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Hoffnung auf eine Wissenschaft?

So lautete der Titel eines Buches von Theodor Landscheidt, bezogen auf Astrologie. Landscheidt, selbst Astrologe, Forscher und begeisterter Verfechter eines neuen Denkens, wollte damit die Kluft zwischen der alten Dame und den modernen Natur-Wissenschaften überbrücken. Aber selbst 30 Jahre später ist die Meinungsvielfalt unter Wissenschaftlern zum Thema Astrologie immer noch relativ eingeschränkt. Entweder komplett ignorieren, oder gleich die Grundannahme (These), dass Planeten irgendeinen Einfluss auf uns Menschen haben könnten, für völligen Unsinn erklären – zumindest bis vor kurzem waren das die einzigen beiden Haltungen, die man als rational denkender Mensch anscheinend einnehmen konnte.

Aber man soll den Glauben an die guten Eigenschaften objektiver Forscher nie aufgeben, wie jüngste Ergebnisse zeigen. Denn wirklich Wissens-Suchende haben ja zumeist wenig bis keine Vorurteile, sie beobachten einfach das was ist. Selbst wenn sie dadurch dann ungewollt heilige Kühe schlachten.

Der Mond

Gestern erschien im Spiegel (LINK) ein kurzer Artikel über die Auswertungen älterer Versuche in einem Schlaflabor. Und wieder einmal waren es Schweizer Forscher, die Erstaunliches zutage förderten. Der Mond mit seinen Phasen beeinflusst nachweislich unseren Schlaf, seine Tiefe, seine Stärke und seine Dauer. Und das hat nichts mit hell (Vollmond) und dunkel (Neumond) zu tun, die Versuche fanden unter Bedingungen statt, in denen Licht keine Rolle spielte.

Vielmehr wurden die Hirnströme der Versuchspersonen aufgezeichnet, ihre Augenbewegungen dokumentiert und die Ausschüttung bestimmter Hormone (wie Melantonin) gemessen. Ergebnis: die Mondphasen beeinflussen unser Schlafverhalten nachweislich. Und nein, es kann auch nicht an der immer wieder gern ins Spiel gebrachten Gravitation des Mondes liegen, es muss etwas anderes sein, nur hat man noch keine Ahnung was.

Auf den ersten Blick mag einem das noch etwas dürftig vorkommen, aber man sollte solche Ergebnisse nicht unterschätzen. Wenn andere Forscher in ähnlichen Versuchen und Auswertungen zu denselben Ergebnissen kommen (was durchaus noch eine Weile dauern kann), dann ist da eine Tür weit auf. Durch die man zumindest mit ernsthaften Wissenschaftlern vielleicht neu und anders kommunizieren kann, als bisher. Denn das ist ja nicht die einzige, neue Entdeckung, die man mit dem astrologischen Modell in Verbindung bringen kann.

Mars 500

Anfang dieses Jahres durften sechs weitere menschliche Versuchskaninchen ihr freiwillig gewähltes Gefängnis verlassen. Drei Russen, zwei Europäer und ein Chinese hatten sich anderthalb Jahre lang in einer Mischung aus „Sauna und umgebauten Dachstuhl der 70er Jahre“ einsperren lassen, um die möglichen Auswirkungen einer solch langen Isolation auf Verhalten und Gesundheit zu erforschen. Schließlich möchte man ja irgendwann zum Mars reisen (LINK)

Und auch hier machte ein Wissenschafts-Team um den Molekularforscher Jens Titze eine erstaunliche Entdeckung – auch Männer haben eine „Regel“. Zumindest reguliert sich ihr Hormonhaushalt innerhalb bestimmter Zyklen selbst, und es gibt wieder eine auffällige, zeitliche Verbindung zu den Mondphasen. Das Hormon Aldosteron schwankt definitiv in einem 28-Tage-Rhythmus, andere Steroidhormone wie Cortisol und Testosteron haben einen Zyklus von sieben oder 14 Tagen. Aldosteron, auch Dursthormon genannt, wird vermehrt bei Flüssigkeitsmangel ausgeschüttet, Cortisol ist ein sogenanntes Stresshormon und wirkt entzündungshemmend, und was Testosteron nicht nur bei Männern bewirkt, muss man nicht weiter erläutern.

Wir halten fest – zumindest über die zyklischen Schwankungen dieser drei Hormone gibt es jetzt wissenschaftliche Belege, der innere Rhythmus dieser Ausschüttungen gleicht zeitlich den einzelnen Mondphasen bis aufs i-Tüpfelchen.

Die Sonne

Nun gut, könnte man denken, damit wäre vielleicht der Weg geebnet, eines schönen Tages zumindest die Wirkung des Mondes auf uns Menschen anzuerkennen. Und ihn eben nicht nur als Herr oder Herrin der Gezeiten zu betrachten. Aber was ist mit all den anderen Planeten, über deren Wirkungen gibt es doch keinerlei Nachweise. Viel zu klein, viel zu weit weg, nichts Messbares weit und breit, was Wissenschaft gewichten könnte.

Wie so oft, könnte man auch dieses Problem vielleicht dadurch lösen, in dem beide Seiten, Astrologen und Wissenschaftler, einfach die Perspektive ändern. Denn natürlich gibt es einen Himmelskörper, der unser aller Leben bestimmt. Ohne den wir schlichtwegs nicht existieren könnten und würden. Die Sonne. In Astro-Logics IV: Es leuchtet habe ich schon einmal versucht, diesen Perspektiven-Wechsel zu veranschaulichen. Denn im Prinzip ist es ganz einfach.

Da Astrologie seit Urzeiten hauptsächlich mit dem geozentrischen Weltbild arbeitet, der die Erde in den Mittelpunkt des Geschehens rückt, lag und liegt es nahe, nach einem Wirkmechanismus zu suchen, der ebenfalls direkt auf uns wirkt. Das nachstehende Bild (oberer Abschnitt –Altes Modell) entspricht in etwa dieser Vorstellung. Alle Himmelkörper strahlen also in mehr oder weniger ominöser Weise auf die Erde, von A (andere Planeten) direkt nach B (Erde). Soweit – so gut, nur konnte bisher eben niemand eine „Strahlung“ oder ähnliches messen und finden, die dieser Vorstellung entgegen gekommen wäre. Ganz im Gegenteil, genau das machen sich Kritiker und Skeptiker als Argument zu eigen: da ist Nichts, also ist Astrologie Unsinn.

 

Ein weiteres Problem dieses Modells – alle Himmelskörper sind irgendwie gleichgeschaltet, Sonne und Mond werden im Prinzip nicht viel anders gewichtet, als Merkur, Venus und Neptun. Das wiederum widerspricht unserem heutigen Wissen und auch unserer Alltagserfahrung. Zumindest die Sonne hat eine herausragende Stellung, ist quasi die Trägerin aller Lebensenergie.

Wenn man nun aber einfach vom geo- zum heliozentrischen Weltbild wechselt, zeigt sich sofort eine andere Möglichkeit. Was, wenn nicht nur die Sonne bestimmend auf die Umlaufbahnen und die Beschaffenheit der einzelnen Planeten „wirkt“, sondern umgekehrt diese Planeten auch maßgeblichen Einfluss auf die Aktivität der Sonne hätten? Dann würden ihre Stellungen zu ihr und auch untereinander sehr wohl Auskunft darüber geben können, was die Sonne gerade an „Lebensenergie“ produziert und damit auch darüber, was davon wie bei uns hier auf der Erde ankommt. Zu bestimmten Zeiten. Das veranschaulicht das untere Schaubild.

Natürlich bleiben auch bei diesem Modell Detail-Fragen offen, astrologische Ableitungen und Interpretationen würden nicht automatisch in den Stand von Fakten erhoben werden. Aber zumindest gäbe es eine haltbare These für einen Wirkmechanismus, der über das alte, „verstrahlte“ Denken hinaus ginge.

Wenn, ja wenn, kluge Forscher, die auch über die entsprechenden Mittel und Möglichkeiten verfügen, einen solchen Mechanismus anhand von Beobachtungen der Sonnenzyklen überhaupt in Erwägung ziehen würden. Und wieder mal sind es die Schweizer, denen man nur danken kann. Ende 2012 veröffentlichte eine Forschergruppe um Jose Abreu von der ETH Zürich genau solche Beobachtungen (LINK). Sie fanden Hinweise darauf, dass langfristige Sonnenzyklen von der Position der Planeten im Sonnensystem abhängen könnten. „Es deutet alles darauf hin, dass es für die Schwankungen bezüglich der Stärke der Sonnenaktivität externe Taktgeber geben muss, und das könnten eigentlich nur die Planeten sein“, so erklärte sinngemäß Jürg Beer, ein Mitautor der Studie, die Beobachtungen der Gruppe.

Die Zukunft

Das alles sind zumindest Hinweise und Ansätze, die das Exil der alten Dame Astrologie in den dunklen Nischen esoterischer Jahrmärkte beenden könnten. Nicht heute und nicht morgen, aber vielleicht schon früher, als manch einer glauben mag. Wenn sie denn weiter verfolgt werden und ähnliche Ergebnisse in dieselbe Richtung weisen. Nur – den Bezug zu ihrer Arbeit müssen die Astrologen selbst herstellen. Es wäre ein bisschen viel verlangt, auch das noch den wackeren Forschern aufzubürden.

Dazu gehört auch, dass Astrologen wieder beginnen, ihre Beobachtungen und Entdeckungen ernst zu nehmen, ihre Untersuchungen und Forschungen auf solide Grundlagen stützen, die sich auch Nicht-Astrologen vermitteln lassen. Und dort wo es nötig ist, auch bereit sind, ihre eigenen „astrologisch - heiligen Kühe“ zu schlachten.

Dann wird, so viel ist sicher, Theodor Landscheidts Hoffnung eines Tages Wirklichkeit werden.


Bilder: Modelle (bearbeit)- Original image by Niko Lang SVG version by User:Booyabazooka (Own work) [CC-BY-SA-2.5 via Wikimedia Commons

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