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Das Thema

Venus, Mars + der Astrologen-Haushalt

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Übertragung in Beziehungen.

Hier ist das astrologische Nähkästchen. Und nun plaudere ich etwas daraus. Nur zur Sicherheit: Fast alle Personen in diesem Artikel sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden Menschen oder Tieren wäre damit rein zufällig, wenn auch jeder ahnen wird, wovon ich rede. Vom astrologischen Alltag, der auch nicht einfach ist. Denn wo andere Kopfschmerzen oder PMS haben, haben wir Astrologen zum Beispiel Mars. Oder besser noch, Sonne-Mars, falls wir Mann sind. Beides ist als Schädigungs-Topos nicht zu verachten - Mann sein und Sonne-Mars haben. Da bietet es sich dann natürlich an, solche Transite genau auszuwerten. Um später bei Prognosen fremder Überläufe hilfreicher zu sein. Meist ist das großartig. Manchmal führt es aber in astrologischen Haushalten auch zu fast kosmischer Entzweiung. „Hey,“ rufe ich, als der Astrologe vorüberweht, "eine Minute für ein kleines Gespräch?“

„Grad nicht“, sagte er. „Ich habe aktuell Mars, wie du weißt. Sonne-Mars. Das könnte bedeuten, Streit kommt auf.“ 

00000bannerpaarWie mir scheint, bedeutete es das - getreu unserer Konflikt-Aspekte - seit vielen Jahren. Aber das befruchtet ja auch und womöglich verwechsele ich es auch mit Pluto-Sonne. Der zeigte sich ganz ähnlich, als wir uns fanden und gleich so stritten, dass wir wussten, wir liebten uns. Pluto = Leidenschaft. Sonne = wesentlich. Oder kurz darauf dieser dumme Uranus-Mars.

Wir hätten uns fast sofort wieder getrennt. Aber erst nach diesem Stahlbad tat sich mit Neptun-Saturn dann die Hölle auf. Die allgemeine Entregelung verpackt kein stukturierter Mensch und so legte ich mich einige Wochen sinnierend flach. Da Frau dem Mann und Mann der Frau bei Transiten gott-gegeben als Projektionsfläche dient. Irgendeiner muss den Job erledigen. Dagegen ist man einem kleinen Sonne-Mars dann regelrecht dankbar, einem Transitchen, an das man sich gewöhnt. Aber Mann + Transit ist manchmal wie Mann + Grippe. Frauen behandeln ihre Überläufe meiner Ansicht nach cooler. Wie so einiges auf dieser schönen Welt. „Liebes, hast du schlechte Laune?“ fragt es zum Beispiel neulich (als er Uranus-Uranus hat und ich Pluto-Mars) aus seinem zusätzlichen Sonne-Mars-Transit heraus.

Ich runzele die Stirn. "Nein, ich habe nur Pluto Opposition Mars. Aber ich arbeite bereits dran!“ Der Astrologe sieht mich prüfend an. „Wenn ich dir einen Rat geben darf?" Soweit kommt's noch. Nein! "Es ist aber zu deinem Besten, Schatz. Dieser Transit geht vorbei. Konzentriere dich auf was anderes. Ich finde, du wirkst jetzt manchmal so negativ!“ Wie wahr. Gegen kleine Fische wie Pluto auf Mars ist Sonne auf Mars wirklich ein übles Kaliber. Man erlebt diesen Transit ja rund viermal pro Jahr, bei Hinzufügung von Mars-Sonne umgekehrt sogar doppelt so oft. Wenn man die - wie nenne ich sie am besten? -  Herausforderungs-Aspekte hochrechnet. Verdammt ja, das ist eine Belastung, gerade für Männer, die sich auseinandersetzen. Wir Frauen gebären ja auch locker, da wird uns wohl ein zweijähriger Langsamläufer-Transit nicht umwerfen.

Herausgefordert kann allerdings nur werden, wessen Radix  noch unerlöst vor sich hindümpelt, sprich, unerlöste Menschen mit unerlösten Transiten. So sagt man ja, seit die klassischen Astrologen aussterben und man nicht mehr vom planetarischen Bösewicht, Übeltäter oder wirklich schlimmem Aspekt sprechen darf. Aber das macht, Saturn-Mars, Sonne-Mars oder Pluto-Mars, die wirklich schlimmen Aspekte, auch nicht besser. Früher war Astrologie überhaupt ehrlicher. Da sagte man: „Oha, lieber Gaius Julius, das sieht ja alles schrecklich aus in deinem Radix. Morgen gibt’s Krieg und die Gemahlin geht fremd. Und dann sehe ich noch einen Kerl namens Brutus eintreffen, der einen Dolch im Gewande mit sich führt. Also pass auf, falls einer versucht, dich zu küssen. Du hast Sonne-Mars!“ Das waren noch Zeiten, in denen jedoch gern der bezeugende Astrologe einen Kopf kürzer gemacht wurde. Was uns heute als Trauma noch in den Gebeinen steckt. Drum haben wir die Weichspüler-Sprache erfunden. Jetzt hast du ein reines Gewissen. Alles ist, wie man es denkt.

Einigen Astrologen wie mir und den Meinen bringt das noch Kopfzerbrechen, anderen mehr Klienten, die auch wiederkehren. Denn die meisten Ratsuchenden wollen problematische, negative Nummern wie die mit dem Dolch und Brutus in einer alles heilenden, positivistischen Welt lieber gar nicht erst wissen. Falls der Astrologe sich überhaupt zutraut, prognostisch zu arbeiten, was keine Selbstverständlichkeit ist. Kommt Unheil, ist es wie im Mittelalter, man macht die Augen zu und konzentriert sich auf Umwandlung der Umstände. Da sitzt man dann positiv denkend in Caesars Wohnzimmer, freut sich, dass Brutus zum Kaffee kommt und erwartet bester Stimmung das Schicksal. In der Annahme: Ach Gott, wenn ich grad Mars-Sonne oder Sonne-Mars habe, muss ich nur den inneren Standort wechseln. Ich bin, was ich denke und ich denke jetzt mal, alles wird gut. Auch wenn das, was Brutus da gerade aus dem Gewande zieht, wirklich aussieht wie ein Küchenmesser. Und wieso guckt der so böse? Moment, Brutus, warte mal, hast du zufällig Pluto-Mars?

Manchmal habe ich wirklich etwas gegen die moderne Astrologie.

Bevor ich Astrologin wurde, war ich natürlich auch vielfach beim Astrologen. Einige kamen mir mit Lenor-Gerede (Du musst dich nur akzeptieren und Pluto über deiner Sonne erledigt sich ohne Trouble). Das war weniger hilfreich. Denn es stimmte nicht und Pluto über meiner Sonne erzeugte trotz unendlicher arbeiteter Selbst-Akzeptanz unendliches Theater. Dann gab es die ehrlichen, die Klartext sprachen: "Richte dich mal auf tiefgehende Zeiten ein, du wirst dich wie besessen fühlen - aber das geht dann und dann vorbei!" Und so wurde es auch. Der vorletzte sagte sogar: "Du und dein jetziger Partner, ihr habt es ja echt grau-en-haft zusammen." Das stimmte zwar, bis wir uns trennten. Aber mir war trotzdem nicht danach, das zu hören (ok, das meinen sie also alle mit 'unerlöst').

Genauso wenig wie mir danach ist, dass etwa jemand in meinem Umfeld mehrmals jährlich Sonne-Mars hat und damit dann delegierend (an mich) umgeht. Wobei ich oft vergesse, dass es dem Du mit meinem Sonne-Mars ja mindestens genauso geht. Aber keiner ist scharf darauf, öfter mal die schwarzen Kärtchen zu haben und auf einmal nicht mehr die liebe Partnerin zu sein, sondern der Grund, weshalb sich sein Mars entzündet.

Ja, Transite sind kein Weichei-Geschäft. Und alle durchaus nicht immer so nett lösbar, wie es sich die rein psychologische Astrologie zurechtdenkt. Aber vor allem auch nicht so stressfrei, wie die Esologen beharren (und falls doch, liegt es wohl wirklich an deinem erlösteren Bewusstsein als meinem). Saturn bleibt jedenfalls bei jedem Transit Saturn und selbst das schönste Denken oder die beste Bewusstheit macht dessen Quadrat zum Mond nicht feierlich entspannend. Schwierige Transite erfordern schwierige Strategien. Meistens. Während die Chancen unter soften Venus-Konjunktionen weitaus besser stehen, einfach nur eine nette Zeit zu haben. Aber andererseits ist alles in allem eben auch nicht so hammerhart wie bei den alten Jungs von der Klassikerfraktion. Nur mal angenommen, einer käme jetzt daher und prophezeite mir:

„Nächste Woche wirst du über einen Kabelbinder stolpern. Du sitzt ab da im Rollstuhl. Niemand wird dich lebenslang voller Liebe pflegen. Denn ihr habt zusammen einfach viel zuviel Uranus!“ 

Wer tut sich so eine Prognose freiwillig an? Es sei denn, man wäre privat an den prognostizierenden Astrologen gefesselt, was bedeutet, man müsste es sich leider anhören. Untereinander sind wir Astrologen ja sowieso gern mal aufrichtig, sprich, besserwisserisch veranlagt. Aber wenn wir uns so etwas um die Ohren hauen würden, wären wir entweder bereits Genies. Oder es ist eh alles zu spät. Da kommt er übrigens gerade, der Astrologe, den ich liebe. Er hat ganz menschlich schlechte Laune, vielleicht, weil der zweitbeliebteste Übeltäter Mars (nach Saturn) in seinem Geburts-Horoskop aktuell von dem feurigen Auch-nicht-ganz-ohne-Faktor transitiert wird, Sonne, dem großen Licht. Das bedeutet, sein DC wird ebenfalls aktiviert, da von Mars beherrscht. Also mein Auftritt, als Außenrolle des DC und Anstoßgeber für seinen Zorn.

Auch wenn Sonne nur halbwegs zur Clique der klassischen Schurken gehört. Weil sie überall alles beim Überlauf anbrennt und verärgert, was zu anderen Zeiten sozialverträglich ist. Sonne selbst ist erst mal nicht beziehungsfähig, sondern tut nur so. Sie beschreibt ja - neben viel Egozentrik Kreativität - auch das gesamte Ego unser Selbst. Pfui-Worte, die moderne Astrologen nicht benutzen oder höchstens in unseren Beziehungen. Als ich meinerseits stehenbleibe und den Astrologen fixiere, schaut mich Mars aus ihm heraus gleich viel marsischer an als sonst. Ja, das ist die bittere Wahrheit: Er sucht jetzt in mir die transitierende Sonne zwecks Selbst-Entzündung. Astrologen haben die gleichen Transit-Auswirkungen wie jeder andere, selbst wenn manche annehmen, sie seien bereits erlöst. Und wen trifft's? Mich. Immer die Partner/innen. Meint Stier-DC ?

Wie funktioniert das, mögen sich Astro-Neulinge fragen. Sind morphogenetische Felder schuld? Keineswegs. Was hier geschieht, geschieht ja auch ohne Astrologie und man nennt es den Fluch des Beziehungs-Rucksacks, Delegation oder therapeutisch: Projektion. Wir suchen uns Außenrollen-Spieler für alles, was wir in uns noch nicht sehen können. Astrologisch geht das so: Mars und Sonne im Radix der Frau "übernimmt" (= spielt) oft spontan ihr Mann, Freund, Geliebter, wahlweise Chef oder Sekretär, wenn an anderen männlichen Wesen Mangel herrscht. Deshalb werden Transite über oder durch die gegengeschlechtlichen Planeten auch gern ausgelagert. Beim Mann ist es umgekehrt so, dass er seine Partnerinnen (und weiblichen Nebenrollen) durch die Brille seiner Venus und seines Mondes sieht. Wir alle sind damit im Auge des sich liebend oder hassend beziehenden Betrachters Mischwesen.

Einmal wir selbst und unser Radix und zum anderen wirken wir uns auf ihn/sie aus wie deren eigene, betreffende Geschlechtsplaneten und natürlich wie der bedeutsame Du-Punkt (DC) des Gegenübers. Insofern werde ich von meinem Lebenspartner häufig als Widder empfunden, was nicht so nett ist, als wenn einen ein Steinbock-Gegenüber spontan immer weiblich krebsig warm wahrnimmt. Widder-DC aber setzt den Fokus auf alles Aggressive, Kriegerische oder bewegend Inititative im Du. Was überstark empfunden wird, auch wenn der andere ganz wenig Feuer hat. Aber irgendetwas im eigenen Horoskop bedient diese Wahrnehmung "durch den DC" immer. Bei mir ist es Feuer-Planet Jupiter vorn in 1. Womit ich für Waage-, Wassermann- oder Zwillinge-AC leicht feuriger Schlüssel für's DC-Schloss werde und sie keinen ihrer Feuer-Transite auslassen, die man mir gut anheften kann. Soviel zu Rollenvorschreibung und Erfüllung - wenn man den Deszendenten mal isoliert sieht. Dazu kommt vieles mehr.

Das kann man insgesamt lustig und spannend finden, wie ein Experiment beobachten oder gemein und abwehrend behandeln. Aber man wird merken, wenn man nicht mitspielt, fliegt man raus aus dem gesamten Stück. Wenn man sich in bindenden Beziehungen die Konstellationen nicht erfüllt, hält die Liebe nicht. Ob sie sonst hält, ist eine Frage dessen, wie konstruktiv die Beziehungs-Konstellationen bei beiden sind. Dabei ist die Sache mit dem Deszendenten überhaupt gar nicht so einfach. Den haben wir ja alle und sehen durch seine Qualitäten gewohnheitsmäßig das Gegenüber. Auch, wenn wir gar kein intimes Du kennen, sondern bloß einen Gemüsehändler mit einem eigenen Deszendenten, einen Steuerberater, ein Kind oder einen Hund. Und wenn wir allein sind, dann sehen wir eben aus dem Fenster, mitten in unser DC hinein. Ich, zum Beispiel, mit Erd-DC, sehe gern Mauern oder schöne Landschaften (auch in Leuten). Wir alle sind umzingelt von Menschen mit lauter Deszendenten, die wir ihnen verkörpern sollen und werden. Darum kennen wir uns alle auch instinktiv so gut im Thema aus.

Eine mir bekannte Klientin beispielsweise "macht" ihrer alten Mutter unverdrossen deren Steinbock-DC. Zu ihr dringt man nur über das saturnische Nadelöhr durch. Die alte Dame sucht Leute, die mit ihr etwas schimpfen, damit die Welt wieder in Ordnung ist. Danach sitzt sie gemütlich auf ihrem Krebs-AC und drumherum ist es dunkel  (Döbereiner). So wird ihr immer etwas zum Jammern, Fühlen und Schmollen garantiert und alles ist, wie es sich anfühlen soll. Ein anderer Klient spielt für seinen Sohn mit Zwillinge-DC dessen Merkur. Wobei er den Vater (trotz Null Luft in dessen Chart) zur verbalen Nähmaschine degradiert, sogar zur bösen Nähmaschine. Da DC-Herr Merkur beim Jungen im frechen Widder steht. Das funktioniert dann auch umgekehrt. Ganz im Sinne der Welle/Teilchen-Verwandlungen benehmen wir uns auch selbst dann viel leichter wie das DC des Gegenübers und dessen Herrscher, wenn wir mit ihm eng sind und er unter Transiten die Verwirklichung braucht.

Dann werden wir auch der Mars für Widder-DC, da der die eigene Aggression nicht spüren kann. Bis er sie durch das neue Setting spürt. All das läuft selbst bei Tieren so, und das war es, was mich letztlich überzeugte. Nehmen wir unseren Hund. Auch er hat einen DC und zwar in der Jungfrau, weshalb er den Astrologen und mich als jungfräulich-dienstbare Geister empfindet. Allzeit bereit, ganz die Seinen, Magd, Diener und Gib-Lecker-Raus-Automaten. Mr. und Mrs. Gestalte-meinen-Alltag (Wo Leine? Will Gassi!). Oder wahlweise Du-Alte-Nörgelbraut, dir markiere ich das Revier. Und jetzt darfst du alles wieder wegmachen! Dagegen ist der Widder-DC des Astrologen meines Herzens ein Klacks.

Immerhin existiert darin auch Passion. Früh in unserer romantischen Bekanntschaft blickte er mich durch seinen Du-Punkt an und meinte: „Was bist du eigentlich dauernd so aggressiv?“ Deshalb ist das Leben mir auch schwer, wenn er Mars hat. Ärger, Wut oder Neurose gelten auch anderen Waage-AC als unerlöst, pfui und fies, weshalb sie all das zunächst mal begegnend erleben. Andere fühlen sich agieren, ein Waage-AC empfindet, dass er re-agiert. Soviel sei verraten - aber ziemlich heftig. Mars begegnet dem Venus-AC? Ok, wenn das so ist, dann gibt Venus-AC eben Mars zurück. Volle Kanne.

womanman Eine Alltags-Szene. Klopf-Klopf. „Ist da wer?“ fragt Stier-DC, der andere ja gern als sozial begegnend sieht.  

"Guten Morgen!“ re-agiert Waage-AC vor der Tür, die er lieber nicht öffnet. „Wäre es für dich ok, wenn wir unser Meeting verschieben? Ich habe heute Sonne-Mars, da wollte ich dir anbieten, dass wir es streichen."

"Unser Meeting JETZT? Wieso machst du es dir so bequem und sagst das nicht früher?" fragt Stier-DC. Aber Waage-AC reagiert schon wieder. Jetzt marsisch, sprich, er redet nicht, er tut. Zum Beispiel stapft er laut die Treppe herunter, sauer. Die Verantwortung wird delegiert werden, mit dem Mars-Delegations-DC im Widder. "Kriege ich nun eine Antwort?" ruft er von Ferne. "Nimmst du mein Angebot an, das zu verschieben? Oder kannst du gerade nur aggressiv sein?"

Nun bloß nicht marsisch werden sonst geht es ganz schief. Für Waage-AC ist es wichtig, den Widder-DC durch sich selbst zu erleben, soviel ist sicher. Und den anhängenden Transit auch, sonst verlängert das die Rollenspielerei für das Gegenüber. "Ich wäre dir dankbar," sagt Stier-DC, "wenn du demnächst vor dem Meeting ankündigen könntest, dass das Meeting gar nicht stattfindet!"

„Aha!“ ruft Mars-DC, der samt anhängendem Herrscher jetzt unten den Kühlschrank zu demolieren scheint, und den Herd gleich mit. Ach was, den ganzen Kosmos. Vermutlich bis zu den Uralt-Galaxien hinter dem Great Attractor. Gut, unter Sonne-Mars macht man sich vielleicht sein Butterbrot etwas lauter. 

"Manchmal glaube ich," ruft er, "du bist gar keine Astrologin, sondern..." 

Schön? fragt sich Stier-DC. Reizend? Seine Venus? Hat er inzwischen doch schon ohne mich, mutterseelenallein, seinen verdrängten Mars gehoben, erlöst, befreit? Möglicherweise durch das, was sonst nur mein Sozial-DC in allem sehen will? Innere Beziehungs-Arbeit? Was genau ich bin, geht in Marsgetöse unter. Wenn Stier-DC die Küche dann entert, wird sie feststellen, dass die Küche nicht mehr steht. Und wer muss alles wegräumen?

Um bei der Wahrheit zu bleiben: Stier-Deszendent ist auch nicht ohne. Sie sieht Bequemlichkeit am liebsten bei den anderen. Motto: Wenn Faulheit weh täte, wärst du den ganzen Tag am schreien. Du ist dabei eine Variable, auswechselbar, du, er, sie, es, alle eben. Venus-Zeichen am DC erlebt, wenn agitiert, fast jede Außenwelt als faul, gefräßig, anspruchsvoll und abgrenzend. Oder – leider seltener - als hamsternd, vorsorgend und einkaufend.

Insofern passen die zwei auch so prima zusammen am DC. Mein Mars und ich. Deine Venus und Du. Er findet sie aggressiv. Sie ihn bequem. Stimmt beides nicht, aber läuft wie geschmiert. Als das Meeting dann übrigens doch noch stattfindet (Waage-AC lenkt ja nach seinen Geisteskriegen fast immer ein), bedankt sich Skorpion-AC erst mal artig für alles, was geschehen ist. Also nichts, bis jetzt, wie oft bei den verbalen Waage-Gefechten, aus lauter Bequemlicheit, wie Skorpion-AC nun schneidend beurteilt. Vergaß ich anzugeben, dass Stier-DC ja Skorpion-AC hat? Vermutlich. Man stellt sich selbst oft besser dar, auch wenn man - wie Brutus - immer das kleine Küchenmesser im Gewande mit sich führt.

Dann bittet Stier-DC demütig den agitierten, aber noch projizierenden Mars, nunmehr die Moderation zu übernehmen. Um ihn wieder sozial sehen zu können und in die Initiative zu bringen und selbst nicht mehr wütend gefunden zu werden. Adieu, Delegation! Als Astrologin ahnt man ja, was wohin gehört. Die Teilnehmerzahl des Meetings ist begrenzt, nur er und ich kommen in Frage. Der noch getarnte Mars brütet. Will er das? Moderieren? Heute? Sofort? "Okay!" sagt er. Schweigen. So sitzt man da, eine gefühlte Stunde. Astrologische Kollegen dürfen raten. Was für einen Mars genau hat dieser Mars? Sitzen? Schweigend zerfließen? Ohne es zu bemerken? Tiefer eintauchen in die Moderations-Meditation? Sich einschwingen in den Blick auf den ungemähten Rasen draußen?

Soviel sei verraten: Mars hat keinen Widder-Mars. Irgendwann unterbricht sein Widder-DC (also ich) aus dem immer noch geöffneten Delegations-Rucksack heraus die geträumte Wirklichkeit und sagt: "Nun mach aber mal!“

Er schreckt auf. „Willst du schon wieder streiten?“ Widder-DC hat Mars. Erwähnte ich das schon?

Im Laufe des Tages geschehen noch viele schöne und erhellende Sachen. Gegenseitige Feststellungen von Ärger, Wut und Neurose bei jedem, der uns begegnet. Denn auch ich habe ja Pluto-Mars. Das ist ein schwerwiegenderes Kaliber, wenn es auch nur unterschwellig grollt, als Dauertransit. Dann geht Mars einkaufen und kehrt als Jupiter mit Heldengeschichten vom Heldenstreifzug zum Supermarkt zurück. Wie er, nach hundert Jahren Schlangestehen, umgeben von wütenden Leuten, gefasst an der Kasse ausharrt. Wie danach die Schranke im Parkhaus kaputt war. Wie Mars am liebsten dem Parkwärter eine gezwiebelt hätte, aber er ist Pazifist und der Parkwärter sah so wütend aus. Wie er zwei wütenden Mitbürgerinnen eine halbe Stunde beim Einparken zusah, weil sie ihn blockierten. Wie er nicht ausstieg, um ihnen einen Vogel zu zeigen. Wie dann noch ein total wütender Typ ihm die Vorfahrt nahm.

Wie prima, dass man als Astrologe weiß, warum das alles. Weil man Sonne-Mars hat. Dabei geht ganz unter, dass sein restlicher Widder-DC ( also ich) gar nicht so wütend, ärgerlich oder neurotisch war wie sonst. Nun könnten wir völlig wertneutral etwas Mars und Venus – an der jeweils richtigen Stelle – gemeinsam erleben. „Ich geh dann mal meinen Artikel verfassen," spricht Mars. "Auch wenn ich Mars habe. Noch bis morgen!"

 "Morgen?" sage ich unglücklich. "Wie morgen? Morgen hat der Junge Neptun und ich Pluto noch näher dran. Das gibt Krach. Da kannst du nicht noch mal Mars haben!" Aber Mars genießt weiter seine Initiative. Sprich, wartet als Einzelkämpfer unter dem schlechten Einfluss einer ihn erhitzenden Sonne, mit einer kosmischen Leerstelle am DC vor dem PC auf Inspiration. Aber halt! Ist wirklich keiner da? Doch, der kleine Hund unterm Schreibtisch. Wenn man dem allerdings einen menschlichen Widder-Deszendenten samt Mars im Gepäck aufhalst, beisst er. In der klassischen Astrologie und in der Tierwelt. Als wir Astrologen noch Klartext redeten und nicht Lenor, hätte die Prognose gelautet: Mann, Frau und Hund passen eben nur zusammen, wenn schöner Transit herrscht. Ansonsten ziehe man sich aus der Schusslinie. Gegen DC und Projektion ist kein Kraut gewachsen.

Da aber der Astrologe ein hervorragender Astrologe ist, macht er wie immer das Beste draus. Und schreibt einen Artikel über Wut. Und viele über Transite. Auch so kann man den Widder-DC ja ohne Delegation durchaus prima leben. Und läutert noch andere Gebeutelte dabei. Danke, Mars!

Bilder (bearbeitet): Albedo-ukr/freeparking und Pubkic domain via Wikimedia Commons

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