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Der Papst und die Professorin

"Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze." (1. Korinther 13)

Wenn die Skandal-Hungrigen, die nun Morgenluft wittern, wenigstens verstünden, dass Venus-Mars-Konjunktion und ein Sonne-Mond-Quadrat, diese eigentümlich zerrenden Ehe- und Liebes-Aspekte, bei der ganzen Geschichte auch noch anders wirken können, als Blockade nämlich, wäre viel gewonnen. Wo schon über einen ethisch angreifbaren "Keuschheitspapst" - wie ihn halb zynisch, halb liebevoll ironisch der Spiegel jetzt nennt - so viel gemutmaßt wird. Diesen Wojtyla, einen Doppel-Venus-Mann bei Stier-Sonne und Waage-AC, dessen Menschen-Liebe so unübersehbar war, dass er flugs heilig gesprochen wurde.

Ein Papst, der, laut BBC + Arte, eine "besondere Beziehung" zu der besonderen Professorin hatte, einer heftig yangigen Fische-Frau (mit Widder-Mars und Sonne-Uranus), einem rebellischen Freigeist mit Wassermann-Merkur. Man fühlt sich über diesem Szenario einer Mars-Mars-Synastrie (Opposition) überhaupt sofort wie bei den Dornenvögeln, zwischen verschatteten Ecken und halb-bewussten Romanzen, nur im richtigen Leben. Auch der damalige Haupt-Darsteller des Film-Dramas, Richard Chamberlain als unkeuscher Pater Ralph (unvergessen!) hat Waage-AC wie der Pontifex (Radix Astro-Databank). Beim späteren Oberhirten Johannes Paul II. entstand wohl schnell eine Art liebender Kampf-Beziehung zur polnisch-amerikanischen, verheirateten Intellektuellen: Sein verdeckter Waage-Mars (Haus 12) bewegt Widder-Mars von Professor Anna-Teresa Tymieniecka gegenüber, an seinem DC. Natürlich kommt da immer schnell die sensationslüsterne Frage nach klerikaler Ethik und ihrer bekannten Brüchigkeit auf. Mit typischem Geraune, wie es auch jenseits des Zölibats nur Verbote in dieser Intensität erzeugen - hier als Unterfütterung eines sexuell gefärbten, aber gefahrlosen (weil eigentlich ja unerreichbaren) Faszinosums:

„Frauen verlieben sich oft genug in Priester, das führt zu viel Ärger. Wenn sie in den Kardinal Wojtyla verliebt war, war sie vermutlich nicht die Einzige.“ (Pater Boniecki, Papst-Chronist via KSTA) 

Alles ganz alltäglich, findet der Vatikan (offensiv ärgerlich), auch wenn eher wenig "Normalität" darin liegt, Venus und Mars aus dem Leben zu amputieren, indem man mit Zähnen und Klauen das Dogma des Geschlechts-Tabus verteidigt. Das Zölibat, was da wieder mal in Frage steht, ist ja körperlos, neptunisch, eine Sache zwischen 12. und 1. Zodiak-Prinzip. Schein und Sein. Denn Religio (in ihren heiligsten Bereichen der Verschmelzungs-Sehnsucht) war immer schon anfällig für die Rückbindung an Mars-Neptuns heimliche Impulse. Und Jupiters Schütze, wo nun mal die menschengemachten Kirchen-Götter wohnen, befeuert manchmal Trieb noch mehr als Widder - vor allem die Heimlichkeit darin und daran. Weil er unter seinen Blasen von allem schon in Neptuns Verstecke des Nichts verweist. Stets geahnte Schlangengruben der Verführbarkeit im Heiligmäßigen würde natürlich eine betonierbare vatikanische Staats-Affäre zwischen Karol Wojtyla und der klugen Professorin erst recht bedienen. Deshalb gilt die Brieffreundschaft plötzlich demonstrativ als längst bekannt und völlig belanglos. Was astrologisch so nun auch nicht stimmt.

Der zukünftige Papst, Spitzname: "Eiliger Vater", der greifbarer, menschlicher als alle vor ihm werden sollte, lernt also 1973 eine Frau kennen, die er nie mehr vergisst. Einer platonischen Begegnung würde sein Radix mit dem belasteten Mond entsprechen. Der behindernden Zerrissenheit aus den beiden Quadraten zu Saturn und Uranus, der auch das Zölibat entgegenkommen könnte. Es ist aber ein Jahr, als Uranus, Symbol des "Coup de foudre" und gleichzeitig Kreator von Schwebezuständen, die diese spätere "Bindung" tatsächlich prägen werden, oppositionär zu beider Composit-Sonne im Widder steht. Und kurz darauf dann mitten auf besagtem Waage-Mars in Feld 12 des damaligen Kardinals-Priesters Wojtyla (Mars-Neptun). Etwas fängt an, was richtig öffentlich erst werden wird, wenn Uranus Jahrzehnte danach den halben Tierkreis bis zur Composit-Sonne durchschritten hat und sie noch einmal direkt elektrisiert. Jetzt, über 40 Jahre später.  

Es muss sich damals wie eine Zündung angefühlt haben mit so viel Mars im Spiel. Das Composit (rechts), das man verwendet für noch nicht verbindliche Beziehungen, belegt, dass sich beide vermutlich sofort verbunden fühlten. "Karmiker" würden es karmisch nennen, mit seiner sehr engen, auffälligen Konjunktion Sonne-Südknoten und dazu Chiron, dem Schmerz, etwas entfernt davon, aber bereits im Reise-Gepäck. Zusammen weisen sie auch einen druckvollen Saturn-Jupiter auf. Hier entsteht durchaus etwas Wichtiges, Bedeutsames, erst einmal im Gewand der Provokationen eines 0° Widder-Merkur (Auseinandersetzung).

Mond-Pluto (vermutlich beide im Krebs, aber strittig wegen Anna-Teresas fehlender Geburtszeit) spiegelt erhebliche emotionale Ladung. Aber Fische-Venus (mit Uranus) wirft auch den Schatten der unerfüllten und unerfüllbaren Sehnsucht voraus. Wachsend oft gerade relativ zur körperlichen Distanz, fast albern häufig in Beziehungen mit neptunischen Bezügen oder starken Fische-Anteilen. Unterstützt von Venus' Erhöhung dort, wo sie so leicht das ersehnte, transzendente, romantische Ideal der Liebe (eher unphysisch) heiligt und beschwärmt. Der Krebs-Mars dagegen ist schwankend, launisch und oft sehr, sehr triggerbar zum körperlichen Austausch - durch spontanes Empfinden.

"Du schreibst, dass Du ganz zerrissen bist, und ich habe keine Antwort auf diese Worte. Ich fühle Dich überall, in allen möglichen Situationen, ob Du nah bist oder fern. Ich weiß noch genau, wo ich war, als Du mir sagtest: 'Ich gehöre zu Dir.' Ich hatte Angst vor diesem Geschenk. Aber ich weiß nun, dass ich dieses Geschenk annehmen muss als ein Geschenk des Himmels." (Woijtyla an Tymieniecka, 10.9.1976, via Spiegel)

Man nennt das anderswo auch: Liebe

Als Karol seine dramatischen Zeilen an seine verheiratete Geistes-Freundin schrieb, mit der es - Mars sei Dank - trotz unendlicher Sympathie später immer auch viel Meinungs-Zündstoff gegeben haben soll, hatte er deren Familie gerade bei einer US-Reise besucht. An dem Tag des Briefs stehen Venus, Mars und Pluto in einer Passions-Konjunktion in seinem 12. Haus, Jupiter auf seinem Mond und Mond auf seinem Chiron. Das kann einen nicht loslassen, es fühlt sich möglicherweise zwanghaft an, Bilder immer wieder vor sich zu sehen (Waage). Der gute Hirte, der sich selbst nicht helfen kann. Wie anders soll man das, was er da ausdrückt, nennen, wenn nicht Leidenschaft oder sogar Liebe? Die Kirche hat wahrscheinlich sehr gut begriffen, dass genau solche Eingeständnisse ihre Würdenträger menschlicher machen würde.

Was eben nicht Sinn der Sache ist, wo Jupiters Halbgötter-Pomp regiert. Was immer also aus den beiden Königskindern geworden wäre (denn astrologisch sieht man ihre Verbindung sofort), es war nicht im Sinne des Vatikans, der Wojtyla zwei Jahre später zu seinem höchsten Manager krönt. Ihre "Beziehung" (oder das, was sie hätte werden können) hatte Pluto gegenüber Composit Sonne seinerzeit, als er aufsteigt, in die Unangreifbarkeit (das Konzept der Liebe wird zerstört) und im Combin Neptun Quadrat zu (in Auflösung von) Venus-Mars. Deutlicher kann es kaum sein. Der neue Papst hatte an dem Tag auch Sonne auf Mars und Jupiter auf MC. Er muss sich entscheiden, wohin er seinen Mars gibt. Sie hat Mars am Jupiter - die neue klerikale Anbindung.

Überhaupt: Das (verhinderte) Combin (links) bestätigt die Vermutung, dass hier viel von Anfang an gehemmt wurde, wogegen man dann regelrecht ankämpfen musste. Als Ehe oder feste Beziehung wäre der Kontakt erst richtig leidenschaftlich gewesen (Venus-Mars), aber voller Wackler (Uranus oppositionär). Der Liebes-Klassiker des Lichter-Aspekts findet sich auch: Nur leider ist es das (in jedem Fall plaktische) Quadrat, was wieder auf die Blockaden hinweist, Sonne und Mond kommen hier nicht zusammen, an ihnen hängt ein umfassendes, großes Quadrat mit Pluto und Chiron im weiteren Konflikt. Diese extreme Spannung lässt sie besetzt und besessen voneinander bleiben.

All das passt zu ihrer Geschichte: Die Frau ist ja verheiratet, hat Kinder, und damals, beim Kennenlernen, den Saturn im Quadrat zu Sonne-Uranus. Der Störer, der so viele Bedrohungs-Ängste schaffen kann (auch damit man die Knoten irgendwann durchschlägt), steht nun in Konkurrenz mit den Regeln. Das behindert ab da massivst das Freie in ihr. Wie zu Beginn einer Begegnung die Planeten stehen, bleibt oft ja auch die Beziehung später geprägt. Manchmal kann sich das anfühlen wie ein Brandeisen. Karol Wojtyla, von Uranus-Mars gezündet, schreibt sich mit ihr allerdings fortan über 350 Briefe in mehr als 30 Jahren. Anna-Teresa ist sogar noch bei ihm, kurz bevor er stirbt, viel später. Als eine der wenigen, die vorgelassen werden. Offiziell haben sie davor eine gegenseitig befruchtende, intellektuelle Bindung gehabt, und sie sieht sich bei allen Brüchen und Kämpfen (teilweise mit längerer Funkstille) später als jemand, der sein Pontifikat prägte. Die allgemeine Sprachregelung heißt heute, der mitmenschliche Papst und die hyper intelligente Professorin seien tatsächlich „mehr als Freunde, aber weniger als Liebhaber“ (Doku-Autor) gewesen. Der massiven Zug hin zueinander, der offenbar länger als manche Ehe hielt, ist jedenfalls astrologisch nachvollziehbar. Aber auch die steten Behinderungen. 

Eine Flucht nach vorn?

"Nein, wieso sollte ich mich in einen mittelalten Geistlichen verlieben? Ich gelte immer noch als schöne Frau, ich habe viele schöne, junge Männer um mich herum." (Anna-Teresa 1996, via Spiegel)

Trotz eines bestimmten Tons der nachvollziehbaren Flucht nach vorn (oder rückwärts aus dem Fokus der Medien) in ihrem Zitat, ist es gut möglich, dass Anna-Teresa Tymieniecka es tatsächlich ein Weile auch selbst war, die trotz größer Nähe und gemeinsamer Urlaube ausschlaggebend die rote Linie zwischen den beiden zog. Sieht man sich die Radix-Bilder der Protagonisten an (links innen der Papst, via Astro-Databank, Rodden Rating A, außen sie, ohne Zeit, mittags), erhärtet sich die Tendenz: Als Fische-Frau (zumal mit Uranus) ist sie die Flüchtigere der beiden und spiegelt den schwebenden Venus-Uranus im Combin. Ihr Saturn hemmt auch seinen Mars in Waage, da er dort erhöht gut "arbeiten" kann.

Gleichzeitig greift ihr Mars chronisch seine Begegnungs-Fähigkeit auf - und an. Sie kommen nicht zur Ruhe. Da wird unendlich viel geredet und gestritten worden sein, da auch beider Merkure im Quadrat standen. Was ziemlich bereichernd und ziemlich nervtötend werden kann - vor allem für den Part mit dem Stier-Merkur - den Papst. Die Steinbock-Venus der Professorin, selbst eine Gesetzgeberin und abhängig von dem "was man tut", kann sich außerdem sowieso nicht unbedingt überall entspannen - vermutlich erst recht nicht da, wo sie plötzlich mit einem Halbgott konfrontiert war, als der ein Papst ja aufgebaut wird. Was bleibt, ist die Gefolgschaft als eine brave, wenn auch relativierbare Maria Magdalena Figur. Wozu die Philosophin mit dem ausgewiesen eigenständigen Weltzugang auch nicht wirklich ein Talent hatt. Sie soll mit außergewöhnlichem Selbstbewusstsein gesegnet gewesen sein, das sich darin zeigte, ihren Wert für Wojtyla zu kennen.

Nicht nur deshalb wäre ihre Geburtszeit noch einmal sehr interessant. Zumal Anna-Teresa nun überall als Klischee, als Philosophin, Professorin oder schlicht "die Freundin", gehandelt wird. Was sie als Person seltsam blass wirken lässt und dieses kämpferische Chart, selbst ohne Felder, nicht richtig würdigt. Sie ist ja auch eine Sucherin, die auch aus Nicht-Erfüllung und Opfern nur mehr Kampfgeist zieht. Spät fällt auf, dass beide auch einen Sonne-Uranus synastrisch hatten - was das Wesentliche immer wieder ins Geistige ziehen will und wird und liebende Anbetung in den Fischen noch mehr ausreizen kann. Sucht man nun ein astrologisches Urteil über die Art des Bezugs zwischen Papst und Professorin, sollte man behutsam bleiben. Selbst ein Papst darf privat nicht gläsern sein. Ob Öffentlichkeit nun das Recht posthum will, über seine stabile Ethik zu entscheiden oder nicht. Andererseits krankt die katholische Kirche gerade daran, alles Menschliche aus dem Dasein der hohen Ämter zu schieben, sobald es Mars und Venus, Trieb und Körper, betrifft. Weshalb sich deren Schatten-Gestalten dann kompensatorisch oft an genau den düsteren, heiligen Orten hinterrücks tummeln (siehe Missbrauchs-Fälle). Am Aufbau unnötig virtuell religöser Glaspaläste muss man sich wirklich nicht beteiligen.

Was also Karol Wojtyla und Anna-Teresa Tymieniecka betrifft, macht eine astrologische Vermutung sie nur menschlicher. Leben ist auch Liebe und Liebe kein Grund zum Verstecken. Also: Für eine ausnahmslos platonische Bindung findet man zwischen ihnen zu wenig Neptun - in all den Paar-Horoskopen. Für eine ausnahmslos sexuelle Beziehung aber auch zu wenige Körper-Faktoren im ungetrübt physischen Kontakt. Man entdeckt eine Menge intensiver Anziehung und Abstoßung. Da war vermutlich schon etwas. Aber was genau es auch war, es hat sichtbar viele Konflikte provoziert und es bleibt letztlich gerade darum doch ihre Sache.       

Bilder (bearbeitet): Pelagio de las Asturias (Own work) + я, Эльтадж Юзбашов (Eltaj Yuzbashov) both: [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Arte-Doku über Karol Wojtyla und Anna-Teresa Tymieniecka

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Dienstag, 9. August 2022

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