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Merkel: Neptun lügt nicht, er irrt

Nein - sie war zwar jung, aber sie brauchte das Geld gar nicht, sondern Angela Merkel hatte 1995 nur einen massiven Neptun-Transit auf Sonne, die eh im Geburts-Horoskop mit einem schicken Quadrat desselben versehen ist. Was das Leben immer etwas verworrener macht. Und die Aussagen auch. Seinerzeit als Großkanzler Kohls Mädchen (immer klein = Krebs-Betonung) Gorleben für eine erstklassige Müll-Wahl hielt und schon über ungeeignete Ersatz-Endlager weissagte und diese messerscharfe Einschätzung in bedenkliche Nähe zu nicht vorhandenen Expertisen rückte. Es gäbe keine Alternative, so sah sie das. Drum sitzt die damalige Umwelt-Ministerin heute auch mutterseelenallein vor einem Untersuchungs-Ausschuß. Und muss sich des Vorwurfs der Lüge in Pressemitteilungen erwehren. Was Neptun vor 17 Jahren in der Sonnen-Opposition erweichte, verhärtet der alte Richter Saturn im auslaufenden Quadrat zu Sonne-Uranus-Neptun im Radix der Kanzlerin nun wieder. Böse Falle.

Astrologisch ist es so: Gelogen hat sie nicht (zumindest nicht wirklich, das heisst, wissentlich). Uranus auf Sonne im Radix ist nur manchmal etwas vorlaut und vor allem seiner Zeit voraus. Schnell und heftig, wenn er dazu noch zwischen Haus 7 (Publizität) und 8 (Konzept) steht und in der Öffentlichkeit gern mal mit einem durchgeht. Neptun in der Anlage als Draufgabe gibt der gesamten Weltsicht mit Sonnen-Bindung sowieso einen eigentümlich diffusen Touch. Da kommt es nicht unbedingt auf Zahlen und Fakten an, wenn einem - wie damals - Neptun auch noch in großer Transit-Spannung Konstellation und Wahrnehmung völlig vernebelt. Was Zusammenhänge subjektiv zwar sehr wahr, aber objektiv eher kryptisch und unhaltbar gestaltet. Drum hat Kanzlerin auch letztlich Recht, wenn sie jetzt anmerkt - hier die umgangssprachliche Übersetzung ihrer Begründung: Na, ich war damals vielleicht sprachlich noch nicht ganz so fit wie heute [Anmerkung der Red: Nun ja, soo fit ist sie verbal ja durchaus auch heute noch nic... Stimmt, Reife strukturiert - Saturn!]. Aber getäuscht habe ich nun wirklich keinen.

Eine "eigenartige Melange aus Unbekümmertheit und Sachzwang" nennt ein SZ-ARTIKEL die Sache Merkel und Gorleben, von Anfang an. Der Müll musste schließlich irgendwo hin, Gorleben war so passend und lag still und starr und erkundungsbereit, weil überall sonst, in anderen Bundesländern, eine Menge Protest zu erwarten war. Im Radix der unternehmungslustigen Ministerin stand zu der Zeit, als sie ihre lockeren Sprüche machte, auch noch Saturn von den Fischen aus im Quadrat zum sonst gern wild-visionierenden Schütze-Mars am GZ in 1. Da setzt man a) schon mal auf Salz - das trocknet nämlich Saturn aus der neptunischen Wirrnis heraus und geht dann in die volle Initialzündung, worauf ein Salzstock namens Gorleben einem logisch eindeutig und alternativlos scheint. Und b) weiß man ohnehin nicht so genau, was man sagt. Denn Neptun ist in Merkels Geburts-Chart ausgerechnet Herr des Selbst-Ausdrucks in 3 und kommt in 10 normalerweise viel bestimmender rüber, als es gemeint ist. Sie nimmt leicht an, dass sie andere nicht verstehen, wenn sie nicht knallhart Dinge raushaut.

Merke: Als Herrscher der kurzfristigen Bulletins (auch Haus 3) ist Fische-Herr nicht unbedingt der stabilste Ratgeber, selbst, wenn er in MC-Nähe stets gewichtig klingt (Radix Merkel rechts innen, Transite Mitte 1995 außen). Das scheint der Kanzlerin nun aber auch selbst aufgefallen zu sein. Da sie streng darauf hinweist, dass sie seinerzeit eben noch etwas untrainierter war. Krebs-Sonne, immer schön menscheln, ohne Arg, sondern einfach, weil man so ist. Aber immer noch Wert darauf legt (und zwar für die damalige Bundesregierung gleich mit), dass alle Verdächtigungen, es sei nicht nach Recht und Gesetz gehandelt worden, völlig gegenstandslos seien. Nun ja, sicher. Neptun und Uranus standen mundan selbst im Rechts- und Gesetzes-Zeichen Steinbock, was ein gewisses Grund-Chaos in der Frage, was Recht und Gesetz denn nun eigentlich genau bedeuten, hervorrief und nicht nur bei der zukünftigen Kanzlerin, sondern überall, Grenzen etwas durchlässiger machte. Sprich: Sie werden unter solchen Belagerungen mundan halt auch schon mal großzügiger ausgelegt, soweit der Spielraum es denn zulässt. Aber daran hat nicht Merkel Schuld, sondern der gute, alte Zeitgeist. Allgemeiner Trend am Firmament.

Dass dieser, uns allen gemeinsame Himmel, stets sehr unterschiedlich gesehen wird, spricht ja allein bereits eine deutliche Sprache: Realität ist so formbar wie die vielen Brillen, die wir wahrnehmungs-technisch aufsetzen, wenn wir unsere Wirklichkeit betrachten. Genau davon reden ja auch Fische als Gegenzeichen der peniblen Jungfrau, die hier eine Gefahr und dort eine andere als sicher annimmt. Die Sehhilfe der Frau Angela Merkel war eben 1995 ebenso neptunisch wie saturnisch, wobei Letzeres wiederum belegt, dass sie sich durchaus um eine realistische Sicht auf Gorleben, Atommüll und ihre Verantwortung bemühte. Bei so starken Neptun-Besetzungen per Radix und Transit setzt sich allerdings meist die Verwirrung durch. Und so kommt es zu Aussagen wie: Der Himmel ist grün. Die Träumerin in ihr träumte stark. Und das fühlte sich wahr an.

Verzeihbar, wenn man weiß, dass noch vor verhältnismäßig wenigen Jahrhunderten sogar die ganze Menschheit glaubte, der Himmel sei eine gläserne Veranstaltung, durch deren zwei kleine Dachluken tags die Sonne, nachts der Mond herunter schienen und ansonsten selbst Regenschauer durchgesiebt wurden. Neptuns Zauber, der von einer damals gerade mal 40jährigen Politikerin vermutlich aus Zeitmangel anders nichts gelebt werden konnte. Dann verkündet man eben mal prophetisch der Presse: Gorleben bleibt erste Wahl und begründet das redlich durch das, was man sich so alles vorstellt. Auch Physikerinnen sind ja für Verwirrung anfällig. Wieso? Lassen wir die Neptunikerin selbst sprechen: "Weil ich damals nicht so perfekt war wie heute!" (Zitat im Ausschuß). Hm. Es beschreibt zumindest die Pole Jungfrau-Fische sehr schön. Auch ein Beweis dafür, dass Wissen da aufhört, wo Glauben anfängt. Passend zu Merkels Schütze-Mars und prominentem Neptun. In ihrem Chart vollendet sich in Kürze übrigens der zweite Saturn-Return. Da wird sie prägnanter werden müssen und etwas realistischer.

  

Foto: JayTee (Jürgen Thiede) via Wikimedia Commons

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