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Demenz: Wenn das Denken stirbt

Nobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez verliert mit Alzheimer auch das Schreiben

Hundert Jahre Einsamkeit werden es wohl nicht mehr sein. Aber wie lange der Krankheits-Kokon, in dem er nun leben muss, sich auch immer dichter spinnen mag - es ist zu falsch, zu lang: Auch der kolumbianische Nobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez ist an Alzheimer erkrankt. Das liegt, sagen Angehörige, in ihrer Familie. Aber darauf vorbereitet zu sein, macht das langsame Sterben des eigenen Denkens bestimmt nicht wirklich leichter.

Wie es sich anfühlt, für die großen Geister, die es erlebt haben, weiß keiner so genau. Sie können es meist nicht mehr erzählen. Mit Marquez' Erkrankung verabschiedet sich auch "Gabos" besonderer, bildhafter Ausdruck (also der nervöse Fische-Merkur auf Spitze 12, samt Mond Herr 3 in 12 im Widder), wie vermutlich die Bindung an die Literatur (Saturn Herr 9 in 8), die schon im Radix von einem denkbetonten Zwillinge-Mars aus der Opposition "angeschossen" wird. Familien wie seine wissen genau, was für ein Horror bevorsteht. Zu welchem Schrecken der Alltag werden kann. Außer dem Verlust des Kontakts und der vergehenden Erinnerung an Verbindung und Liebe.

Astrologisch würde man bei der großen Erinnerungslosigkeit, jener grob Demenz genannten Krankheit, zu deren speziellen Symptomen-Kreis auch Alzheimer gehört, auf den ersten Blick einen starken Neptun in Verbindung zu Merkur erwarten. Manchmal finden wir ihn tatsächlich, oft aber eben gar nicht. Denken und Vergessen, die Achsen Jungfrau-Fische oder Zwillinge-Schütze, haben in sich ja zunächst sogar eine Ausgewogenheit, belegen an sich also noch keinen Mangel. Ohne Vergessen kein weiteres Denken - die Speicher wären einfach voll. Deshalb ist es - genau betrachtet - auch gar nicht so verwunderlich, dass bei Alzheimer-Patienten in der astrologischen Anlage Merkur-Neptun-Aspekte eine Rolle spielen, aber keineswegs so ausschließlich, wie man es sich als einfache Analogie der Astrologie wünschen würde, um "Schuldige" dingfest zu machen.

Aber was ist "es" dann, was den einen zu Erkrankungen aus dem Demenz-Formenkreis prädisponiert und den anderen nicht? Die Antwort: Es gibt kein "es". Sondern nur Hinweise. Das "gewisse Etwas", das sowohl Mediziner wie auch Psychologen immer suchen, besteht auch astrologisch für diese Form von Demenz aus einer miteinander kombinierten Anlage-Gruppierung. Und selbst diese stellt auch in der Astrologie lediglich ein Risiko dar, bestimmte Krankheitsbilder zu entwickeln. Falls ihre Symbolik nicht anders ausgelebt wird.

Weltweit leiden jedenfalls inzwischen rund 35 Millionen Menschen an dem schleichenden Verlust der üblichen Denkfähigkeit. Darunter so berühmte Namen wie Ronald Reagan, Charlton Heston, Peter Falk, Walter Jens, Margaret Thatcher oder Rudi Assauer. Es kann jeden treffen. So flott das Denken auch sonst lebenslang funktionierte.

Anhand seiner Patientin Auguste Deter, der er in der Städtischen Anstalt für Irre und Epileptische in Frankfurt begegnet war, beschrieb Alois Alzheimer 1906 erstmalig das Krankheitsbild des bröckelnden Verstandes als eigenen Symptom-Komplex. Am Tag der Veröffentlichung bewegte Merkur sich im Schützen auf Venus zu (beide in 11), Uranus stand am Mittags-AC und Mars als Herr 3 lief in die Quadratur zu ihm hinein - genauso wie zu den Herrschern 12 und 2, die in Konjunktion im Haus 7 standen. Es ergaben sich auf diese Weise als Tagessignum - besonders auf der "praktischen" Umsetzungsebene der Herrscher - einige Vielfach-Konstellationen, die man auch in den Charts von Alzheimer-Erkrankten später - in mehrfacher Kombination - findet. Kombinationen, die letztlich Merkur betreffen. 

Merkur-Mars, Merkur-Venus, Merkur-Uranus, Merkur-Neptun, Merkur-Saturn und/oder Mars-Venus kommen vor. Niemals reicht "die" eine Signatur, immer sind mehrere von ihnen vorhanden. Differenzierung ist häufig über einen Leit-Aspekt (bei Marquez Merkur-Uranus) möglich, der aber von Mensch zu Mensch variiert - und etwa die "Unruhe-Form mit Bewegungsdrang" oder die schiere Verwirrung dominieren lässt. Darum gruppieren sich weitere Anzeiger (Hierarchisierung weiter unten). Dass Mars und Merkur häufig eine Hauptrolle spielen, bedingt schon der "Ort" der Krankheit: Mars steht auch für die Hardware des Hirns (den Kopf), Merkur für die Software - das Denken als abstrakte Hirnfunktion der Bedeutungs-Zuschreibung und Sprache (Zwilling, die Idee über Welt, die zum Wort wird) oder als "Erklärung" und Nutzung für die Umwelt (Jungfrau). Auch die entzündliche Komponente von Alzheimer, die diskutiert wird (wie die neue Vermutung, die Erkrankung könne ansteckend sein - FAZ-ARTIKEL) sind in den astrologischen Basics von Mars und Merkur schon enthalten.

Alzheimer - eine Suche auf Probe

In einem Pool von rund fünfzig Horoskopen von Alzheimer-Patienten habe ich mehrere Auffälligkeiten gefunden, die möglicherweise in der Gesamtheit eine Verbindung zu dieser speziellen Form von Demenz haben können. Dazu kamen noch einmal zwanzig weitere Charts aus eigenen Beständen, die ähnliche Muster zeigen, aber teilweise ungesichert sind. Deshalb habe ich mich bei der Suche nach einem risikoträchtigen Anlage-Muster auf jene größere, homogene "Alzheimer"-Gruppe beschränkt.

Alzheimer gilt ja als gefürchtete Erkrankung, die als regelrechtes Gespenst daherkommt und oft erst spät erkannt wird. Für Betroffene und ihre Familien ist sie ein Drama und entwickelt sich oft zur tragischsten Form der Entfremdung zwischen Ich und Du oder: Ich und Welt. Sprache und ihr Sinn gehen langsam, aber sicher verloren. Bedeutungen werden falsch zugeschrieben oder finden als Lebensfaktoren nicht mehr statt. Fünfzig Charts sind allerdings zu wenig, statistische Relevanzen festzustellen, zumal sich erfahrungsgemäß bei solchen Untersuchungen erste, plakative Effekte bei einer Vergrößerung des Untersuchungs-Materials gern wieder relativieren. Eine Verifizierung ist deshalb erst möglich, wenn mehr stabiles Daten-Material zur Verfügung steht.

Aber eine Art Landkarte für weitere astrologische Forschungen und ein besseres Verständnis der Krankheit und ihrer Ursachen war diese Analyse für mich doch. Zumal ich sie mit willkürlich zusammengestellten Vergleichsgruppen in Bezug gesetzt habe. Mir ging es von Vornherein um die Einbeziehung von Zeichen- und Häuserständen, sowie nur die "harten", großen Aspekte (Konjunktion, Quadrat, Opposition). Irgendwo muss man anfangen. Besonderes Augenmerk habe ich auf die im Alltag so umsetzungs-starken, in der Praxis "wirksamen", persönlichen Häuserherrscher in Relation zueinander gerichtet.

Ich wollte also nicht isoliert wissen: Ist es nun der Merkur-Neptun, den ich annehme? Sondern habe erst mal abgewartet, welche Auffälligkeiten im Sinne eines breiteren Prägemusters mir begegneten, die sich als Hilfe für weitere Forschungen benutzen lassen. Die Konstellationen, die  mir auffällig schienen, kamen für mich denn auch eher überraschend. Deutlicher als die (auch vorhandene, aber erwartbare) Langsamläufer-Aspektierung, u.a. Merkur-Neptun und -Uranus) bin ich auch unerwartet auf ein regelrechtes Geflecht von Verbindungen der Mundan-Herrscher des ersten "Überlebens"-Quadranten (Widder, Stier, Zwilling) untereinander gestoßen. Vielleicht ein Hinweis darauf, dass ja angeblich alles, was generell den ersten Quadranten (und seine Herrscher) betrifft, am Menschen selbst sichtbar wird, sich also individuell in seiner Körperlichkeit zeigt.

Hier meine ich zunächst also generell die drei Grundherrscher des Zodiak: Mars, Venus und Merkur, deren Domizile aufeinander aufbauen, Leben erst entstehen lassen und Voraussetzung füreinander sind. Sozusagen das persönliche Herrscher-Skelett der Astrologie. In Alzheimer-Charts scheinen sie starke Bezüge zueinander zu haben - entweder direkt oder über Herrscher-Verkettungen.

Während nun der Mars-Merkur - stark vereinfacht - selbsterklärend ist, weil der Aspekt (oder eine Verbindung über Zeichen und Häuser) grob die klassisch vernichtende Attacke auf den Denk-Prozess (Bedeutungs-Zuschreibung im Zwilling) und auf die Funktion der Anpassung an die Umwelt (Jungfrau) darstellt (wie auch Mars-Venus einen Angriff auf Selbstgrenzen symbolisiert), fehlte mir zunächst für Merkur-Venus jede schlüssige, inhaltliche Erklärung. 

Ich blieb dann zunächst an Wolfgang Döbereiners Sicht der Venus-Bereiche hängen, die einerseits mit der Achse Stier-Skorpion Abgrenzung und sippengemäße Anlagen in Bezug bringt (das ließe auf eine ererbbare, genetische Disposition schließen) und die andererseits der Waage oder dem 7. Prinzip eine Beißhemmung attestiert, die durch die "Denkpeitsche" (im Gegensatz zur körperlichen Aggression des Widders) kompensiert wird.

Hier fände sich also der geistige Bezug zum Venusischen, das - direkt verbunden mit dem Denken - cerebral physisch (Stier) zu offen ist. Und außerdem auch geistig-begegnend (Waage) kontaminierbar wird. Das wiederum würde zum einen mit der Theorie der tatsächlichen Ansteckung bei Alzheimer korrespondieren und zum anderen möglicherweise eine lebenslange Überflutung mit fremden Ideen, Werten oder Maßstäben bedeuten. Was zuletzt u.a. Ursache für ein regelrechtes geistiges "Ausbrennen" sein mag.

Aber auch ohne die Münchner Rhythmenlehre zu bemühen, fiel mir dann nach einigem Brainstormen mit dem Hausastrologen (Danke, Meta!) zum Venus-Merkur-Thema ein ganz eigenes, gültiges Stichwort ein: Verbindung. Die macht Venus' ureigenen Bereich aus. Als "Kleber" ist Venus ja ist quasi der "Weichmacher" unter den Planeten, der aber - in seiner giftigen Form - auch beträchtliche Härte und Verhärtung entwickelt (Saturn in Waage erhöht oder: Schwefelwolken der physischen Venus).

Immer verbindet oder trennt sie: Im Stier Stoffliches und in der Waage Geistiges. Dies hier ist deins. Das da ist meins. Wenn man sich dann Merkur in sehr engem Kontakt mit Venus vorstellt, könnte es sein, dass entweder metaphorisch im Denken und/oder der körperlichen Denkfunktion über die zelluläre Rezeptoren-Ebene bei Betroffenen tatsächlich eine zunächst sehr positive Art erhöhter Andock-Bereitschaft für "Fremdes" entsteht. Die dann als Boden für das Eindringen "falscher", zerstörerischer, destruktiver Stoffe oder Informationen dient.

Aber auch das ist lediglich eine These, mit der ich versucht habe, die für mich überraschende Häufung von Merkur-Venus-Überkreuzungen inhaltlich zu klären. Kontakt ist überhaupt das Stichwort: Merkur, der sich energetisch jedem Faktor, mit dem er astrologisch zusammensteht, anpasst, ist auch bei Venus-Konstellationen der "Verlierer". Er stellt sich dann in den Dienst des Venusischen, der Bezogenheit auf den Austausch, das Nicht-Selbst, das Du oder genereller, das andere, Fremde. So wird es eventuell möglich, dass bei den vielfachen Mars-Venus-Überkreuzungen, die bei der Alzheimer-Gruppe auch häufig vorkommen, die Denk-Aggression der Venus den Mars mit in die Konstellation hineinzieht. Sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, aber eine der vielen, denkbaren Querverbindungen.       

Wie es dann aussieht im Chart - Detail-Ergebnisse

Ich möchte meine ersten Erkenntnisse aus der "Demenz-Suche" hier noch einmal detailliert auflisten. Und außerdem, der Bildlichkeit halber, auch in Bezug setzen zu Charts von drei eindeutig Betroffenen einerseits: Gabriel Garcia Marquez', Ronald Reagan und dem von Peter Falk, der ebenfalls an Alzheimer erkrankt war. Allerdings ist seine Geburtszeit nicht bekannt, sein Geburtsbild zeigt aber nichtsdestotrotz sehr eindrücklich schon in der Grundstruktur die Erst-Quadrant-Signaturen und ihre Verknüpfungen miteinander. Als viertes und letztes relativ gesichertes Chart mit möglichen Herrscher-Bezügen stelle ich dazu ein Negativ-Beispiel ein: Gunter Sachs (selbst astrologischer Forscher) beging aus Angst davor, Alzheimer zu haben, Selbstmord.

Seine Planeten-Muster zeigen für meine Begriffe allerdings, dass diese Furcht sehr wahrscheinlich eher unbegründet war. In Sachs' Radix tauchen zwar, wie bei fast jedem Menschen, auch solche Signaturen auf, wie sie sich in den Charts von Demenz-Patienten finden lassen, aber eben nicht in der Massivität, bzw. solcher Häufung, gegenseitigen Rückbezüglichkeit und Abhängigkeit, wie bei den "echten" Alzheimer-Horoskopen. An diesen vier Personen lässt sich jedenfalls üben, wie man ein Gespür dafür bekommt, bei wem das Risiko größer sein KÖNNTE, und wo - im Gegensatz dazu - die Kumulationen der Signaturen fehlt, bzw. krankheitsbezügliche Leit-Aspekte oder -Anlagen eher keinen Kumulationspunkt bilden. Die hier erwähnten Konstellationen sind bestimmt nicht die einzigen und erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, aber eindeutig kommen sie häufiger zusammen miteinander vor. 

1. Merkur-Mars 

Immerhin elf (der knapp über 50 Charts) haben eine Mars-Merkur-Konjunktion - also etwa ein Viertel, Orbis bis 12 Grad, zwei zusätzliche bis 14 Grad, . Das ist ein sehr spezieller Aspekt, der schon verwundert. Dazu kommen viermal das Quadrat und einmal die Opposition (= achtzehn Ma-Mer über einen großen Aspekt). Viermal stehen Merkur und Mars dazu im selben Zeichen. Außerdem findet sich Merkur im ersten Haus siebenmal, im achten sechsmal. Mars im dritten Feld taucht ebenfalls siebenmal auf. Dreizehnmal stand Merkur zusätzlich in den Mars-Zeichen Widder oder Skorpion (7/6). Bei Merkur-Mars kommen als Analogien in Frage: Das entzündliche Denken, Vernichtung der Denkfunktion, Denk- und Sprach-Aggressivität, gedachte Aggression, Denk-Infekt, fiebriges Denken. 

Falk: Mars enge Konjunktion Merkur (Leit-Aspekt, da Konjunktion, genügt aber - falls nur eine von wenigen Anlagen - natürlich nicht!))

Reagan: Merkur in 1 (dazu plaktische Konjunktion mit Mars), Herr 1 im Skorpion (altes Marszeichen), Letzteres allerdings nur eine Zusatzinformation, die das Bild abrundet und die Merkur-Mars-Abhängigkeiten komplettiert.

Marquez: Mars im Zwilling + Herr 3 weite Konjunktion AC (fast zehn Grad, aber über Zeichengrenze),  Herr 3 und Herr 6 im Widder (mehrfach gesplittete Leit-Anlage)

Sachs: Mars Jungfrau (DAS genügt nicht!)


 

 

2. Merkur-Venus 

Aspekt: Zehn Konjunktionen, meist nicht sonderlich eng (kann sich durch den nahen Verlauf von Merkur und Venus erklären), viermal Merkur-Venus im selben Zeichen. Aber außerdem spiegelt sich diese nicht unbedingt erwartbare Verbindung auch deutlich über die Zeichen und Häuser wieder:

Zeichen-Haus:

 - über Merkur: Achtmal Merkur im Stier, sechsmal Haus 2, dagegen nur viermal in Waage, kein Mal in 7. Dennoch finden sich unterm Strich zwölfmal Merkur im Venus-Zeichen. Stier hier die stärkste Zeichen-Betonung Merkurs. 

- über Venus: Venus steht insgesamt siebenmal in Zwilling oder 3 und sechsmal in Jungfrau/6. Dazu kommen immer wieder direkte Verbindungen über Häuserherrn (oder direkt Planet + Häuserherr).

Falk: Merkur in der Waage, Venus in der Jungfrau (starke Doppel-Anlage, kommt jedoch auch völlig ohne Alzheimer-Ausdruck häufiger vor)

Reagan: Herr 2 Uranus Konjunktion Merkur (als Herr 6), außerdem Merkur Herr 7

Marquez: Haus 2 Zwillinge, Haus 6 Waage eingeschlossen, Herr 7 Pluto in Haus 3 (Mehrfach-Anlage)

Sachs: Herr 6 Neptun weite Konjunktion zu Herrn 7 Mars (das allein wäre zu indirekt und genügt für Merkur-Venus nicht!)


 

3. Merkur-Neptun

Zwei Konjunktionen, acht Quadrate und vier Oppositionen (= vierzehnmal Aspekt), fünfmal Merkur in 12, dreimal in den Fischen. 

Falk: liegt nicht vor

Reagan: Merkur-Neptun-Opposition von 1 nach 7, Neptun Herr 3, Merkur Herr 6 (Kombination Leit-Aspekte)

Marquez: Merkur in den Fischen auf Spitze 12

Sachs: Merkur-Neptun-Quadrat, Merkur allerdings in 3 "zuhause", Herr 3 Jupiter auf Spitze 12, Herr 6 = Neptun in Jungfrau. Das ist insgesamt als eindeutig dominante Merkur-Neptun-Betonung zu werten. Diese Konstellation ist aber bei ihm die einzig direkte,größere -  die nach meinem Dafürhalten allein NICHT ausschlaggebend für Alzheimer wäre, auch nicht in dieser Massivität. Das Gesamtbild mehrfacher Leit-Konstellationen macht die Möglichkeit, wenn überhaupt! Die Alzheimer-Ängste könnten hier ihre Basis haben.


 

4. Merkur-Saturn:

Fünf Oppositionen, zwei Quadrate, zwei Konjunktionen (= neunmal Aspekt). Achtmal Merkur im Steinbock (zweitgrößte Zeichen-Verteilung nach Stier), fünfmal in 10.

Falk: liegt nicht vor

Reagan: Merkur im Steinbock

Marquez: liegt nicht vor 

Sachs: liegt nicht vor 


5. Merkur-Uranus:

Sechs Konjunktionen, drei Quadrate (= neunmal über großen Aspekt). Fünf Merkur im Wassermann, vier Haus 11. 

Falk: Merkur-Uranus-Opposition = Leitaspekt 

Reagan: Merkur Konjunktion Uranus = Leitaspekt

Marquez: Merkur enge Konjunktion Uranus als Herr 11 = Leitaspekt

Sachs: liegt nur als weites Trigon vor (nicht als signifikanter Aspekt)


6. Merkur-Pluto:

Sieben Quadrate, siebenmal Merkur im Skorpion, sechsmal in Haus 8 (nächst höchste Zeichenverteilung nach Stier und Steinbock).

Falk: liegt nicht vor

Reagan: nur indirekt über ein Quinkunx zwischen Uranus und Pluto, das Merkur in Konjunktion zu Uranus mit hineinzieht, aber nicht mehr im Orbis liegt.

Marquez: Pluto in 3 

Sachs: Sekundäre, sehr leichte Verbindungen über die klassisch "angenehmen" Aspekte der Häuserherren. Zu wenig.


7. (Venus-Mars-Bezüge)

Ohne Hinweise darauf weiter verfolgt zu haben, ist auch eine gegenseitige, "kreuzende" Rückbezüglichkeit von Venus und Mars bei Alzheimer-Patienten zu vermuten. Immer wieder kommen sie in gegenseitigen Zeichen oder Häusern oder Aspekt zueinander vor. Das kann eventuell auf eine generelle "Unterlage" der Veranlagung gedeutet werden, bei der Venus verletzt wird oder Mars "als Venus fungiert", womit auch die Venus-Merkur-Bezüge destruktiver, imprägnierbarer würden. 

Falk: Mars im Venuszeichen Waage, hier der Kontaktpunkt zu Ma-Mer-Konjunktion.

Reagan: Herr 7 Merkur in Haus 1 (Kontaktpunkt zu Merkur-Uranus-Konjunktion), Herr 1 (Jupiter) scharfe Opposition zum Mond als Mitherr 7 (Krebs eingeschlossen).

Marquez: Herrin 1 ist Venus im Widder, Mars als ihr Herr in Haus 2 (und eben Zwilling, hier der Bezug Ma-Mer).

Sachs: Herrin 1 Venus - in 1 in Waage.

Noch einmal: Es gibt sie isoliert nicht, DIE Alzheimer-Konstellation. Aber vielleicht tatsächlich solche vernetzten Anlage-Besonderheiten, die in ihrem Zusammenspiel auf eine Möglichkeit, das Risiko, hinweisen. Alzheimer ist weder allein die Verwirrungs- (Neptun), noch Chaos- (Uranus), noch Alters-Krankheit (Saturn), als die sie lange dargestellt wurde. Die Veränderungen im Hirn (also der Mars-Merkur-Part als Basis) fangen offenbar immer schon weit, weit früher an, als sich ihre Auswirkungen im Leben zeigen. Darum wohl spielt Saturn auch nur sekundär die Rolle, die man ihm - der Einfachheit halber - zubilligen möchte.

Bei Gabriel Garcia Marquez sieht die Familie die Notwendigkeit, die Öffentlichkeit von dem Abbau des Denkens zu informieren, unter einem Transit von Uranus, der die Radix-Merkur-Uranus-Konjunktion im Gepäck hat, auf Venus als Mitherrin 6 in 12 und Mundan-Pluto im Quadrat dazu. Letzterer, im Geburtsbild Herr 7, schärft damit auch Marquez Merkur-Venus-Anlage im Horoskop (Pluto Herr 7 Quadrat Venus Mit-Herrin 6 - Waage in 6 eingeschlossen). An diesen Verbindungen kann man sehen, wie fein und abhängig voneinander die Anzeiger greifen.     

Als letztes Beispiel für ähnliche Anlagen, die wie ein Uhrwerk aufeinander eingespielt und so untereinander vernetzt sind, dass sich ein "dichteres" Bild, ein bestimmter "Ton", ergibt, hier noch kurz das Chart der Schauspielerin Rita Hayworth. Ihre Alzheimer-Erkrankung ist - außer über eine direkte, weite, aber maßgebliche Merkur-Venus-Konjunktion, die dominant in das Netz eingewebt ist, und Merkur in Waage - fast ausschließlich über weitere Herrscher-Bezüge zu erkennen. Insbesondere, da die besonders starke 6. Haus-Betonung sich hier so vielfältig mit dem Venus-Prinzip in 6 selbst vermischt (Haus 6 bedeutet ja auch Krankheit generell).

Wir finden: Venus Herrin 1 in 6 (= übersetzt Merkur-Mars, hier eben dicht verbunden mit Venus-Merkur), Merkur in Waage (noch einmal Venus-Merkur), Venus Quadrat Jupiter in 3 (Venus-Merkur), Herr 7 Pluto Spitze 3 (Venus-Merkur), Venus Herrin 6 in 6 (Venus-Merkur stark), Herr 3 Mond in den Fischen in 11 (Merkur-Uranus-Neptun), Herr 8 Jupiter in 3 (Merkur-Pluto), und zuletzt ein Yod, ein Finger Gottes, der diesen sensiblen, imprägnierbaren Mond in den Fischen (als Herrn 3 einerseits mit Saturn und andererseits mit Merkur in Waage, beherrscht von Venus) verbindet. Ohne das Häusersystem wäre es sehr problematisch, zu analysieren, wie sie in die betroffene Personengruppe passen könnte.

Und nochmal die Mahnung zur Vorsicht: Nur weil ein Merkur-Mars mit einem etwas deutlicheren Merkur-Venus vorliegt, bekomme ich mit Sicherheit allein keinen Alzheimer - oder eine andere Form von Demenz. Abgesehen davon, dass es immer adäquate, konstruktive Ausdrucksformen für jede schwierigere Konstellation gibt, die dann meist auch konstruktivere Folgen hat: Astrologisch - wie auch als medizinisches Phänomen - ist und bleibt Alzheimer eine Systemerkrankung. Das neptunische Prinzip (Alles ist mit allem verbunden) spielt hier offenbar tatsächlich eine große Rolle, aber eben nicht in der Form, wie man es sich als Isolations-Aspekt vorstellen würde. Überall, wo Merkur angegriffen ist, werden Neptun oder Jupiter stark, da die ordnende Funktion der jeweils anderen Achsen-Seite fehlt. Es mangelt dann langfristig (Saturn), plötzlich (Uranus), schleichend (Neptun) oder zwingend (Pluto) am "vernünftigen" oder "verstehenden" Gegengewicht des Merkurischen. In dem, was bleibt, bleibt aber immer noch der Mensch, der war, der ist. Nun mehr mit sich verrückenden Maßstäben.

Oder, wie Gabriel Garcia Marquez, der große alte Mann, dessen Denken nun unter der Krankheit Alzheimer zerfällt, einmal schrieb: "Kein Verrückter ist verrückt, wenn man seine Gründe gelten lässt!"


Bilder (bearbeitet): Festival Internacional de Cine en Guadalajara + Leopanza (own work) via Wikimedia Commons     

Informationen über Alzheimer: Webseite der Demenzforschung

Danke, Alois Treindl von astro.com für den Zugang zu gesichertem Datenmaterial. 

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