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Jupiter-Neptun: Der Gott der Lügner

1000 Seiten Lance Armstrong: Wenn einer wie er (das Ex-Idol aller, die sich beinhart abstrampeln auf ihrem Weg zu den kleinen Siegen über den Alltag) jetzt als Gott der Lügner gehandelt wird, sucht man sein Geburts-Horoskop heraus. Und trifft dort auf den ersten Blick betäubend eindeutig die astrologische Übersetzung: Jupiter-Neptun. Entweder Gott der Lügen oder der Wahrheit. Einer der Münchhausen-Aspekte jedenfalls, Magie oder Missbrauch im ganz großen Stil, die Erweiterung des Irrealen, Aufpumpung der Lüge. Samt der grenzenlosen Narkosen durch eine fantasierte Ethik, die nun mal dazu nötig ist, will man gleich die ganze Welt so behummsen, wie er es getan hat. Lance Armstrong konnte das. Eigentlich kann er alles. Selbst eine tödliche Krankheit besiegt so einer, mit Sonne-Plutos Eigenmacht. Mit einem fast fliegenden Wassermann-Mars im Trigon zu Uranus. 

Angesichts seiner Willens-Schiene in der Jungfrau (Venus und Mond hängen auch mit dran) ahnt man, was in Armstrong die Stunde geschlagen hat. Alles zwanghaft, auch die Anpassung, so charismatisch verdreht mit dem Pluto. Das Selbst, eisern, in seinem Versuch, sich dem Alltag überzuheben, geht es doch wieder und wieder seinem eigenen Klischee auf den Leim. Den Analogien für Jupiter-Neptun im Sextil dazu. Der brodelnde Aspekt (Wasser-Luft) potenziert Super-Fleiß, unendliche Sehnsucht nach Mehr, die man in vermeintlicher Anpassung als Vision für die Umwelt liefert. Jupiter sagt überall, wo er steht: Ich glaube an! Neptun: Ich weiß um! Hier treffen sich beide unglücklich, weil im Schützen der Vernebelung keine Grenze gesetzt ist und der Schub (Jupiter) über das Wahre siegt, das sich dann in Illusion verkehrt, die der Vision dient. Man betäubt sich, dopt, um nicht wahr sein zu müssen, baut chronisch an einem Optimum, das aus den Universen der Unwahrheit kommt.

So viel Blick nach vorn unter Umgehung der Wirklichkeit kann einfach nicht real sein. Lance Armstrong wollte immer dahin, wo vor ihm noch keiner war. Er schuf sich als begnadeten Illusionisten einer Zeit, die visions-trächtige Illusionen brauchte. Pluto im Schützen. 1996, als der dorthin überlief, aus dem Skorpion, muss es richtig angefangen haben mit dem Selbstbetrug. Da implodiert Armstrongs Jupiter-Neptun, als Skorpion-Herr auf ihm steht. Zeitgleich kommt der Krebs. Feigheit (Jupiter-Neptun im Schützen hat "keine Eier", weil er sich selten der Wirklichkeit stellt) beginnt ihn aufzufressen. Aber die Konjunktion kann ihre eigenen Widersprüche nicht spüren, weil sie in sich schlüssig zu sein scheinen (Neptun) - im Gegensatz zu Jupiter-Neptun in der Opposition oder im Quadrat. An Lance Armstrongs Jupiter-Neptun hängt auf der anderen Seite der Saturn im Zwilling als mögliches Korrektiv. Übernimmt er den nicht, indem er die Disziplin aufbringt, das Visionieren zu stoppen, kann man die Zeit abzählen, bis es andere für ihn tun. Wie jetzt, in der 1000seitigen Bibel die dem Betrug "schlüssigen und unbestreitbaren Beweis" anhängt.

Aber erst mal geht es anders - idealisierend, kreisend in Tabubereichen - jahrelang. Lance Armstrongs-Chart besteht, auch ohne die genaue Geburtszeit zu kennen, grob aus drei Unterpersonen: Da ist Merkur-Jungfrau, eigenes Zeichen, der gleich 4 andere Planeten des Radix am Ende der Verkettungen beherrscht. Ratio, süchtig nach Aufgaben. Agenda: Das Doping war "...systematisch, ununterbrochen, und hoch professionalisiert". Da ist Venus-Waage, eigenes Zeichen, die zwei Planeten end-dominiert. Leitideen von Gleichschaltung, die "Kragenechse ohne Zähne" (Wolfgang Döbereiner). Agenda: "...mit dem ausgeklügeltsten, professionellsten und erfolgreichsten Dopingprogramm, das der Sport jemals gesehen hat". Und zum Dritten der Jupiter-Neptun im Schützen mit Jupiter-Dominanz, getrieben von dem Projekt in die Leere der Selbstpotenz. Agenda: "Herrn Armstrong war es nicht genug, dass seine Kollegen auf dem Rad das Beste für ihn gaben. Er forderte sie auf, am Dopingprogramm teilzunehmen. Andernfalls wären sie ersetzt worden". Die Vermischung mit Sonne-Pluto. Und so fährt und fährt er, mit dem Mars von Uranus beherrscht, gegen alles, alles in Grund und Boden, revolutioniert die Begrenzung des "Ich kann nicht mehr!" Er konnte, noch schneller, höher, weiter, anders. Der kleine Haken: Mit Neptun sitzt auf dem Jupiter eigentlich das Tabu: Du darfst nicht weitermachen, sonst löse ich dich auf. Schütze-Jupiter, Gott, glaubt das aber nicht.

Und dann kommt es doch. Irgendwann, viel, viel später, als Mundan-Neptun des Weges schlendert. Als er ein scharfes Quadrat zu seiner eigenen, grad-genauen Konjunktion mit Jupiter im Geburts-Horoskop des Sportlers macht, jetzt, hier, heute, fegt er die aufgepumpten Ideale des Super-Sports, der endlosen Weite von Armstrongs-Anti-Realitäten, einfach weg. Besenrein wird sein gepimpter Kosmos nun hinterlassen. Das bislang Unbekannte, Nicht-Entdeckte, die ganze Dimension der Betrügereien, die der Radsportler auch an sich selbst beging, taucht auf aus der Verheimlichung. In jenem 1000-Seiten-Werk der Anti-Doping-Agentur Usada, dem neuen Klassiker des Armstrong-Ausverkaufs jeder Ethik (Achtung: wieder Jupiter-Neptun!) im "mafiösen Stil" (Artikel Hamburger ABENDBLATT). Es zeigt, was Sonne-Pluto umsetzt, der Ehrgeiz, diese Menschen, die Kathedralenbauer. Das betrogene Dasein bringt einen größten Betrug aller Zeiten an den Tag. Schlechte Zeiten für Lügner, so ein Neptun-Transit, wenn der Illusionist unter den Wandelsternen im eigenen Zeichen tiefste Wahrheit fordert.

Nachdem Armstrongs wilde Wut auf den Krebs, der ihn lahmlegte, 1998 langsam verebbt war, nähert sich langsam Pluto dem Quadrat zu seinem Merkur und tickt damit all die besagten Planeten und die Zerrissenheit des Merkur zwischen Ju-Nep und Saturn an. Er fixiert sich, wird verbissener und verbissener, kehrt gesund, als Sieger über das Diffuse (Jupiter-Neptun), zum Sport zurück. 1999, als der Fokus am schärfsten, der Transit genau ist, gewinnt er zum ersten Mal die Tour de France. Schierer Wille und Vorstellung, die Welt dankbar aufnimmt. Der Hyper-Athlet ist geboren, einer, der dem Tod einfach wegradelt. Das muss ihm unter Saturn Quadrat Wassermann-Mars erstmal jemand nachmachen. Mars-Saturn, sagt die Rhythmenlehre, sind oft die Versicherer. Inzwischen weiß man, welche Absicherung Armstrong für sich gefunden hatte. Unter Pluto Quadrat Sonne-Mond erklärt er dann, in einer weiteren Kontroll-Ermächtigung, vorsichtshalber selbst seine Karriere für beendet.

Aber Jupiter-Neptun, der kleine Häwelmann, schreit weiter: Mehr-Mehr! 2008, als Uranus in der Opposition zu Mond-Sonne-Venus-Pluto nachläuft, ist Armstrong wieder da. Mehr oder minder lauwarm, weil er es nicht mehr chronisch siegend packt. Zweites Karriere-Ende 2011, als Chiron Jupiter-Neptun aus 90 Grad anschießt. Danach wird er Triathlet - auf dem Weg zum Ironman 2012. Und wie war das nun genau mit dem Doping? 2005, an einem Tag, als die Sonne im Quadrat zu Jupiter-Neptun, dem Lügen-Gott, steht, kommt die Schock-Nachricht, dass dieser Eisenhans allen Ernstes häufig gedopt haben soll. Aufruhr. Aber schon seit 1999, eben Pluto über dem Aspekt, brodelten Gerüchte im Untergrund. 2004, Uranus machte sein Quadrat zum Radix-Saturn (Wir erinnern uns: in Opposition zu Ju-Nep) erhob ein Buch schwerste Vorwürfe.

Jahre des Hin und Her, in denen Team-Kollegen umkippten, vorwarfen, ihrerseits der Lüge bezichtigt wurden. Wer all das durchhielt? Armstrong. Scheinbar unbeeindruckt. Er hat nicht gedopt. Na klar, Jupiter-Neptun. Ich glaube an die Wahrheit meines Betrugs. Nach lebenslanger Sperrung und Aberkennung aller Ergebnisse seit 1998 ist nun mit dem Mammutwerk ziemlich deutlich, was passiert ist. Nie in der Sportgeschichte sei ein solche massiver Doping-Einsatz vorgekommen. Der Hyper-Sportler habe sich und andere (hier nötigend!) von Anfang bis Ende seiner Karriere extrem gepusht. Sonne-Plutos Antwort auf Twitter: "Was ich heute Abend tue? Rumhängen mit meiner Familie, ungerührt."                                                                         

Und was lernen wir daraus? Nein, mitnichten, dass Jupiter-Neptun eine Macke hat oder Sonne-Pluto, der Eisenhans, sich etwa niemals an Macht-Übungen zur Zerstörung anderer trainieren dürfte. All dieses Sich-Verlaufen gehört ja dazu, ist das Experimentier-Feld eines Settings, das häufig erst schlimm werden muss, um dann Lösung zu verlangen und durch den Schicksals-Druck auch zu bekommen. Dazu erhält Mensch in seinem Geburts-Horoskop schließlich das Handwerkszeug frei Haus.

Wie Lance Armstrong in Form jenes Saturn, gegenüber der Ausweitungs-Konstellation. Hätte er den selbst genommen und Jupiter-Neptun an der Realität abgeglichen, statt ihn an aus den Weg zu räumende Hindernisse zu delegieren, wäre mehr vermeidbar gewesen als nur Fehler. Die jetzige Schuldvergabe nämlich durch die "Unfallzeugen", die Gesellschaft, die nun wieder ein paar Gramm stärker entlastet ist. Ja, ich habe auch meine Fehler gemacht, aber so schlimm wie Armstrong hab ich's wenigstens nicht getrieben. Held wird zum Ventil. Dabei ist der Prozess der Demonstration am lebenden Objekt für alle Welt ja ganz sinnvoll: Durch solche Fehler, gerade der Idole, wäre auch Lernen möglich. Insofern könnten auch solche Karrieren Richtung Abgrund prima zur Identifikation dienen (eben nicht zur Dis-Identifikation). Denn sie sind im Ansatz weder bei Otto Mustermann, noch bei Hypies wie Armstrong je vermeidbar. Nur hat letzterer eben mehr davon zu bieten. Jupiter. Im Guten wie im Bösen. Sinnreich wird all das nur, wenn man das dauernde Winken der optionalen Wahl (bei schwierigen Aspekten) wenigstens im Ansatz erkennt: Du könntest auch anders. Es wird mühsam sein. Aber besser, konstruktiver enden.      

Armstrong hat offenbar auf seine wirklichen Möglichkeiten nicht allzu genau geschaut. Manchmal sagt Jupiter-Neptun lieber: Ich glaube an die Lüge. Weil er es wirklich tut. Übrigens trägt der Sportler immer ein Medaillon mit der Inschrift: „Ich habe den guten Kampf gekämpft. Ich habe das Rennen beendet. Ich habe den Glauben bewahrt." Ja, das hat er wohl. Den Glauben an Jupiter-Gott, den Neptun verbietet, so wie jeder Glaube nun mal ist: unschlagbar. Jupiter-Neptun, häufig zu groß, zu be- und verdrängend. Dann entstehen mit Saturn als eher finsterem Realisator eben die Folgen eines ungelösten Saturn-Neptun. Konkurs. Super-Konkurs, bei Jupiter als Nachbar. Oder: Man muss für's Kollektiv gleich mit dran glauben.Fühlt sich als Opfer, zu dem man sich selbst gemacht hat. Was gerade passiert. Mal ehrlich: Haben wir uns nicht alle überhoben bei Pluto im Schützen und suchen bei Saturn-Neptun-Trigon unsere Zerrbilder, weil Skorpion-Steinbock-Rezeption jetzt der Welt ihre bestimmenden Konzepte knallhart spiegelt? Was heisst: Sind wir nicht alle einen Millimeter Lance Armstrong?

 

 

Bilder (bearbeitet): Cornischong at Luxembourgish Wikipedia und Microalgae31 (Own work) via Wikimedia Commons

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