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Pinocchia und die Lügenpresse

Das ist schon ein starkes Stück neptunischer Wirklichkeits-Verzerrung. Kaum haben die neuen Rechten mit ihren populistischen Parolen einen Wahlerfolg errungen, der ihnen unter anderem auch Zugang zu den Entscheidungs-Gremien der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten gewähren wird, schon verlangt die Vorsitzende Frauke Petry mehr oder weniger indirekt den Rausschmiss unliebsamer Journalisten. Genau genommen den von Dunja Hayali, einer Moderatorin des ZDF Morgen-Magazins, die vor kurzem eine „Goldene Kamera“  für ihre mutige Haltung und Berichterstattung auch zum Thema Flüchtlinge bekommen hat.

So zumindest könnte man die gestrige, überall zu lesende Aussage der Zwillings-Sonne Petry (mit einer exakten Neptun-Opposition im Geburtshoroskop) interpretieren. Hayali habe anscheinend Schwierigkeiten „ihre journalistische Arbeit in einem aus Steuergeldern finanzierten Sender von ihrer politischen Einstellung zu trennen“. Deswegen betrachte sie die Moderatorin "zunehmend mehr als politische Aktivistin denn als professionell arbeitende Journalistin", und empfahl dem ZDF die Personalie Hayali zu überdenken: "Es sieht so aus, als würde im Moma dringend frischer Wind gebraucht."

Entstanden ist diese heftige Reaktion anscheinend aus einem gewissen Ärger über die Verlautbarungen des ZDF, weil Petry zweimal hintereinander einen Interview-Termin mit Hayali unangekündigt platzen ließ (LINK). Heute begründet sie das damit „…dass ich mir als Mutter von vier Kindern, die morgens zwischen 6 und 7 Uhr nicht nur ein gemeinsames Frühstück, gefüllte Pausendosen, sondern vor allem ein bisschen Familienleben gewährleisten möchte, gut überlege, welche TV-Termine wichtiger als diese familiäre Aufgabe sind.“

Das klingt erst einmal ganz im Sinne des Parteiprogramms, in der die wahre deutsche Familie (Vater, Mutter und mindestens drei Kinder...) wieder über alles andere gestellt wird, zumindest theoretisch. Aber Sonne Opposition Neptun – das ist wahrlich kein leichter Aspekt, wenn es darum geht, eigenes Wunschdenken von einer Realität zu unterscheiden, die auch von anderen Menschen als solche wahrgenommen werden kann. Bezogen auf ihr heutiges Statement fragt man sich nämlich, wie denn dieses Familienleben wohl gerade aussehen mag. Denn erst im Oktober 2015 hat Frau Petry ihren Mann, den  Pfarrer Sven Petry verlassen, um mit ihrem Parteifreund Marcus Pretzell ihre „mehr als nur freundschaftlichen Gefühle“ auszuleben. Allerdings wurde auch diese Verbindung erst mal heftig bestritten, Zeitungsberichte die in diesem Zusammenhang schon früher von einer Trennung zwischen Petry und ihrem Mann berichteten, wurden als „böse Unterstellungen“ oder „schlichtweg irre“ abgetan.

Typisch Lügenpresse eben, die Frau Petry mit einem neckischem Augenzwinkern auch gerne mal als Pinocchio-Presse tituliert. Eine Zwillings-Sonne mit Neptun-Opposition, die ausgerechnet jetzt auch noch das Transit-Quadrat von Neptun exakt gespiegelt bekommt, beschuldigt also fast alle Medien in diesem Land der Lüge oder zumindest der Wahrheits-Verfälschung (...Augenzwinker...). Dass sie nun als Begründung für ihre Unzuverlässigkeit die eigene Familie angibt, ist vermutlich nur eine Art argumentativer Selbstverteidigung gegen die vermeintlich bösen Angriffe von Dunja Hayali, die ganz bestimmt gekommen wären, hätte sie sich den Fragen der Journalistin gestellt. Stattdessen saß sie lieber im Kreise ihrer nunmehr acht Kinder und inmitten ihrer neuen Patchwork-Familie und schmierte Pausenbrote. Denn selbstverständlich werden zwei wichtige Vertreter einer Partei, die die Familie öffentlich als höchstes und schützenwertes Gut proklamieren, nunmehr mit all ihren Kindern zusammen leben, um die Auswirkungen der durch sie verursachten Trennungen zumindest etwas abzumildern. Auch wenn man sich natürlich vorstellen kann, wie anstrengend so ein Alltag in solch einer großen Familie ist, vor allem wenn man gleichzeitig noch die Welt vor bösen Muslimen und übelmeinenden Journalisten retten muss.

Könnte aber auch ganz anders sein. Bei Sonne-Neptun sollte man nie vorschnell glauben, was da so mal nebenbei angedeutet wird. Denn auch was die Gründe für ihr Nichterscheinen im Morgenmagazin angeht, gab es seitens des AfD Pressesprechers Christian Lüth anfangs völlig andere Aussagen. Der hatte  geäußert, „es liege an einem Hackerangriff auf die Server der AfD, dass Petry nicht zu den vereinbarten Terminen erscheinen konnte“. Man hätte deshalb nicht auf E-Mails zugreifen und den Termin nicht weiterleiten können. Das ZDF  wies jedoch darauf hin, dass Termine mit Interviewpartnern grundsätzlich telefonisch und per SMS vereinbart werden. Am Tag zuvor hatte Lüth noch angegeben, Petry habe ihren Termin am Montag schlicht "vergessen" und am Dienstag zeitlich nicht wahrnehmen können.

Ein Schelm, wer Böses bei all dem denkt und das womöglich sogar für dreiste Lügerei hält. Astro-logisch gesehen bleiben allerdings heftige Zweifel an der Eignung von Frau Petry zur Führung einer Partei, die ja ganz offen alle Andersdenkende als Lügner und Wahrheitsverfälscher bezeichnet. Würde man da nicht erwarten, dass die Vorsitzende selbst mit leuchtendem Beispiel vorangeht und all ihre heimlichen und unheimlichen Wahrheiten offen zum Ausdruck bringt. Allerdings – wer selbst schon mal durch einen Neptun-Transit betroffen war, weiß wie schwer das in solchen Zeiten ist. Die eigene Wahrnehmung immer wieder zu hinterfragen, um nicht quasi dem Leben das eigene Wunschdenken aufzuträumen. Wenn man Sonne-Neptun aber als Anlage in sich trägt, dann gehört solches Aufträumen ja zum eigenen Selbstverständnis. Was wiederum eine hervorragende Eignung für ein paar Jahre Einsiedelei in einer Meditationsklause wäre, um eine wirklich wahrhafte Transzendierung des eigenen Egos zu zulassen. Aber ob Frauke Petry soetwas überhaupt für erstrebenswert hält, daran darf man durchaus gewisse Zweifel haben, und auch daran, ob sie durch diese Konstellation wirklich zur selbsternannten Aufklärerin eines ganzen Volkes geeignet ist. Zu groß ist die Gefahr, dass hier auf alles Andere und Fremde, genau das projiziert wird, was man an sich selbst nicht wahrnehmen kann oder will.

Das wäre in etwa so, also würde man sich als Spitzenkandidatin einer Partei in den sächsischen Landtag wählen lassen und dabei immer wieder auch die eigene Wirtschaftskompetenz betonen. Obwohl man kurz zuvor Privatinsolvenz anmelden musste, weil man die eigene Firma hoffnungslos überschuldet hatte (Link).

Natürlich mag das jetzt wieder den Anschein erwecken, daß auch der Autor dieser Zeilen „mehr als politischer Aktivist denn als professionell arbeitender Astrologe“ unterwegs ist. Deswegen sei hier Llewellyn George zitiert, ein walisischer Astrologe, der bereits 1954 verstarb. In seinem Klassiker Llewellyn's New A to Z Horoscope Maker and Interpreter, der vor über 100 Jahren erschien, schrieb er über Spannungs-Aspekte zwischen Sonne und Neptun:

Der Horoskopeigner kann über mediale Fähigkeiten verfügen und ist meist das Opfer von abstrusen Träumen, Gefühlen und Wünschen. Es gibt in der Regel eigentümliche oder außereheliche Liebesaffären , einige Schwierigkeiten mit oder durch Kinder und Verlust durch Spekulation, Wetten, oder durch Betrug in Bezug auf Wertpapiere und Beteiligungen. Man leidet unter Krankheiten, die nur schwer zu diagnostizieren sind; aber auch unter psychischen (Angst-)Zuständen bezogen auf  Betrug, Feindschaften und Verschwörungen.

Llewellyn George in Llewellyn's New A to Z Horoscope Maker and Interpreter

Und die amerikanische Astrologin Betty Lundsted schrieb in ihrem 1980 erschienen Sachbuch “Astrologische Aspekte” über die Opposition von Sonne und Neptun:

Das Kind kann seiner Neigung, sich in einer Traumwelt zu verlieren, kaum widerstehen. Sein Gespür für die konkrete Wirklichkeit ist auf irgendeine Art gestört…

Insofern also durchaus verständlich, wenn man mit dieser Anlage möglichst allen Situationen aus dem Weg gehen möchte, die dieses Problem wieder ins Bewusstsein rücken. Zum Beispiel durch hartnäckiges Nachfragen, wenn es um politische Aussagen und Inhalte geht, wie das Journalisten wie eben nun mal machen.

Aber selbstverständlich kann man solch einen Spannungs-Aspekt auch noch anders deuten. Denn die Sonne im Radix steht ja auch für den geistigen Fokus, unsere energetische Mitte, die wir bei allem was wir tun, denken und fühlen als innere Orientierung brauchen. Eine Opposition durch einen der kollektiven Langsamläufer ist schon ein erster Hinweis darauf, dass dieser Fokus leicht störbar, die betreffende Person also auch leicht zu verunsichern ist. Wenn eben bestimmte Themen  und Inhalte in den geistigen Fokus rücken. Bei Neptun dreht sich immer alles um das Ende jeder Entwicklungsphase, um den Zeitpunkt, wenn alles was vorher scheinbar getrennt war, wieder zusammenfließt. Das ist im Prinzip das Ziel aller religiösen und spirituellen Ausrichtung, diesen Seins-Zustand wieder unmittelbar und direkt zu erfahren.

Mit einer Opposition zur Sonne wird aber genau das erst einmal als Problem wahrgenommen, erzeugt meistens starke (unbewusste) Ängste, und wird  aus einer ich-zentrierten, unerlösten Sonnen-Perspektive nicht als allumfassende Verbundenheit wahrgenommen, die eine grundlegende Wahrheit wieder spiegelt, sondern als unzulässige und abzulehnende Vermischung von Inhalten, die nicht vermischt werden sollten.

Dummerweise kann die eigene Selbstverwirklichung aber in solch einem Fall eben nur dann wirklich erfüllend gelebt werden, wenn man das Neptunische ins eigene Sein integriert. Also annimmt und akzeptiert. Lehnt man es ab und projiziert es auf „die Welt dort draußen“, dann bleibt man auch im eigenen Selbstverständnis solange defizitär, wie das Problem in der Außenwelt besteht. Im schlimmsten Fall wird man zu einer individuellen Form von Don Quichotte im Kampf gegen neptunische Windmühlen.

Im besten Fall erkennt man nach anfänglichen Problemen und Schwierigkeiten, dass wirklich alles mit allem verbunden ist. Und sobald man sich der Welt unter dieser Perspektive öffnet, auch und gerade  der scheinbar fremden, äußeren, entsteht unvermittelt die innere Sicherheit und Souveränität, die man solange vermisst hat.

Im Leben von Frauke Petry alias Pinocchia scheint das aber noch lange nicht möglich, im Gegenteil. Wie alle Welt live miterleben muss, tut sie gerade alles, um genau das zu verhindern, was ihre ganz persönliche Lösung wäre, ihr Weg ins Glück. Und dann kommt es meist eben wie es kommen muss – der notwendige Lernprozess wird härter und schwieriger. Denn ab Juli wird auch Saturn wieder über ihren Neptun und in die Opposition zu ihrer Sonne laufen und schließlich wird auch das Quadrat von Neptun im Herbst wieder aktualisiert. „Pinocchia“ (…Augenzwinker…)  täte also gut daran, in nächster Zeit bei allem was sie tut und sagt streng bei der Wahrheit zu bleiben und sich keinerlei Fehltritte zu leisten, für die man womöglich sogar rechtlich haftbar gemacht werden könnte.

Ansonsten droht Schlimmeres als nur ein Interview mit Dunja Hayali, soviel ist sicher.

Titelbild: By Olaf Kosinsky (Own work) [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

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