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Wahlkampf 2013: Peer will mehr

Nein, nicht mehr Netto vom Brutto, sondern mehr Wir vom Ihr. Oder so ähnlich. Auf jeden Fall will Steinbock Steinbrück Kanzler werden, dass jedenfalls hat er am Sonntag unter den Konjunktionen von Sonne-Mars im Widder und Mond-Jupiter in den Zwillingen lautstark und redegewandt verkündet.

Und Reden kann der Mann, schließlich ist er ein hochdotierter Vortragsprofi und hat seinen heliozentrischen Merkur in Konjunktion mit dem Galaktischen Zentrum unserer Milchstraße stehen. Was also in den Formen eines Steinbock-Merkurs (geozentrisch) ausgedrückt wird, hat eigentlich den Jupiter-Turbo im Rucksack. Da spricht es gerne mal aus einem heraus, in esoterischen Kreisen nennt man das Channeln, und so kommen im Laufe eines Politiker-Lebens auch widersprüchliche Aussagen zusammen.

Denn eines darf man gleich am Anfang feststellen: wenn jemand, bei dem alle Dispositorenketten von der Sonne beherrscht werden (bis auf eine Ausnahme), plötzlich davon spricht, dass es mehr Wir statt Ich geben muss, dann wirkt das nicht sonderlich authentisch. Selbst wenn man Mitglied der SPD ist.

Die hat es dieser Tage auch nicht leicht, nicht mit sich selbst und nicht mit ihrem Kanzlerkandidaten. Aber das hat bei ihr Tradition und gehört zur alten Dame eben mit dazu. Oder besser ausgedrückt – zu Pluto und Sonne im fünften Haus.

Denn die finden wir so im Gründungshoroskop der SPD (nimmt man die Daten von Altmeister Frank Glahn), und Pluto auf Hausspitze fünf verlangt mit Nachdruck, dass man das eigene (Parteien)-Ego immer wieder auf den Prüfstand und in Frage stellt. Organisch-harmonisches Wachstum fügt sich da eher selten. Eher ein Krieg der Köpfe (Sonne im Zwilling), und wenn man sich trotzdem alle vier Jahre wieder entscheiden muss, eine Person ins Zentrum und auf den Kandidatenthron zu heben, dann muss die sich eben sämtlichen plutonischen Segnungen gewachsen zeigen.

Vor allem wenn dieser Pluto auch noch in Opposition zum Radix-Jupiter des Kandidaten steht. Punktum – auch Steinbrück hats nicht leicht mit seiner Partei. Zudem befindet die sich gerade in einem dauerhaften Auflösungszustand (Neptun lässt grüßen), man weiß eigentlich nicht mehr so genau, wofür man steht oder stehen sollte.

Damals, als die sozialen Fronten noch klar und eindeutig waren, war alles viel einfacher. Da ging es um mehr Netto vom Brutto, mehr Mitbestimmung, mehr Freiheit. Damals als die Kumpels noch unter Tage schuften mussten für einen Hungerlohn und Frauen rechtlos waren, hatte der schwarze Peter immer ein unmenschliches Gesicht. Mal Kaiser, mal Krupp, mal Führer. Eine Ewigkeit später hat die SPD selbst alle Arbeitslosen dazu verdonnert, Teil eines Systems zu sein, das den Namen eines vorbestraften Managers trägt. Die Idee kam auf, als Saturn gerade über die Partei-Sonne lief und man bei Neptun im Wassermann noch dachte, dass Mitgefühl etwas virtuelles sein müsste.

Lange vorher träumte man von einer harmonischen Welt und redete gerne und ausführlich darüber, wie es sich für einen Schütze-AC und viele Luftplaneten gehört. Nur wie genau das im Alltag funktionieren soll mit der Gerechtigkeit und der Gleichheit, ist den Genossen bis heute noch nicht so ganz klar. Und nun überläuft auch noch Neptun den Fische-Mond des Gründungscharts und geht ins Quadrat zur Zwillings-Sonne.

Der endgültige Abschwung kam schon mit dem Transit von Neptun auf den SPD-Saturn, im Jahr der letzten Bundestagswahlen 2009. Brav war man hinter Angela Merkel her marschiert in einer Großen Koalition und dafür vom mündigen Bürger in die Opposition verbannt worden. Zwecks Konturlosigkeit und nicht vorhandenen Inhalten. Einem Schütze-AC mit Jupiter in der Waage verzeiht man eben nicht, wenn Visionen und Werte für den Machterhalt geopfert werden. Dazu passend schon vorher der Überlauf von Pluto über den Parteien-AC, später dann auch noch über Mars. Gekämpft wurde nur noch gegen sich selbst und alle die dazu gehörten (Mars in Haus eins). Schließlich noch der Nimbus mit Geld nicht umgehen zu können, und jede Volkswirtschaft in den Ruin zu treiben, was die Partei ihrer exakten Jupiter-Neptun Opposition zu verdanken hat (heliozentrisch). Alles zusammen genommen darf man heute froh sein, dass man die zweitstärkste politische Kraft im Lande geblieben ist.

Apropos wirtschaftliche Kompetenz. Hier muss man nun wirklich eine Lanze für Peer Steinbrück brechen. Rein astrologisch gesehen müsste er mehr davon haben, als das gesamte Merkel-Kabinett zusammen (Wolfgang Schäuble mal ausgenommen). Sonne, Mars und Merkur im Steinbock, unterstützt von einem Jungfrau-Mond weisen ihn als Experten für die Realitäten des Machbaren aus. Nur leider ist das keine neue Vision, mit der man die Wähler an die Urnen locken könnte. Zwar wäre er astro-theoretisch durchaus in der Lage, Deutschlands Schuldenlast zu senken, aber eben auch nur mit den Mitteln, die die amtierende Bundeskanzlerin schon seit geraumer Zeit der halben Welt predigt.

Und da Peer Steinbrück im Grunde eine ehrliche Haut ist, fällt es ihm schwer, irgendwelche Sprechblasen mit verlockenden Versprechungen von sich zu geben, die dem eigenen Sinn für das Machbare zuwider laufen. Was bleibt ist ein gewisser humoriger Sarkasmus, den man bei ihm nicht nur zwischen den Zeilen lesen und hören kann. Dank Jupiter im Skorpion kommt dann sogar bisweilen Freude auf, selbst in Zeiten wie diesen. Seine etwas hölzerne Ernsthaftigkeit würde man ihm in anderen Zeiten durchaus als Ehrlichkeit, Realismus und Zuverlässigkeit anrechnen, wenn einem aber gerade plutonische Transitsegnungen zuteil werden, dann fällt es der öffentlichen Meinung meist sehr schwer, darin etwas Gutes zu sehen. Da fühlt man sich dann schon mal genötigt, am Anfang einer Rede zu betonen, dass man „wirklich“ Kanzler werden will.

Dass dann ausgerechnet im Wahljahr Pluto und Uranus gemeinsam den eigenen Radix-Merkur malträtieren, ist ausgesprochenes Pech. Zumal Merkur mit dem internen Neptun-Quadrat schon genug Probleme hat. In ruhigen Zeiten. Für Lyriker und Dichter ist so eine Verbindung immer etwas grandioses, wenn man aber über Steuersenkungen und Kindergeld referieren muss, wird der angelegte künstlerische Spielraum ziemlich eingeengt. Aber der Druck stärker (Pluto) und der Wunsch auszubrechen (Uranus) ebenfalls. Und ja, wenn nun einer mit solchen Anlagen und solchen Transiten wirklich in sich gehen würde, und all die alten, überkommenen Konzepte und Feindbilder über Bord schmeißt, sich wirklich an den Lebensrealitäten der Menschen orientiert und nach neuen Lösungen sucht, um alte Strukturen aufzubrechen und zu überwinden – dann könnte gerade in solchen Phasen etwas entstehen, was nicht nur ihn, sondern auch die Welt ein wenig besser machen würde.

Aber eben nur dann …

Ansonsten bleibt alles wie es ist, man bekommt heftig und kräftig auf die Mütze und darf am Ende wieder froh sein, wenn man unter Krebs-Mutter Angela Wirtschaftsminister wird.

Und die SPD? Die muss warten, bis ein neuer Willy Brandt kommt. Der hat ihr seine Sonne damals auf den Schütze-AC am GZ gelegt, und niemals versucht ein Realpolitiker zu werden. Unvergessen ist der Abend seiner Wiederwahl, als er feuchtfröhlich beseelt von zwei Assistenten gestützt werden musste, um sich bei seinen Wählern zu bedanken. Da stand einer, der unter der Last seiner Verantwortung fast zusammengebrochen war, vor allem weil seine Visionen immer wieder an den Wirklichkeiten scheitern mussten. Zumindest die ganz Großen. Und der trotzdem nicht müde wurde von Aussöhnung und Verständnis zu reden. Nicht zuletzt ihm hat die Welt zu verdanken, dass es keinen dritten großen Krieg in Europa gab und dafür hat er zurecht den Friedensnobelpreis bekommen. Ein Anderer hat dann aber mit der Wiedervereinigung die Ernte eingefahren und vielleicht ist das immer noch das Trauma der SPD. Eine große, wichtige und richtige Vision gehabt zu haben, einen großen Mann, der sie überzeugend vertreten hat und am Ende ist man doch am politischen Alltag und Gegner gescheitert.

Fische-Mond, Zwillings-Sonne, Schütze-AC und Waage-MC – zu gut für diese Welt?

Nein, nur muss man dann auch wissen, was man wirklich zu geben hat. Eben genau das – Visionen, Träume, Ideen und Hoffnungen. Ohne sie ist man überflüssig geworden, das graue Spiel des politischen Alltags haben die Anderen schon immer besser beherrscht. Und niemand, der damals Willy Brandt gewählt hat, wollte einen besseren Adenauer, Kiesinger oder Erhard.

Aber ein wenig mehr Hoffnung, Farbe und Menschlichkeit.

Und sollte Peer Steinbrück in den nächsten Monaten nur die bessere Angela Merkel geben, wird er grandios scheitern. Anzunehmen ist aber, dass ein politisch-saturnales Urgestein wie er das bereits einkalkuliert hat und an einer alternativen Strategie bastelt. Geduld und Ausdauer sind nun mal Kernkompetenzen der Erdzeichen, und so hat er zwar „Ich will Kanzler werden“ auf dem Parteitag als Losung ausgegeben.

Aber irgendwie, ganz merkurisch-neptunisch, offen gelassen wann…

Titelbild (bearbeitet): Brandt - Bundesarchiv, B 145 Bild-F042104-0016 / Wienke, Ulrich / CC-BY-SA; Steinbrück - http://www.dts-nachrichtenagentur.de/nachrichtenbilder [Attribution]; SPD-Plakat - Bernd Schwabe in Hannover (Own work) alle via Wikimedia Commons

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