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Der Moment, der alles verändert hat

"Mylady, das war der Moment, der alles verändert hat." Oscar Pistorius klingt von Anfang an wie ein Kind, als ihm der Prozess gemacht wird. Der Skorpion auf dem allerletzten Grad, mit dem Quadrat zum Wassermann-Mars in 1, hat endlos getrauert, sich übergeben, mit von Tränen erstickter Stimme gesprochen, ist mehrfach zusammengebrochen. Auch diesmal, kurz bevor er ins Kreuzverhör geht. Er hat Pluto-Uranus angespannt Spitze 12, alles kommt wieder hoch. Das Verdrängte, das Unbewusste. Der Augenblick, von dem er spricht, nein, weint, ist der, als er sieht, dass der "Einbrecher", den er in der Valentins-Nacht 2013 in seiner WC-Kabine vermutet und auf den er viermal feuert, seine Freundin Reeva Steenkamp ist.

Löwe-Sonne im Quadrat zu seinem Sonne-Mars, wie sie mit zerschossenem Kopf vor ihm liegt. Angel, Baba, BooWie auch immer sie sich sonst noch nannten in den drei Monaten, die sich sich erst kannten, vielleicht auch liebten, wie das heute verstanden wird. Zwei Menschen und ihre iPhones, wie im rasenden, kühlen, technischen, trendy Cityspeak des Films, nach dem man ihn damals taufte. Blade Runner. Nach den Polizisten, die künstlichere Menschen, Replikanten, exekutieren. Skorpion meets Wassermann. Was für ein Omen. Dieser Moment, in dem er sieht, erkennt, der alles verändert hat. Von dem Pistorius nun spricht. Da lief, bevor er sich endlich mit dem Handy wieder verbindet, mit der Realität, dem Außen, Spitze 2 auf Wassermann-Venus und das IC stand am Widder-Mond. Da war die Liebe wieder. Aber auch ein Saturn auf Spitze 11 mundan Skorpion. Diese schrecklich festlegende Befreiung vom Status des Läufer-Gottes, Fall in den Abgrund, Schublade des Kriminellen, all das, was nun ist. Schon da. 

Gesehen, erkannt hat er es vielleicht alles in jenem Augenblick, kurz vor 3 Uhr 19, nachts in einer hermetisch abgeriegelten Luxus-Wohn-Anlage in Pretoria, bevor der erste Notruf erfolgt. Da, an einem der Orte, wo man lernt, den schwarzen Mann zu fürchten. Wo man nicht die Geliebte fragt, ob sie noch da ist, bevor man die Pistole nimmt und einfach abdrückt, sondern "normal" dem anderen, inneren Druck folgt, der Angst, dem Zwang. Alles verlagert, nach außen. Wenn es so war, wie er nun erzählt. Wenn. Keiner will glauben, dass Pistorius, der versehrte Läufer-Gott, diese Trauer nur lügt. Das tut er auch nicht. Aber was ist mit seiner Geschichte? Ist sie wahr? Astrologisch war da wenig Freude, Verstehen, zuvor. Dieser Abend, der alles verändert, fängt mit genau diesem Druck an. Oscar Pistorius ist sauer, unterschwellig. Kein guter Tag für Happy Valentine. Gar nicht.

Jetzt weint er und weint - außer, er wird im Kreuzverhör angegriffen, dann kommt etwas anderes, Unberührbares, vielleicht Stählernes dahinter hervor, ungewollt. Der Mann mit halben Beinen, traumatisiertes, amputiertes Kind, genialer Sportler, der - wie so viele in Kolonialisten-Land - ein Kolonialisten-Leben führte, in dem das Oben-Sein vor dem ständig drohenden Unten schützt. Für Oscar Pistorius (weitere Loop! Artikel über den Fall am Ende), fängt dieser Abend, an dem der gefeierte Star ein Mörder wird - so oder so - gegen 18 Uhr, am 13. April. Mit MC-IC in Quadrat-Auslösung zu seiner Sonne-Mars-Figur, was den zulaufenden Sonnen-Transit noch einmal mit Ärger besetzt. Mit Druck, dem er immer ausgeliefert war - besser, weil anders zu sein, der inneren Peitsche, sich von allem zu befreien, mit Wassermann-AC. Dazu gerade auch ein Mond-Uranus im Widder, im Quadrat zum mundanen Pluto, zu Reevas Steinbock-Mond vermutlich. Den er vielleicht sogar wiedererkennt - manchmal starr, wenn sie sich abgewiesen fühlt, wie der Mond seiner Mutter. Die starb, als er 15 war, ihr Tod hat ihn dem ungewohnt knallharten Anspruch seines geschiedenen Vaters ausgeliefert. Der war bislang immer da, viele Prozess-Tage. Nun fehlt er manchmal. Alle anderen, sein Bruder, seine Schwester, Reevas Mutter, weinen auch.

Mond-Uranus läuft an dem Tag, der vor dem Moment kommt, der alles verändert, ins Haus seines Selbst-Ausdrucks, macht ihn schärfer. Verschiebt Funktion, das distanzierte Funktionieren an, mental, an Spitze 3. Damals, als Reeva für ihn kochen will (Vergleich rechts, er innen, Rodden Rating A, sie außen, ohne Zeit, Mittag). Im Quadrat zu allem in seinem Radix, was hinter Kontrolle und Freiheit steckt. Über Spitze 12 im Steinbock (13,5°) ersichtlich, meist weg geschoben wird, weg organisiert wurde. Transit-Saturn steht nun in 10, zwischen seiner Venus und Merkur, beide rückläufig. Traumatisches, Gedachtes, stets in sich hinein gefressen, hinter einem Pluto im Skorpion, alle rund ums MC im Boot. Fixierung. Wille. Und da ist noch etwas, sein heliozentrischer Mars auf 12° Widder.

Zu dem er wird, wenn die Welt ihn als Sonne will, um die sich alles dreht. Das Versprechen, dass man es schaffen kann - auch in Versehrung und Schutz-Bedürftigkeit eines Jupiter-Fische in 2. Er macht ihnen Beine, den Konzepten vom Defizit. Aus Wassermann-Mars irdisch in 1, der "künstlichen", technischen Durchsetzung, wird Widder, wenn er strahlt, nur für die, die immer noch Pistorius Einbindung in Pluto-Uranus mundan suchten. Hier ist der Punkt, neben der 12. Haus-Spitze Steinbock, durch die er Ungewolltes mit Härte bekämpft, abschiebt. Dieser Oscar, "Ozzy", wie auf dem Valentines-Geschenk steht, das im Reeva auf den Küchen-Tresen gelegt hat, vorsorglich. Er hält vielleicht nicht viel von psychologischen Prinzipien wie Verdrängung, rennt alles ab. Und lebt sie doch. Herr 12, Saturn im Schützen, weit mit Uranus, gegenüber Chiron, der Wunde. Die Untröstlichkeit macht das in Summe - Saturn-Chiron, den Aspekt, der sich seitdem, vor und beim Prozess, wiederholte. Er kann all das nicht ertragen. Vermutlich nicht den Vorgang, nicht sich selbst. Mars in 1 ist auch ein Selbst-Verletzer. 

Es war alles easy, so wie er es schildert. Sie haben die großen Sehnsüchte nach einander, die Liebe, wenn auch beschönigend, ja im Composit. Waage-Sonne-Venus (weiter unten), im Einzug des Mundan-Quadrats, was sich zu strittiger Widder-Liebe im Combin (links) ändert, sobald Verbindlichkeit ins Spiel kommt. Darauf setzt er seinen Helio-Mars, ist der Treiber, während die Beziehung, falls sie fester wird, doch nur sein Unbewusstes aufstört - Quadrate zur Spitze 12. Ja, er war in Reeva verliebt, ja, sie hatten Löwe-Mond (er) auf Löwe-Mars (sie = umgekehrte Geschlechts-Verhältnisse). Zwei Leuchtende, der Glanz, gemeinsamer Interessen (eher breit als tief, zum Beispiel schneller Autos), und darum ging auch alles ziemlich rasch, als sie sich begegneten.

Die Faszination des absolut Anderen (ihre warme Sonne gegenüber seinem kühlen Mars), der Angriff auf das absolut andere (Sonne-Mars). Ja, ihr ein bisschen eitles, Applaus gewohntes Setting, das seinen Sonne-Mars-Aspekt dehnte bis spaltete. Sie stritten sich also früh, auch sehr, auch wegen Kleinigkeiten, versöhnten sich, er war eifersüchtig. Selbst ja einer aus der Halbgötter-Welt, mit Venus Herrin 9 in 9, und Jupiter Trigon MC. Sie, nervös, das Um-Sie-Kreisen gewohnt, mit Venus-Uranus-Quadrat, und dem Schütze-Jupiter, auch. Aber ihr setzt der mundane Neptun gerade den Stempel der Ewigkeits-Sehnsucht auf die ängstliche, detailliert wahrnehmende Jungfrau-Venus, als sie ihn trifft. Am Tag, als er Mars-Uranus hat, im November 2012, bei einem seiner vielen Männer-Kumpel, bestem Freund, dessen Freundin eine beste Freundin hat. Reeva Steenkamp. Sie finden sich wunderbar.

Sie suchen Aufmerksamkeit. Hat sie gezickt? Ja, wenn er plutonisch fand, sie kaute falsch Kaugummi. Oder redete zu viel oder zu wenig. Vermutlich. Einmal schreibt sie ihm früh schon: "Du beängstigst mich!". SMS, die er vorlesen muss, jetzt, vor Gericht. Wieder fast weinend, gebrochene Stimme, gebrochener Mann. Demonstrativ, wie sein Wasser-Anteil sein kann - und trotzdem wahr. Sie ist schön, hoffnungsvoll, strukturiert und ein wenig egozentrisch-exzentrisch mit Jupiter-Uranus, dem Rekord-Aspekt, im Konflikt zu ihrer Venus, die Abwechslung braucht. Er ein Kontrolletti mit Absolutheits-Anspruch, Hunger nach eigenen Freiheiten. Das passt. Wenn man Trouble, Kämpfchen, Zick und Zack will. Er will Intensität. Er hasst Intensität, wenn sie ihn von Entfernungen abhält. Sie auch? Ja, möglicherweise, aber noch mehr Applaus. 

An diesem Abend wollen sie nur essen. Er schaut sich ein paar Porno-Seiten an (haben Ermittler herausgefunden) und schnelle Autos, im Netz. Sie serviert. Sie plaudern. Sie fühlen sich wohl miteinander. Seine Version. Dann, als DC den Mond und ihren Composit-Combin-Cluster in Waage-Widder auslöst, gegen 21 Uhr, gehen sie ins Bett, sehen TV, betippen die iPads dabei. Vielleicht redet sich ja leichter, spannender, wenn man simmsen kann - wie an diesem Tag vorher zig-mal. Blade Runner haben extremen Biss eben eher auf der Jagd nach Extraterrestrischem. Das hier ist fast Ehe. Er sagt das nicht. Er denkt es vielleicht nicht mal. Er schläft irgendwann einfach ein, weit vor Mitternacht, wie immer den Baseballschläger an der Tür, die Pistole unterm Bett, mehrere Handys in Reichweite. Die schwarzen Männer seiner Kindheit drohen ja immer, wie fast jedem Skorpion, zumal hier, im arroganten weißen Teil des schwarzen Süd-Afrika. Als er erwacht, schon in der Valentins-Nacht, soll sie ihn gefragt haben: "Kannst du nicht schlafen, Baba?" Das letzte, was er von ihr gehört haben will.

Nachbarn sehen das anders. Eine Frau lauscht seit 1.56 h schon, als AC gerade in den Steinbock gelaufen ist und sich Pluto langsam nähert, in Pretoria, im Reservat der Reichen, einem bösen, sehr, sehr lauten Streit. Eine Stunde lang. Sie will das beschwören. Da aber will Oscar (bei MC gerade exakt im Quadrat zum Chiron-Uranus), geschlummert haben, auch wenn von seinem Handy aus Verbindungen hergestellt wurden. Reevas waren sowieso stundenlang on, wegen der vielen Apps. Er tut, was immer er tut, bis die Hitze wegen der kaputten Klima-Anlage ihn angeblich weckt. Es muss irgendwann vor 3 Uhr gewesen sein, ja, bevor die Nachbarn ein paar dieser lauten Knall-Effekte hören werden. Das also vielleicht, was dazu führt, wie der Staatsanwalt heute sagt, dass Reeva Steenkamps Kopf regelrecht explodiert ist. Weshalb Oscar, Ozzy, Angel, wieder weint.

Er kann nicht hinsehen. Er sieht besser, leichter hin, wenn es um Ziele geht, zu denen er sich bewusst ermächtigt hat. Merkur-Pluto, die Scheuklappen des einspitzigen Denkens. Lebenslang agitiert vom Plötzlichen, schon als Kid, ohne Beinhälften, wenn er mit den Prothesen, ohne nachzudenken, in den Pool sprang, und versank wie ein Stein, da ihn die falschen Waden auf den Grund zogen, Neptun im Steinbock in 11. 

Er will einen Ventilator ins Zimmer holen, der kühle Luft von der Schwelle zum offenen Balkon geliefert hat, schließt die Türen, verdunkelt völlig, denkt, Reeva liegt noch im Bett. Noch einmal: Seine Version. Dann ein Geräusch aus dem Bad. Dann das alles. Waffen, schießen, WC-Tür einschlagen, erkennen. Ein edles Treppenhaus voller Blut, weil er den Einbrecher, der Reeva ist, irgendwann ins Erdgeschoß trägt. Wieder bricht Pistorius zusammen, als er von dem Moment erzählt, als er begreift. Bilder werden gezeigt, zu viele, nicht nur von ihren extremen Wunden. Auch von der Tür, auf die er losknallt. Es sieht aus, als hätte er das Schloss aufschießen wollen, ein Halbkreis aus Einschuss-Löchern, nur hüfthoch, obwohl er die Prothesen angehabt haben will. Es sieht nach Befreiung aus, nicht wie die Notwehr von jemandem, der sich vor jemand anderem schützen will. Es sieht scharf aus, so wie der Schuss, als er auf eine Melone zielte, mit derselben Pistole, in einem Video von irgendwann davor, das auch vorgeführt wird, heute. Als die Melone platzt und eine Stimme, die sich anhört wie Oscar Pistorius', meint: "Das ist weicher als Hirn!" Und alle gröhlen und applaudieren. Große Kämpfe kleiner Replikanten, wenn der Blade Runner selbst einer wird, weil er sich von sich entfernt.

Die astrologische Zeitlinien

Aber all das ist auch nur Mutmaßung. Wie die vielen anderen. "Ich war mehr in sie verliebt, als sie in mich," sagt er vor Gericht. So fühlte er es. Aber da sie anders fühlte und wenn sie fühlte, es ihn auch beengte, neben der Bereicherung, weil Steinbock taffer fühlt als Löwe-Mond, kann auch das wieder ein Konzept gewesen sein. Im Film haben die Replikanten manchmal gefälschte Erinnerungen, im Leben auch die Blade Runner. Noch fragt ihn vor Gericht keiner, wieso er sich nicht versicherte, dass Reeva, die gerade Sonne in engem oppositionären Zulauf zur Sonne hat (das Feuer kommt diesmal aus dem Wassermann), wirklich im Schlafzimmer liegt. Wieso er nicht hört, ob sie antwortet, als er ruft oder wispert oder weint, sie soll die Polizei benachrichtigen. Denn er ist ja völlig außer sich, immer noch, man muss es dosieren, auf der Bühne, die gar keine ist, vor einer klugen Richterin, die er fast devot immer wieder Mylady nennt. Er erinnert sich, auch heute, als er anfangs sagt: "Ich habe einen Fehler gemacht!" und der Staatsanwalt antwortet: "Sie haben getötet!" Vielleicht nicht im Wortlaut, aber im Sinn.

Astrologisch fängt dieses Drama um den Irrtum eines Halbgotts aus Wille und Vorstellung sowieso viel, viel früher an - eigentlich schon, als beide sich vor dem Valentins-Tag mit diesen besonderen Ansprüchen treffen. Kurz vorher hat Reeva auf Twitter eine wirklich kryptische Frage schlucken müssen - von einer Szene-Frau: "Glaubst du wirklich, er ist deiner? Liebe, liebe Reeva..." Sie steht unter Neptun Quadrat Jupiter-Uranus und erwartet Glück - das ist aber ein Trickster und bringt für sie auch Brüche mit. Außerdem ist da Uranus-Pluto, nur vorstellbar in Berührung mit ihrem ablehnungs-ängstlichen Steinbock-Mond. Und: Sonne bringt für beide ihr gesamtes, brüchiges Setting ins Wanken, aus dem Wassermann. Und so beginnt an diesem Tag schon die Nacht und die Tragödie. Sie fängt nicht etwa mit einem hoch auffälligen Neptun an, dem man das schlimme, tödliche Missverständnis zugetraut hätte.

Um 2.15 h, als angeblich beide schlafen, beginnt wieder neu diese heftige Aktivierung der beiden streitbaren Sonnen (seiner, die sich durch das eigene Mars-Quadrat immer so leicht angegriffen oder zur Aktion gedrängt fühlt - und ihrer, die hier zur Empfängerin wird). Diese plötzliche Erregung kommt über Spitze 6 hinein, die jetzt gerade die Mundan-Sonne auslöst, ein Alltags-Konflikt in Uranus' Königstum. Was den allgemein dauernden Crash der beiden Selbste mit seiner angebundenen Wut oder Initiativ-Power im Mentalen (Oscars Mars) mit aufreißt. Wenn sie doch nicht stritten, müssen sie sehr, sehr unruhig und mit Alpträumen geschlafen haben. Danach entwickelt sich ein gar nicht so kompliziertes, direktes Auslöse-Muster über Häuser und Achsen, das eine scharfe Figur zwischen Horoskopen und Gegenwart zeichnet - siehe die vier Radix-Bilder unten:

Eine Viertelstunde, nachdem Sonne losgeht, tickt mundan der Aszendent über Pluto und macht zum ersten Mal in diesen Stunden das Uranus-Pluto-Quadrat primär maßgeblich scharf, das vermutlich Reevas Mond und sicher Oscars Helio-Mars und Spitze 12 betrifft. Die Aktion geht, wenn, dann von Oscar Pistorius aus, der plutonischer nicht sein könnte und die Auswirkung direkt spürt. Sein Wesen ist unter anderem Kontrolle mit sporadischen Anfällen von Ärger oder Bewegungs-Drang, wenn das Gegenüber (Sonne als Herrscherin DC) ihm zu mächtig, kontrollierend scheint. Die Spiegelung darin wird er selten wahrnehmen. Nur eine Minute später, um 2 Uhr 31 geht IC über die kosmische Spalte auf 0° Widder - beide Mars-Stellungen und der Composit-Waage-Cluster, bzw. Combin-Widder-Sonne mit Venus beginnen zu spuken. Aggression liegt fast greifbar in der Luft. Um 2 Uhr 53, also kurz vor dem Ende der heftigen Auseinandersetzung, die Nachbarn gehört haben wollen (inklusive markerschütternder Frauen-Schreie), läuft Uranus, als 2. Bein des von AC-Pluto ausgelösten Quadrats nach. Getriggert vom IC, und aktiviert erneut intensive Anspannungen. Ab 2 Uhr53 rutscht Saturn auf Spitze 11, als Herr von 1. Eine Befreiung, während Pluto über die Rezeption auch als Herr von 11 nach 11 gezogen wird. Mit Macht. 

Vermutlich sind hier bereits die Schüsse gefallen, der Kreidekreis des zeitgleich ausgelösten Uranus-Saturn wird sichtbar. Für sich genommen zeigt das Horoskop dieser Minuten Analogien, die mit Pistorius' Geschichte vom Irrtum furchtbar, aber passend bebildert sind (links). Saturn Herr 1 wandert aus 11 heraus - schießt sich als "Hilfs-Mars" regelrecht den Weg frei in die Bedeutsamkeit und Bestimmung. Mit den Knoten benachbart zu seiner Auslösung ist hier auch die "Begegnung mit dem Tod" gezeichnet. Das Composit von Reeva und Oscar hat genau diesen Aspekt enger. Uranus, Herr 2, schützt dazu etwas auf Spitze 4, plötzlich, sein Haus (oder sein Empfinden). Neptun, der nach 2 gewandert ist, kann einen Irrtum anzeigen, ist aber insgesamt zu wenig prominent, weder direkt ausgelöst, noch nah genug bei der Sonne. Er prägt lediglich "die Rede". Interessant für die Vorgeschichte ist Venus, die im Quadrat zu Saturn steht und aus 5 kommt - eine Ablehnung im Vorfeld.

Der Begegnungsquadrant ist völlig leer - das Gegenüber (Krebs = eine Frau oder Kind) wird einfach nicht wahrgenommen. Dabei steht das Weibliche im Fokus dessen, was passiert, durch AC-DC Quadrat. Gezeichnet ist es hier als aggressiv oder tätig, im Widder. Mars als alter Herrscher des Skorpion nun, mit Chiron, bringt einen narkotisierten oder verwirrten Helden ins Spiel, der kurz-schlüssig denkt und handelt (Zulauf Merkur) und in ein Quadrat mit der giftigen Lilith (im Sextil-Verein mit Mond) hinein läuft. Das gesamte Setting wirkt absurd und von Bedrohungs-Erwartung geprägt (Wassermann-Sonne, bzw. Uranus). Den Tod bringt sie (als Herrscherin 8) auf Pistorius' Mars. Mond-Pluto-Uranus legt den ganzen Abend über schon eine Situation größter Anspannung nah, vielleicht das Empfinden weiblicher Übergrifflichkeit. Das Sextil zur Venus als Herrin 5 und 10 lässt auch daran denken, ob das Thema Kinder zwischen beiden kurzfristig eine Rolle gespielt haben kann.

Was immer auch passiert sein mag - Oskar Pistorius ruft (nach Auswertung der vielen gefundenen Handys) erst nach einer ganzen Weile Hilfe. Um 3 Uhr 19, als die mundane Venus- und Mond-Auslösung endlich stattfindet und noch einmal Composit (rechts) und Combin in ihrer Liebe kurz aufflammen lässt, beginnt er zu telefonieren. Was hier deutlich markiert, dass er tatsächlich mit einem Mal neu in einem System von Zweien geschwungen haben kann. Dass Reeva wieder anders, in ihm, existierte, auch wenn es sie bereits nicht mehr gab. Er wählt offenbar nicht den üblichen Notruf, sondern mehrfach den Sicherheitsdienst des Geländes und eine private Emergency-Firma an, geht ins Internet und spricht kurz vor 4 und kurz nach 4 erst mit dem besten Freund Justin, dann seinem Bruder.

Zwischendurch schreit er aus dem Fenster um Hilfe. Es kommen Sanitäter, die auch nichts ändern können. Man kann sich nicht von sich selbst befreien. Auch nicht als Oscar Pistorius, der rennen lernte ohne Füße, auch nicht mit Sonne-Mars im einen fixierenden und dem anderen, distanten, selbst-entfernten Zeichen. Relativ sicher soll sein, dass Reeva noch lebte, als er sie ins Untergeschoss brachte, nach dem Muster der Blutspritzer. Die Spuren auf dem Baseballschläger kann bislang niemand erklären. Uranus steht nun, da nicht nur Pistorius' innere Welt, sondern auch die reale durch ihn selbst darauf aufmerksam wird, was passiert ist, in 3. Der gesamte Austausch ist abrupt, dysfunktional und kaum nachvollziehbar.

Vor Gericht werden später Reihen von Fotos betrachtet: Pistorius, der Lauf-Gott, in Boxer-Shorts, er wirkt erniedrigt, konfus, zerschlagen, voller Blut. Er muss endlos in seiner Garage warten. Reevas Verletzungen, die Handys, die Handtücher überall, das WC. Pistorius erträgt es noch ein Jahr später nicht. Sich nicht. Das Geschehen nicht. Als man ihn mitnimmt, geht Neptun über Spitze 2 und der Jupiter gleichzeitig - gegen halb fünf - vor dem Morgengrauen über Spitze 5. Das lässt ahnen, wie viel Zusammen-Reimen, Erfindung einer anderen, neuen Welt, hier reflexhaft, gespalten (Zwillinge) mit im Spiel ist, als man ihn nach der Tragödie fragt. Natürlich auch eine Frage des Schocks, aber wohl beileibe nicht nur. Auch seinen Manager soll er angewählt haben.

Dass Oscar Pistorius böse Stunden hinter sich hat, ist nicht erst im Gerichtssaal, im jetzigen Kreuzverhör, im Schlagschatten der Kameras, ersichtlich. Immer nur noch neue Fragen. Er wird von innen nach außen gewendet. Er, der so unabhängig sein will - von Trauma, Druck und Kontrolle einer vermutlich eher einsamen Kindheit, relativ zu seiner Tiefe, muss sich nun hyper-kontrollieren, ausziehen lassen. Man bemächtigt sich seiner, wie er sich einmal selbst seines eigenen Lebens zu bemächtigen versuchte. Das betraf ja nicht nur Reeva Steenkamp. Es ging um das ganze, verworrene Sein, das sich änderte, als einem kleinen Jungen mit neun Monaten die Hälfte der Flucht-Möglichkeit amputiert wurde. Als die Mutter starb. Als er einen Vater suchte. Als all das nicht ging und stattdessen er lief. Zu Blade Runner wurde, der die künstliche Emotion wittern kann und deshalb besonders leidet, wenn er sie nicht erlegt.

Nicht mehr frei. All das steckt in der Vorstellung von Oscar Pistorius, jetzt, die keine ist. Der einzige Weg, laufen, weg, über die Hindernisse, zu den Zielen, versperrt. Das Drama von Sonne-Mars, Skorpion-Wassermann, unter Saturn, der noch lange zurück- und vorwandert, bis er die Sonne dieses Läufers endlich überquert und die Beengung, Blockade, den Käfig des Plutonischen wieder pur hinterlässt.

Die alten Konzepte von Dasein, die so verbissen sind, so verängstigt, so erschüttert von dem, was einmal war. Weit vor diesen Schüssen. Auch die Tiefe, die Intensität, die gewaltige Transformations-Kraft, die aus dem Durchleben kommt. Dem sich letztlich niemand, auch kein Uranus, entziehen kann. Der ewige Kampf des absolut Freien also gegen die irdische Begrenzung (Saturn) und ihre Folterer (Pluto). Dieses Klima schmeckt Pistorius nun jeden Tag vorab, selbst ein Klischee des gefallenen Helden, dem er davonrannte. Opfer seines Tuns, nicht seiner Umstände. Nicht nur da draußen, auf der Anklagebank, bombardiert von Fragen eines Staatsanwaltes, dem er dazwischen, von Minute zu Minute, anders, kämpferischer antwortet, in den alten Clinch geht, bis wieder ein Hauch von dem Metall durchschimmert. Das er unter die Füße klemmte, um zu sprinten. Bevor er weint. Das Drama ist nie draußen, sondern innen, da, wo die Hindernisse so oft unauflösbar sind. Das, wovor man weggrennt, jeder, nicht nur dieser Mars in 1, im Wassermann, bei Uranus als AC-Herr im Schützen in 11. Schnell wie der Wind.

Wovor er wohl schon viel zu lange fortgelaufen ist. Wie er sich fürchtet. Man sieht das. Wie wir uns alle fürchten. Vor der Angst und vor der Möglichkeit, in uns. Vor dem Trauma, den Erinnerungen, der Erfahrung der Versehrung. Blade Runner, nun anders amputiert, nicht mehr als Spürhund der künstlichen Menschen unterwegs, sondern dessen, was er sich angetan haben kann, wenn er seiner Liebe den Tod antat. Einer, der sich selbst aufspüren muss. Vielleicht diesen unzerbrechlichen, zu lange zu künstlichen Menschen, Produkt all der iPhones, des Stolzes, der Option, des Beifalls, der Forderung. Seiner Konzepte und einer Zeit, die Menschen wie ihn, die entfernt, aber nicht fremd sein wollen, selten begrenzt. Einer, der sich möglicherweise schuldiger gemacht hat, als er es selbst von sich weiß oder wahrnehmen kann, darf. Im Klammergriff der geheiligten Selbst-Vorstellung, der Ethik, die er so gut kennt als Skorpion. Weil er sie chronisch gegen andere verwendet.

Bewohner auch der Blase des folgenden Schützen, der gefürchtete, gesuchte Eskalationen, wenn sie sich ereignen, aus all dem Potenzial an erlebtem und angedrohten und übersprungenem Scheitern heraus vorab schon ausschließt. Suche die Vision. Und lass die Vision stets gut sein. Einer, der seine Wahrheit womöglich erst einmal finden und ertragen muss und dann erst sagen kann. Wenn ihm das Leben, das er kontrollierte, wo auch immer, in wem auch immer, je anders gelingen soll. Reeva Steenkamp macht das nicht mehr lebendig. Angel, Baba, Boo. Tochter einer Mutter und eines Vaters. Liebende, Kämpfende, wie er. Das ist das Schlimmste, Barbarischste, Traurigste. Die Verwicklungen dahinter, die ihn selbst angingen, zustießen, lang zuvor, das einzige, an dem der Läufer, Wütende, Held, womöglich keinerlei "Schuld", Verantwortung hat - daran, dass Täter auch immer Opfer ist. Das bleibt das Drama, das sich fortsetzt und zu neuen Leben und neuen Toden führt. Seit dem Moment, der alles änderte, seit Ewigkeiten und immer, bei jedem, alles ändern kann und wird. Es sei denn, wir würden uns sehen. Und kennen und aufhalten, die Hand just an den falschen Weichen, bevor uns etwas korrigiert, das man dann zu leicht Schicksal nennt.

In Wahrheit ist es auch nur ein technischer Ausgleich dessen, was vorher schon an allen Ecken und Kanten überstand. Auch wenn es sich glatt anfühlte. Auch wenn wir glatt aussahen. Umso mehr, wenn es glatt lief. Umso doppelbödiger, wenn wir Blade Runner, Polizisten und Gewinner und Fühlende sind, die Replikanten mit ihren gefälschten Erinnerungen allüberall ausmachen und überholen und ausmerzen. Nur nicht in uns.

Bilder (bearbeitet): Oscar-Reeva, Flickr, EPA/FRENNIE SHIVAMBU, via Lwp Kommunikáció - LIZENZ CC-2.0 + Titel: Javi. (Flickr: Oscar Pistorius.) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)] + Nick Webb (Flickr: Oscar Pistorius.) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

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