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Der Banker - Master of the Universe

Passend zur aktuellen Einbindung von Venus ins Uranus-Pluto Quadrat zeigte die ARD am Dienstag Abend einen bemerkenswerten Film: „Der Banker – Master of the Universe“ ist ein Dokumentar-Film mit nur einem Hauptdarsteller. Rainer Voss, ein ehemaliger Investmentbanker, erzählt von einer fremden Gesellschaft hinter den Fassaden der Glaspaläste, die in einer eigenen Welt lebt. „Es geht immer nur um Liebe“, sagte Voss in einem Interview, „Geld ist der Gradmesser der Liebe, die dir die Institution zukommen lässt.“

Eine Aussage, die manches gut spiegelt, was diesen Film von anderen unterscheidet. Es geht nicht um „Banken-Bashing“, nicht um das Anrennen gegen eine gesichtslose Institution, die immer ungreifbar bleibt. Marc Bauder, der Filmemacher, benutzt die Architektur der Bankenpaläste als Stilmittel, um die lebensfremde Haltung der Branche sichtbar zu machen. Aber Voss, eine quirlige Widder-Sonne mit Fische-Mond, konterkariert das Ganze. Immer wieder betont er, daß es sich bei Bankern nicht um „albanische Hütchen-Spieler“ handelt. Sondern zeigt auf, wie menschliche Gier und Ignoranz ineinander greifen und am Ende eine Dynamik erzeugen, die niemand mehr kontrollieren kann.

Seine Grundaussage, er wolle mit diesem Film zu einer Aufklärung beitragen, erscheint auch astrologisch nachvollziehbar und stimmig. Denn als Voss sich mit dem Filmemacher Marc Bauder am 16. Dezember 2011 zu einem ersten Vorab-Gespräch trifft, steht der aktuelle Pluto fast exakt auf seinem Radix-Saturn, während Uranus gerade auf die erste Konjunktion mit seinem Widder-Merkur zuläuft. In gewisser Weise vollzieht er also als Einzelner genau die Wandlung, die sich im laufenden Quadrat zwischen Uranus und Pluto spiegelt und von den entsprechenden Institutionen gefordert wäre.

Das ist vielleicht das Außergewöhnlichste an diesem Film im Vergleich mit anderen. Hier wird eben nicht der Mythos einer ominösen Macht aufrecht erhalten, sondern daran erinnert, dass das Bankenwesen nicht nur aus einigen Bossen besteht. Sondern aus abertausenden von Mitarbeitern, die sich alle dem großen Credo der Finanzindustrie verschrieben haben und Teil einer obskuren und verschworenen Familie sind, die sich selbst schon lange außerhalb geltender Normen und Gesetze bewegt. Es geht immer um „Gewinn-Optimierung“ und Wachstum, unabhängig von den aktuellen Umständen.

Und es sind nicht die Bosse in den oberen Etagen, die unter dem Druck stehen, Gewinne um jeden Preis zu erwirtschaften, sondern Händler wie Jerome Kerviel oder Nick Leeson, die eigentlich in der Hierarchie sehr weit unten angesiedelt sind. Scheinbar sucht sich die Branche dafür auch immer die „Richtigen“ aus. Für Kerviel (Sonne im Trigon zu Jupiter) und Leeson (Jupiter im Trigon zu Neptun) war fortwährende Expansion ein persönliches Dauerthema, man musste ihnen nur die entsprechenden Mittel in die Hand geben und für eine gewisse Zeit „rollte der Rubel“. Bis dann, durch entsprechende Auslösungen, auch Verluste entstanden, die genauso schnell in astronomische Höhen explodierten. Kerviel wurde 2010 zu Schadensersatz gegenüber seinem ehemaligen Arbeitgeber, der Großbank Société Générale, in Höhe von 4,9 Milliarden € verurteilt. Bei einem normalen Gehalt müsste er dafür 180 000 Jahre arbeiten, was die Absurdität des Systems wunderbar bebildert.

Man braucht ein gewisses Durchhaltevermögen, wenn man allen Ausführungen des „Bankers“ in diesem Film folgen will. Aber es lohnt sich. Denn was Voss ein ums andere Mal schlüssig erklärt, zeigt am Ende etwas auf, was noch gruseliger ist als die Vorstellung von den „grauen Märkten der Finanzindustrie“ manipuliert zu werden.

Ein System, das sich verselbstständigt hat. Und dessen Eigendynamik heute so weit fortgeschritten ist, dass es weder bis ins letzte Detail verstanden werden kann, noch wirklich zu kontrollieren ist. Am Ende des Films, dort wo es um „Bankenrettung“ und „Staatspleiten“ geht, wirken dann selbst die üblichen Verschwörungstheorien blass und naiv gegen das, was Voss als Insider aufzeigt.

Eigentlich ein sehr leiser Film, aber für alle, die den Realitätsschock nicht scheuen, wirklich empfehlenswert.

(„Der Banker – Master of the Universe“, jetzt in der Mediathek der ARD: LINK)

Titelbild: By Simsalabimbam (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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