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Kopf-Füsslerinnen zaubern nicht

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Mein Name sei: Ich. Dein Name: Du. Und dann erst tanzen wir beiden! So ist das jetzt. Der ungezähmte Mythos liegt überall dicht unter der zarten Haut der Erde. Menschen brauchen einen Körper und wir werden uns dessen bewusster. Zu Walpurgis und Beltane (dem alten Sommeranfang) wird ja alles Gezähmte toll. Alles dreht sich um Beziehung, um das Wir. Wenn die Hexen in der Walpurgisnacht feiern oder gefeiert werden und danach das Vollmond-Fest den Sieg des Sommers über die Kälte will, bewegt sich in der Seele mehr als sonst.

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Auf ihre Weise tanzt sie mit. Pluto beseelt nun Venus. Das kann sich merkwürdig nah und manchmal erdrückend anfühlen, wenn der Lehm, der wir sind, auf einmal mit den Stimmen der seelischen Verwandlung spricht.

Dazu wechseln jetzt noch die Knoten nach Fix und wollen endlich binden, was uns entzückt, und lösen, was uns belastet. Das macht eine immense, archetypische Kraft aus - und wunderbarer Druck zur Selbst-Werdung, in den kommenden Tagen. 

"Ich sah: Ein Sturmwind kam von Norden, eine große Wolke mit flackerndem Feuer, umgeben von einem hellen Schein. [...] Jedes der Lebewesen hatte vier Gesichter und vier Flügel. Ihre Beine waren gerade und ihre Füße wie die Füße eines Stieres; sie glänzten wie glatte und blinkende Bronze." (Hesekiel, 1,4) 

Nach dem Neumond mit der noch unentschlossenen, sanften Fische-Venus vor Kurzem, die nur sehnt, aber nicht handelt, wandert die Dunkelzeit auf das Leuchten des Mai zu, mit der unerschütterlichen Venus im Widder. Wo dann einiges ans Licht muss, was bereit ist zur Wandlung. Nicht umsonst mit Sonne im ersten weiblichen Zeichen des Zodiak. Alles wird dann neu geboren.

Es kann eine sehr prägnante Phase für jede(n) sein, besonders für Frauen, wo sich tief in den Knochen Erdteile verschieben. Stier-Skorpion ist keine astrologische Simplify-Achse, sondern der Leib der Erde (Terra-Taurus-Stier), der ein Wesen hat. Frauen sitzen dort auf den Schultern des Daseins, der Erdkruste, und ihr Zauber beherrscht Leben und Tod. Denn alles, was Existenz hat, ist auch in Gefahr, sie wieder zu verlieren. Drum können wir hier Angst haben. Aber: Wir brauchen Erde, mit allen Schmerzen, die nur ein Körper, der ein Gehirn hat, verursachen kann. Reine Kopffüßler können nicht zaubern, weil ihnen der Leib fehlt. Das ist der Schmerz von Feuer und Luft. In archaischeren Zeiten vor Christus funkelte Taurus in besonderer Bedeutung, irgendwann, da das Frühjahrs-Äquinoktium im Zeichen des "Himmelsstiers" stattfand, der Heimat der Sieben segelnden Schwestern der Plejaden. In solchen Mai-Zeiten sind wir wie unsere Ahninnen. Mit großem Zugang zu ihrer Magie, besonders stark, besonders berührtbar vom Dasein, weil alles da draußen so mächtig lebendig, groß und wunderschön ist. Es tut dann gut, sich an die Großmütter, Mütter und speziell ihre Themen zu erinnern und zu sehen, wo und wie wir sie im "Guten und Bösen" erlöst oder ungelöst übernommen haben. Und wozu uns das dient.

Zum Schutz? Zum Ergreifen der Macht? Zur Abwehr der Ohnmacht? Weil wir anders als sie sein wollen? Oder genau so? Alles ok, sagt Jupiter, der den Gefühlen des Mondes Sinn gibt, als Spiegel Schütze-Krebs. Unter Umständen dreht sich viel nun um unser Gefühl, wer und wie wir sind und wie die anderen. Denn: Was wir nun denken, wollen, ablehnen, lieben oder erarbeiten, das lebt jetzt. In der Frauenzeit, die alles aus dem Nichts in Sein zaubert. 

Darum weinen wir jetzt manchmal auch Tränen der Freude, der Hoffnung und der Erinnerung an unsere Stärke, die im Leben verloren ging und wieder auftauchte. Stier hat mit der Zähmung des wilden Weiblichen zu tun, die Frauen angetan wurde, aber auch von Frauen übernommen, um die Sippe zu schützen. Wir tun es heute noch. Manche nennen es Angst, manche Zivilisation. Weshalb die Kuh wohl überhaupt erst zum Stier männlicher Deuter mutierte. Man muss keine Feministin sein, um den Verlust im Arechtyp zu spüren. Im Zeichen stecken Befriedung, Abgrenzung des ungeordneten Widder-Impulses, aber vor allem dessen Verdichtung zur fruchtbaren Materie. Nun können wir endlich etwas tun. Die Arbeitsvenus begrenzt und unterdrückt, manchmal grausam. Aber andererseits bereichert sie unendlich. Ohne Lehm (Erde-Wasser) kein Mensch, sagt die Göttin. Stier (oder die kosmische Kuh) schenkt den Stoff, die Erde. In der Alchemie der Elemente schießt die Welle des Plutonischen seelisch in die Körper. 

In dieser Zeit jetzt kommen wir dem auf die Spur, was wir schaffen und wie. Unseren Bannmeilen, unseren Zaubern. Manchmal sind wir selbst es, die Ersehntes aus dem Leben halten, indem wir seine mögliche Existenz gar nicht erst zulassen. Beschäftigt mit den eigenen Mangel-Geschichten. Immer neue aufgewärmt. Immer neu erschaffen, wie gemütlich elendige, kleine Kunstwerke. Das tun wir öfter, als Schönheit zu sehen und kreieren - weil wir an den Schutz des Bekannten glauben. Aber: Venus steht in den Fischen erhöht, was die Verbindung der Stier-Herrscherin zur Vergänglichkeit und zu mystisch-magischen Ritualen beschreibt. Stier-Skorpion als Nabe, um die Spinnerinnen des Schicksals alle Fäden der Erscheinung wirken. Ich werde, immer neu, sagt Pluto. Ich zerstöre, wo es nötig ist, um zu gebären. Stier begleitet das. Wenn das Ich sich bewusst wird, dass erst die Grenze seiner Haut das Du be-greift, kommt diese Zeit der bodenhaftenden Ur-Substanz des Sozialen. Das muss sein, damit ich später in Waage, dem anderen Venus-Zuhause, begegnen kann. Für die Herde, hinter den Zäunen, steckt große Kraft und großes Risiko. Noch einmal: Zu Walpurgis, Beltane, wird das Gezähmte toll. Es zeigt sich manchmal im Fühlen - als scharfe Schneide von Gebären und Töten, Erschaffen und Zerstören, der Reflex des ursprünglich Weiblichen. Oft als Gefahr wahrgenommen und darum kulturell bezwungen. Der kommende Vollmond mit Existenz-Zeichen-Betonung weist mitten in diesen Zwiespalt. Wunderbar, um sich selbst zu entdecken, in Angst und Reichtum.

Die menschliche Frau schenkt Leben, wie die Erde Pflanzen gebiert. Sie ernährt, wie die Pflanzen. Frauen-Magie und Erd-Magie sind verbunden und gleich. Die Verkörperung dieser Energie, die Formen erschafft und ernährt, ist weiblich. Und so kam es, dass in der Agrikultur des alten Mesopotamien, am ägyptischen Nil, aber auch in den noch früheren Ackerbau-Systemen die Göttin als mythische Form dominant wurde. [..] Wenn wir eine Göttin als Erschaffende haben, ist das Universum ihr Körper. Sie ist identisch mit dem Universum." (Joseph CAMPBELL, aus: Love and the Goddess)

10517vollGott oder Göttin, Liebe oder Hass, Geburt oder Tod - für Greenwich ist der kommende Beltane-Vollmond im Mai hoch energetisch und kämpferisch. Jupiter am Waage-MC und Mars am DC - ein Beziehungs-Mond. Sonne in 5 der Affären, Abenteuer, der noch wenig gesteuerten Lebenskraft im sinnlichen Sier, der hier Befriedigung will. Hier kann man erleben, fühlen, anfassen, durchdringen, sich nähern, wollen, etwas über das eigene Wollen lernen. Das leicht ein "Brauchen" wird. Ich brauche dich. Brauche ich dich wirklich? Oder habe ich nur Hunger darauf, meinen Wert zu finden?

Immer setzt der Stier-Vollmond, der so heilig wirkt wie der in Waage (Venus in Fische erhöht) spezielle Zeichen. Man sieht, wohin der Sommer will und wandern wird. Es geht diesmal mit dem visionären Jupiter in der Bedeutung der Himmelsmitte auch doppelt um das Thema der ewigen göttlichen, religiösen Bindung an das Schöne. Aber Sonne holt das ins Irdische zurück und arbeitet im Irdischen ein Vergnügen daraus. Und dann wären da die Knoten: Gerade ganz frisch in Löwe-Wassermann. Im fixen Kreuz wird Erde durch das "Erlebe!" des Löwen und viel später das "Löse!" des Wassermanns, der letzten Station vor dem Alles und Nichts der Fische, ja vollendet und erklärt.

Unendlich wichtig diesmal auch genau diese uranischen Veränderungs-Themen, zu denen es uns zerrt und ruckt. Denn gerade wechselt Südknoten ins 11. Zeichen. Uralte Bindungs-Ängste und Wünsche kommen wieder zutage, aber damit auch "natürlich" und wie im Reflex viele überaltete Lösungen, die Entfernung suchen und immer auch finden. Statt thematisch endlich Greifbares anders zu machen und in den "Clinch" zu gehen, der auch körperlich entlastet. Von all der Zähheit, wenn wir die fixen Kreislauf ohne Änderung wieder und wieder durchlaufen. Die Lösung liegt jetzt eine Weile aber gar nicht in der Distanz, in die man automatisch strebt (Südknoten, die Verhaltensweisen, die man überreichlich zur Verfügung hat). Sondern bei der Individuation, der Selbstwerdung, dem Hineingehen ins Zentrum der Kraft, des Glanzes, des eigenen Leuchtens. Wie auch das 5. Sonnenhaus bestärkt. Wie gesagt: Mein Name sei: Ich, dein Name: Du und wir beide tanzen!

Erst dann allerdings, wenn wir beide ganz wir selbst sind, jeder für sich. Nur das, was im Stier seine Grenzen lernt, kann später verschmelzen. Das ist nun der Anfang. Stoff (Stier) als Voraussetzung für Individuation (Löwe), die zwingend seelische Bindung (der Mensch-Werdung) mit anschließender, neuer Trennung (oder Dis-Identifikation) anstößt. Wir werden bald kreativ sein, jeder auf seine Art. Darum schließt sich im April/Mai der Kreis der Substanz, der den reinen, ziellosen Impuls des männlichen Widders (12 ab Stier) verdrängt und weibliche, sammelnde Materie bedingend für Erschaffende svoraussetzt.

Die heiligen Hochzeiten

Walpurgis und Beltane haben in ihrer Symbolik aber auch die angebliche "Gefahr" des Unkontrollierten, weiblich Schöpferischen in sich. Daraus folgen hier immer Impulse, sich einzuengen. Wo das nicht passiert, kommt die Idee der "Heiligen Hochzeit" oder Unio Mystica. Der Vereinigung des Körperlichen mit dem Himmel. Das ist ein Versprechen wie: Am Ende wird alles gut, wo du es zulässt. Es passiert, wie es soll. Nur was dir gehört, kommt zu dir zurück. Lass also los. Eine Berührung, wie sie in der Schatten-Spiegelung zwischen Stier und Wassermann bereits astrologisch auftaucht. Die Tage des Stiers spiegeln unser aller Tänze der Fruchtbarkeit mit Traum und Trauma des Achsen-Pols. 

Noch ist darin viel Druck, in uns arbeiten die alten Themen der Trennung. Der Eroberung. Wie die zornige Trennung oder Vereinigung des scheinbar Unzuvereinbarenden, mit Venus und Uranus im Widder. Dieser Konjunktion, die eine Weile nach dem Mai-Vollmond dann kommt und das noch mal hervorholt an Inhalten, was wir bei Sonne-Uranus und Merkur-Uranus jetzt schon hatten (kann man für sich persönlich nachschauen, was da alles auftauchte). Diese Venus zeigt sowohl die unendliche Entfernung des Liebenden vom Liebenden als Kampfgebiet, wie eine Weile eingenommene Distanz, vor der Verschmelzung. Wenn zwei zu einem werden, sterben letztlich immer beide. Da sitzt der Haken. Oder der Hinweis, wieso Trennung dazzwschen immer wieder so wichtig ist. Dabei ist letztlich im Absoluten nichts von allem trennbar - die Hochzeit, hohe Zeit, Vermählung, führt sich ja zurück auf uralte Mythen. Sprachlich kommt sie von "'leuchten, Tag, Himmel, Gott" (siehe Heinrich Tischner, ETYMOLOGIE). Auf Göttinnen und Götter, die sich in be-greifbaren Phänomenen wieder fanden. In Jahreszeiten, Sternen, Blüten oder zornigen Natur-Erscheinungen und ihrer Verdichtung zu einem Schicksal = zu dem, was geschickt wurde. Und was uns geschickt wird, das müssen wir willkommen heißen, wenn wir nicht an unserem Zorn darüber ersticken wollen.

DIETER KOCH hat die Netze der Entstehung in seinem wundersamen Essay Der Himmelsstier und die Göttin über den Gilgamesch-Mythos beleuchtet. Keine einfache Geschichte der Urbarmachung der Felder, über die Zivilisation, sondern auch eine Liebes-Erzählung, die daraus destillierbar ist. In der astronomischen Anbindung findet er ganze Welten. Darin die Berührung von Stierkampf, Ackerbau und Liebesakt, die Verbindung von Hochzeit und Tod, Himmel und Unterwelt und ihre Archetypen. Wenn Koch dazu Freuds "Gegensinn der Urworte" (lesbar im TEXTLOG) anführt, sagt er, dass mit demselben Begriff überkulturell auch zwei völlig unterschiedliche Dinge gesagt werden konnten. Das spiegelt Zwischenwelten und "zugefallenen" Relationen der veränderlichen Zeichen und Planeten, von Merkur über Jupiter bis Neptun. Selbst die Bibel wusste das: "Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist." (Johannes-Evangelium)

Womit wir beim Zauberwort im gewirkten Universum ankommen, das in den Zwillingen der Ursubstanz des Stieres folgt. Wir sagen buchstäblich, wohin die Reise geht. Das ist ein Prozess von Bedeutungs-Zuschreibung durch das Zeigen von Verhältnissen, wie sie auch Astrologie gegenläufig und verbindend in polaren Achsen und Schatten wirkt. Die Besiegelung durch Wort-Magie als Sesam-Öffne-Dich für ein umfassenderes Verständnis von Oben und Unten, Mikro- und Makro-Kosmos, die smaragdene Tafel der Hermetik.Im Anfang war das Wort, das Welt erst erschafft, als Funktions-Element, und sie begreifbar macht, indem es jedem Sein Sinn gibt. Steinbock spiegelt sich auf Zwillinge über 0° Widder.

Im Stier-Mythos findet Koch auch das Netz des vielleicht noch Unbegriffenen, aber Wahrhaftigen. Sprache als Mittler und Spur der Assoziationen, die archaische Felder umfassen. Zum Beispiel das Keilschrift-Zeichen "si" (für "Horn, aufrecht stehen, richtig sein, Licht, Lichtstrahl, bearbeitetes Land oder Loch, Graben"), das Vernetzungen von Schein, Sein, Sinn und Wirklichkeit und ihren Gebrauch für das Erkennen der Vielfalt wunderbar bebildert. Venus in den Fischen erhöht.

Allein der Kontext entscheidet, ob si „Licht“ oder „Horn“ bedeutet. Es fällt auch auf, daß die Mondsichel oft mit Hörnern assoziiert wird, daß der Mondgott Nanna stiergestaltig ist und daß Stierhörner oft als leuchtend beschrieben werden. Ganz ähnlich wird auch Inanna, die ja u.a. Göttin des Planeten Venus ist und deren strahlendes Licht immer wieder besungen wird, mit Stieren (z.B. dem Himmelsstier) assoziiert, wo sie nicht gar, wie wir sogleich sehen werden, selbst als Stier auftritt. Offenbar ist aber auch Venus nicht nur Licht, sondern auch Horn.

(Dieter Koch, Der Himmelsstier und die Göttin)

Wenn Stier und Venus der Oberwelt draußen Werte und Wertschätzung bringen, tragen sie Pluto und die Verluste des Skorpionischen als Möglichkeit mit. Genau wie den seelischen Reichtum der Unterwelten. All die intensiven Erfahrungen, die man erlebt, wenn man weiß, alles ist sterblich. Wo das eine kommt, geht etwas anderes. Das sind die endlosen Spiegelflächen von Liebe, Hass, Leben, Tod, Leidenschaft, Sex, Geburt von Macht und Ohnmacht.

dreamdreamUnd noch etwas: Alles Dingliche aus Stier hat, wegen der Venus-Erhöhung in den Fischen und der Freundschaft zwischen beiden Zeichen, auch einen "versteckten" Neptun im Gepäck. Deshalb lässt sich alles, was einem im Leben so passiert, auch als Experiment wie in einem Traum deuten. Manchmal offenbart sich so ein Symbolgehalt des "Anfassbaren", der in seiner Wahrhaftigkeit weit über das Wirkliche hinausgeht. Nicht nur die schwarze Katze, die mir begegnet, ist dann Bote, auch jede bunte Schleife, die man im Gulli findet, kann zum Schlüssel für Selbst-Verständnis werden, die Wand, an der ich mich achtlos stoße, die eine Blüte, die auf einmal an der Mauer des Hinterhauses aufgeht. Alles, aus dem ich mir eine Geschichte erzähle, erzählt dann meine Geschichte.

Neptun Herr 3 in 3 für Greenwich zeigt die Anbindung weiter im kommenden Vollmond. Es trifft sich gerade im Alltag wieder angewandte Mystik mit dem Realen, dem Stoff des Irdischen, wobei oft die Bedeutung des Rätsels Leben noch wie unter einem Schleier des Unbewussten liegt. Skorpionmond als Gegenspieler und "Ehepartner" der greifenden, spielenden Sonne weist darauf hin, dass wir keine Angst vor den Tiefen haben müssen, die sich jetzt öffnen können.

Leben findet erst anders statt, wenn die eigenen Prozesse als Teil der Begegnung, des Austauschs, des einen im anderen und anderer im Eigenen gefühlt werden. Entstehen war nie unabhängig. Alles wird anders, für alle anderen, wenn ich nur eine Geste mache. Leben fruchtet da, wo Abhängigkeit nicht Schwäche, sondern Stärke ist. Stiers Freigiebigkeit der Geschenke zeigt mehr als materielle Weeg dahin. Stier beschreibt besser als andere Zeichen die Geburt des Möglichen im Universum. Die große Göttin, die kosmische Kuh, soziale Empfindsamkeit, die Schutz will und bietet. Nein, Kopffüßler können nicht allein zaubern, da ihnen ja noch gar keine Welt zur Verfügung steht, die verzauberbar wäre. Zu Walpurgis, an Beltane, spielt und tanzt darum auch der große Körper des Universums. Alles, was unsere Seele an Macht fühlt, neben Hexen und Heiligen, die nie verschieden waren. Man kann das nur begreifen - nicht erklären. Man kann es hören, wenn man lauscht. Den Regen, das Wachsen, das Gras der Elfenhügel, die Gewitter, die Raben hinterm Fenster, die Kinder, Geräusche des Wirklichen, Ahninnen am Abend, in der gar nicht schwarzen, nicht weißen, in der leuchtenden Nacht. Der gerade wachsende Mond zeigt, das das Ganze schon im Teil vorhanden ist, wenn auch nicht sichtbar.

Das Weibliche repräsentiert Zeit und Raum selbst. Sie ist Zeit und Raum. Das Geheimnis dahinter befindet sich jenseits der Gegensatzpaare. Es ist weder männlich, noch weiblich. Weder ist es, noch ist es nicht. Aber alles ist in ihr, sodass die Götter ihre Kinder sind. Alles, was man sich vorstellen kann, alles, was man sehen kann, ist ein Produkt der Göttin. Oh, das ist eine wunderbare Geschichte!"

(Joseph Campbell, Love and the Goddess)

Bilder (bearbeitet): John William Waterhouse + Vassil (Own work) [Public domain] + Pieter Claesz (1597/1598-1660) + Popular Fiction. (Scanned cover of pulp magazine) + User T-tus (English Wikipedia) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)] + Hariboneagle927 (Own work) (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)] + Reims Briton Riviere + NASA + Claude Joseph Vernet, all via via Wikimedia Commons + Uranias Mirror Stier (Constellations of Words)

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Sonntag, 28. Mai 2017

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Kommentare

Hallo Suse, hallo Meta,

erst mal vielen Dank für die viele für uns Leser unsichtbare Arbeit, die hinter einer Zeitung wie Loop steckt. Dann ein paa...
Hallo Rene,

du schreibst: Die Anerkennung der Astrologie als etwas Respektables suche ich nicht mehr. Wenn der Ruf mal ruiniert ist (und das ist er...
Lieber Meta

Was den 'Beweis für die Richtigkeit der Astrologie' angeht, gehöre ich inzwischen zur für-mich-stimmt-es-Fraktion ( ). Die Anerkennung ...

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