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Mount Everest: Zorn der grossen Mutter

Dies war immer ein Ort, wo sich der alte Kampf zwischen Mythos und Logos sehr scharf und klar zeigte: Als Gipfel der Erde kristallisiert der Mount Everest Legenden. Er ist mit mehr als 8800 Metern Höhe nun mal planeten-weit der stofflich nächste Punkt am Himmel. An ihm bricht sich vieles, was Leben ausmacht: Sehnsucht, Liebe, Hass, Gier, Katastrophe und Geheimnis. Die Tibeter nennen den Berg im Himalaya "Mutter des Universums". Die Nepali "Stirn des Himmels". Viele Umwelt-Aktivisten bezeichnen ihn dagegen inzwischen schon als die "höchste Müllkippe der Welt".

In der vergangenen Woche sind wieder vier Menschen am "Monster" umgekommen. Einer von ihnen, der Aachener Arzt Eberhard Schaaf, unter einem ganz exakten, heliozentrischen Uranus-Uranus-Quadrat. Schaaf (Mars Quadrat Uranus geozentrisch von Waage nach Krebs) war in einer sogenannten Öko-Mission unterwegs. Er wollte als einer der ersten Deutschen helfen, Abfall-Berge zu entsorgen, die von den immer massiveren Bergsteiger-Rotten in all den Jahren hinterlassen wurden, seit Edmund Hillary (Radix-Astro-Databank) 1953 als erster Mensch überhaupt einen Fuß auf den Gipfel setzte.

Der deutsche Arzt wurde damit jetzt zu einem von über 200 Aspiranten, die bislang im Kontakt zum höchsten Punkt der Erde ihr Leben verloren. Nur einer von fünf Bergsteigern kommt statistisch überhaupt nach oben durch (Der magische Gipfel, SPIEGEL). Dennoch hat sich, besonders im Frühsommer, inzwischen ein regelrechter Tourismus-Pilger-Strom entwickelt. Jeder will hoch hinaus. Viele müssen zuvor erschöpft umkehren, andere sterben an Unterkühlung, Höhenkrankheit oder Unfällen, weil sie die Zeichen nicht wahrnehmen wollen. Ein "Fluch", der auf dem Mount Everest zu liegen scheint, zeigte sich bereits in Hillarys berüchtigtem Satz nach dem Aufstieg: "We finally knocked the bastard off!" (Wir haben den Bastard doch noch ausgeknockt!)

Astrologisch findet man in den Charts der Bergsteiger, die manchmal lebenslang von dem Projekt Everest besessen sind, ähnliche Signaturen. Von den Zeichen her häufiger betont Krebs, Steinbock und Wassermann. Bei den Aspekten Mars- bzw. Sonne-Saturn oder -Uranus in irgendeiner Form. Persönliche Faktoren im individuellen Chart werden scheinbar freier, wenn man Saturn, den Berg, als behindernde, zu überwindende Blockade, im Außen, statt im eigenen Inneren, sucht und angeht. Je höher, desto besser. 

Ein Faszinosum sind bei genauerer Betrachtung der Geburts- und Besteigungs-Charts, Vernetzungen, die genauso geheimnisvoll anmuten wie all die dramatischen Ereignisse um den "dritten Pol" der Erde. Dr. Eberhard Schaaf (Chart oben rechts) hatte beispielsweise extrem enge Berührungspunkte mit dem Geburts-Horoskop des unermüdlichsten, frühesten, erfolglosen Besteigungs-Kandidaten George Mallory (Chart oben links), der 1924 nicht mehr aus dem Himalaya zurückkam. Zwillinge-Sonnen in nur zwei Grad Abstand und exakte Uranus-Mars- und Merkur-Uranus-Konjunktion in der Synastrie. Nicht wirklich ein gutes Vor-Zeichen der Astrologie für einen unbeschadeten Aufstieg. Paul Thelen, der Mann, der mit Dr. Schaaf unterwegs war und überlebte, setzt seinen Jupiter auf Hillarys Sonne-Jupiter-Konjunktion im Krebs.

Auch der bislang unglücklichste Tag der Bergsteigerei am Mount Everest im Mai 1996 (Bild unten rechts), als zehn Menschen starben, wies eine Signatur von Mars-Uranus (Quadrat) mundan auf. Hannelore Schmatz (Bild unten links), die erste deutsche Frau auf dem Gipfel, die 1979 dennoch nicht mehr zurückkehrte, hatte Sonne-Uranus-Quadrat im Wassermann und Mars-Saturn-Konjunktion im Widder. Mit Mallory und Schaaf verbindet sie eine Venus in genauer Spannung zu deren Merkur-Mars-Uranus.

Obwohl vor Mount-Everest-Expeditionen den mythologischen "Göttern" des Berges geopfert wird (weil die Sherpas sonst nicht aufsteigen), ist der "Fluch" des Berges für Tibeter und Nepalesen kein Rätsel. Für sie ist der "Qomolangma" (tibetischer Name des Everest) der Wohnsitz der "Großen Mutter". Oder von einer der "Fünf Schwestern des Langen Lebens". Man darf diesen Schützer-Gottheiten zwar - fast am Gipfel - in die Augen sehen. Aber nicht on Top auf den Kopf treten. Wer es doch tut, den strafen sie. Vielleicht.

Die eigentümlichen Wahrnehmungen, die viele Aufsteiger am Mount Everest haben, passen zum Symptom-Katalog der Höhenkrankheiten mit Verwirrung bis Halluzinationen (durch Hirn-Ödeme und Sauerstoff-Mangel). Aber sie fügen sich auch wie Puzzle-Steine in die uralten, tibetisch-nepalesischen Mythen ein, die zunächst aus der (schamanistischen) Ur-Tradition Bön stammten. Aber später dann vom Buddhimus aufgegriffen wurden. Im Bön waren die fünf Schwestern, die auf den eisigen Höhen des Himalaya lebten (oder sich sogar in die Gipfel selbst verwandelten), noch sehr wilde Erscheinungsformen der großen Mutter.

Im Buddhismus entwickelten sie sich zu Himmels-Tänzerinnen, den Dakinis, die als Schützerinnen ebenso zornig wie wundersam wirken können. Die bekannteste der fünf Frauen ist Tseringma (Bild links), die alle Sherpas beschützt. Auf dem Mount Everest soll Chomolangma wohnen, die über Reichtum und Nahrung gebietet. Welche der Wolken-Läuferinnen genau auf welchem der höchsten Gipfel haust, wird von Tradition zu Tradition unterschiedlich gehandhabt. Sicher ist aber, dass sie astrologisch neben Mond, als dem Mutter-Prinzip, immer auch mit Mars oder Pluto zu tun haben, die sowohl Aktivität als auch Transformation beherrschen. Die dramatischen Umstände der misslungenen Expeditionen zum Dach der Welt legen mit ihren Bezügen zu Plötzlichkeit und vor allem Kälte, die in den höchsten Höhen der Schneelöwen-Reiche eine Rolle spielen, natürlich auch Saturn (und die schnelle, luftige Form des Saturnischen: Uranus) als Mitspieler nah. 

Erstaunlicherweise ähneln tibetisch-nepalesische Schöpfungsmythen der tatsächlichen, physikalischen Entstehung des größten Gebirges auf dem Planeten. Es formte sich, als sich ein Teil des Urkontinents Gondwana auf Höhe von Tibet, wo damals ein Meer brandete, unter den zweiten Ur-Kontinent Eurasien schob und dort Falten schlug. Ein Schub, der noch heute weitergeht, so dass allein der Mount Everest jährlich einige Millimeter weiter in die Höhe wächst. Dass ein wachsender Berg im systemischen Sinne wachsende Hybris der Menschen nicht "unkommentiert" stehen lässt, ist eigentlich nachvollziehbar. Saturn als astrologisches Symbol (auch der Berge) stutzt jede Gott-Ähnlichkeit oder übergriffliche Vison eines aus allen Formen springenden Schütze oder Jupiter im Folgezeichen Steinbock wieder auf Machbarkeit zurück. Und begrenzt damit jegliche menschliche Ausdehnung in einem Maß, die eine physische Entgrenzung ins Unendliche stark beschneidet. So wirkt er beispielsweise als Herr des Alters, der den Traum von ewiger Jugend beendet. So wirkt er aber auch als faktische Schnitt- und Sollbruchstelle von jedem überzogenen Projekt. Verloren gegangene Verhältnismäßigkeit wird im Prinzip des Saturnischen wiederhergestellt.

Es wundert keinen, dass die Erstbesteigung des Mount Everest (im Bild ganz links oben) durch Hillary und seinen Sherpa Tenzing Norgay 1953 eine Sonne-Jupiter-Konjunktion in den Zwillingen aufweist. Der Mond steht zusätzlich auf dem Schütze-Grad des Great Attractor, des Super-Magneten im Kosmos, zu dem die Galaxien hingezogen werden. Auch Edmund Hillary hat diese Sonne-Jupiter-Konjunktion (diesmal im Krebs), die unter der mundanen Wiederholung zu einem unglaublichen Welt-Ereignis mutiert. Am Tag der Krönung von Queen Elisabeth erreicht England die Nachricht, dass der "Bastard" bezwungen wurde. 

Sherpa Tenzin Norgay hat denselben Sonnenstand wie die Erstbesteigung - er feiert an jenem furiosen Tag seinen 39. Geburtstag. Seine Mond-Neptun-Konjunktion steht auf Hillarys Sonne-Jupiter in den hinteren Krebs-Graden. Reinhold Messner, der als erster Mensch den Gipfel des Everest rein alpin anklettert und ohne Sauerstoff erreicht, zeigt im Geburtsbild ein Merkur-Jupiter-Mond-Chiron-Lilith-Sonne-Stellium und das schon bekannte Mars-Saturn-Quadrat (Waage nach Krebs). Er wird später zum größten Kritiker des Gipfelstürmer-Tourismus werden. "Solange jede 73-jährige Oma denkt, sie könnte den Mount Everest besteigen, wird es da oben auch Tote geben“. Aber er befürchtet, dass es für eine Eindämmung zu spät ist, da Nepal für jeden Everest-Tourist Genehmigungen erteilt, die insgesamt pro Person um 10 000 Euro bringen.

Der jüngste Everest-Besteiger war mit erst 13 Jahren Jordan Romero. Wieder eine Krebs-Sonne, die im Spannungsfeld von Jupiter und Neptun gegenüber im Steinbock steht. Reinhard Karl, der erste Deutsche auf dem Everest, hat im Radix Sonne-Jupiter-Konjunktion. Helga Hengge, die erste deutsche Frau, die je vom Gipfel zurückkehrte, hat - wie viele andere erfolgreiche Kletterer - eine Krebs-Sonne - wiederum mit einer Jupiter-Konjunktion. Aber auch - kaum mehr überraschend - Mars Quadrat Saturn. Junko Tabei, die erste Frau überhaupt auf dem Gipfel, bringt das Mars-Saturn-Quadrat ebenfalls mit, diesmal vom Steinbock in den Widder. Doug Scott, der die äußerst problematische Westwand zum ersten Mal überwindet, hat denselben Sonnenstand (plus Sonne Konjunktion Jupiter) wie die Erstbesteigung und Sherpa Tenzin Norgay. Sein Mitsteiger Douglas Haston weist Sonne-Jupiter-Saturn-Konjunktion auf. Evelyne Binsack, die erste Schweizerin, hat Jupiter auf Hillarys Sonne-Jupiter und eine Mars-Saturn-Opposition. Nejk Zaplotnik, der die schwierigste Route, den kompletten Westgrad mit einer Expedition überwand, hat Sonne-Jupiter-Konjunktion im Widder.

Viele der Rekordler haben schwierige Saturn-Konstellationen, immer wieder kommen dominante Positionen im kardinalen Kreuz dazu. Saturn neigt dazu, im individuellen Chart als Hindernis erlebt zu werden. Man begibt sich buchstäblich in seine Domäne, sobald man die metaphorische Aufgabe, die höchsten Berge zu erklimmen, tatsächlich in der Realität umsetzt. Ist der Berg da, wird das Gefühl der Last im Inneren häufig leichter. Saturnische Fokussierung auf die krebsbetonte Gefühlsvision erklärt auch den Klebstoff-Faktor, den das Projekt Everest so überzufällig oft für seine "Jünger" hat. Damit das Ganze aber funktionieren kann, müssen die Sucher dabei absolut klar, strukturiert und "fehlerlos" wie der Steinbock-Herr vorgehen. Sonst werden seine Angelegenheiten auch am Berg zum schweren Hindernis und führen unter Umständen in seine weitere Domäne: die Endlichkeit der individuellen Zeit. Dass Mutter Qomolangma in den Jahrzehnten immer mehr vermüllt, ist eine der Unschärfen, die sich Bergsteiger unter Saturn nicht erlauben können. Hier, in seinem ur-eigenem Reich gelten Regeln. Keine Rechtfertigungen.

Es ist eins der eigentümlichen, unheimlichen Phänomene, dass selbst die Leichen der Gestrandeten, der Unvorsichtigen, der Unglücklichen, oft nicht geborgen werden können und wie erstarrte Mahnmale des Gewesenen (Steinbock) einerseits die Nachkommenden zur Vorsicht aufrufen und andererseits als deren "Orientierungs-Marken" dienen. Nachdem Hannelore Schmatz beim Abstieg vom Gipfel 1979 gestorben war, saß sie noch Jahre später, an ihren Rucksack gelehnt, für andere Bergsteiger sichtbar, mit flatternden Haaren im Höhenwind. Ihre Augen, das beschreiben Zeugen, sollen die Vorübergehenden geisterhaft verfolgt haben. Viele schreiben das der eigenen Verwirrung durch den Sauerstoffmangel zu. Die Tibeter und Nepali haben andere Erklärungen. Wenn sich die Menschen zu unbedacht, zu respektlos, zu gerne-groß und zu weit in das Gebiet der Himmels-Tänzerinnen vorwagen, wird die große Mutter zornig.

Nur so lange der Mensch sie würdigt, schwenkt sie den Ankommenden ihren weißen, rituellen Schal im funkelnden Sonnenlicht entgegen. Jenes weitere Symbol, bei dem sich mystische und physikalische Erscheinungen begegnen. Die dünne "Schneefahne", ein gleißender, weißer Wolkenschweif aus kondensierender Luft, der bei Westwind am Gipfel auftaucht und immer nach Osten weht.  

Bilder (bearbeitet): trialsanderrors + Matt Wier via Wikimedia Commons  

 

 

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Montag, 9. Dezember 2019

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