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Siggi Pop + Angie: Die Elefantenhochzeit

Elefantenhochzeit nannte man das früher, wenn zwei große Parteien gemeinsame Sache machten. Heute heißt das „Große Koalition“, trägt damit zwangsweise ein Jupiter-Signum und soll Deutschland in den nächsten Jahren durch alle kommenden Krisen führen. Angie, die uranisierte Krebs-Sonne, zusammen also mit Siggi, der Jungfrau mit vermeintlichem Krebs-AC. Was die eine schon ist, will der andere also noch werden. Im Ernstfall auch Kanzler, wenn es sich denn so fügen würde.

Wobei, im Falle von Sigmar Gabriel müsste man eher sagen – wenn man es denn so fügen könnte. Denn 4 Planeten in der Jungfrau, zusammen mit einem Steinbock-Mond und dem Herrscher des Zeichens auf dem nullten Grad des selbigen, weisen ihn als einen Pragmatiker aus, der ungern etwas dem Zufall überlässt. Jemand, der einen langen Atem hat, ausdauernd auf einmal gesetzte Ziele hinarbeiten kann und sich von Zaungästen und Zwischenrufern nicht beirren lässt.

Peer Steinbrück war so ein Zaungast, prima Kandidat für einen aussichtlosen Wahlkampf, den man im Prinzip nur verlieren konnte. Dafür gab es am Ende von Gabriel einen warmen Händedruck, in den Zeiten davor aber meist nur Seitenhiebe. Steinbrücks schlimmster Gegner war bisweilen die SPD selbst, und deren Vorsitzender ist nun mal Siggi Pop, wie er immer wieder gerne genannt wird.

Alles nur Zufall, auch dass die beiden eine Jupiter-Jupiter Konjunktion haben, Gabriel also den Erfolgs-Stab von Steinbrück direkt übernehmen kann, ohne sich groß verbiegen zu müssen. Und jetzt, wo die Hälfte der Bürger für eine Elefantenhochzeit votiert, kann man sich schließlich nicht verweigern, als zukünftiger Vize-Kanzler. Denn aus der Sicht der Erdzeichen ist Politik eher ein Schachspiel, das mitunter eben auch ein Bauernopfer verlangt.

Angela Merkel aber wird’s freuen – denn mit Sigmar Gabriel hat sie eine Venus-Venus Konjunktion in der Jungfrau, für eine symbiotische Beziehung also schon mal eine gute Voraussetzung. Und da sie gerade im siebten Erfolgshimmel schwebt und kein Ende in Sicht ist, könnte ja durchaus was werden aus dieser Verbindung, zumindest auf menschlicher Ebene. Was den Vergleich der Geburtsbilder angeht, gibt es auch kaum gravierende Spannungsaspekte, höchstens eines sollte Angela Merkel zu denken geben. Denn dort wo die gemeinsame Venus steht, hat Sigmar Gabriel auch noch den Pluto im Gepäck. Sieht also erst mal nur aus wie Jungfrau pur, bringt aber immer auch eine gehörige Portion Skorpion mit sich. Nett und gemütlich bleibt es auf Dauer also nicht, wenn Gabriel seinen Beziehungs-Neigungen frönt.

Unsere Politik wirkt manchmal aseptisch, klinisch rein, durchgestylt, synthetisch. Und das müssen wir ändern. Wir müssen raus ins Leben; da, wo es laut ist; da, wo es brodelt; da wo es manchmal riecht, gelegentlich auch stinkt. Wir müssen dahin, wo es anstrengend ist. Weil nur da, wo es anstrengend ist, da ist das Leben.


Sigmar Gabriel

Viel treffender kann man das wohl nicht sagen, höchstens noch hinzufügen – und wenn das nicht von alleine klappt mit dem „anstrengend“, dann fällt mir dazu bestimmt was ein. Wozu hat man Jupiter im Skorpion und einen Mars Anfang Waage. Der kann zwar durchaus nett und gepflegt erscheinen, was die Durchsetzung der eigenen Interessen angeht, ist aber auch ein „Waderlbeisser“. Wird also häufig unterschätzt (der tut nix, will nur spielen), schafft es aber durch beständige Mini-Attacken auf vermeintliche Achilles-Fersen, langfristig auch weitaus „größere“ Gegner zu Fall zu bringen.

Das klingt jetzt alles nicht sehr nett und man muss betonen, dass dies keineswegs als Grunddeutung für Jungfrauen-Betonungen taugt. Aber hier geht es ja um Politik, und wenn es stimmt, dass „der Krieg eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln ist“ (Clausewitz), „die Politik aber die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln“ (Michel Foucault), dann darf man wohl vermuten, dass Politiker eher dazu neigen, vermeintlichen Gegnern Niederlagen zu zufügen, als mit ihnen einvernehmlich durchs Leben zu wandeln (Ausnahmen bestätigen die Regel). Insofern zeigt sich unter diesen besonderen Umständen dann häufiger die „dunkle Seite des eigenen Machtstrebens“, während andere unter günstigeren Voraussetzungen die selben Anlagen auch sehr zum Wohle ihrer Mitmenschen ausleben können.

Das gilt ja auch für Angela Merkel. Uns, ihrem Volk, erscheint sie als Übermutter, immer bescheiden um das Wohl der Anderen besorgt, während alle Konkurrenten um die Krone in ihrem näheren Umfeld, entweder freiwillig abgedankt haben oder eben abgedankt wurden. So gesehen, das kann noch richtig heiter werden, dieses Spiel um die Macht auf höchstem Niveau. In der rechten Ecke also Angie Stardust, manchmal etwas zögerlich und zurückhaltend, aber wenn es darauf ankommt:

Zielstrebig und machtbewusst. Die hat von Kohl über Schäuble bis Merz immerhin die halbe CDU-Führungsriege hingemeuchelt. So eine brauchen wir!

Pater Basilius Streithofen, ehemaliger Kohl-Berater

In der linken Ecke steht Siggi Pop, ein ausdauernder Stratege, der seine Gegner durch Komplimente zermürben kann und mit unzähligen, kleinen Nadelstichen solange nervt, bis sie einen entscheidenden Fehler machen. Dann kommt der linke Jab und alles ist vorbei.

Das Ganze demnächst live im deutschen Bundestag, getarnt als „Große Koalition“, die einzig und allein dem Wohl des ganzen Landes dienen will. Aber wer weiß, vielleicht täusche ich mich da auch völlig, und es kommt nicht schon nach zwei bis drei Jahren zur vorzeitigen Scheidung, sprich Misstrauens-Votum und Neuwahlen. Dann, wenn Angela Merkel Neptun im Quadrat zu und Saturn auf ihrem Aszendenten haben wird, während Uranus im Quadrat zu ihrer Sonne und sich selbst steht. Genau dann steht nämlich Jupiter auch auf Sigmar Gabriels Sonne, und manches deutet daraufhin, dass er dann ganz oben angekommen sein wird. Nicht mehr im Schatten der Schmidts und Schröders steht, sondern selbst einer geworden ist, der von sich glaubt, dass er „übers Wasser laufen“ kann.

Aber sag niemals nie, es könnte alles auch ganz anders kommen und Angela Merkel riecht den Braten jetzt schon. Und holt sich lieber wieder einen kleineren Partner ins Boot, der zwar noch ein wenig Grün hinter den konservativen Ohren ist, bei dem man aber zumindest nicht immer gleich Rot sehen muss.

Titel-Bild (Collage): Merkel - © Ralf Roletschek - Fahrradtechnik und Fotografie CC-BY-SA-3.0;  Gabriel - CherryX (Own work) CC-BY-SA-3.0; Brandenburger - Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) (Own work) CC-BY-SA-3.0 alle via Wikimedia Commons

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Mittwoch, 5. Oktober 2022

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