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Münchner Kunstfund - verdrängte Geschichte

Zwischen Müllbergen und Konservendosen ein Selbstportrait von Otto Dix – der „Münchner Kunstfund“ bringt nicht nur die Bilder moderner Klassiker wieder zum Vorschein. Pünktlich zum Quadrat von Uranus und Pluto wird auch die Erinnerung an ein düsteres Deutschland wach gerufen, das unter dem letzten Quadrat der beiden Langsamläufer die Welt mit Chaos und Verderben überzog. Ein zweifaches Lehrstück – zum einen, über den erschreckenden Umgang der Behörden mit dieser doppelten Hinterlassenschaft, zum anderen über die schon fast beängstigende Übereinstimmung von astrologischen Auslösungen und menschlichem Verhalten.

Der Münchner Kunstfund verknüpft tatsächlich zwei Geschichten – die Geschichte einer Familie, die schon seit Generationen mit der Kunst im Allgemeinen verbunden ist, und die Geschichte einer Zeitepoche. Mitsamt ihren Auswirkungen bis heute.

Cornelius Gurlitt und das schwere Erbe

Es ist ein fast normaler September-Abend 2010. Die Sonne steht kurz vor dem Übergang ins Zeichen Waage, hat gerade die Opposition zu Jupiter und Uranus in den Fischen überschritten. Aber es ist auch kurz vor Voll-Mond, eine Zeit der Spannung, Kleinigkeiten können jetzt plötzlich bedeutend werden, Entwicklungen in Gang setzen, die sonst eher im Sande verlaufen würden.

Cornelius Gurlitt sitzt im Schnellzug von Zürich nach München, als gegen 21:00 h die übliche Zollkontrolle kommt. Ob er Bargeld zu verzollen hätte, wird er gefragt. Gurlitt verneint, wirkt aber nervös, die Beamten haken nach. Schließlich zieht er als Beweis für seine Unschuld 18 druckfrische 500.-€ Scheine aus der Jacke, er liegt damit um 1000.-€ unter der Bargeldmenge, die man offiziell anmelden müsste. Alles scheint gut, aber es ist eben Vollmond und vor allem ein schlechter Zeitpunkt für Gurlitt: Saturn steht gerade exakt im Quadrat zu seiner Steinbock-Sonne, zudem hat er Merkur genau auf seinem Neptun an diesem Abend. Bei den Beamten hinterlässt das einen seltsamen Eindruck, etwas scheint nicht zu stimmen und sie recherchieren in den nächsten Wochen weiter. Gurlitt hat einen österreichischen Pass, lebt aber in München. Doch dort ist er nicht gemeldet, bezieht keine Rente, hat keine Steuernummer und keine Krankenversicherung - ein Phantom.

Es wird vermutet, dass die Behörden in der Folgezeit die Aktivitäten Gurlitts weiter beobachtet haben. Und er macht, zumindest aus astrologischer Sicht, einen folgenschweren Fehler. Im Herbst 2011 bietet er dem Auktionshaus Lempertz das Gemälde „Der Löwenbändiger“ von Max Beckmann zum Verkauf an. Lempertz kontaktiert die früheren Besitzer des Bildes und man einigt sich, am 2. Dezember wird das Bild für 865 000.-€ versteigert.

An diesem Tag steht Pluto exakt auf Gurlitts Sonne, zusammen mit Venus. Und wie sich immer wieder zeigt, sind Handlungen an solchen Tagen meist sehr folgenschwer und weitreichend. Für die Behörden scheint sich der Anfangsverdacht zu bestätigen und am 28. Februar 2012 durchsuchen Zollfahnder schließlich das Apartment im Stadtteil Schwabing. Zwischen vergammelten Lebensmitteln und alten Regalen finden sie fast 1500 Kunstwerke, die von den Nazis in Teilen entweder gestohlen oder als „entartete Kunst“ aus den öffentlichen Museen entfernt wurden. Der Schätzwert liegt bei fast einer Milliarde Euro.

Bis dahin könnte das alles auch nur die Geschichte einer dubiosen Hinterlassenschaft sein, steuerrechtlich fragwürdig. Aber es sind eben nicht nur Bilder, sie erzählen von Verfolgung, Diskriminierung, Rassenhass und einer perversen Vision von Reinheit.

Die Geschichte lässt grüßen

Am 05. April 1930 erwirkt der damalige Volksbildungsminister Thüringens, Wilhelm Frick, einen Erlass: „Wider die Negerkultur für deutsches Volkstum“. Nur wenige Tage bevor das damalige Saturn-Uranus Quadrat exakt wird, ebnet dieses Pamphlet den Weg zu Enteignung und Vernichtung von Kunstwerken, die der Nazi-Vision von einer sauberen Kulturlandschaft nicht entsprechen. Dass hier über Saturn, einen Gesetzes-Erlass, das Außergewöhnliche, Fremde, Nicht-Genormte und uranische Element eingeschränkt werden soll, ist das Eine.

Aber wichtiger erscheint in diesem Zusammenhang der kurz zuvor erfolgte Wechsel von Neptun ins Zeichen Jungfrau. Denn Erlasse müssen irgendwo ansetzen können, den Zeitgeist in welcher Form auch immer spiegeln, damit es zu einer breiten Akzeptanz kommt. Und wenn es einen Abschnitt des Zodiaks gibt, in dem Begriffe wie Reinheit, Sauberkeit und Ethik eine besonders große Rolle spielen, dann ist das wohl die Jungfrau. Neptun verkörpert andererseits die Sehnsucht nach dem Letztendlichen, Allumfassenden, Unaussprechlichen. Hat immer auch religiöse Züge, ohne dass man auch eine entsprechende Weisheit oder Weitsicht voraussetzen kann. Beide in Kombination unterstützen nun genau das, was von den Nazi-Propagandisten in die Welt gebracht wird. Das letztendlich Gute und Richtige kann nur erreicht werden, wenn alles Unreine verbannt oder verbrannt wird. Eine Hohelied auf die Reinheit der Rasse, die Reinheit der Kultur.

Neptun in der Jungfrau bereitet den energetischen Boden für diese Ideologie, unterstützt sie und verhilft ihr zum Durchbruch. Anderswo in der Welt findet das auch einen anderen Ausdruck, im Deutschland von 1930 entsteht unter Pluto Quadrat Uranus, zusammen mit Jungfrau Neptun, der Begriff der Entartung. Der Erlass von Frick ist nur der Anfang, bezeichnend, dass ausgerechnet er in seinem Geburtsbild eine enge Venus-Saturn Konjunktion hat. In den Fischen. Und ebenfalls ein Quadrat zwischen Pluto und Uranus im Horoskop zu finden ist (geb. am 12.03.1877).

Venus-Saturn Konjunktion hat auch Cornelius Gurlitt im Radix, auf 14° Wassermann. Genau dort stand Saturn schon neun Monate vor seiner Geburt, am 12.April 1933, als die Nazis „Die 12 Thesen wider den undeutschen Geist“ veröffentlichten. Unter einer Sonne-Uranus-Venus Konjunktion im Quadrat zu Pluto, während Jupiter, Neptun und Mars sich am Anfang der Jungfrau zusammen finden. Das hat Schlagkraft und prägt sich ein, knapp einen Monat später kommt es zu den berüchtigten Bücherverbrennungen.

Der Boden ist bereitet, damit die Saat aufgehen kann. Denn das alles ist nur Vorspiel, aus Diskriminierung wird Verfolgung und Vernichtung werden. Der richtige Zeitpunkt dafür kommt, als Pluto vom Krebs in den Löwen zieht. Die Novemberprogrome finden kurz nach seinem zweiten Wechsel statt, der zweite Weltkrieg beginnt nur einige Wochen nach dem letzten und endgültigen Übergang.

Schnäppchenjäger

In dieser Zeit wird Hildebrand Gurlitt, der Vater, von den Nazis mit Sonderaufträgen betreut. Entartete Kunst sollte beschlagnahmt und ins Ausland verkauft werden. Zusammen mit drei anderen Händlern wickelte Gurlitt fast alle Geschäfte dieser Art zwischen 1938 und 1941 ab. Und da die Zeiten und Gelegenheiten günstig waren, legte sich Hildebrand Gurlitt auch eine eigene Sammlung an. Nach Kriegende wurden Teile davon von den Allierten beschlagnahmt, aber 1950 fast vollständig zurück gegeben. In der Folgezeit gab es sogar Ausstellungen im Ausland, Gurlitt leitete bis zu seinem Tod 1956 den Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, war also durchaus weiterhin eine bekannte Figur in der Kunstszene. Und der österreichische Kunsthistoriker Alfred Weidinger zeigte sich jetzt verwundert über den Aufruhr anlässlich der Entdeckung dieser Sammlung, „ihr Ausmaß und ihre Existenz sei allen Kunsthistorikern im süddeutschen Raum bekannt gewesen“.

Warum die deutschen Behörden ihren Fund über ein Jahr geheim hielten, bleibt also ein Rätsel. Warum dies jetzt alles öffentlich wird, zeigt der Blick ins mundane Geschehen. Neptun steht fast stationär auf 2° Fische. In Opposition also zu der Anfangsphase einer historischen Entwicklung, die den Begriff von entarteter Kunst prägte. Wie sicher müssen sich manche damals gefühlt haben, wenn sie von „seelischer Verwesung“, „gequälten Leinwänden“ und „geisteskranken Nichtkönnern“ im Zusammenhang mit Künstlern hetzten, deren Werke heute höchstes Ansehen genießen. Und was für ein Glück, dass die Welt sich der „Gesundung am deutschen Wesen“ standhaft verweigert hat.

Jetzt könnte also Unrecht zumindest in Teilen wieder gut gemacht werden, man könnte ein Zeichen der Abgrenzung setzen zu damals. Schnell und unbürokratisch handeln. Stattdessen lehnen die zuständigen Behörden bisher sogar ab, eine vollständige Liste aller Bilder zu veröffentlichen, es sind noch rechtliche Fragen zu klären, Cornelius Gurlitt könnte Eigentümer der Sammlung bleiben. Denn wenn ihm nicht nachzuweisen ist, dass er von der Herkunft des Diebesguts wusste, dann greift die 30-jährige Verjährungsfrist für solche Fälle. Nichts muss mehr zurück gegeben werden, keine Wiedergutmachung stattfinden. Deutschland im Jahre 2013, wieder steht Pluto im Quadrat zu Uranus und der Mief der Geschichte verbreitet einen üblen Gestank.

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