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Venus - Lucifer und Liebesgöttin

Mit Venus verbinden wir heute hauptsächlich das Sinnbild der Liebe, Harmonie, Schönheit und Kunst. Wenn es um Beziehungen geht, steht sie an erster Stelle, vermutet man bei ihr all das Gute und Wunderbare, dass wir uns so sehnsüchtig im Zusammensein mit anderen Menschen wünschen.
Aber ist sie das wirklich? Kann Venus all diese Hoffnungen erfüllen? Oder handelt es sich hier vielleicht um einen kosmischen Irrtum? Und eine astrologische Zuordnung  und Ableitung, die sich weder mit der eigenen Erfahrung in Übereinstimmung bringen lässt, noch mit ihrer mythologischen Geschichte?

Astronomisch ist Venus tatsächlich der Planet, der unserer Erde am nächsten steht. Aber nicht nur die geographische Nähe macht sie zu einem Schwesterplaneten, sie ist auch fast genauso groß wie unser Heimatplanet. Kein Wunder also, dass sie in früheren Zeiten das Objekt vieler Spekulationen war. Unter ihrer dichten Wolkendecke vermutete man einen zweiten Garten Eden, eine zukünftige Heimat für uns Menschen.

Nichts davon hat sich aber bewahrheitet. Venus ist ein für Menschen äußerst ungastlicher Planet.  Es gibt zwar tatsächlich Hinweise auf mögliches Leben, das wird aber eher in der Atmosphäre des Planeten vermutet. In Form von Bakterien. Die dichte Wolkendecke besteht zum großen Teil aus Schwefelsäure. Was man nun eher in den Höllenwelten vermuten würde, anstatt in himmlischen Gefilden.

Aber auch in vielen anderen Bereichen ist Venus sehr außergewöhnlich. Angefangen damit, dass dort die Sonne im Westen auf- und im Osten untergeht. Sie dreht sich also quasi rückläufig, eine Eigenschaft, die sie mit Uranus und Pluto teilt. Zudem dauert ein Venus-Tag ca. 243 Erden-Tage, während ein gesamtes Venus-Jahr nur 224 unserer Tage umfasst. Was bedeutet das praktisch?
Gäbe es auf Venus ein ähnliches astrologisches System wie bei uns (einen Kreis der in zwölf Abschnitte aufgeteilt ist), dann würde es ungefähr 20 Tage dauern, bis der Aszendent ein komplettes Zeichen durchlaufen hätte (bei uns nur etwa zwei Stunden). Ein kompletter Zeichendurchlauf der Sonne würde hingegen nur ca. 18 Tage dauern (bei uns immerhin fast 30 Tage). Häuser und Felder wären also keineswegs mehr ein Zeichen der Individuation, der Persönlichkeit, sondern genau wie die Zodiak-Phasen Ausdruck von generellen archetypischen Inhalten.

Da Venus auch keinen Mond besitzt, der einen schnelleren Zyklus initieren könnte, muss man davon ausgehen, dass sich Venus-Zeit gänzlich anders gestaltet als unsere Erdenzeit.


Goldener Schnitt und Pentagramm

Aber es gibt noch mehr Merkwürdigkeiten bei unserer planetaren Schwester. Würde man jedes Mal, wenn Venus von uns aus betrachtet in einer Konjunktion mit der Sonne steht, diese Punkte im Tierkreis markieren und sie anschließend verbinden, ergibt sich die geometrische Figur eines  Pentagramm-Sterns.
Das Pentagramm ist ein sehr altes Symbol für Venus. Schon bei den Sumerer (ca. 3000 v.Chr.) fand sich der "Druidenfuß" als Zeichen auf Krügen und anderen Alltags-Gegenständen. In ihm zeigte sich der goldene Schnitt, in der Bedeutungszuschreibung ging es fast immer um Höheres, um geistige Vervollkommnung und Abwehr des Negativen.

Seine gegenteilige Zuordnung zum Dämonen- und Teufelskult entstand erst Mitte des 19.Jahrhunderts. Zuvor war das Pentagramm ein Sinnbild für Vernunft und des nach Wahrheit suchenden Geistes. Seine fünf Spitzen verkörpern die Tugenden der Klugheit, der Gerechtigkeit, der Stärke, der Mäßigkeit und des Fleißes.

Astrologische Neudeutungen

In diesem Zusammenhang sei auch auf eine Deutungsbesonderheit bei Venus-Konjunktionen mit der Sonne hingewiesen. Geozentrisch betrachtet handelt es sich immer um das Zusammenkommen beider Körper vor demselben Tierkreishintergrund. In Wirklichkeit haben wir es aber mit zwei verschiedenen Formen der Konjunktion zu tun.
Einmal kann Venus vor der Sonne stehen, astronomisch auch als untere Konjunktion oder als Sonnentransit bekannt, zum anderen kann sie sich auch hinter der Sonne befinden, also von ihr verdeckt werden.

Astrologisch müssten diese verschiedenen Formen einer Konjunktion auch unterschiedlich gedeutet werden. Wie allgemein bekannt ist, können sich die beiden inneren Planeten Merkur und Venus nie weiter als 28° (Merkur) und 45° (Venus) von der Sonne entfernen. Aspektfiguren wie Trigone, Quadrate oder gar Oppositionen gibt es also nicht, können in keine Deutung einfließen.

Wenn man jetzt die untere Konjunktion von Venus mit der Sonne (wenn sie also „vor ihr steht“), als die wirkliche Konjunktion annehmen würde, die obere dagegen (wenn sie von uns ausgesehen hinter der Sonne steht) als eine Art Opposition, hätte man ein zusätzliches Deutungselement zur Verfügung.
Einfach ablesen lässt sich das übrigens anhand des heliozentrischen Charts.

Erstellt man dies für denselben Zeitpunkt, zeigt sich durch eine Konjunktion von Erde und Venus die untere, also wahre Konjunktion, stehen beide heliozentrisch in Opposition, haben wir es mit einer oberen Konjunktion (als dem oppositionellen Charakter) zu tun.
Dasselbe Prinzip kann man selbstverständlich auch auf Merkur übertragen. Und auch noch weiter verfeinern. Untersucht man nämlich den Abstand zwischen Sonne und Venus aus geozentrischer Sicht und vergleicht dies mit den Aspekten zwischen Erde und Venus im heliozentrischen Bild, zeigt sich schnell das die Fünfer-Teilung des Kreises, also alle Quintil-Aspekte eine große Rolle spielen.
Stehen Venus und Sonne ca. 32° im geozentrischen Bild voneinander entfernt, entspricht das in etwa einem Quadrat zwischen Erde und Venus im heliozentrischen Bild.
Vielleicht ein Hinweis darauf, dass Quintil-Aspekte generell eine Venus-Signatur in sich tragen?

Venus als Lucifer

Wer sich mit der Außergewöhnlichkeit unseres Nachbar-Planeten weiter beschäftigen möchte, muss eigentlich nur in den alten Mythologien stöbern. Die heutige Zuschreibung, Venus ausschließlich als Sinnbild für Liebe und Harmonie zu deuten, findet sich dort erst sehr spät in der Geschichte. Für die Sumerer stand Venus-Ianna auch für Krieg und Eroberung, während Hathor-Venus bei den Ägyptern als Herrin des Totenreichs galt. Die alten Griechen deuteten Venus immer auch in Bezug auf ihre Sichtbarkeit. Als Abendstern war sie Venus Hesperos, als Morgenstern bezeichnete man sie als Venus Phospherus. In der römischen Mythologie trug sie deswegen auch den Beinamen „Lucifer“, Lichtbringer. Was nun wiederum die Frage aufwirft, warum dieser Name in der christlichen Mythologie als Inbegriff des Bösen gilt.

Nichts scheint also auf den zweiten Blick so einfach, wie es heute vielfach dargestellt wird.

Venus ist immer noch ein Mysterium, hat viele Facetten und Eigenschaften. Wie auch das nebenstehende Bild zeigt. Aufgenommen von der Raumsonde "Venus Express" zeigt es zwei riesige Stürme in der Nähe des Nordpols. Mit ein wenig Phantasie mag man darin eine spezielle Form des Yin- und Yang- Symbols erkennen.

All dem nachzugehen und dabei auch nach neuen und erweiterten, astrologischen Entsprechungen zu suchen, könnte durchaus Erstaunliches ans Licht bringen. Vielleicht liegt hierin ja die wahre Bedeutung von Venus, auch und gerade wenn wir uns mit menschlichen Beziehungen beschäftigen.

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Mittwoch, 22. August 2018

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