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Wasser und der König aller Flaschen

Nichts fließt mehr. Seit Neptun vorläufig geworden ist, schwappt dafür das Thema Wasser wieder hoch. Auch durch Kritik an den großen Königen aller Flaschen. Nestlé, Danone, Cola und Pepsi sind die Marktführer beim edlen, sauberen Einpack-Wasser. Wobei der Schweizer Riese mit Löwe-Sonne Quadrat Pluto und dem niedlichen Namen (Nestlé heisst ursprünglich wirklich "kleines Nest") weltweit mit über 70 Marken von Flaschen-Wasser die Nase ganz vorn hat. Dagegen wäre nichts zu sagen, würde der Firma nicht immer wieder vorgeworfen, dass sie das, was sie so gut verkauft, anderswo wegnehmen muss. Denn Wasser ist zwar ein Menschenrecht (von den Vereinten Nationen dazu 2010 unter Lilith, Mond, Chiron und Neptun in Opposition zu Merkur erhoben). Aber dass alle durch dieses Statement plötzlich auch zu trinken haben, heißt es noch lange nicht.

Neptun ist entgrenzt, wie Jupiter, Wasser braucht eben jeder: Über 160 Milliarden Liter füllen die führenden Firmen jährlich in Flaschen ab (GEOZEIT), 89 Milliarden davon in Plastik, dessen Überreste die Umwelt bis zu 1000 mal mehr belasten als Leitungswasser. Unglaubliche 1500 PET-Flaschen pro Sekunde verbraucht allein Amerika trotzdem noch, während in Deutschland, der Schweiz und Österreich jeder statistisch im Jahr immerhin um die 100 Liter reines Flaschen-Wasser trinkt.

Und das, obwohl man für den einen Euro, den das pro 2 Liter kostet, stolze 200 Liter Leitungswasser haben könnte. Wieso, wenn das Plastik-Wasser nicht nur wegen der Weichmacher teilweise schädlicher ist, als das aus dem Hahn? Neptuns Wege sind unerfindlich - und wo er zuständig zeichnet, fällt Mensch auch leicht auf Werbung herein. Flaschen-König Nestlé boomt heute sogar in Entwicklungs-Ländern (oder Gebieten mit "schlechtem" Wasser, die stärker ausreizbar sind, als die erschlossenen Industrie-Staaten). Die Nestlé-Marke Pure Life macht hier das Rennen.

Wobei man Gebiete mit Quellen erwirbt und - so der Vorwurf - dadurch Menschen noch weiter von der knappen Versorgung ausschließt. Wem das Land gehört, gehört auch das Wasser, das dann den Bewohnern wieder teuer verkauft wird. Naturstoff, aggressiv als umkämpfte Handelsware ausgebeutet. Im Firmen-Mythos des Wasser-Giganten Nestlé steckt eben astrologisch schon äußerster Kampfgeist. Widder-Sonne und Skorpion-Mars hatte 1905 die Fusion von Henri Nestlés und George Pages (Anglo Swiss Condensed Company) Unternehmen. Der Apotheker Nestlé (Löwe) kämpfte zuvor lange mit dem amerikanischen Siedler-Jungen Page, der sich zum Selfmade-Millionär hochgearbeitet hatte. Ihn tarnte seine Witwe viel später als Marmorstatue, um Pages Leichnam aus der Schweiz über's Meer zurück nach Amerika bringen zu dürfen. 

Das erste Horoskop von Nestlé ist auf den Tag berechnet, der heute als Gesamt-Firmen-Gründung gilt: Die geschah aber nicht durch Apotheker Nestlé, der 1866 noch an seinem "Kindermehl" (Säuglingsnahrung) tüftelte, das erst ein Jahr später auf den Markt kam. Väter des Welt-Konzerns, der dann viel später trotzdem nach dem Apotheker heißen sollte, waren besagter George Ham Page und sein Bruder Charles, ein amerikanischer Handelskonsul, entsandt in die schönen, fernen Berge. Dort sollte er Investitions-Möglichkeiten für US-Dollars finden, während George zuhause in Amerika dem Geheimnis der Kondensmilch auf die Spur kam, die seit dem Bürgerkrieg schon als gesunder Schlager galt. Erfunden hatte die gezuckerte Variante ein Skorpion mit Sonne-, Mars- und Neptun-Konjunktion, Gail Borden aus New York, als Nachfolger des Franzosen Nicolas Appert, merkwürdigerweise ebenfalls Skorpion, der 1804 die weltweit erste Konservendosen-Fabrik gründete. 

Mit dem 9.8.1866 (der ersten Anglo-Swiss-Verwaltungsrats-Sitzung, Zürich) eröffneten die Brüder Page, entzückt von den vielen Kühen und wenigen Menschen, die leider in Europa die leckere Dosenmilch gar nicht recht kannten, eine Firma in Cham, die in der alten Welt für Fortschritt sorgen sollte. Die Anglo Swiss. Mit Sonne-Neptun-Trigon (und unterstützendem Mars) schwamm sie auf dem Zeitgeist (hier kommt bereits das Wasser in seiner späteren Bedeutung ins Spiel), während Jungfrau-Venus und -Merkur mit Krebs-Uranus-Sextil das revolutionäre Nahrungs-Thema wiederspiegeln. Die Dosenmilch zieht auch wegen des umsetzenden Erd-Trigons sofort erfolgreich Käufer. Nach ein paar Jahren ist Charles, der Konsul, tot und George, nunmehr Alleinherrscher, führt mehrere Firmen von der Schweiz bis England. Seither nennt man ihn "General". In seinem Heimatort Dixon, Illinois, setzt er daraufhin die größte Kondensmilch-Fabrik der Welt in die Landschaft. Denn im Herzen bleibt er Amerikaner, weil er in Europa einfach nicht heimisch wird. 

Sein größter Widersacher: Der deutschstämmige Henri Nestlé, der nach Vevey, in die französiche Schweiz auswanderte, mit seinem inzwischen beliebten "Kindermehl", einer Fertignahrung. George Page geht selbst in die Schweiz, heiratet eine Schweizerin und sie bekommen ein Baby, das leider nicht recht gedeiht. Sofort kauft der amerikanische Macher ganz praktisch eine Kindermehl-Fabrik in Freiburg. Woraufhin sich Henri Nestlé damit revanchiert, dass er wenig später auch Kondensmilch produziert.

Er hat, bei fast gleichem Löwe-Sonnen-Stand, wie die Anglo Swiss, Sonne Trigon-Neptun im Horoskop (*10.8.1814 in Frankfurt/Main) - die Konkurrenz. Es kommt, wie es kommen muss: Irgendwann ist Nestlé den Kampf müde und verkauft, aber nicht an Anglo Swiss, sondern an drei Geschäftsfreunde. Jahre danach stirbt der General Page und wird als Marmorstatue heim nach Dixon ausgeschifft. 1905 endlich, fast 40 Jahre nach der Gründung der Schweizer Dosenmilch-Firma, kaufen seine Nachfolger Nestlés Betrieb auf.

Das neue Großunternehmen (das wieder Nestlé heisst, weil der Name eingängig ist), hat viele Erfolgs-Aspekte (Radix rechts oben). Merkur, Jupiter und Venus im Stier im Sextil zu Neptun und Trigon zu Uranus - diese Konstellation führt die ursprünglichen Anglo Swiss Effektivitäts-Aspekte seltsam nahtlos fort. Bis hin zum rückläufigen Merkur, der in beiden Horoskopen auch die Konzentration beschreibt, die nicht nur eine Analogie für die Dosenmilch liefert. Zwei Drachen-Figuren, davon eine mit der Fokus-Achse Uranus-Neptun, sprechen auch von der Künstlichkeit der Produkte, mit denen gehandelt wird.

Wenn sich heute der problematische Erfolgs-Schlager Wasser so umstritten und trotzdem flüssig auf die anderen Erfolgs-Geschichten des Konzerns setzt, liegt das nicht nur an der stabilen Historie des Unternehmens. Immer wieder hatte die Schweizer Firma ein Händchen dafür, die richtigen Leute zu finden, die im Management-Bereich mit hoch wirksamen Strategien zur Vermarktung punkten. Eine der öffentlich umstrittensten Figuren ist zur Zeit Peter Brabeck-Letmathe (Spitzname: "der Wassermann"), Präsident des Nestlé Verwaltungsrats, der sich mit Ideen über die Notwendigkeit, Wasser per Dekret zu kontrollieren, aus dem Fenster lehnte. Wieder eine Sonne im Fix-Zeichen, Skorpion mit enger Mars-Konjunktion, genau wie der Erfinder der Konserve, Nicolas Appert.

In einem Interview mit der Wiener Zeitung tat Brabeck, der sich selbst als Warner vor Wasser-Knappheit und Hunger sieht, im Frühjahr erst die erstaunliche Äußerung: "Den Kapitalismus gibt es nicht, das ist nur eine Idee, die nirgendwo in Reinform verwirklicht ist." Als Antwort auf Anwürfe, er wolle, dass Wasser viel Geld kostet, stellte er im Jahr vorher fest: "Ich will Wasser keinen Preis geben, ich will Wasser einen Wert geben.[...]Damit wir die Investitionen machen, um mit dem Wasser besser umzugehen." (YOUTUBE)

Mit Sonne-Mars eng am Mars der Erfolgs-Fusion von Nestlé und Anglo Swiss, Anfang des letzten Jahrhunderts, reitet er als Lieblings-Zielscheibe aller Globalisierungs-Gegner vermutlich lässig die Welle, die damals mit dem neuen Konzern Nestlé über Küchen und Kinderzimmern dieser Erde zusammenschlug. Das Sextil Schütze-Merkur mit Neptun lässt ihn die strittigen Wasser-Fragen wohl so fließend handhaben, als wären sie reine Vision und nicht Basis eines Lebens-Mittels. Wenn man bedenkt, dass schon 2040 nur noch genug Wasser für 70 Prozent der Menschen vorhanden sein soll, kommt einem diese Haltung wie ein Teil der Star Wars Trilogie vor. Science Fiction, aus den abgehobenen Zentren der Macht, in denen die Fix-Zeichen sich manchmal so wohl fühlen.

Brabeck-Letmathe hat allerdings Pluto-Uranus über seinem Saturn im Krebs. Das ursprüngliche Firmen-Horoskop zudem das problematische Mundan-Quadrat über dem Unternehmens-Neptun. Kann also sein, dass die Sache mit dem Wasser und dem Fortschritt sich nicht ganz so reibungslos gestaltet, wie es sich alle Flaschen-Könige, die große Pläne hegen, wünschen würden.

Mehr zu Nestlés Geschichte: DER HERR DER BÜCHSEN (Schweizer Magazin Bilanz)

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