man auch dabei, egal was kommt. Das ist der skorpionische Anteil. Wenn allerdings Neptun in Konjunktion mit Merkur steht, dann ist der Verstand bzw. das nüchterne Denken und Schlussfolgern sehr von atmosphärischen Hintergründen abhängig. Und wenn diese energetisch sehr aufgeladen sind, dann kann man schon mal in Schwierigkeiten kommen, wenn es um die klare Zuordnung von Details geht, die man für eine Entscheidungsfindung benötigt.

Wenn es also schlecht läuft, bringt einen alles, was außerplanmäßig viele Turbulenzen erzeugt, schnell mal aus der inneren Fassung, man verliert leicht den Überblick und trifft dann ganz plutonisch trotzdem eine Entscheidung, an der man unbedingt festhält. Solange es eben geht.

Schettino hat an diesem Tag die Konjunktion von Merkur und Pluto im Trigon zu seinem Radix-Pluto stehen, dass mag ihn dann auch dazu verleitet haben, sich über alles hinweg zu setzen und von der üblichen Route abzuweichen, seine erste falsche Entscheidung. Als es dann zur Kollision mit dem Felsen kommt, entsteht in ihm die fixe Idee, das Schiff noch schnell in den naheliegenden Hafen von Giglio Porte zu steuern. Die zweite falsche Entscheidung, denn dadurch wird die Rettung der Passagiere erst einmal verzögert. Leider war das Schiff zu diesem Zeitpunkt schon manövrierunfähig und weil er sich dann als Kapitän irgendwie überflüssig vorkam, verließ Schettino das sinkende Schiff vor allen anderen. Um, wie er es später ausdrückte, von Land aus die Rettung zu koordinieren. Die dritte falsche Entscheidung.

Das ist dann oft das tragische, wenn plutonische Energien keine Bodenhaftung mehr finden oder womöglich noch nie gefunden haben im Leben des Einzelnen. Dann entstehen falsche Eindrücke in Stress-Situationen zusammen mit dem Anspruch, dass es doch immer noch möglich sein müsste, die Kontrolle zu behalten. Ein genereller Machtanspruch an das Leben, der völlig außen vor lässt, wie fragil und abhängig dieses Leben immer ist. Von zahlreichen Faktoren und Einflüssen, die sich gegenseitig zu einem Crescendo von multidimensionalen Wirkmechanismen aufbauen, im Ergebnis dann oft aber fälschlicherweise nur als eine Ursache wahrgenommen werden. Für die es „logischerweise“ auch nur eine Lösung geben kann, an der bis zum bitteren Ende festgehalten wird. Zumindest innerlich, wenn die äußeren Umstände das nicht mehr zulassen.

Deswegen wohl war Schettino auch noch bei der Gerichtsverhandlung wenig einsichtig, was seine unrühmliche Rolle anging. Im Gegenteil, er sah sich selbst als Opfer einer Medienkampagne, eines Missverständnisses und wähnte sich anscheinend bis kurz vor der Urteilsverkündung gestern Abend noch in einem sicheren Hafen, was das Strafmaß anging. Aber während seine Auslösungen zum Zeitpunkt des Unglücks insgesamt eher positiv waren und er deshalb rein faktisch gesehen keinen direkten Schaden davon trug (im Gegensatz zu den 32 Todesopfern der Havarie), stand Pluto gestern nur noch 2 Bogenminuten(!) vor der Konjunktion zu seinem Radix-Saturn. Was in aller Regel sehr einschneidende Veränderungen mit sich bringt. Das kann durchaus positiv sein, wenn man zuvor „die notwendigen Lektionen“ gelernt und angenommen hat. Aber Kapitän Schettino bestand bis heute darauf, dass zwar vom Boots- bis zum Steuermann alle irgendwie schuld an der Katastrophe seien, er aber nicht. Auch hätte er das Schiff nicht freiwillig so früh verlassen wollen, sondern sei unglücklich ausgerutscht und in ein Rettungsboot gefallen (siehe Video der Feuerwehr…).

In solch einem Fall von absoluter Einsichtsverweigerung und Realitätsverdrängung wirkt sich die Verbindung von Pluto und Saturn dann anders aus: Francesco Schettino muss jetzt für 16 Jahre ins Gefängnis. Man darf wohl davon ausgehen, dass der Ex-Kapitän spätestens seit gestern wieder im wirklichen Leben angekommen ist, auch wenn diese Rückkehr mit unerfreulichen Nebeneffekten verbunden war. Aber plutonische Erkenntniszuwächse entstehen eben meist nur auf dem Boden einer gewissen Leidensfähigkeit, die man wohl braucht um zu akzeptieren, dass jede Entscheidung im Leben Konsequenzen hat, die früher oder später auch zum Tragen kommen.

Titelbild: By User:paolodefalco75 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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Dienstag, 9. August 2022

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