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ISON küsst die Sonne (Update)

(Update vom 29.11. mit Video) Wie lange er seit seinem letzten Besuch unterwegs war, weiß man nicht. Komet ISON kommt vermutlich aus der Oorthschen Wolke, seine Umlaufzeit könnte mehrere tausend Jahre und auch mehr betragen. Was man weiß ist, daß er am 28. November der Sonne sehr nahe kommen wird. Nahe genug, um in viele Teile zu zersplittern oder sich völlig aufzulösen. Übersteht er diesen Moment, dann könnte er in den folgenden Wochen als Weihnachtsstern 2013 in die Geschichte eingehen.

Kometen haben die Menschheit schon immer fasziniert. Meistens jedoch galten sie als Unglücksboten, als Vorzeichen drohender Katastrophen. Ihre Verbindung mit negativen Aspekten findet sich schon bei Aristoteles, er betrachtete sie als kosmische Umweltverschmutzer, ihre „giftigen“ Dämpfe würden die Atmosphäre verunreinigen und dadurch Krankheiten und Katastrophen auslösen. Rudolf Steiner sah in ihnen dagegen so etwas wie „astrale Staubsauger“, die alle Negativität in unserem Sonnensystem aufsammeln würden, um sie dann in die Weiten des Weltalls zu transportieren.

Aber es gibt auch andere Ansätze. Für Tycho Brahe brachte die Beobachtung damaliger Kometenbahnen die Erkenntnis, dass das herkömmliche Bild der planetaren Sphären, die als unveränderlich und undurchdringbar galten, falsch sein musste. Und Johannes Kepler sah darin den Beweis, dass sich die Himmelskörper generell „frei“ durch die kosmischen Räume bewegen konnten. Heute wird sogar darüber spekuliert, ob nicht durch den Einschlag großer und kleinerer Kometen überhaupt erst Leben auf unsere Erde kam, da Kometen zu großen Teilen aus gefrorenem Wasser bestehen.

Entdeckt wurde C2012 S1 ISON am 21. September 2012 von den beiden russischen Amateur-Astronomen Artyom Novichonok und Vitali Nevski. Zu diesem Zeitpunkt stand ISON auf 29°27 im Krebs, zwei Tage zuvor fand das zweite, exakte Quadrat zwischen Uranus und Pluto statt. Die Aufregung in der Folgezeit war groß, ISON könnte heller als der Vollmond leuchten war eine Hoffnung, andere vermuteten in ihm gar die Wiederkehr eines Teils des großen Kometen von 1881. Mittlerweile gehen die Meinungen weit auseinander, ob und wie spektakulär ISON am Himmel erscheinen wird.

Die Einbindung von Kometenbahnen in die astrologische Deutung als Humbug abzutun, wäre etwas voreilig. Vor allem wenn man Zentauren wie Chiron als Deutungselement benutzt. Denn seit 1991, als man eine gasförmige Hülle um Chiron entdeckte, gilt er unter Astronomen nicht nur als außergewöhnlicher Planetoid, sondern auch als größter, bekannter Komet.

ISON´s Bahn um die Sonne ist aber nicht das einzig Besondere an seinem Besuch bei uns. Schon vor einigen Tagen kam es zu einem seltenen Zusammentreffen in unmittelbarer Nähe von Merkur mit einem alten Bekannten - dem „Der einen langen Rauchschweif hat“ (LINK).

Die Astrologen Tibets ordneten ihn dem Osten zu, zahlreiche Lehrer und Meister, die sich mit dem Sternenlauf auf dem Dach der Welt beschäftigten, haben Abhandlungen über ihn geschrieben (zum Beispiel der 3. Karmapa Rangchung Dorje). Wir kennen „du-ba mjug-rings“ unter dem profanen Namen 2P/Encke und wissen heute, daß er der Komet mit der kürzesten Bahn um die Sonne ist. In drei Jahren und 110 Tagen vollendet er einen Umlauf zwischen Jupiter und Merkur. Wenn man möchte, könnte man das als Hinweis verstehen, dass er ein Mittler zwischen diesen beiden Kräften ist (LINK).

ISON dagegen ist ein jenseitiger Komet und wird, wenn alles gut für ihn läuft, wieder in den Tiefen des Sonnensystems verschwinden. Dabei bleibt er in den nächsten 100 Jahren relativ konstant zwischen 17° und 20° Krebs stehen, aus diesem Bereich des Zodiaks wird er dann vermutlich eines fernen Tages auch wieder auftauchen.

In den nächsten Wochen durchläuft er aber relativ schnell auch andere Abschnitte, nachfolgend eine kurze Orientierung (zusammen mit früheren Daten):

Datum

Zodiakstand

Besonderheiten

01.01.1600

13°37 Krebs

 

01.01.1700

15°02 Krebs

 

01.01.1800

16°30 Krebs

 

01.01.1900

18°02 Krebs

 

01.01.2012

22°32 Krebs

 

21.09.2012

29°27 Krebs

Entdeckung ISON

15.08.2013

0° Löwe

ISON wechselt ins Zeichen Löwe

01.10.2013

20°25 Löwe

ISON zieht an MARS vorbei

15.10.2013

0° Jungfrau

ISON wechselt ins Zeichen Jungfrau

09.11.2013

0° Waage

ISON wechselt ins Zeichen Waage

19.11.2013

0° Skorpion

ISON wechselt ins Zeichen Skorpion

27.11.2013

0° Schütze

ISON wechselt ins Zeichen Schütze

28.11.2013

1°55 Schütze

ISON erreicht die Sonne

01.12.2013

5°34 Schütze

 

5.12.2013

2°49 Schütze

 

10.12.2013

0°06 Schütze

ISON wechselt zurück ins Zeichen Skorpion

15.12.2013

27°16 Skorpion

 

20.12.2013

23°20 Skorpion

 

26.12.2013

11°19 Skorpion

ISON kommt der ERDE am nähesten

Man darf also gespannt sein, wie und ob die Geschichte des diesjährigen Weihnachts-Sterns weiter geht, mit ein wenig Glück für ihn und uns, können wir ISON schon in den nächsten Tagen mit bloßem Auge beobachten. Überlebt er die Begegnung mit der Sonne, dann könnte sein strahlender Schweif tatsächlich mit dem Licht von anderen Planeten konkurrieren. Und am Heiligabend den Nachthimmel festlicher schmücken, als dies in vielen Jahren vorher geschehen ist.

BILDER: Titelbild - TRAPPIST/E. Jehin/ESO (http://www.eso.org/public/images/potw1346a/) CC-BY-3.0; Bahnverlauf - AstroFloyd (Own work) CC-BY-SA-3.0 ; beide via Wikimedia Commons

LINKS:
eine sehr schöne Animation von ISON´s Umlaufbahn gibt es hier: LINK
Beobachtungsdaten: LINK

Update vom 29.11.:

Er wurde schon totgesagt, aber vor einigen Stunden tauchte ISON plötzlich wieder auf. Etwas abgespeckt, trotzdem so hell, dass man ihn vermutlich in den nächsten Tagen mit bloßem Auge am Morgenhimmel kurz vor Sonnenaufgang im Südosten sehen kann.


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