Aspekt-Ende: Bye Bye, kleines PUQ..!
Alles vibriert heute – ob es die berühmten „Good Vibrations“ sind, die einst von den legendären Beach Boys besungen wurden, ist vermutlich Ansichtssache. Manche werden diese spannungsgeladene Atmosphäre vermissen, die das heutige letzte Quadrat zwischen Uranus und Pluto im kollektiven Erlebensspektrum abgebildet hat. Andere werden sich wieder mal zerschlagen und müde fühlen, von jedem Sinnesreiz genervt, finden sie auch nicht die Ruhe, um einfach mal einen Tag abzuschalten.
Und sogar die Sonne lässt sich zum heutigen Ehrentag, zum Abschied vom kleinen PUQ (Pluto-Uranus-Quadrat) nicht zweimal bitten, und schickt die Ausläufer eines „Koronalen Massenauswurfs“ vorbei . Was zu einem geomagnetischen Sturm allererster Güte seit den frühen Morgenstunden führte. Bitte also nicht wundern, wenn das wieder mal so ein Tag zwischen allen Extremen wird, ähnlich wie an der Börse, wo ein Hoch das nächsten jagt. Und wo trotzdem jeder weiß, dass auch hier schon lange nichts mehr mit rechten Dingen zu geht, sondern dies nur der dunklen, uranischen Seite der Macht, sprich den virtuellen Gelddruckern der Europäischen Zentralbank zu verdanken ist. Was aber leider Gottes dazu führt, dass die eigentlichen realen Werte (Stier-Archetyp) ganz plutonisch ausgehebelt wurden und immer noch an Wert verlieren.
Auch das ist ein wunderbares Sinnbild für die Entwicklung seit dem 24. Juni 2012, als sich die beiden Außenseiter des Sonnensystems zum ersten Mal aus den Augenwinkeln in einem 90° Abstand beobachteten. Als das alte System der Werte kurz zuvor zusammengebrochen war (der Börsencrash 2008 kurz nachdem Pluto in den Steinbock marschiert ist), hätte es eigentlich einer kompletten Erneuerung der Strukturen und Inhalte bedurft. Aber Uranus stand damals noch in den Fischen und Neptun im Wassermann, also fand man eine dementsprechende Regelung. Die Banken, die sich das Desaster ganz saturnal selbst eingebrockt hatten, mussten jetzt gerettet werden. So der Slogan und das ganze wurde in einer uranisch-neptunischen Mixtur verkauft (damals standen ja beide noch in Rezeption). Eigentlich war ja alles anders jetzt, die „bösen Banken“ am Zügel der Politik, aber was denn nun genau dieses „anders“ wirklich war, konnte einem niemand erklären. Trotzdem - statt Kulturförderung, erweiterte Bildungsangebote oder soziale Unterstützung für die wirklich Bedürftigen im Lande, stopfte man mit den Steuergeldern lieber die Löcher in den Sparstrümpfen der Banken.
Da diese aber ungeheuer groß und riesig waren (und immer noch sind), wurde weitaus mehr Kapital benötigt, als eigentlich vorhanden war, um die alten Schulden (Pluto) aus der Welt zu schaffen. Aber kein Problem, wenn es eine zentrale Notenbank gibt, die kann schließlich gottgleich Werte erschaffen, für die es in der realen Welt zwar keinen Gegenwert gibt und die insofern absolut virtuell sind (Uranus lässt grüssen), aber der Effekt ist umso nachhaltiger. Da durch die Geldfülle, verbunden mit der Null – Prozent – Zins Politik, das vorhandene Geld nirgendwo mehr sinn- und gewinnbringend untergebracht werden konnte, und man als Sparer heute Gefahr läuft, Strafzinsen für das Geld auf dem Konto zu zahlen, blieb kaum eine andere Investionsmöglichkeit als ebenso virtuell wieder alles in die Börsen fließen zu lassen. Und siehe da – ein Hype jagt seitdem den nächsten.
Das konnte aber alles unter diesem Quadrat von Uranus und Pluto wunderbar funktionieren, da hier ebenfalls alle Zutaten in den ökonomischen Eintopf eingespeist wurden. Die Frage ist nur: was passiert jetzt? Jetzt, wo sich beide Archetypen wieder aus der gegenseitigen Umklammerung lösen werden, die ja auch sehr hemmend war. Was wird Uranus nun als Überraschungseffekt einbringen? Könnte es sein, dass sich demnächst diese Dynamik nicht mehr kontrollieren lässt und die bewusst in Kauf genommene Entwertung des vorhandenen Kapitals zum Bumerang wird, der dann ebenso die ganzen, neuen und virtuellen Werte wieder auf Null setzt? Was in der wirklichen Welt zu einem relativ bodenlosen Fall der Kurse führen müsste, damit sie sich wieder halbwegs im Rahmen einer nachvollziehbaren Werteordnung bewegen?
Passend zu dieser eher etwas düsteren Zukunftsperspektive bahnt sich ja schon der nächste Eckpunkt in einem anderen Zeitzyklus an: noch in diesem Jahr werden sich Jupiter und Neptun gegenüberstehen, beide dann auch noch in ein Quadrat mit Saturn eingebunden.
Dass ist dann auch der Hintergrund dieses kleinen Warnrufs – Saturn wird quasi zum Mittler zwischen Jupiter und Neptun, er kann diese Aufgabe aber nur entsprechend seiner eigenen Natur erfüllen. Und da stehen dann Leitsätze wie „weniger ist mehr“, und er wird höchstwahrscheinlich den bisher ungebremsten Höhenflug der illusionären Werte beenden.
Was für manche zu einem bitteren Erwachen führen wird, aber für andere bricht damit endlich eine Zeit an, in der wirkliche Veränderungen, die sich an den realen Bedingungen und Bedürfnissen der Mehrheit orientieren, auf einen tragfähigen Boden gestellt werden können. Uranus, der dann frei springend durch den restlichen Widder ziehen kann, wird endlich relativ ungehindert neue Impulse setzen können. Während Pluto die alten Systeme und Strukturen von innen heraus transformieren wird, kleine und größere Dramen natürlich mit inbegriffen.
Das Griechenland jetzt wieder im Fokus steht, gehört ebenfalls zum Zeitsignum von Uranus und Pluto. Denn auch damals, beim ersten quadratischen Zusammentreffen war dies das Hauptthema in der Wirtschafts-Union von Europa. Jetzt – 3 Jahre später – darf man nüchtern feststellen, dass sich diesbezüglich überhaupt nichts geändert hat. Die Geldgeber beharren weiter auf ihrem bisherigen Kurs, und die Griechen legen sich quer. Auch das ein wunderbares Stimmungsbild zum Abschied heute.
Man darf sehr gespannt sein, wie sich die einzelnen Krisenherde in den nächsten Wochen ent-wickeln werden. Denn nachdem sich diese Hintergrundspannung jetzt langsam aufgelösen wird, bleibt mehr und mehr Raum für selbstbestimmte Entscheidungen und entsprechendes Handeln. Virtuelle Kopfgeburten, die zwar auf den ersten Blick alteingeprägte Archetypen bedienen, aber sich am Ende meist als wenig nachhaltig erweisen, haben nun erst mal ausgedient. Stattdessen darf wieder alles etwas unmittelbarer berühren und auch berührt werden. Energie kommt in Schwung, Dynamik entsteht, Veränderung ist möglich.
In diesem Sinne kann man durchaus dankbar sein, für die zurückliegenden Erfahrungen und Einsichten, aber man darf sich auch auf eine Zukunft ohne dieses permanente Knirschen im Hintergrund freuen.
Bis dann das nächste Quadrat kommt, aber das ist eine andere Geschichte und wird ein anderes Mal erzählt werden.