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Buntes

Guttenberg - unterwegs in alter Mission

Bild bearbeitet von LOOP!Er hat es wieder getan. Sich weit aus dem Fenster gelehnt, lauthals in die weite Welt gewunken und auf sich aufmerksam gemacht. Wie das eine Sonne-Jupiter Konjunktion im Schützen eben von Zeit zu Zeit machen muss, um nicht dieses quälende Gefühl von Bedeutungslosigkeit zu bekommen. Da muss es dann auch nicht zwingend um Inhalte gehen, aber es muss irgendwie ein Knaller sein. Und wichtig klingen, wichtig ist wichtig.

Nein, um Gottes Willen, ich will hier meinen Stammesgenossen vom Zeichen des Zentauren nicht unterstellen, dass sie alle so sind. Da gibt es, Gott sei Dank, auch andere lobenswerte Beispiele. Aber es ist halt in der Astrologie genau so wie im restlichen Leben – zu viel von etwas Gutem kann sich leicht ins Gegenteil kehren. Essen ist da wohl ein Paradebeispiel, absolut notwendig, aber ab einer gewissen übermäßigen Zufuhr von Nahrungsmitteln dehnt sich das körperliche Universum mehr und mehr aus. Dasselbe gilt auch für den gedanklichen, emotionalen und geistigen Bereich und bei einer Sonne-Jupiter Konjunktion im Schützen darf man sich den Bereich der Ausdehnungen (von was auch immer, da gibt es ebenso wenig Grenzen) als durchaus überdimensional vorstellen.

Aber um Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg gerecht zu werden sei daran erinnert, dass astroenergetische Prinzipien wie Jupiter zwar sehr eindrucks- und wirkungsvoll sind (und sich schon in der Namensgebung zeigen können), aber leider selten bis nie auch automatisch eine entsprechende Bewusstseinsgröße mit sich bringen (von Ethik ganz zu schweigen). Die muss man sich selbst erarbeiten und ohne entsprechende Hilfestellung ist das nicht immer einfach.

Vor allem kommt bei Herrn Guttenberg noch dazu, dass alle Dispositorenketten ebenfalls bei Jupiter landen, mit einer Ausnahme – dem Mond. Der steht im eigenen Zeichen Krebs, sozusagen völlig losgelöst von allem anderen und das macht die Sache mit der Objektivierung eigener Ideen und Eingebungen auch nicht leichter. Bringt aber oftmals eine große Liebe zur Natur mit sich, was sich in diesem Fall dadurch zeigte, dass Gutenberg vor seiner kometenhaften Politikerkarriere lange Jahre als eine Art blaublütiger Oberförster die Wälder des Familienbesitzes mit seinen Ideen beglückte.

Vermutlich in den Jahren um die Jahrtausendwende, als Pluto über seine Sonne wanderte, muss ihm klar geworden sein, dass er zu etwas Höherem berufen war. Und fortan begann der unaufhaltsame Aufstieg des „Kanzlers der Herzen“. Unterstützt von einer breiten Medien-Phalanx wurde fast alles was er in seiner kurzen Amtszeit als Wirtschafts- oder Verteidigungsminister unternahm, hochgejubelt und mit Glorienglanz umrahmt. Guttenberg der Hoffnungsträger eben, ganz so wie es sein kosmisches Signum verlangte.

Aber wie immer im Leben folgt das Eine auf das Andere und auf Jupiter meistens Saturn.

Bezeichnenderweise begann sein Aufstieg in der Zeit, als sowohl Saturn wie auch Uranus im Quadrat zu Sonne und Jupiter standen. Ein Hinweis auf die Plötzlichkeit, aber auch die notwendige Umstellung des Schützearchetyps auf reale und haltbare Inhalte. Manches davon hat er ja auch durchaus umgesetzt, die Abschaffung der Wehrpflicht zum Beispiel darf man ihm als Leistung fairerweise anrechnen. Aber generell betrachtete er Politik scheinbar immer noch als eine Bühne für die Selbstdarstellung des Guttenberg-Programms, seine Ämter als zwar notwendige, aber auch lästige Zwischenstationen auf dem Weg zu wahrer Größe.

Und ebenso plötzlich wie er gekommen war, war er wieder weg. Geplatzt ist die Blase unter Saturn-Transit Konjunktion Radix-Uranus und Transit-Pluto in Konjunktion mit seiner Steinbock-Venus. Der man generell ja eine gewisse Aufrichtigkeit und Direktheit unterstellen darf, nur unter dem Einfluss von Pluto mag sich von Guttenberg gedacht haben, dass man die Wahrheit (über seine Doktorarbeit) dem größeren Ziel erst mal opfern müsste. Es gibt sicher Menschen, die diese Selbstvergewaltigung eines eigenen Persönlichkeitsanteils locker und glaubhaft durchgezogen hätten, aber den Schützen wohnt nun auch eine gewisse Naivität inne, sie bleiben häufig in gewisserweise kindlich verspielt, auch in ihren Ansprüchen an sich selbst.

Vielleicht, hätte er sich damals hingestellt und die Wahrheit so offensiv verkauft, wie er sich jetzt wieder zu Wort gemeldet hat, dann wäre die Sache halbwegs glimpflich für ihn ausgegangen. „Ja, ich habe geschummelt, mir es leicht gemacht, deswegen verzichte freiwillig auf meinen Titel und werde, fleißig wie ich bin, eine neue Doktorarbeit unter den Augen der Öffentlichkeit schreiben. Als Wiedergutmachung.“
Ein kurzer Aufschrei beim politischen Gegner und trotzdem wären die Umfragewerte wieder in die Höhe geschossen. Am Tag danach, denn jetzt wäre es ja amtlich gewesen, Karl Theodor ist einer von den Guten(-Bergs) und eine ehrliche Haut. Und Fehler machen wir schließlich alle. Aber mangels Einsicht und guter Berater passierte genau das, was unter Pluto- und Saturn-Auslösungen nie passieren darf. Abwiegeln, darüber hinweggehen und lügen. Nicht wenn man eine Steinbock-Venus hat und Saturn in Opposition zu Neptun steht. Da ist das Scheitern dann schon im System verankert.

Und genauso sinnlos ist es, jetzt unter dem Transit von Neptun im Quadrat zu seiner Saturn-Neptun Opposition und der Opposition von Transit-Jupiter zur eigenen Sonne, Ratschläge zur Weltpolitik im Wall Street Journal abzudrucken (LINK ZUM ARTIKEL). Der ehemalige Verteidigungsminister rät darin der Bundesregierung, sich doch schon mal jetzt auf den zukünftigen Angriff von Israel gegen den Iran einzustellen. Wird ja sicher kommen und dann sollte Deutschland schon an der Seite des jüdischen Staates positioniert sein. Am besten mit entsprechender militärischer Unterstützung.

Da haben wir aber noch mal Glück gehabt. Denn das klingt für Sonne-Jupiter ja schon ziemlich gemäßigt. Im Prinzip hätte er auch anraten können, doch gleich selbst den Iran zu überfallen, dann wäre die Geschichte aus der Welt und Deutschland hätte klar gezeigt, wo es in diesen Zeiten steht. Unter seinem Artikel finden sich dann auch entsprechende Kommentare nach dem Motto, die schleichende Islamisierung Europas habe eh schon begonnen, deswegen wird der gute Rat wohl auf taube Ohren stoßen.

Nun könnte man ja denken, lasst den Mann doch reden, er ist eh weg vom Fenster, wen kümmerts? Da hätte man aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn wie Guttenberg schon in seiner ersten Biografie angedeutet hat: „VORERST gescheitert…“ Und ja, seine bisherigen Versuche wieder auf sich aufmerksam zu machen waren alles andere als grandios, haben entweder Schadenfreude oder Fremdscham hervor gerufen. Aber der Mann wird nicht locker lassen. Und Uranus läuft nun zum ersten Mal ins Trigon zu seiner Sonne, der Startschuss zum nächsten Kapitel in der Guttenberg-Story. Und bis Mitte 2015 wird er vermutlich hart daran arbeiten, nicht nur aus der zweiten Reihe zu kommentieren, sondern die Welt aktiv mit zu gestalten.

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass selbst letztes Jahr noch ein Drittel der bundesdeutschen Wähler eine Rückkehr von Guttenberg in ein politisches Amt befürworteten. Notfalls auch durch Gründung einer eigenen Partei. Nun wird die Lage hierzulande in den nächsten Monaten ja nicht besser werden und man mag sich nicht ausmalen, wie hoch dieser Anteil in einem Jahr sein wird, wenn die Eurokrise auf ihrem Höhepunkt ist.

Der Retter in der Not, der verlorene Sohn, der alte und neue Messias kehrt zurück in die Heimat und mangels Alternative drücken die Wähler wie so oft beide Augen zu, Hauptsache Hoffnung.
Und dieses Prinzip hat Karl Theodor von und zu Gutenberg verinnerlicht, er ist die bundespolitische Version des „Yes we can“ Prinzips. Yes we can, im Prinzip alles, aber erst morgen. Oder übermorgen. Ein Vollblut-Schütze eben und deswegen wird er seiner eigenen Vision solange nachjagen, bis er sie erreicht hat. Oder endgültig scheitert. Am Heute, am Hier und Jetzt, an der konkreten Wirklichkeit des Augenblicks. Aber auch hier hört das Prinzip der Hoffnung ja nicht auf, vielleicht wird aus dem Saulus der Hochglanzmagazine ja doch noch ein Paulus der politischen Realitäten. Ein Friedensfürst und Beschützer des Volkes, ein Franziskus der CFU (Christlich-Freie Union), der endlich wieder Licht in den tristen bundespolitischen Alltag bringt.

Und vielleicht wird Kim Korea sich morgen als Einsiedler in eine Gebirgshöhle zurück ziehen und lyrische Erleuchtungsgedichte schreiben, Putin ein echter Demokrat und die Euro-Zone ein Hort der sozialen Gerechtigkeit werden und der liebe Gott demnächst einen eigenen Twitter-Account eröffnen.

Alles möglich im Reich von Zeus-Jupiter, sag also niemals nie, die Hoffnung stirbt immer zuletzt.

Bilder: Titelbild (bearbeitet) - Karl-Theodor zu Guttenberg (V.i.S.d.P.);JupiterBlaehfeld - Bratwurstgalerie (Own work) alle via Wikimedia Commons

Ein anderes Guttenberg-Portrait aus den Anfangszeiten von Loop! : GUTTENBERGS GESCHICHTEN

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