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Transite: Farben der Zeit

Bei uns häufen sich in letzter Zeit die Mails von Lesern, die uns ihre Freude und Anerkennung mitteilen wollen, gleichzeitig aber darauf hinweisen, dass sie astrologisch absolut „ungebildet“ sind und dankbar wären, wenn es zu den Grundlagen ab und an ein paar Erklärungen gäbe.

Nun liegt es uns fern, hier eine Art „Schule der Astrologie“ via Loop! ins Netz zu stellen, aber mir persönlich ist es auch wichtig, dass zumindest die einfachsten Grundgedanken zu aktuellen Ereignissen auch von „astrologischen Laien“ nachvollzogen werden können. Zumindest was das dahinter liegende Prinzip angeht, andernfalls könnte man ja den Eindruck bekommen, dass wir hier esologisch vor uns hinorakeln oder über ein geheimes Spezialwissen verfügen, dass dem „Normalsterblichen“ verwehrt bleiben muss. Deswegen möchte ich hier in loser Folge in den nächsten Wochen und Monaten das Prinzip der Transit-Auslösungen vorstellen, ganz einfach und grundlegend, aus meiner ganz persönlichen Perspektive.

Die sich, das muss ich auch klar und deutlich sagen, in manchen, wichtigen Punkten sehr von der klassischen Sichtweise unterscheidet. Das beginnt schon bei der einfachen Frage, womit sich das System der Astrologie eigentlich beschäftigt.

Raum?! Zeit?! Raumzeit?! Zeitraum?!

In diesem Zusammenhang Raum und Zeit als Kriterien einzubringen, mag manchen Lesern arg theoretisch und philosophisch vorkommen. Allerdings – betrachtet man das Phänomen der Raum-Zeit einmal unter rein praktischen Gesichtspunkten, dann zeigt sich schnell, dass die Einschätzung der Wissenschaft seit Einstein hier sehr eindeutig ist:

Henceforth space by itself, and time by itself, are doomed to fade away into mere shadows, and only a kind of union of the two will preserve an independent reality

Hermann Minkowski (Krebs-Sonne, Wassermann-Mond)

Vereinfacht ausgedrückt – der dreidimensionale Raum, in dem sich alles manifestiert, was wir mit unseren Sinnen erfassen können, existiert niemals unabhängig von der Zeit. Gemeint ist damit aber nicht unser Mess-System, mit dem wir Veränderungen ordnen, sondern ein Prinzip, dass sich mit räumlichen Vorstellungen und Maßstäben nur schwer beschreiben oder erfassen lässt. Ein hochkomplexes Thema, dass auch die Wissenschaft bis heute, trotz aller brillianten Geister, die sich damit beschäftigt haben, nur in Ansätzen verstanden hat.

Aber um den astrologischen Ansatz zu verstehen, um den es hier gehen soll, kann man sich der Einfachheit halber mit der Vorstellung begnügen, daß mit Zeit jegliche Art der Veränderung gemeint ist, sei es nun in Form von Bewegung oder eben in Form von Wandlung jeder Art. Die klassischen Naturwissenschaften beschäftigen sich vorrangig mit dem Raumphänomen, Zeit spielt in ihren Formeln und Überlegungen zwar eine wichtige Rolle, ist aber per se nicht definier- und messbar wie zum Beispiel alles, was wir unter dem Begriff der Materie zusammenfassen.

Die Astrologie andererseits scheint sich immer nur mit diesem Phänomen der Wandlung und Veränderung beschäftigt zu haben, es ging bei allen Beobachtungen immer um die Bewegung der Himmelkörper vor einem scheinbar, statischen Hintergrund. Aus diesen Beobachtungen und Ableitungen ist dann letztendlich unser ganzes System der Zeitmessung entstanden, leider jedoch ohne die inhaltlichen Zuordnungen, die aus astrologischer Sicht jeden Augenblick zu etwas Einzigartigem machen.

Der grundlegende Irrtum einer rein materialistischen Sichtweise entsteht dann, wenn der "Raum" mit all seinen möglichen Erscheinungsformen völlig unabhängig von der Zeit und den, in ihr zum Ausdruck kommenden Veränderungspotentialen, betrachtet und verstanden wird..

Ein einfaches Beispiel

So sprechen wir von uns als jemandem, der eigentlich immer „gleich“ ist. Es scheint sich immer um die selbe Person zu handeln, wenn wir uns auf unser Ich beziehen. Aber wir alle durchlaufen eine permanente Wandlung. Geboren sind wir alle aus Sternenstaub, jedes Molekül, das jemals existiert hat, findet seinen Ursprung in der Sonne. Aus diesen Molekülen bilden sich irgendwann Same und Eizelle, die miteinander eine neue Form des Lebens erschaffen. So werden wir vom  Fötus zum Baby, vom  Kleinkind zum Jugendlichen, vom Erwachsenen zum Greis und schließlich sind wir ein lebloser Leichnam, dessen Moleküle sich wieder neu verbinden, um neue Formen zu erschaffen.

Diese Entwicklung, diese Abfolge, findet sich in dem Prinzip des Zodiaks mit seinen 12 Entwicklungsphasen wieder. Jeder dieser einzelnen Abschnitte, die als Widder, Stier, Zwilling, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze,Steinbock, Wassermann und Fische bekannt sind, entspricht im Grunde also nur einer bestimmten Momentaufnahme innerhalb eines größeren Zyklus.

Genau wie die „Dinge“, die wir sinnlich erfassen können, auch immer nur Momentaufnahmen sind, kurze Augenblicke im Sein. Niemals statisch und festgelegt, sondern in ständiger Wandlung befindlich. Natürlich wissen wir das alle und trotzdem sind nur wenige Menschen in der Lage, auch ein dauerhaftes Bewusstsein darüber zu entwickeln. Denn das würde bedeuten, daß man sich schon als Jugendlicher mit dem Greisen-Dasein identifizieren könnte, daß man mit 18 wissen müsste, wie man mit 81 Jahren durchs Leben gehen wird.

In der Regel ist unser Bewusstsein aber immer an das gebunden, was wir Gegenwart nennen, zumindest so weit es den materiellen Raum angeht. Geistig können wir uns freier bewegen und zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hin und her pendeln, körperlich sind wir jedoch meistens an den gegenwärtigen Moment gefesselt. Und nehmen uns selbst und die Welt um uns herum dementsprechend wahr, nicht als einen vorübergehend Ausschnitt eines größeren Ganzen, sondern wir verwechseln diesen Ausschnitt häufig mit dem großen Ganzen und halten ihn dann für eine letztendliche, dauerhafte Wirklichkeit.

Hier zeigt sich schon ein wichtiger Punkt, warum die Beschäftigung mit Astrologie weitaus erhellender sein kann, als man das gemeinhin erwarten würde. Denn wenn wir von Lebens-Illusionen sprechen, dann verbinden wir meist damit die Vorstellung, dass wir etwas nicht richtig wahrnehmen, falsch interpretieren, uns in dem was wir sehen, hören, schmecken, fühlen, riechen, denken oder glauben, einfach irren. Wir täuschen uns dann in etwas oder jemand, bleiben aber weiterhin überzeugt, dass es eine unwandelbare, absolute Wahrheit jenseits dieser Täuschung gäbe.

Folgt man dem astrologischen Zyklus als Lebensmuster, dann liegt der grundlegende Irrtum hauptsächlich darin, dass wir zumeist die gegenwärtige Erfahrung für einen absoluten Maßstab halten und darüber vergessen, dass alles was gerade geschieht, im nächsten Moment (oder in einem darauf folgenden) wieder völlig anders sein wird. Nichts wird so bleiben wie es jetzt ist. Egal ob wir gerade glücklich oder unglücklich sind – solange unser Bewusstsein an die Unmittelbarkeit der Raumzeit-Gegenwart gebunden ist, solange werden wir in diesen Kreisläufen leben müssen und immer wieder die selben Erfahrungen machen.

Was aber in allen anderen Wissensbereichen, ob nun in den Natur- und Geistes-Wissenschaften, oder den Religionen, nur eine grundlegende Wahrheit bleibt, wird im astrologischen Modell zu einer höchst verfeinerten und komplexen Möglichkeit, das Phänomen der Wandlung und Veränderung aus einer völlig neuen Perspektive zu betrachten. Denn plötzlich muss auch nichts mehr zufällig oder willkürlich erscheinen, mit dem Wissen um die grundlegenden Zyklen dieser Veränderungen, gibt es, innerhalb gewisser Grenzen, immer auch die Möglichkeit aktiv mit zu gestalten, was sich in den einzelnen Phasen manifestieren wird.

Anders ausgedrückt - mit dem Wissen um die Eigenheit der Zeit, entdeckt man auch die Potentiale innerhalb des Raumes, die einem bisher verborgen geblieben sind.

Und um zum eigentlichen Thema dieser kleinen Serie zurück zu kommen: die Arbeit mit den eigenen Transiten wird früher oder später einen sehr persönlichen Zugang schaffen. Dieser Zugang beruht dann auf persönlichen und individuellen Erfahrungen, denen man mehr und mehr vertrauen wird. Aus diesem Vertrauen heraus kann dann ein grundlegender Bewusstseinswandel entstehen, der in der Konsequenz auch zu einem anderen Verhalten innerhalb der eigenen Raum-Zeit führt.

Mehr zum Thema: 

Bilder: Titelbild: By Pablo Carlos Budassi (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) via Wikimedia Commons; Calabi-Yau von Lunch [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons;  

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