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Neue Gidas braucht das Schland

Eigentlich sollte man das Ganze mit Missachtung strafen, neptunisch ignorieren, oder die Auseinandersetzung damit zumindest saturnal minimieren. Aber irgendwie scheint Schland jetzt aus der umklammernden Lähmung des Uranus-Pluto Quadrats zu erwachen und die große Mehrheit bekennt sich relativ deutlich zu den Werten eines anderen Deutschlands. Ganz im Gegensatz zu Pegidianern, samt deren Initiatoren und Ablegern. Deswegen also doch noch ein zweiter Blick auf das ganze Hin und Her (den ersten, ausführlichen und sehr lesenswerten hat sri schon vor einiger Zeit eingestellt -> Pegida: Biedermann und Brandstifter).

Lutz Bachmann, seines Sonnenzeichens Wassermann, und einer der Initiatoren ist nun gestern über seine Netz-Vergangenheit gestolpert. Hitler-Selfies und dumme Nazisprüche verschwinden eben genauso wenig in den Weiten der Sozialen Medien wie anderes. Blöd gelaufen also, aber schon steht ja der nächste Wassermann parat. Besser, die nächste Wasserfrau, denn Kathrin Oertel hat nicht nur eine Sonne-Venus Konjunktion im uranischen Herrschaftsbereich, sondern auch einen Krebs-Mond in weiter Opposition dazu. Zudem ist sie blond und nicht auf den Mund gefallen, versteht etwas von Immobilien und Finanzen und eignet sich deshalb auch wesentlich besser, um entsprechende, mediale Aufmerksamkeit zu bekommen.

Eingebunden in das mies-launige Zeitgeist-Quadrat ist sie auch, mit Merkur auf 12° Steinbock hatte sie gerade unter heftigen Pluto-Attacken innerhalb ihrer Denkstrukturen zu leiden, andererseits durch das Uranus-Quadrat auch unter einigen Verwirrungen. Hinzu kommt noch ein Radix-Pluto auf 16° Waage, was dann für die kommenden Monate weitere Aufreger verspricht.

Dieser Merkur im Steinbock war es wohl auch, der Günther Jauch dazu veranlasst hat, das neue Pegida-Flaggschiff in seine sonntägliche Talkshow einzuladen. Denn Jauch hat Merkur genau gegenüber auf 13° im Krebs stehen, ist also auch gerade eingebunden und sucht sich dann eben auf diese Art seinen Kontrapart. Zudem haben die beiden Sonne (Jauch) – Mond (Oertel) miteinander, das mag dann für sie den Ausschlag gegeben haben, sich doch noch mit einem Vertreter der „Lügenpresse“ einzulassen.

Ansonsten bleibt der Hype um sämtliche Gidas der Republik zumindest ein wenig suspekt. Gut, wenn 25 000 Wut- und sonstige Bürger durch das ehemalige Tal der Ahnungslosen ziehen, um gegen die Islamisierung des Abendlandes zu demonstrieren, dann kann einem das schon zu denken geben. Andererseits – wie bitte soll den Pluto vernünftig seinen Job machen? Er muss ja die alten und überkommenen Strukturen und Haltungen transformieren und dazu müssen diese sich ja auch nochmal in all ihrer Pracht und Niedertracht zeigen. Erschrecken kann das eigentlich nur, wenn man die letzten Wahlbeteiligungen gerade in den ehemaligen Ost-Ländern nicht ernst genommen hat.

Lediglich 49,2 % haben sich 2014 zur Landtagswahl in Sachsen noch an die Urnen geschleppt, die Mehrheit sah dazu keinen Anlass. Jeder siebte hat dann sein Kreuz entweder bei der NPD (4,95%) oder der AfD (9,74%) gemacht. Im Vergleich dazu – die SPD hat gerade mal 12 % der Stimmen bekommen.

Mit anderen Worten – es gibt im Sachsenlande und auch anderswo ganz offensichtlich eine Mehrheit der Unzufriedenen. Die finden sich weder bei den Parteien aufgehoben, die zur Wahl stehen (das schließt dann die linken und rechten Extreme mit ein), noch haben sie sich bisher anderweitig zu Wort gemeldet. Die Abendspaziergänge in Dresden haben nun zumindest einigen von ihnen die Möglichkeit eröffnet, ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen. Und das sollte in einer Demokratie niemanden wirklich erschüttern, auch wenn man die meisten Parolen dieser Kundgebungen persönlich absolut daneben und einfach nur dumm findet.

Sie leben eben auch bei uns, die ewig Gestrigen, die immer noch davon träumen, dass es eine deutsche Leitkultur gibt, an der die Welt gesunden könnte. Und das letzte Pluto-Uranus Quadrat zaubert nun dieses Phänomen wieder aus dem Hut, zeigt einfach nur, dass Aufklärung und Engagement immer noch wichtig ist. Damit nicht, wie 1932/33, als Uranus ebenfalls im Widder im Quadrat zu Pluto im Krebs stand, findige Demagogen die notwendige Unzufriedenheit mit den herrschenden Verhältnissen für ihre heimtückischen Zwecke ausnutzen.

Das Schlimmste was nun im Zuge der Hysterie um „Islamisierung und Gidiasierung“ passieren könnte, wäre eine Stigmatisierung der berechtigten Unzufriedenheit. Denn in einer Welt, in der 1% der Menschen über 52% des globalen Gesamtvermögens verfügen, ist Unzufriedenheit wohl äußerst angebracht. Zumindest bei den anderen 99%, die mit dem Rest auskommen müssen.

Und es könnte durchaus sein, dass das braune Gespenst von Dresden demnächst wieder in der Mottenkiste der Geschichte verschwindet, aber diejenigen, die sich jetzt dagegen gestellt haben, bleiben. Und dann die richtigen Fragen stellen und die richtigen Mißstände anprangern.

Die Zeit scheint dafür ja günstig zu sein, denn wo früher, zu Zeiten der Anti-AKW Bewegung, Millionen auf die Straßen gingen und trotzdem kaum gehört wurden, reichen heute schon 20 000 Demonstranten aus, damit die Veranstalter in die öffentlich-rechtlichen Talkshows eingeladen werden.

Das lässt sich doch ausbauen, und GIDA kann ja vieles heissen. Angefangen von "Gegen idiotische Devisen-Anlagen" zum Beispiel bis hin zu "Gegen Immobilienmakler in Dresden und Anderswo...".

Das würde sich dann auch gegen die alten Pegida-Chefs richten, die ja beide in diesem Gewerbe tätig sind. Ein Schelm wer Böses dabei denkt...

Titelbild: By Kalispera Dell (http://www.panoramio.com/photo/115723920) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

 

Samstag, 5. April 2025

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