Loop!

Mind Maps

Keine gordischen Knoten

knotenKarma heißt: Tun. Nicht: Budenzauber.

Dies ist ein kleiner praktischer Leitfaden als Rezept, wie Leben für alle etwas leichter geht. Höre doch einfach mal auf deine Mondknoten. Wenn genau die mundan wechseln, wie jetzt, gleich, heute Abend (am 9. Mai, 20.28 h, von Jungfrau-Fische nach Löwe-Wassermann), sind "karmische Auswirkungen" in der Pop-Variante der Mindfulness- oder Licht- und Liebe-Szene immer eine Lieblings-Idee. Die konsumenten-freudige Esologie mit ihren oberflächlichen Schlagworten hat da allerdings einen Begriff eher missverstanden. Karma ist nicht ethisch gut, böse oder "Instant-", sondern bedeutet im ursprünglich buddhistischen Sinn schlicht "Handlung" und etwas ganz Praktisches: 

Ursache, Wirkung - wie ich denke, so handele ich wahrscheinlich auch. Dieses Denken und Handeln erschafft rückbezüglich neue Muster im Gehirn und diese Muster wiederum erzeugen einen so starken Trampelpfad im Kopf, dass wir bestimmte Denk- und Handlungs-Gewohnheiten wiederholen. Sogar über Leben hinweg. 

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Ob man nun an Reinkarnation glaubt oder nicht, ist sehr persönlich und für die astrologische Umsetzung letztlich nicht wichtig. Denn schon in diesem Leben finden wir genau solche hartnäckigen Angewohnheiten und möglichen Ausgleich.

Sehr klar zum Beispiel in den Aussagen von "Drachenkopf und Drachenschwanz", Rahu und Ketu im Horoskop. Diese alten Bezeichnungen zeigen schon, dass bei der Knoten-Achse immer eine Portion Mystik im Spiel war. Hier durchwirken sich Sonne und Mond, Licht und Dunkel, aber auch Zukunft und Vergangenheit. Praktisch wirkt der Südknoten wie ein Titel für unseren Autopiloten. All dessen also, auf was wir als Anlage automatisch zurückgreifen, wenn es schwierig wird. Und was wir im Reflex immer wieder neu tun, weil es uns leicht fällt. Außer da, wo wir solche Verhaltens-Rituale ganz bewusst durch etwas vervollständigen, was uns unser Nordknoten zeigen kann. Wenn wir denn hinsehen wollen. Er ist wie ein Kompass in eine neue Richtung.

Der Ort im Selbst, zu dem man sich nach einer klaren Entscheidung bewegt, um aus der individuellen "karmischen Energie" heraus in größere Übereinstimmung mit der Zeitqualität zu kommen und wieder beweglicher zu werden = handeln. Anders. Gegen den Südknoten-Impuls, der gar nicht immer richtig sein muss, sprich, etwa dann auch konstruktiv wirken. Die Zeichen der Knoten-Pole beschreiben die Anlage beider Verhaltensmuster (wie es innen ist), die Häuser, in die sie fallen, die genau Art der Verwirklichung (wie es nach außen aussieht und wie das Spiel gespielt wird). Die ganze Achse wirkt wie die Kurz-Fassung eines vollständigen Entwicklungswegs. Ein Art Patentrezept oder Abkürzung für alle, die wissen wollen, wie sie in ihrem Leben weniger "unheilsame" und mehr "heilsame" Erfahrungen machen oder fließender Ergebnisse erzielen können. Sprich: Hier haben wir einen guten, internen Routenplaner. 

Leider gestaltet sich das dann aber im Alltag gar nicht so einfach. Denn wenn wir in den Nordknoten gehen, der ein wichtiger Ausgleich des Mitgebrachten und Ansozialisierten ist, fühlt sich das meist nicht "richtig" an. Wobei "richtig" im eigenen Leben oft falsch bedeutet. Nämlich bloß 'gewohnt'. Und gewohnt muss nichts Angenehmes heißen, sondern kann auch einfach das "gemütliche Elend" sein, das so schön praktisch ist, weil man nicht viel dafür tun muss. Wo sich Südknoten-Rituale fast automatisch abspulen (ohne dass man sie bemerkt, sie sind oft so "blind" wie Quadrate), kann die Verwirklichung des eigenen Nordknotens mit das Anstrengendste überhaupt sein. Denn man muss innerlich dabei über eine Art Berg, weil es manchmal wie ein Traum daherkommen kann, so "eingenordet" zu handeln. Nicht umsonst wirkt der Südknoten ein wenig wie das 6. Prinzip, der Nordknoten aber wie das kaum greifbare 12. Das neue "Karma", um mal mit den Pop-Vertretern zu reden, sprich, dieses andere Tun, die neue Handlung, gegen die alten Angewohnheiten, muss man sich darum erst erarbeiten. Wechseln nun wie heute um 20.28 Uhr die Knoten überhaupt in ein anderes Zeichen, verändert sich dementsprechend auch das mundane Klima mit seinen Jobs, die es uns abverlangt. Allgemein gesagt, wird der Fokus deutlich spürbar auf eine andere Schicht gesellschaftlicher Erfahrungen gelegt als zuvor. Spielten bisher Neptun und Merkur (für Fische/Jungfrau) inhaltlich eine große Rolle, wird jetzt Uranus mit Sonne noch einmal doppelt wichtig auftreten. Nach meiner Erfahrung sind auch die Herrscher der Knoten (im Radix und für das aktuelle Geschehen) zwei besondere Schlüssel zur Welt.

"Die Mondknoten sind keine Himmelskörper, sondern die Schnittpunkte zwischen der (scheinbaren) Bahn der Sonne, der Ekliptik, und der Bahn des Mondes um die Erde. Die beiden Schnittpunkte liegen einander genau gegenüber und bilden somit eine Achse". (ASTRO-WIKI)

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Auch hier gilt: Wo gerade der Südknoten steht, da legen wir sofort und ohne großes Nachdenken los, da wir in genau dem Zeichen (und im Radix auch Feld) intuitiv glauben: Hier muss ich handeln und zwar genau so, wie ich das immer getan habe. Wenn es eng wird, jedenfalls. Das kann sich unabweisbar zwingend anfühlen oder auch einfach passieren. Die Knotenherrscher arbeiten oft als akute Phänomene, die keiner hervorruft, sondern sie funktionieren über Reiz-Reaktion. Irgendetwas unübersichtlich? Südknoten tritt auf. Bzw. sein Verhaltensbereich, wie ihn Zeichen und Feld beschreiben im Radix.

Dessen Herrscher (seit November 2015 Neptun mundan, bis heute Abend) zeigt also auch an, wohin wir uns automatisch wenden, ganz mechanisch auf Kurs gehen und die Angewohnheiten unseres Südknoten-Hauses dann wie im Reflex auch umsetzen. Diesen Faktor "anzuknipsen", fällt uns fast immer sehr leicht, geht oft sogar wie im Schlaf, weil wir ihn in seinen vielen Schichten in der Kindheit bereits als Lieblingstool kennengelernt (und eingesetzt) haben. Häufig gab es Situationen, wo uns gar keine andere Wahl blieb. So bringen manchmal gerade sehr weiche Menschen taffe Südknoten-Stellungen mit (oder umgekehrt), weil sich darin ihre gesammelte nötige Abwehr subsummiert und dann als Begleitmusik durch ihre Reifung zieht. Gerade darum wäre dann später als Ausgleich der Nord-Knoten-Herrscher und Knoten-Haus und Teichen - bei genauerer Betrachtung der Lage - im Erwachsenen-Leben der bessere Ratgeber. Alles Automatisierte wird ja leicht zur Hemmung, wo es eigentlich nützen sollte. Man kann es nicht einfach so variieren. Es ist dann wie eine neurotische Fußfessel, die wir immer noch mitschleppen. Genau da kann Nordknoten unendlich wichtige Ergänzung eines eher festgefahrenen Verhaltens-Repertoires sein.

Diese alte Handlungsweise (gekoppelt an Gefühlszustände - siehe Zeichen) ist so widerständlerisch, weil es eben einmal, damals, wegen der "flüssigen Anlage" einen Überhang des Südknoten-Verhaltens gab. Sicher ist, dass der Nordknoten als Unterstreichung eines bislang ausgelassenen Handlungs-Bereichs im eigenen Leben fungiert. Was man aber wunderbar lernen kann, wenn man begreift, wie wichtig diese Absicht, das Versuchen, das Tun ist. Egal, aus welchem Grund es als Routine noch fehlt. Nordknoten weist wie ein Pfleil mitten in den anderen Umgang mit alten Bekannten auf der eigenen Konflikt-Bühne. Er ist das Navi in die schnellere, reibungslosere Entwicklung, über das wir konstruktiver auch in unser MC kommen. Also das, was das Ergebnis dieses Lebens für uns sein soll und wird, wer wir sein werden, sobald wir unsere Bedeutung erkennen oder sind. Dazu müssen wir aber zunächst den Sprung aus dem Südknoten wagen.

Manchmal kommt es tatsächlich soweit, dass wir selbst erkennen, wie wir dort, am Südknoten, mit unseren alten Geschichten und Antworten hängen, vor die Wand laufen und wie im Karussell dauernd dieselben Fehlschläge reproduzieren oder provozieren, das gleiche alte Anecken, ähnliche Streitigkeiten. Hier sehen wir mit der Kinderbrille die alten Angreifer, die alten Unterdrücker, die alten Gespenster. Und wie die alten Kinder, die wir waren, wehren wir uns hier. Weil wir einst nichts anderes zur Verfügung hatten als das, was unser Südnoten mit seinem Herrscherplaneten so schön beschreibt - und erfolgreich damit waren. Oder sagen wir: Erfolgreicher als mit vielem anderen, was wir erst lernen mussten. Natürlich kann man ein Leben lang so weitermachen (und wird das vielfach auch). Aber es ist oft, als wären wir Esel, die für eine Olivenpresse im Kreis laufen - zutiefst frustrierend, je länger es dauert. Denn: Mehr davon macht mehr davon - und wir sind keine Kinder mehr.

keyDer Nordknoten wird dann zur richtig großen Chance. Aber auch zu einer, die man immer und immer wieder, so oft man es auch übt, am leichtesten übersieht. Obwohl dieser Punkt eindeutig den Finger auf die Wunde legt und sagt: Mach es diesmal anders. So, wie ich dir anbiete. Verhalte dich versuchsweise neu! Dann tut es vielleicht nicht mehr so weh. So gesehen setzt die Knoten-Achse insgesamt eine Überschrift über den Verhaltensbereich, der am destruktivsten wirken kann, wo er starr ist. Aus dieser Ecke kommt dann auch der Gedanke, es handele sich dabei möglicherweise um Verhalten, was man aus anderen Leben mitgebracht hat. Da es so veränderungsresistent und dominant wirkt, wenn man den Nordknoten auslässt, der aber dazu gehört. 

Wie wahr auch immer das sei - der Nordknoten ist wie eine neue Idee zum alten Leben oder den alten Leben, ein Potenzial der Zukunft und schlägt vor, wie man genau diese uralten, unflexiblen Techniken, die man so gut kennt, mit anderen Angewohnheiten ausgleichen könnte. Als Anhaltspunkt hier eine kleine Liste der Ausdrucksformen, wie sie durch die Knotenachse im spontanen Konfliktverhalten oder bei Unsicherheit im Außen oder unüberschaubaren Zuständen zustande kommen können. Zunächst beschreiben wir ganz kurz einen Ausdruck des mechanischen Südknoten-Handelns und danach, wie man es dann durch Nordknoten ausgleicht bzw. ergänzen kann. Denn "wegmachen" lässt sich ein Südknoten-Verhalten ja nicht, das oft für ein Kind eben doch sehr gewinnbringend, weil flüssig einsetzbar und darum manchmal sogar lebensrettend in einem Familiensystem war. Und uns als sichere Bank auch erwachsen noch Sinn macht. Selbst, wenn sonst alle Stricke reißen, der Südknoten arbeitet ja stabil und zuverlässig, auch wenn wir abschalten, überstresst oder unterschätzt werden.

Im Zeichen gilt das Beschriebene jeweils zunächst für die Grundanlage, im entsprechenden Haus für das gezeigte Verhalten, das die Anlage nach außen sogar überdecken kann. Aber so wichtig ist, weil es die Umsetzung ausmacht. Man schaut also am besten für sich selbst immer beide Möglichkeiten ergänzend an - Zeichen UND die Felderstellung, die oft jedoch viel stärker auffällt. Hier kann man auch ansetzen, wenn es einem schwer fällt, sich anfangs mehr in Richtung Nordknoten zu verändern. Öfter mal so tun, als ob man schon im Nordknoten wäre und das dann üben, wird immer helfen.

Die Knoten in den Zeichen/Häusern in stark verkürzter Form, Achtung → Süd-Knoten nach Nord-Knoten:

  • Widder/Waage oder 1/7 - Automatisch: Als Einzelkämpfer die Initiative ergreifen, in Challenges oder Aktivismus verfallen, ausprobieren, konfrontieren oder streiten. Ausgleichsverhalten: Harmonie bewusst suchen, in die Begegnung gehen, Antworten abwarten, Liebe und Zu-Wendung üben. Nötige Frage: Was schafft Balance?
  • Stier/Skorpion oder 2/8 - Automatisch: Abgrenzen, Absichern, Arbeiten, Fakten checken, Werte verteidigen. Ausgleichsverhalten: Bewusst emotionale Konzepte und psychologische Hintergründe verfolgen, sich auf etwas fixieren, verbindlich gegenüber anderen werden. Nötige Frage: Wem gilt meine Loyalität?
  • Zwillinge/Schütze oder 3/9 - Automatisch: Kurzfristige Ideen verfolgen und veröffentlichen, funktional denken und handeln, mit Infos oder Kommunikation Perspektive ersetzen. Ausgleichsverhalten: Horizont erweitern, Fremdes würdigen, Philosophieren. Nötige Frage: Welchen Sinn hat das?  
  • Krebs/Steinbock oder 4/10: Automatisch: Fühlen, emotional demonstrieren, konsumieren, verinnerlichen, Emotionales anfüttern. Ausgleichsverhalten: Struktur suchen, sich organisieren, Regeln einhalten, Hierarchien finden. Nötige Frage: Was ist allgemein wichtig und was nicht?
  • Löwe/Wassermann oder 5/11 - Automatisch: Sich selbst ins Zentrum setzen, spielen, gestalten, bestimmen, immer neu kreieren. Ausgleichsverhalten: Beobachten, in die Distanz gehen, andere im Zentrum lassen, verändern, öfter rebellieren. Nötige Frage: Wie lassen sich Extreme ausgleichen?
  • Jungfrau/Fische oder 6/12 - Automatisch: Defizite und Perfektion suchen, auf Details bestehen, Kleinigkeiten groß machen, Gefahren finden. Ausgleichsverhalten: Das Gemeinsame suchen, Grenzen erweitern, entspannen, das große Ganze sehen. Nötige Frage: Nach was sehne ich mich? 
  • Waage/Widder oder 7/1 - Automatisch: Harmonie suchen, in die Begegnung gehen, balancieren, auf Antwort warten, Liebe und Zu-Wendung üben. Ausgleichsverhalten: Einzeln aktiv werden, offensiv sein, ausprobieren, konfrontieren oder streiten. Nötige Frage: Was will ich gewinnen? 
  • Skorpion/Stier oder 8/2 - Automatisch: Emotionale Konzepte und psychologische Hintergründe verfolgen, sich auf etwas fixieren, verbindlich gegenüber anderen werden. Ausgleichsverhalten: Abgrenzen, Absichern, Arbeiten, Fakten checken, Werte verteidigen. Nötige Frage: Was gehört mir?
  • Schütze/Zwillinge oder 9/3 - Automatisch: Horizonte erweitern, Fremdes würdigen, vertreten, an was man glaubt, Dinge nicht beenden. Ausgleichsverhalten: Kurzfristige Ideen verfolgen und veröffentlichen, funktional denken, Kommunikation und Information statt Perspektiven anbieten. Nötige Frage: Welchen Zweck hat das? 
  • Steinbock/Krebs oder 10/4 - Automatisch: Struktur suchen, organisieren, Regeln einhalten, Hierarchien finden. Ausgleichsverhalten: Fühlen, emotional demonstrieren, öfter konsumieren, passiver werden, verinnerlichen, Emotionales anfüttern. Nötige Frage: Was fühle ich dabei? 
  • Wassermann/Löwe oder 11/5 - Automatisch: Rebellieren, beobachten, in die Distanz gehen, andere im Zentrum lassen, verändern. Ausgleichsverhalten: Sich selbst öfter ins Zentrum setzen, spielen, mehr selbst gestalten, bestimmen, immer neu kreieren. Nötige Frage: Was möchte ich erschaffen?
  • Fische/Jungfrau oder 12/6 - Automatisch: Gemeinsames suchen, Grenzen erweitern, entspannen, das große Ganze sehen, sehnsüchtig sein, Ausgleichsverhalten: Defizite und "richtige Funktionen" finden, auf Details bestehen, Kleinigkeiten wertschätzen, Gefahren finden. Nötige Frage: Wie setze ich das um?

knoten111Natürlich sind diese Beschreibungen stark vergröbert - was aber ganz im Sinne der Balance ist, in die man mit der Knoten-Achse kommen kann. Aktuell wäre mit dem Knotenwechsel von Fische-Jungfrau nach Wassermann-Löwe die Frage entsprechend: Was möchte ich erschaffen? Eine Übung, die auf die wesentlichen Gestaltungsmöglichkeit des Einzelnen gegenüber scheinbar festgefahrenen gesellschaftlichen Zuständen abzielt und damit das Setting noch einmal ein bisschen anders öffnet. Während die automatische Tendenz nun wieder dahin geht, Gegensätze zunächst eben nicht in ihrem Sein und mit allen Ambivalenzen akzeptieren, sondern sofort radikal und krampfhaft uranisch auszugleichen. Auch die Welt entwickelt eben ihre gewohnten Defizite gern im Mondknoten-Zyklus.

Es wird auffallen, dass sich das "neue" Klima langsam wieder herausentwickelt aus den jüngsten Dauer-Reflexen von Verwirrung. Wie sie seit dem Aufenthalt des Südknotens in den Fischen so viel Chaos symbolisierten, in das man als Gemeinschaft entgrenzt verfiel. Stattdessen brandet dann womöglich bald wieder reflexhaft das "Rebellen-Programm" in der allgemeinen Tendenz auf. Ein Widerspruchsgeist, den Südknoten im Wassermann als "ersten Gedanken" so häufig auch im Radix nahlegt. Verändern, verändern, um jeden Preis! Abhauen? Sich anders distanzieren? So tun, als ginge einen alles nichts an? Probleme einkreisen und dann mit der Axt einmal kräftig durchziehen, statt sie "am Mann" = Menschen = Löwe individuell zu lösen? Das wäre ein Südknoten-Programm.

Aber Achtung: Es handelt sich bei den Knoten nie um Ausschluss-Kriterien. Der Nordknoten weist ja lediglich darauf hin, was eine notwendige, ausgleichende Zugabe für die alten Hau-Ruck-Tendenzen sein kann und darf. Jedenfalls, wenn man sich freundlicherweise immer wieder daran erinnert: Man hat dann Alternativen, die sogar fein säuberlich als Schlagworte im Horoskop erkennbar sind. Natürlich kann man daraus einen ganzen Kosmos ableiten: Wie die Knotenherrscher zu den Knoten gestellt sind. Ob sie den Tendenzen widersprechen oder nicht. Wer sie wiederum beherrscht. So entstehen ganze Ketten eines ableitbaren Verhaltens im Starren und Flexiblen. Die 2-Wege-Melodie der Achse.

Hier, im 5. Prinzip, das nun auflebt durch den Knotenwechsel, kommt als Möglichkeit zur Bedrohungs-Angst und all dem Veränderungs-Druck des 11. Zeichens auch die Sicht auf persönliche, statt immer nur thesenhafte, ideologisch radikal verkürzte, eben keineswegs nur transpersonal oder unpersönlich find- und lösbaren Gründe, wie sie ein Uranus liebt. Und kurz und klein hacken kann in seiner geistigen Fitness. Das ist jetzt nicht dran, weil überholt. Es kommt in den Blick die Wärme, die Sonne, das Persönliche, Zentrierende. Etwas, um das Mensch sich sammeln kann. 

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Deshalb geht es jetzt eben vermehrt auch darum, bewusst immer wieder den "Menschen" hinter dem theroretischen Problemfeld anzuschauen, das man auf dem Reißbrett eben auch nur reißend löst.

Ein Problem ist ja nicht wirklich die Logistik-Veranstaltung, die Uranus gern darin sieht. Wo Wassermann dann bestenfalls viele Haltungen rasch und mutig austariert oder Köpfe rebellisch rollen lässt und hofft, dass sodann gesellschaftlich Erleicherung eintritt (soweit der Traum), sieht die Realität anders aus. Ein Konflikt besteht immer aus vielen, vielen schlagenden Herzen (Löwe), die ein Recht auf unterschiedlichen Umgang mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen haben. Die das Verstehen einfordern, was Schütze, das nächste Feuerzeichen nach Löwe, erst anbieten muss - und dazu braucht es Großmut und Großzügigkeit des Feuers.

Wer also mit der Zeit gehen möchte ab jetzt, kann sich drum entscheiden, den anderen auch in seinem emotionalen Bedürfnis eine Weile wirklich entgegenkommend und umarmend wahr- und anzunehmen. Das kann man üben. Bis man das Du auch als fühlendes Wesen, als Individuum erkennt und ernsthaft in Kompromisse einbezieht. Statt privat und gesellschaftlich immer wieder entweder vom Eis zu gehen, wenn es eng wird oder gar eiskalt und theoretisch sehr geschickt Brüche noch zu vergrößern. Damit man das, was einen nervt oder beängstigt, vom Hals hat.

Nicht sehr sinnvoll, sagt Nordknoten im Löwen. Stell dich zur Abwechslung der Fairness halber wirklich und nicht nur auf dem Papier der Gleichheit der Rechte jedes anderen, wenn du Dinge lösen willst. Was als Gedanke ja die Paradedisziplin des Wassermännischen ist, aber als initialer Funke das Feuer des Löwen braucht, der zentral die Wärme sammeln kann, die den uranischen Schnitten fehlt. Werde dabei auch besser kreativ, bleibe nicht kühl. Leichter gesagt, als getan, natürlich. Aber niemand hat gesagt, dass Leben leicht sein wird (außer den Berufspositivisten, die unter dem Lächeln genauso hart wie jeder andere mit ihren schlechten = starren Südknoten-Gewohnheiten kämpfen).

Wo immer wir im Wassermann oder Löwen Planeten haben im Radix, werden womöglich bald auch destruktivere oder konstruktivere Gewohnheiten auftauchen. Ein ganzes Universum an bekanntem Verhalten. Wie eine chronische Wunde, die erst akut werden muss, um zu heilen. Wir sehen einfach das leichter als sonst. Es ist nicht neu. Gut zu wissen, wieso ausgerechnet gar nicht anderswo transitierte Faktoren auf einmal verrückt spielen. Im Löwen und Wassermann kann sich nun lauthals melden oder anders wichtig machen, was ein Recycling braucht. 

Und wer es während des Südknotens in den Fischen wegen all der aufpoppenden emotionalen Anziehung des Durcheinanders nicht geschafft hat, als Ausgleich doch bitte auch gleich per Jungfrau bewusst immer wieder neu einströmende Fakten zu überprüfen (wir raten mal - es waren fast alle von uns!), hat jetzt eine andere Chance: Man kann dafür nun den Nordknoten im Löwen zur verantwortungsvollen, warmherzigen Einmischung nutzen, statt als uranischer Beobachter von außerhalb darauf zu warten, dass irgendjemand für uns tätig wird. Der als Revolte die gordischen Knoten, die uns ans ewig gleiche Setting binden, durchschneidet, durchschlägt, aufknüpft oder anderswie radikal zerstört. Genau danach wird es uns zwar öfter sein. Aber das wird die Lage nur verschärfen. Kein Problem, man muss nicht alles tun, wonach es einem ist oder was man sich theoretisch so als sinnvoll zurechtdenkt.

Einer der größten Irrtümer der Luft- und Feuerzeichen ist ja, dass sie Gedanken und Impulse mit faktischen Notwendigkeiten (Erde) verwechseln und darüber zu emotionaler Wahrheit (Wasser) kommen. Stimmt so nicht. Das sind gleich mehrere Paar Schuhe. Bei allen uranischen Gedankenblitzen ist deshalb jetzt auch eher etwas Vorsicht geboten, so lange sie nicht Menschen aus Fleisch und Blut einbeziehen. Eine wunderbare Prüfung für den Alltag könnte sein, sich immer wieder zu fragen: Wem nützt meine Lösung? Lautet die Antwort: Der Eigenständigkeit von Menschen, der allgemeinen Lebendigkeit oder zentralen Lebensbedürfnissen, ist man vermutlich auf dem richtigen Weg der Sonne.

Auch wenn sich immer wieder versuchsweise allgemeine, völlig flache, reine Gedankenkonstrukte einschleichen werden, die Uranus im Widder als Südknoten-Herr als Beruhigungspille nutzt (paradox = Beruhigung durch Aufregung!). Hat die Antwort aber mit irgendwelchen unverbindlichen gedanklichen Befreiungstrips zu tun - bitte achtsam bleiben. So sind sie, die Denk- und Handlungsrituale, jene andere Art des Karma, wie es immer mal wieder in Form unsäglich missinterpretierbarer Erscheinungen auftaucht, weil die Zeit einfach reif ist. Auch Unsinn regnet sich ab, um sich irgendwann zu erschöpfen für's eigene Leben. Man erkennt ihn daran, dass er vielen schadet und wenigen nützt.

nodevirgoBalanciert man dann aber Wassermann am Südknoten jeweils mit einer guten Dosis Löwe aus (so gut, wie man es gerade kann), besteht eine größere Chance, tatsächlich den Weg der Lebendigkeit zu gehen. Der Übergang der Knoten nach Löwe-Wassermann (siehe Radix oben) ist diesmal auch vielversprechender als der von Waage nach Jungfrau 2015. Wo eher narzisstische Tendenzen vorlagen (rechts - siehe die immense Betonung des Übergangs-Horoskops im 1. Quadranten). Heute dagegen ist es so, dass kurz vor Vollmond im Skorpion existenzielle Wandlungen anliegen (siehe Loop! > "KOPF-FÜSSLERINNEN ZAUBERN NICHT"). Dahin kann der 1,5 Jahre lange Prozess der fixen Knoten tatsächlich führen. Wo nun der 2., der erschaffende Quadrant, in dem wir uns gegenüber der Umwelt aussteuern, deutlich mehr betont wird.

Grundsätzlicher stehen ja auch die Lichter, Sonne und Mond, aus deren Bahnen sich die Knoten errechnen, astrologisch für die kosmische Ehe. Die Knoten-Achse bietet darum eine wirklich große Chance, das Ganze zu sehen. Als Summe seiner Teile und für sich. Welche Möglichkeiten habe ich also noch, wenn ich spüre, wie mich innen etwas drängt, wieder auf alte Art zu handeln? Zu wem macht mich das? Begreife ich, dass ich wirklich immer die Wahl habe? Wie bei jedem anderen astrologischen Faktor, dessen Analogien man als Ausdruck bewusst aufgreifen kann, ist das bei den Knoten wichtig. Aber als sensitive Punkte zeigen sie eben noch größeren eigenen Zugriff an.

Wer bin ich? Das ist immer die Frage, die wir im Sonnen-Kontakt oder Löwen nicht vergessen sollten. Wer war ich? Und wer kann ich sein? Angestoßen zur konstruktiven Ent-Wicklung (= Enträtselung und Entknotung) ihrer Gewohnheits-Tendenzen werden ab heute eine Weile insbesondere Menschen mit Sextilen/Trigonen/Konjunktionen ihrer Knoten-Achse zur "neuen" Knoten-Achse. Also: Diejenigen mit Luft- und Feuer-Knoten im Radix. Land in Sicht, kann man da nur sagen. Es zieht etwas am alten "Karma", im Sinne der neuen Wahl anderer Haltungen. Wer Quadrate, also die Knoten in Stier-Skorpion hat, kann sehr schwierige, aber auch unendlich befriedigende Sprünge in seinem Prozess machen und tatsächlich dann überraschend mit alten Gewohnheiten brechen. Aber wie immer bei den Knoten: Man muss es wollen. Und dann muss man es auch tun.

Buddhistisch ist der endlose Knoten ohne Anfang und Ende übrigens eins der acht glückverheißenden Zeichen. Ein Symbol der ultimativen Einheit von allem mit allem. Und außerdem der gegenseitigen Abhängigkeit voneinander. Einer Beziehung, die existenziell ist und deren Erkennen Mensch erst aus der Vereinzelung eines kosmischen Fighters herausholt und in Neptuns Meer der Vernetzungen bringt.

Seien wir fair. Alles hat ja seine Berechtigung. So gesehen ist selbst der populäre, flache Karma-Begriff (wir erinnern uns: gut, böse oder instant-) mit seinen ethischen Missverständnissen durchaus auch ein schönes Symbol: Denn jede Wirkung hat tatsächlich immer eine Ursache. Nur dass die sehr oft eben in der eigenen Sicht auf die Dinge liegt, sofern es sich um glückliche und unglückliche, gute oder schlechte "Fakten" und Faktoren handelt, von denen man da redet. Vieles ist prägbar an Schlechtem, nur weniges einfach da - wie Unfälle, wie Krankheiten, wie Gewalttaten. Außer diesen eindeutigen Schicksalen besteht Welt oft aus Kopf-Geburten. In Wassermann-Löwe Analogien unterscheiden wir aber da jetzt leichter: Welcher Weg hat Herz? Und welcher Weg hat nur Gedanken? Auch Letzterer kann klug, weise oder sogar hochintelligent sein, wird aber selten zu der tiefen Freude führen wie dieser, in die uns unsere Verbindung mit etwas, jemandem führt. Auch mit dem, was größer ist als wir selbst. Eine Idee des Übersinnlichen, die es uns letztlich erlaubt, auch im anderen, kleinen Menschen tatsächlich den anderen Menschen zu sehen. Statt eines großen Problems. Fröhliches Praktizieren der Lebendigkeit und Ausgleichen der eigenen Achse!

Bilder (bearbeitet): Vector Knoten -> Lucis (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons + Ewiger Knoten -> Pixabay

  • Ein sehr spannender Artikel, denn ich bin es auch leid, die zwei Endes des Drachens mit Karma assoziiert zu sehen.
    Karma dir überhaut noch trauen?
    Ich weiss, ich war auf einer ungewöhnlichen astrologischen Schule und mein Lehrer hatte eine selbst erarbeitete eigene Auffassung und Herangehensweise an die Knoten.
    Da er sich sowieso gern mit dem Mysthischen befasst und mit Drachen in allen Darstellungen und Geschichten mitunter auch, war seine Deutung trotzdem und gerade deshalb sehr praktisch.
    Der Drachenkopf ist demnach der Ort, wo der Drache schlingt und frisst, der Ort, an dem uns alles zufällt.
    Es "kommt sowieso", die frage ist eben nur WIE es kommt.
    Das zu beeinflussen geht nur, wenn wir dem Drachen zuvor den Arsch abwischen und eine gute Darmentleerung machen.
    Demnach ist der Südknoten der Ort, an dem der Drache scheisst, ausscheidet, an dem er unablässig in die Welt posaunt. Und die Frage ist WIE er das tut. Wenn er das schon eh tut sollte er vielleicht nicht überall Kufladen herabfallen lassen sondern wie ein sauberes Kätzchen ein Loch buddeln, hier sein Geschäft verrichten und dann wieder alles schön an der Oberfläche machen, sprich, hier ist eine Aufgabe gegeben.

    Wir lernten in dieser Schule die Knoten aus der Achse 30 Krebs/ 0 Löwe für den Nordknoten (Sonne Mond Bezug ) und 30 Steinbock/ 0 Wassermann ( wie Chiron, eine Aufgabe! ) kommend zu deuten, also die Knoten herrschen im chart über diese Punkte und über die Häuser die in diese Punkte fallen.

    Wenn mein Südknoten also aus dem 6ten Haus kommend im 9ten Haus ist, dann ist meine Aufgabe, mich mit seelischer Aussteuerung schreibend mitzuteilen, meine Meinung fleissig und seelisch angepasst mitzuteilen, Lehre und Justiz zu bereichern indem ich auf den Alltag zurückgreife und damit hantiere.
    Automatisch fällt mir dann mit Nordknoten in 3 aus 12 kommend Kommunikation und Nachbarschaft zu, Immer. Aber ob es sich um einen glücklichen Zufall handelt und ich hier quasi ein Geschenk aufmachen darf oder nicht hängt davon ab wie ich damit umgehe. Und dabei gibt es 4 verschiedene Herausforderungen je nach Quadrant in dem der Knoten liegt.

    Der Nordknoten wird ja rein technisch vom Mond transitiert und überquert, wenn der Mond sich auf die nördliche Seite der Ekliptik zubewegt und diese also kreuzt und umgekehrt mit dem Südknoten auf dem Weg unterhalb die Ekliptik. Der Mond ist also auf seinem Weg immer dabei, hier eine exakte Berührung vorzunehmen und ich denke, das spannendste ist jetzt vielleicht auch der Moment, an dem der transitierende Mond das erste mal über einen der zwei Punkte in den neuen Zeichen geht und nicht allein der Ingressmoment. Wichtig ist ja vor allem auch, dass die Knoten des Mondes mit den FInsternissen der LIchter zu tun haben. Denn hier gibt es dann (eventuell exakte) Konjunktionen.
    Die Menschen spürten schon immer, dass Sonnenfinsternisse und Mondfinsternisse Veränderungen nach sich zogen, wobei diese je nach Zyklus langfristiger oder kurzfristiger zur Geltung kamen. Die Mondfinsternis zog Veränderungen innerst einem Monat nach sich, die Sonnenfinsternis entsprechend des Zeitraums bis zur nächsten ( eher totalen als nur teilweisen ) Finsternis ihrer selbst.
    Sinnbildlich glaubten die Menschen, ein Drache oder ähnliches Ungeheuer verschlinge die Sonne - dies war in vielen Kulturen so und schlug sich in ihren Mythen nieder. Letztlich muss ich auch bei der Geschichte von Jona der vom Wal verschlungen wird in der Bibel daran denken, bis sein Sinneswandel einsetzte ( auch ein Wandel ) und er wieder an Land gespuckt wurde, also festen Boden unter den Füssen hatte und bereit war, Gottes Auftrag zu erfüllen. Es gibt auch den Fixstern Cetus, den Wal, der für das allgemeine Unterbewusste der Massen steht, das prägen und mitreissen kann, nicht wirklich eine Gefahr ist, aber eine Strömung. Übertragen auf die Geschichte vom Wal und Jona sehe ich es so, dass Jona hier erst in die Strömung der Masse des Volkes eintauchen musste um überzeugt zu werden, dass er - im Sinne von Karma - bereit ist etwas zu tun. "Hier muss etwas getan werden, so geht das nicht mehr weiter! Und ich möchte nicht mehr im >Bauch des Wales< schlafen sondern in Aktion treten!" In jedem Zeitraum zwischen Sonnenfinsternis und Sonnenfinsternis und je nach dem in welches Haus eines Charts diese fällt und welche Aspekte und Aufgaben der Herrscher dieses Hauses hat gibt es neue Herausforderungen. Und diese heissen ja "heraus-" Forderungen und nicht Heineinforderungen, weil es erst aus einem alten Weltbild hinaus gehen muss bevor gehandelt werden kann, heraus aus der Gemütlichkeit des Walbauches, in dem alles vorverdaut vorliegt.
    Es gibt einen Drachenbauch bei der größtmöglichen südlichen Neigung der Mondumlaufbahn zur Ekliptik und einen Drachenrücken bei der größtmöglichen nördlichen Neigung.
    Die Finsternis heisst Eklipse und daher die Ekliptik Ekliptik.

    Ich entdeckte heute einen Post einer Facebookfreundin, deren Vater vor Jahren aus ihrem Leben spurlos verschwand. Eine "neue Verwandte" fand sie nun über facebook weil sie ihren alten Namen dort behielt. Man weiss ja nie. Und sie selbst war unterwegs in einen kleinen Ort in England um bei Liz Greene einen Kurs zu machen wo es auch um Jungsche Themen ging. Nun erfuhr sie, dass ihr Vater in ebenjenem Ort zuletzt lebte und dort begraben ist und dort einen Buchladen hatte und also Bücher genauso liebte wie sie selbst.
    Ist nicht nun der Nordknoten im Löwen, im Zeichen der Sonne, des Vaters?
    Sie besuchte sein Grab und den nun nur noch als Ruine existierenden Buchladen. Wer weiss, vielleicht baut sie ihn wieder auf? Sie ist glücklich über neue Verwandtschaft und endlich zu wissen wo ihr Vater abgeblieben war.
    Alles Zufall? Hat Gott gewürfelt und ihr ist dies nun zugefallen?
    Im Herzen aller Phänomene gibt es eben doch soetwas wie Zufall, ein nie endendes Chaos - und Einstein lag falsch mit seiner Aussage, dass Gott nicht würfelt.
    Dafür gibt es nun die Quantenmechanik, die diese innere Spontanität anerkennt.
    Chaos ist die Ursuppe, aus der Schöpfung entstanden ist.
    Chaos ist das Urpotential, der Zustand von "nichts ist unmöglich".
    Und es ist für die Schöpfung und die Ordnung aller Dinge wie der Ozean für Atlantis.
    Die Ordnung ist eine Insel und vielleicht hat sie nicht mal bestand.
    Vielleicht ist ihr Dasein nur vorübergehend und das Chaos wird eines Tages alles Land zurückholen...
    Jedenfalls ist es noch da und ab und an macht es eine Flutwelle und verschlingt den Tand von Menschenhand auf dass wir wie Ameisen neu bauen müssen.

    Immer wieder gab es Retter der Ordnung ( und Prinzessin ) die gegen den Drachen kämpften und ihn bezwangen, an den Mauern der Stadt, am Rand der Ordnung, zerbrechlich wie eine Eierschale.
    Das Gefühl von Berdrohung bleibt.
    Die Drachen wachsen nach, es gibt keinen letzten seiner Art.
    Nur heissen sie heute anders und die Mythen sind heute andere, mal davon abgesehen, dass es Theorien darüber gibt, dass den Mythologien Dinosaurier zugrunde liegen, die zeitgleich mit Menschen gelebt haben sollen.
    Auch ist die Astrologie die weibliche Ritterin, die Ordnung schafft wo Chaos herrscht.
    Unten die Ursuppe und oben das leuchtende Bild der Ordnung, an dem wir uns nur zu orientieren brauchen.
    Wie oben so unten. Die Einzelteile des Chaos nehmen wir zur Hand und ordnen sie zu, beschriften sie und sagen: So ist es oben, entsprechend kann dies benannt werden.

    Synchronizität nennen wir es und entzaubern es damit.
    Jung betonte die Akausalität der Synchronizität.
    Es gibt keine Ursache und Wirkung, es "ist einfach so".

    Mir erklärte mal ein Pastor als ich Jugendliche war, dass Kinder oft Fragen stellen und Väter dann oft antworten: "Das ist einfach so." Das war mir zwar nicht passiert, aber es bewegte mich sehr.
    Für Jung ging es um dieses "Es ist wie es ist und das ist Kismet."
    Aber in der Schöpfung geht es um mehr, nämlich um die Liebe zu dem was ist, um Kreativität.
    "Und wenn ihr die Liebe nicht habt, so habt ihr nichts." ( ein bekanntes Jesus - Zitat, der ein Diener des Herrn, des Chaos war oder vielmehr ein Beauftragter der Idee, das Chaos zu kultivieren und Liebe damit zu säen, kreativ zu sein, Sinn zu stiften, Geduld zu haben und nicht aufzuhören )
    Deswegen sind all jene, deren Motive nicht von Liebe bedingt sind im Grunde arme Kirchenmäuse und sehr zu bedauern, ganz gleich wieviel Geld und Macht sie haben.
    Wir suchen bewusst den Zufall im Spiel mit dem Orakel, mit den Würfeln, den Karten, dem Vogelzug und der Fleischbeschau, auch vielleicht in der Stundenastrologie. Tarot, Scharfgarbenstängel, Kaffeesatzlesen und was es noch alles gibt, Wolkenformationen... :-)
    Der Zufall wird in unser Leben hineingezogen, wir angeln darin und wissen nicht: Ist es ein Hai oder ein Karpfen, der anbeisst?
    Im Englischen heisst Zufall einerseits chance und meint das Unvermutete und andererseits heisst er hazard und meint den Moment, in dem wir anfangen, mit ihm zu arbeiten und ihm eine Bedeutung geben in der Unbestimmbarkeit des Augenblicks. Das heisst nicht, dass "Gottes Wille" automatisch gütig und gerecht und gut ist. Es ist hier die Existenz einer unfehlbaren Gottidee verneint. Daher meine ich kommen die vielen verschiedenen Götter im Hinduismus, um die einzelnen Charakterzüge diese Gottidee unterschiedlich einordnen zu können und im Glauben liegt ja bekanntlich Kraft. (Und für die Eingott-Religionen, die im Ursprung an eine zweigeschlechtliche Gottheit glaubten, ein Yin und Yang gilt dann wohl soetwas wie dass wir einfach Achtung vor dem einen großen Chaos haben ganz gleich was es tut und lässt und zugleich auch Achtung vor den Wechselwirkungen derer mit ihm, die es sinnstiftend ergriffen haben so dass der Stock zur Schlange wurde, denn vielleicht ist auch Moses Stock hier nur die Mondknotenachse, die er sich zunutze zu machen lernte/ bereit war)
    Es gibt immer neue Entscheidungen, immer wieder ein "es ist ungewiss" und immer wieder ein risiko.
    Wir sind viele kleine Spielfiguren im Drama des Universums und jeder Zug eines Einzelnen beeinflusst das Gesamtbild. Und da gibt es auch kein Pardon. Wie es auch oft nicht nur schwarz und weiss gibt sondern Graustufen. Etwas ist einerseits negativ und andererseits gut. Auf verschiedenen Ebenen.
    Angst davor, die Kontrolle zu verlieren macht oft teilnahmslos, apathisch, ja feige.
    Mein Lehrer meint, der Kreis des Horoskops ist wie die Speerspize des Ordnungshüters, der den Drachen für immer zurückweisen möchte, auch wenn dies nie endgültig gelingen wird. Der Kreis fordert Periodizität, Berechenbarkeit von Zyklen und zyklischer Entfaltung. Aber der Drache kommt wann er will.
    Deswegen müssen wir im Chart dem Drachen einen Platz überlassen und ihn milde stimmen.
    Denn der Drache Niddhöggr nagt an der Weltesche Yggdrasil und das Chaos frisst an den Grundfesten des Kosmos. Und die Glyphe Geburtshoroskop ist an das Chaos gebunden.
    So wie Persephone an den Herrn der Unterwelt durch den einen verspeisten Granatapfelkern gebunden ist und nur die halbe Zeit ihres Lebens bei der fürsorglichen und voranschreitenden Mutter (über der Erde) weilen darf.
    Daher sind die Mondknoten wie eine Art Wurmlöcher zu verstehen, Schnittpunkte zu einer "anderen Welt".
    Parallele Universen, andere Sorten von Raum und Zeit kommen hier mit unserem Erdenleben in Kontakt.
    Alice kommt hier ins Wunderland und nach vielen Abenteuern auch wieder voller Ideen und neuer Eindrücke zurück.
    Der Drachenkopf hat Hunger und sieht ein Buffet vor sich und sperrt den Rachen auf. Er frisst ausnahmslos alles. Wir können ihm aber sagen, was besser schmeckt und was gesünder ist. Oder wir sagen es ihm nicht sondern werfen ihm das Futter zu.
    Der Drache verdaut und köttelt am Südknoten, so gewisserweise Rudhyar.
    Was dort herauskommt hat keinen Nährwert mehr und sollte nicht als Grundlage dazu dienen, unser jetziges Leben aufzubauen ( das Pferd von hinten aufzäumen ) , aber es geht darum, den Bauch zu leeren, um Platz für neues zu machen.
    So wie der Regenwald leider gerodet wird für neue Ackerflächen. Möchte ich ein Haus bauen, muss ich den Untergrund dafür bearbeiten. Möchte ich neu pflanzen, muss ich alte Wurzeln ausgraben und den Boden dem erwarteten Nährstoffbedarf anpassen. Möchte ich gut laufen können, muss ich Wege gestalten ohne Stolperfallen.
    Die Aufgabe ist dort das Loslassen. Das Wegräumen der Trümmer in den Ruinen vergangener Erfahrungen.
    Wenn der Regenwurm durchs Erdreich kreucht, muss er scheissen um fortwärts zu kommen.
    Die Scheisse bedeutet ihm in diesem Fall und uns im Fall mit dem Umgang mit dem Zufall und Chaos dabei nichts. Aber andere sehen vielleicht ihn ihr wieder Zeichen und Wunder ( Wurmkacke-Lesen als Orakel ).
    Das Chaos durchwirkt uns, hält uns am Leben, baut uns auf und absorbiert uns am Ende wieder.

    Deshalb zeigt uns die Achse der Knoten wie wir mit dem Zufall umgehen können, auf spezifische Weise, wie wir hazard daraus machen können.
    Öffnen wir uns hier dem Ungewissen und erlauben wir ihm, eine Rolle in unserem Leben zu spielen.
    Gehen wir nicht auf Nummer sicher, schliessen wir nicht allerlei kategorisch aus!
    Je nach Quadrantenstellung sind wir nach der Schule, die ich besuchte Opportunist(In), Pessimisti(In), Realist(In) oder Optimist(In)
    Und nichts davon hilft weiter.
    Wollen wir etwas bewirken, müssen wir daran arbeiten.
    WIr müssen Lernen, Hilfe, Kampf und Opfer zulassen.





    1) Wenn der Nordknoten im 1sten, körperlichen, Quadranten liegt, dann scheint nunmal alles zu kommen wie es kommt, und es scheint unbegreiflich. Es ist der Opportunismus, der sich sagt: Da hatte ich Glück. / Da hatte ich Pech. Aber es gibt einen Weg, den der Zufall daherkommt, das Wurmloch...
    Die Herausforderung liegt hier beim Südknoten, im 3ten Quadranten, darin, zu lernen, es ist der geistige Quadrant. Wie war das mit den Zufällen, was ist genau passiert? Ist er nicht ein Geschenk, das ich auspacken kann? Es gibt ein Potential an Gelegenheiten und ich muss nicht das erstbeste in Kauf nehmen!

    2) Liegt der Nordknoten im 2ten, im seelischen, Quadranten so besteht ein innerer Bezug zum Zufall. Er scheint verständlich zu sein. Es scheint alles an einem selbst zu liegen. So nach dem Motto, heute fühle ich mich prima, also kann ich auch im Lotto gewinnen - oder ich fühl mich so scheisse gerade, da bleib ich lieber gleich im Bett, es kann ja nur alles scheifgehen!
    Eine Abhängigkeit und Launen entsteht und daher ein Pessimismus und ein ständiger Kampf mit negativen Empfindungen.
    Was hier hilft ist der Südkknoten im 4ten Quadranten.
    Es ist nicht alles meine eigene Schuld! Zufall kann auch aus heiterem Himmel kommen und eine gute Fee schwingt den Zauberstab über uns.
    Es gibt für jeden ein Schmankerl!

    3) Steht der Nordknoten im geistigen, dritten Quadranten, so glaubt der Mensch, er müsse den Zufall verstehen lernen und erfassen. Er glaubt an den geistigen Durchblick, der ihm schon helfen wird. Aber dem ist nicht so. Die Welt ist nicht mit Realismus zu retten.
    Weg aus der Distanz, lass den Zufall an dich heran! Atme ihn ein, auch durch die Haut.
    Nicht alles ist planbar. Vielleicht scheint es als wenn die Vernunft die Welt regiert, aber jeder Mensch hat auch ein bischen Intuition.
    Spontaneität ist hier was zählt. Lass die Chance nicht verstreichen, erobere das Chaos und es liegt dir zu Füssen und schnurrt.

    4) Steht der Nordknoten im 4ten Quadranten, so wird der Mensch hörig. Gott wird es schon richten. Das Überpersönliche scheint alle Macht für sich gepachtet zu haben. Wer denn nur vertraut ....
    aber vielleicht sollte man auch "brav sein"?!
    Es fallen nicht nur Geschenke vom Himmel, sie wollen erarbeitet werden. Man mache sich die Hände schmutzig um dem Herrn im Himmel ein Wohlgefallen zu sein!
    Man fürchte sich nicht die ganze Zeit vor Zöllen und Tributen. Sondern ich opfere mich hier bestenfalls, einen Teil von mir, bringe mich ein. Ich reiche Gott die Hand und bringe eine Gabe dar, auf dass er sie ganz nehme. Wie Ceres ihre Tochter hergeben muss, um sie zurückzubekommen.
    Auf in den Kampf!

    Allerdings ist die Assoziation der Mondknoten mit Karma für mich deshalb am ehesten verständlich im Gegensatz zu Planetenknoten, mit denen ich keine Erfahrung habe, aber beobachtet wie sie selten von anderen AstrologInnen erwähnt wurden ( auch hier glaube ich, oder NUR hier) , weil der Mond ja im Stier erhöht ist und nun hatten wir den Geburtatg / Erleuchtungstag / Todestag _feiertag von Buddha beim letzten Vollmond in Skorpion, was ja auch zeigt, dass der Sonne-Mond-Zyklus hier Grundlage der Berechnung ist wie ja auch für den jüdischen Kalender, der durch seine widerholten Lesungen der Thora ( Gottes Willen, die Geschichte des Zufalls aus der alten Zeit ) die Resoanz sucht und die doch am ehesten relevanten sekundären Progressionen des Mondes, der meiner Erfahrung nach manchmal sehr viel mit Karma zu tun haben kann [ :-( und :-) ].

    Kommentar zuletzt bearbeitet am 2017-05-12 12:41:59 von Evel
    12.05.2017, 2:18
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