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True Detective - strahlende Dunkelheit

„Wenn du dich nicht an deine früheren Leben erinnern kannst, kannst du dein Leben nicht ändern. Und das ist das schreckliche und geheime Schicksal allen Lebens. Du erwachst immer wieder in dem selben Albtraum..."

Rust Cohle aus „True Detective” – Staffel 1, Folge 5

Wer schwere Serienkost liebt, der wird “True Detective” lieben. Oder anders ausgedrückt – wem merkurisch angelegte Plots zu durchsichtig sind, wer meistens schon nach fünf Minuten weiß, wer der Mörder war  und lieber uranisch-plutonische Unterhaltung sucht, der wird vor allem die erste  Staffel von „True Detective“ vermutlich ähnlich empfinden, wie viele Kritiker vor einem Jahr. Denn als die erste Folge mit dem Titel „Die lange strahlende Dunkelheit“  am 14. Januar 2014 um 21:00 Uhr über die amerikanischen Bildschirme flimmerten, überschlugen sich die Kommentare. Von „es gelingt der Serie nahezu perfekt, Tonalität, Milieu und Figuren zu etablieren“ bis hin zu „womöglich der Startschuss für eine neue Ära des Fernsehens“ war alles dabei. Und selbst der Spiegel schrieb: „In Wahrheit handelt "True Detective" von existentieller Einsamkeit und dem Versuch, sie zu überwinden. Und wenn sich das fürchterlich anhört, dann mit Recht. Die Serie ist oft nah an der Schmerzgrenze dessen, was man noch als Fernsehunterhaltung zu akzeptieren bereit ist. Gerade deshalb ist sie einzigartig.“ (LINK zu SPON)

So gesehen also kein Wunder, dass die große Fangemeinde der zweiten Staffel entgegen fieberte, die vor knapp einem Monat in den USA Premiere hatte. Aber was zuvor noch ein Markenzeichen war, wird jetzt plötzlich völlig neu und anders bewertet, in New York werden mittlerweile Plakate aufgehängt, die nach dem Sinn der Serie suchen lassen und der Spiegel vermutet, dass ein Großteil der 2,8 Millionen Zuschauer nur aus „Hatewatchern“ besteht (LINK zu SPON). Was ist passiert, wie konnte das geschehen?

Das Chart der Auftaktfolge 2014 war wieder einmal Ausdruck einer ganz speziellen Zeitphase, die wir das „Große Quadrat“ nannten. Pluto, Uranus, Jupiter und Mars waren in einem Kreuzaspekt gefangen, dementsprechend schlidderte die halbe Welt beinahe in eine Katastrophe (Ukraine-Russland-Konflikt). Was aber im wirklichen Leben äußerst unangenehm wirken kann, wenn diese Energie auf untrainierte „Geister“ trifft, kann natürlich in einem Film oder einer Serie hervorragend ausgedrückt werden. Und genau das findet sich im Handlungsstrang von „True Detective“ als permanenter Hintergrund. Es geht um Ritualmorde, kaputte Polizisten, die schon Mittags zu trinken anfangen und schrecklich, schräge Menschen, mit deren Innenleben sich eigentlich niemand freiwillig befassen möchte. Aber genau das geschieht und damit ist dem Quadrat auch Genüge getan, und so können sich die anderen Inhalte ebenfalls ungehindert manifestieren. Merkur auf 1° Wassermann transportiert auch komplexe Zusammenhänge relativ leicht und locker, der Zwillings-Mond in Haus Zehn trägt das seinige zum luftigen Unterhaltungswert bei. Dazu kommt eine Steinbock-Sonne mit Venus-Konjunktion in Haus Fünf, was einerseits trotz aller uranischen Einflüsse für klare Strukturen sorgt, andererseits bleibt die generelle Ausrichtung flexibel und immer auch kreativ.

Viel wichtiger aber ist die Einbindung des Drehbuchautors und Ideengebers Nic Pizzolatto.

Eine Waage-Sonne mit Widder-Mond, die sich aber dank einer Merkur-Pluto Konjunktion auf 9° Waage nicht nur in eleganten Denkornamenten verliert, sondern auch die Schattenbereiche der menschlichen Psyche mit einbeziehen muss. Und ausgerechnet über diese Konstellation (die vermutlich auch noch in Opposition zu seinem Widder-Mond steht) läuft damals Uranus. Anders ausgedrückt: Pizzalotta kann in dieser Zeit also genau durch seine Eigenheiten etwas spiegeln und transportieren, was dem allgemeinen Grundempfinden entspricht, in seinem Fall durch das Medium des Schreibens. Und erntet deshalb positives Feedback, gerade wegen seiner vielen Spannungsaspekte im Grundradix. All das fällt auf den fruchtbaren Boden der damaligen Zeit und so können die Samen aufgehen, auch wenn sie natürlich die Ansätze zur Selbstverhinderung (Uranus-Quadrat-Jupiter/Pluto) schon in sich tragen.

Ein völlig anderes Bild zeigt sich beim Chart der zweiten Staffel. Das Große Quadrat ist vorbei und so langsam zeigen sich am Zeithorizont schon die Vorboten der nächsten, prägenden Phase. Und siehe da, auch davon finden sich wieder Teile im Horoskop der Erstausstrahlung.

Merkur steht kurz vor dem exakten Quadrat zu Neptun, dem gegenüber befindet sich der Mond auf 4° Jungfrau, immer noch auch in einer auslaufenden Quadratspannung zu Saturn. Aus der Venus-Sonne Konjunktion der ersten Staffel wurde jetzt eine Mars-Sonne Konjunktion und Jupiter steht jetzt nicht mehr exakt auf der elften Häuserspitze, sondern auf der achten(!).

Und auch Nic Pizzalotta ist komplett anders eingebunden. Zwar steht sein Uranus jetzt am Ereignis-MC der Erstsendung, nun wird allerdings das Quadrat zu Saturn auch spürbarer. Aber dominant wird jetzt vor allem Neptun –der steht exakt in Opposition zu seiner Jungfrau-Venus und im Quadrat zu seinem eigenen Neptun. Hinzu kommt also noch Merkur in den Zwillingen und der Jungfrau-Mond des Serien-Charts, die den Fokus jetzt neu ausrichten. Nicht mehr auf uranische Überraschungen, auf revolutionäre Erneuerungen, sondern mehr auf atmosphärische Hintergründe. Und die wirken nicht stimmig, die Geschwindigkeit, mit der immer neue Inhalte aneinander gereiht werden erzeugt eher Unwohlsein und Mißverständnisse als Spannungsbögen.

Und so kommt es, dass selbst der „Guardian“ seine Leser beruhigen muss und ihnen versichert, daß sie mit ihrem Unverständnis über die Handlungsstränge in der zweiten Staffel nicht alleine sind.

Jede Woche benötigen die Zuschauer volle zwei Stunden um 60 Minuten von True Detective zu sehen, weil jede Szene zurück gespult und nochmal angeschaut werden muss. Man dreht die Lautstärke so weit  auf, dass sich die Nachbarn beschweren und man sucht bei alten Episoden nach Hinweisen. Auf der ganzen Welt ertönt zum Abschluss immer derselbe Aufschrei: Was ist gerade passiert? Warum ergibt nichts irgendeinen Sinn?

aus theguardian vom 21. Juli 2015

Immerhin – aus astro-logischer Sicht folgen auch hier wieder alle Beteiligten treu und ergeben den kosmischen Script-Vorgaben, im positiven wie im negativen Sinne. Fast wie im richtigen Leben also, man darf auf kommende Fortsetzungen gespannt sein.  

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