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Die Nächste, bitte: Plagiatorheiten

Wann kommt das PlagPlag?

Es bricht einem langsam ja doch das Herz: Alles kommt raus. Aber was daran wahr ist, bleibt trotzdem im Halbdämmer. Bislang ist es nicht gleich der gesamte Netz-Organismus namens Schwarm-Intelligenz, der das neuste, mutmaßliche Plagiat enttarnt, sondern nur irgendjemand, dem irgendwas aufgefallen ist. Das er dann natürlich bloggt. Und schon gehen irgendwo anders alle Warnlampen an. Saturn neigt in der Waage zu öffentlichkeits-wirksamen Entwertungen, Uranus im Widder zu Verfolgungen, Neptun in den Fischen zu Outings und Pluto im Steinbock zu Wiederholungen. Der Trend zum Plagiat ist ausgerufen und vervielfältigt sich selbst. Kurz: Keiner traut keinem mehr.   

Wieder ist das "Opfer" (oder die Täterin - wer weiß das schon noch?) ein Klassiker aus der Reihe "Saturn und Pluto schlagen zu!". Annette Schavan, ausgerechnet Bundes-Bildungs-Ministerin, bietet sich als aktuelle Fackelträgerin der Plagiats-Bewegung an. Nur diesmal von der anderen Seite. Sie kritisiert es nicht, sie soll es getan haben. Ihr Krebs-Mars steht unter Pluto-Eindruck (Opposition - die macht wütend), ihr Waage-Neptun wird von Saturn besucht (Konjunktion - die macht Verdrängtes dingfest). Wozu offensichtlich auch  Diffusitäten wie - möglicherweise - nicht ganz astrein aufgelistete, geschriebene oder "verschleierte" Stellen in ihrer Doktorarbeit gehören. Das behauptet jedenfalls jener Anonym-Blog, der sich einfallsreich und völlig unplagiatorisch "SCHAVANPLAG" nennt. Dort agiert ein "Ich"-Erzähler, der allerdings nicht, wie etwa in früheren Zeiten, als armer Spinner gehandelt wird. Sondern gleich Schlagzeilen macht. Wie gesagt, Plagiieren boomt. Und Denunzieren auch. Aber das ist eine ganz andere Geschichte. Was ist nun astrologisch dran an der Causa Schavan?

Vor 32 Jahren, als das (die Promotion) entstand, was heute so forsch auseinander gearbeitet wird, stand Zwillinge-Sonne Annette Schavan unter Saturn Quadrat und Neptun Opposition Sonne, Uranus Quadrat Pluto und Pluto Quadrat Uranus. Was liegt näher, als dass bei mundanem Pluto-Uranus-Quadrat nun das überprüft wird, was damals so viel Blut, Schweiß und Tränen erforderte. Wie man angesichts solcher Transite so schön sagt. Klar ist nämlich: Diese Frau hatte es rund um 1980 gar nicht so leicht. 

Pikanterweise heisst der Titel der Doktorarbeit, bei der abgeschrieben worden sein soll: Person und Gewissen – Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung. Annette Schavan war damals gerade mal 27 Jahre alt und hatte vermutlich wegen der Belagerung der Sonne durch die Langsamläufer an ihrer Arbeit ordentlich zu knabbern. Neptun-Sonne-Transit ist nicht eben für brilliante Konzentration bekannt, die Welt erinnert eher an graue Suppe. Dafür fordert aber Saturn von der anderen Seite immense Achtsamkeit, Ehrgeiz, Genauigkeit und den Willen, auf der mentalen Leiter (wir erinnern uns, es handelt sich um eine Zwillinge-Sonne!) aufzusteigen. Pluto-Uranus doppelt stellt dabei immer wieder auch die Frage nach dem "Warum" und "Wozu" das alles eigentlich. Da braucht es Ziel-Konzepte und Mumm, sich mit radikalen Geistesbewegungen durchzubeißen.

Das alles hat letztlich gut geklappt. Die Doktorarbeit stand. Und eine Karriere begann. Mit Zwillinge-Merkur rückläufig war Annette Schavan immer jemand, der schnell denken konnte, allerdings steht die retrograde Stellung auch für einen gewissen Hang zur Redundanz, den mantrahaften Wiederholungen von Gedankenketten. Was manchmal zu einem für den luftigen Geistesplaneten eher unüblichen Zug ins Gründlichere sorgen kann. Und in anderen Fällen auch dafür, denselben Fehler immer wieder zu machen. Kurz: Wenn die Sonne im Kreidekreis-Phänomen zweier so gegensätzlicher Planeten-Energien wie Saturn und Neptun hin und hertickt und dazu der Merkur endlich weiter, raus, an neue Anfänge will, dann können einem auch Fehler, Ungenauigkeiten oder Verschwommenheiten unterlaufen. Anders als Guttenberg, der Schütze- und Fische-Positionen zu bieten hat, fehlen Schavan aber in der Zeichen-Anlage Übertreibungs- oder Vernebelungs-Positionen.

Wenn da nicht die in den 54/55er-Jahrgängen berüchtigte Jupiter-Uranus-Konjunktion im Quadrat zu Neptun wäre. Sie wollen alles. Und allzu oft im Leben bekommen sie auch viel, was sich dann - wie durch einen Fluch - zuweilen wieder auflöst. Allerdings wurde diese Figur in der Entstehungszeit der Doktorarbeit nur 1978 kurzfristig durch Jupiter-Jupiter angetickt. Das flüchtige, aber antreibende Gefühl also, dass einem die Welt gehören könnte und weitaus mehr als das Menschenmögliche zu schaffen ist. Meist legt sich das unter ablaufendem Transit aber ziemlich schnell wieder und wird von einem regelrechten Realitätskater abgelöst. Menschen mit der Aspektierung müssen generell aufpassen, nie zuviel zu versprechen, immer nur so viel zu essen, wie sie auch verdauen können und all ihre überbordenden Einsichten mit einer absolut sauberen Absicht zu verbinden, wollen sie nicht danach ein blaues Wunder erleben.

Astrologisch ist NICHT zu sehen, dass Annette Schavan bewusst getäuscht hat, obwohl Neptun im Transit zur Sonne die obige Figur quasi im Gepäck hat und als Unterlage indirekt mit in die Transit-Themen transportiert. Weitaus wahrscheinlicher ist jedoch bei einem solchen Überlauf, dass aus Überlastung, gut gemeinter Selbst-Überforderung und einem eher schwammigen Empfinden für sonst recht gesunde Rechts-Grenzen (Saturn im Skorpion) verschiedene Verwirrungen, Verirrungen und Verwicklungen unterlaufen. Kurz, dass die damalige Doktorandin und zukünftige Bildungs-Ministerin eventuell schlicht den Überblick verloren hat. Und so ähnlich hören sich die Fundstücke des ambitionierten "Schavanplag" auch an. 

Böse, dass nun, bei Saturn auf Neptun, aber jede minimale Unpässlichkeit, Beschönigung oder Fehlerhaftigkeit, dazu neigt, einen Schritt und Schritt wieder einzuholen. Dass Pluto damals erst 1982 auf Schavans Neptun stand, legt außerdem nah: Wenn schon irgendwo wirklich eine Ideologie des Täuschens vermutet werden soll, dann eher im Zeitraum dieses Jahres. Mit der Doktorarbeit oder gar einem generellen Hang zur Schummelei dürfte das allerdings weniger zu tun haben, als der Erfinder des Plagiats-Blogs sich das wünschen mag.

Annette Schavan jedenfalls reagiert so, wie Mars unter Beschuss von Pluto das tut: Man findet, solche Dinge lassen sich am besten von Mann zu Mann vor der Tür ausmachen. Sie geht also in die Offensive, im Bewusstsein gesunden Rechtsempfindens, und fordert unumwunden, dass doch erst mal Anonymus Plagegeist sich outen soll. Bevor man so etwas überhaupt ernst nimmt. Leider haben das die Nachrichten-Agenturen aber bereits getan. Die Uni prüft auch schon - auf Bitte der Bildungs-Ministerin. Was bleibt ist die Frage, was wäre, wenn irgendjemand morgen behauptete, Angela Merkel habe als Striptease-Tänzerin an der Partei-Hochschule Karl-Marx getanzt. Aber sicher: Veröffentlichen. Und prüfen. Saturn in Waage hat ein absurd hartes Händchen für's Abklopfen jeder frei im stellaren Raum herumschwirrenden Idee. Warten wir also auf das PlagPlag.

Bild (bearbeitet): Laurence Chaperon [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

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