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Mars-Saturn: Gestern im Alltag

Die Schlager zum Leben - am besten laut hören: Of Monsters & Men

Es gibt Musik und Worte, die einem nicht aus dem Kopf gehen. Wenn sie erstmal in den Kopf vorgedrungen sind. Gestern um kurz nach halb eins. Ich sitze im Auto. Landstraße. Ich starre den Vordermann an, der einen querstehenden Traktor anstarrt, der sich nicht bewegt. Die Sonne brennt. Der Hund winselt. Ich komme aus einem alten Haus, bin halbblind von dem vielen Licht, weil das Haus bei Tag im grünen, kühlen Schatten der Bäume mit ihren mitfühlenden Gesichtern liegt und nachts von völliger Dunkelheit eingehüllt ist wie von einem Kokon. Mein Mond steht im Krebs. Für meinen Mond sind Lichtwechsel die Heimat. Ich brauche Kühle. In dieser Heimat ist es so still. Nur manchmal schreit unter Sternen ein Fuchs, wie eine Frau in höchster Not. Der Vordermann hupt und hupt. Nichts geht mehr. Ich nehme den Laptop auf den Schoß, stecke den Surfstick und beginne, einen Artikel zu schreiben. 12.33 Uhr. Hitze. Ich stehe seit einer Viertelstunde. Der Trecker rührt sich nicht. Im Astro-Programm sehe ich, dass Mars gerade Saturn erreicht. Ich schalte das Radio ein.  

I don't like walking around this old and empty house/So hold my hand, I'll walk with you my dear/
The stairs creak as I sleep, it's keeping me awake/It's the house telling you to close your eyes/
Some days I can't even dress myself/It's killing me to see you this way/
'Cause though the truth may vary this/ship will carry our bodies safe to shore

 

Während der Vordermann aussteigt, drehe ich die Musik lauter. Ich hab den Beginn von etwas erwischt, was ich nicht kenne. Uranus sitzt exakt auf Spitze 6, der Störer, Rebell, der sich seit Wochen auf meinen Saturn zubewegt. Zum zweiten Mal ein Quadrat ansteuert. Unvereinbarkeit. Jemand hupt hinter mir. Ich könnte in Trecker, Vorder- oder Hintermann hineinfahren. Ich tue es nicht. Das Stück Himmel über der Windschutzscheibe ist ein grellblaues Stück Papier. Im Osten steht Skorpion kurz davor, aufzugehen. Die Himmelsmitte, da oben, über mir, im Löwen. Ich habe Fantasien, wie ich jemandem die Meinung sage. Einem und der ganzen Welt. Der Vordermann fängt an zu schreien, dreht sich zu mir um. Ac im Quadrat zu meinem Mond, Mond auf meinem Mond, MC auf meinem Uranus.    

There's an old voice in my head, that's holding me back/Well tell her that I miss our little talks/
Soon it will all be over, buried with our past/We used to play outside when we were young and full of life and full of love/Some days I feel like I'm wrong when I am right/Your mind is playing tricks on you, my dear/'Cause though the truth may vary this/ship will carry our bodies safe to shore.

Mars-Saturn, denke ich. Gleich. Diese Konjunktion steht im 12. Haus. Das große Schiff des Unbewussten. Herr des eingeschlossenen Steinbocks in 3 trifft Herrn des 7. Hauses. Mein Handy liegt neben mir, kocht in der Sonne aus. Aus. Es ist unerträglich heiß. Der Trecker schmilzt in der Wut meines Vordermannes. Jemand ruft an, fremde Nummer, vielleicht meine Verabredung. Sogar der wütende Hund verstummt. Ich würde nicht reden, selbst, wenn ich wollte. Plötzlich steht alles still. Diese Sonne, diese Straße, dieser Vordermann, dieser Trecker. 12.35 Uhr. Mars trifft Saturn. Der Himmel wird gläsern und spiegelt sich in der Windschutzscheibe, in der sich mein Gesicht spiegelt. Ich denke plötzlich an Gespräche. Streits. Widder am DC. Wortfetzen, die alle Unworte des Vordermannes legieren, die er nun nicht mehr brüllt. Er steht einfach da. Stumm. 

Hey! Don't listen to a word I say/Hey! The screams all sound the same/
Though the truth may vary this/ship will carry our bodies safe to shore

Plötzlich bin ich müde. Eine einzige dunkle Wolke reißt den Himmel auf. Der Hund wird müde. Sein Hecheln hat aufgehört. Der Mann ist müde. Der Trecker erschöpft. Selbst die Sonne ist müde vom vielen Brennen. Ich denke an mein kleines Haus, marode, stumm, in seinem Schatten, in Feldern, in Wäldern, an den Fuchs, der nachts weint. Das kleine Wasser des Bachs, der unweit plätschert, obwohl ich es nicht hören kann. Das Radio spielt einen Titel, den ich nicht kenne. Hier bewegt sich gar nichts mehr. Die Helligkeit eine Saugglocke, die jede Atmosphäre aus der Allee zieht, in der wir stehen und uns nicht rühren.

You're gone, gone, gone away, I watched you disappear/All that's left is a ghost of you/
Now we're torn, torn, torn apart, there's nothing we can do/Just let me go, we'll meet again soon/
Now wait, wait, wait for me, please hang around/I'll see you when I fall asleep/
Don't listen to a word I say/The screams all sound the same/
Though the truth may vary this/ship will carry our bodies safe to shore

Herrin 12 ist jetzt Venus in Krebs in 9, denke ich. Der Vordermann bewegt sich in Zeitlupe auf den Trecker zu. All die Frauen, die immer wieder aufbrechen, zu ihrer Vision, die stehen bleiben, fühlen und in den gnadenlosen Pluto, den Uranus, und ihre scharfe Spannung hineinrennen, auch wenn sie nicht fähig sind, auch nur eine Geste, einen Blick, ein Flüstern wahrer zu sein als die Männer, die jetzt versuchen, gerade, gut und klar zu sein. Bei diesem Mars-Saturn, dieser Mauer aus Liebe, die überall als Wand verkannt wird. Mitgefühl überschwemmt mich. Mein Vordermann sieht verzweifelt aus. Jetzt. Überall auf der Welt.

12.35 Uhr. Endlos. Mars trifft Saturn. Stille. Dehnen. Hitze verzerrt alle Konturen. Bis der Hund sich wieder regt. Sein Atem schneller wird, er schwitzt, nur hecheln kann, weil die Zeit unvermittelt beginnt, schneller zu rasen. Es wird ihn nicht befreien. Jemand steht neben mir, die ich auf dem Weg bin, gezwungen, anzuhalten und zu sehen, zu denken, zu fühlen. "Wollen Sie nicht endlich auch mal was sagen?" fragt mein Vordermann, nachdem er mir fast die Winschutzscheibe zerschlagen hat. Der Trecker lässt den Motor an. Ich lächele. 

Don't listen to a word I say/The screams all sound the same/Though the truth may vary this/ship will carry our bodies safe to shore

Saturn in 12 und seine Versprechen. Alles ins Trockene bringen. In der Waage drehen sie sich um die Liebe, die Begegnungen und den Stillstand, der darin herrscht. Mars bricht das nicht auf. "Ach was," sagt mein Vordermann, "gleich geht's vermutlich weiter!" Ich sehe ihn einsteigen. Ja. Gleich. Gehts. Vermutlich. Weiter. Immer. Ich bin sicher. Mond steht auf meinem Mond. Ich kann das fühlen.

Mars-Saturn ist der Wagen, der nicht in einen Trecker fährt, obwohl er gern möchte. Der Trecker ist nämlich zu groß. In welcher Sache auch immer. Man muss die Relationen im Auge behalten. Bei Venus-Uranus-Pluto ist es außerdem angebracht, sich anständig zu benehmen, wenn man zukünftig nicht in einem Meer von Scherben wohnen will. So sehr es kurzfristig auch schmerzt. Die große Wunde ist schlimmer. Denn Neptun steht in 4 in den Fischen. Zuhause. Mit Chiron, wo das Wehtun sitzt. 

Now wait, wait, wait for me, please hang around/I'll see you when I fall asleep/
Don't listen to a word I say/The screams all sound the same/
Though the truth may vary this/ship will carry our bodies safe to shore

PS - Die Musik zum Leben kam von "Of Monsters and Men" und hieß LITTLE TALKS. Wie ich erfuhr, ist es ein Sommerhit. Das war aber nicht der Grund, wieso es so wunderbar passte. Übrigens: Es ging dann wirklich sehr schnell weiter, wie immer, wenn man den Mars von Saturn drosseln lässt - und statt Unfälle zu provozieren, abwartet und lieber nichts tut. Das ist vielleicht das Schwerste. Danach kann man getrost fahren. Und vor der neuen Stille Party feiern.

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