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Egon Bahr: Politik und Unterseeboote

"Verstand ohne Gefühl ist unmenschlich; Gefühl ohne Verstand ist Dummheit." (Egon Bahr bei "III nach 9")

Vielleicht ist es dieses Zitat, was Egon Bahrs ambivalente astrologische Lagerung am besten beschreibt. Er war ja eine Art menschliches Unterseeboot, ein später Fisch, und in dieser stillen Sonne das Wasser des Wesenskerns eben nie wegdiskutierbar. Man spürte es einfach, unter aller Pragmatik des Saturnischen, das er nach draußen manchmal abspiegelte, und von Merkur, vermutlich ganz, ganz hinten im Wassermann, einer klaren, messerscharfen Intelligenz. Auch wenn man es alles nicht genau weiß, weil seine Geburtszeit auch nach dem Tode jetzt noch unklar bleibt. Bahr war einer, den der Spiegel "den Mann der geheimen Kanäle" nennt (Artikel).

Und so einer muss nach allen Gesetzen der Analogie ja viel Neptunisches in seinem Leben verwirklicht haben. Selbst als Politiker, und das sollte man ihm erst mal nachmachen. Dieser Egon Bahr galt als Unter- und Hintergrund-Radar, Spürer, intuitiv, besonders zündend, wenn ihn auch der Uranus in den Fischen noch erreichte und startete. Dabei dieser wilde, schneidende Geist. Sein ganzes Leben prägt aber letztlich Unsichtbares, so weit vorn er da auch, unauffällig wie es seine Art war unter der Fische-Maske, gestanden haben mag, das Geheime darunter, die stilleren, eigenen Aktionen blieben historisch.

All das, was eben so knapp unter der Bewusstseins-Schwelle schwappt und aus dem 12. Prinzip stammt: Als der kalte Krieg noch weit unter Normalnull geführt wurde, streckte er, der schon seine jüdische Großmutter verheimlicht hatte, um mit knapp 20 in den großen, wirklichen Krieg zu ziehen, seine Fühler und bemerkenswerten Radare und anderen Kontaktwerkzeuge (Merkur und Venus) nach den Bauplänen eines wiedervereinigten geteilten Landes aus.

Dieser Bahr, "Architekt der Ost-Verträge", der mit einem immer erst hintergründig offensichtlichen Sonne-Venus-Saturn auch eine bemerkenswerte Zurückweisungs-Angst haben konnte und vielleicht auch darum fort schwamm, wenn nach Macht gerufen wurde, war Willy Brandts Freund. Sein Vor- und Überdenker der neuen Deutschland-Politik, zwei, die sich in der Schütze-Betonung engagiert und grenzüberschreitend trafen. Wo der erste SPD-Kanzler die gleißende Sonne am Galaktischen Zentrum hatte und wie ein Leuchtfeuer durch die Geschichte marschierte, ging Egon Bahr wie sein politischer Heiratsvermittler mit. Mit einem Jupiter, der auch Sand in der Wüste hätte verkaufen können und ebenso Saturn und Nordknoten in Waage, die der vordergründigen Freundlichkeit und Gediegenheit der Visionen markige Stempel aufsetzten und auch kriegerisch "dachten", wo es um "gefühlte Vorstellungen" ging (Generation Pluto Krebs). Der ausgeprägte Realitäts-Sinn kommt manchmal als Kompensation bei 0 Erde vor, wie auch extreme Gedanken-Gymnastik bei 0 Luft. 

"Wir waren schließlich keine Träumer", hat er seine Haltung einmal formuliert. Für Bahr waren Gespräche über geheime Kanäle ein unabdingbares Werkzeug seiner West-Ost-Verständigung. (SPIEGEL)

Wahrscheinlich ist darum auch, dass der Mann einen Skorpion-Mond hatte, denn dann erfüllt sich bei Egon Bahr das für ihn typisch kontaktende Signum des Begegnungs-Quadranten im Zodiak. Waage-Skorpion-Schütze in Folge, wobei Skorpion generell eine starke Beziehung zu unterschwelligen, unsichtbaren, kontrollierenden Aktionen hat. Bahrs Verbindungen zum Westen (USA) und Osten (Breschnew und Konsorten), die das Protokoll übergingen, wurden später Legende. Er knüpfte sie als hoch offizieller 'Agent' einer ersehnten Wiedervereinigung. Und war der richtige Mann am richtigen Plan und Platz, weil in der Diplomatie wie in der Liebe viel klammheimlich läuft (Venus erhöht in Fische).

"Wandel durch Annäherung" war drum auch wohl einer seiner venusisch-uranischen, berüchtigten Slogans. Deutlich berührungs-orientiert, unterschwellig oder offen. Ursprünglich Industrie-Kaufmann, wurde Bahr, der spätere Chef-Stratege der SPD, nach dem Krieg Journalist, sprich, ging erstmals ambitioniert in die Öffentlichkeit, die Waages Arena ist und bleiben wird. Sein Setting, wie sich herausstellte.

Wenn der moralischen Aufrüstung (Waage) jetzt wieder der klassische Dunkel-Kampf um Ethik (Skorpion) folgt, der irgendwann zum strahlend neuen Plan einer halb-göttlich "wahren" Meinungs-Bildung wird (Schütze), spiegelt sich darin Saturns Reise - hoch aktiv im Begegnungs-Quadranten des Zodiak. (Loop! Artikel Von Mäusen und Menschen)

Mit Willy Brandt (links Radix, Daten via Astro-Databank, Rodden Rating AA) verband ihn dann eine Art Herzensbindung - synastrisch auch angezeigt durch Bahrs Knotenachse über Brandts AC-DC und seinen Mars gradgenau auf der Schütze-Venus des ungewöhnlich charismatischen Kanzlers. Gerade weil Sonnen (und vermutlich Monde) für genug befruchtende Spannung sorgten, da sie sich im Quadrat befanden, trieben sie sich gegenseitig an. Ein Wassermann-Stellium von Sonne-Uranus und Venus in Opposition zum Saturn im Brandt-Bahr-Combin beschreibt recht plakativ ihre gemeinsame Reibung und alle (notwendigen) Ambivalenzen der Freundschaft.

Und gleichzeitig die rebellische, gegen die Saturierung einer verdrängenden Vergangenheit gerichtete, ausgleichende Politik. Zwei, die zwischen den beklemmenden Polen vermitteln sollten und wollten und etwas ganz Anderes, Neues schafften. Selbst zwei Extreme - speziell, in der Versteinerung und Starrheit nach den Kriegs-Katastrophen, organisiert, wie die Zeiten damals doch ursprünglich waren und sein wollten. Auch Egon Bahr brach das auf, ebenfalls eher die Frucht seines vermuteten Wassermann-Merkurs auf dem letzten Grad, der so ideell idealistisch wie ideologisch denken kann und mentale Revolutionen im Vorübergehen auslöst. 

„Wenn ich 16 und 60 zusammenzähle, kommt eben nicht 76 heraus, sondern etwas Neues.“ (Egon Bahr)

Dass er "sein ganzes Leben lang nichts anderes gemacht hat, als sein Ohr auf die Schiene der Geschichte zu legen" (Bahr-Zitat TAGESSCHAU), widerspricht dem uranischen Zugang zu neuem Denken nicht, auch wenn es sich bestimmend nach einem 10. Prinzip anhört. In jedem Fall steht sein Merkur noch in Konjunktion zum Fische-Uranus, was Bahr einen starken intuitiven Zugang zu allen noch kommenden Entwicklungen gab, den er lieber seinem Kanzler zuwies und sich selbst als klaren Kofferdenker (konzeptbezogen skorpionisch) sah. Aber der Saturn in der Waage, im Einzug des Jupiter, prägte sein Bewusstsein für Nachhaltigkeit eben auch dominant, inmitten all der Sprechblasen, die sonst durch die Ostpolitik zogen. Bereits als Bahr 1956 in die SPD eintritt, klinkt sich das Schicksal in seinen Lebenslauf ein:

Es steht Pluto vermutlich in Opposition zu seinem Merkur und im Quadrat zum Mond, was die Weichen stellt. 1960 wird der Junge aus Treffurt in Thüringen, in das er erst nach dem Mauerfall zu Besuch zurückkehren wird, bei nachlaufendem Uranus Bürgermeister Brandts Sprecher. Eine lange, lange Bootsfahrt durch deutsche Historie beginnt. Willy Brandt nimmt Bahr 1966 auch ins Außenministerium mit, wo er mit seinen Konzepten klar im Vorteil ist, während Brandt gern nach draußen instinktiver arbeitet und damit auch viele "Groupies" zieht. Was wiederum Bahrs vermuteter Skorpion-Mond gut erträgt, indem er die Fäden mitzieht. Unter Waage-Jupiter-Return schließlich folgt er dann einem neuen Kanzler in Bonn und wird dessen wichtigster Taktiker und Stratege. Alles im 7. Prinzip enthalten, wo Bahrs Aspekt der neuen Könige, Jupiter-Saturn, zwar weit, aber deutlich ins Auge springt. 

Auch wenn Egon Bahr dann nicht mehr in der Regierung die so gewünschte Wiedervereinigung erlebt, die er durch seine starken Verbindungen nach Osten und Westen derart massiv mit angeschoben hat, spiegelt sein Transit vom 9. November 1989 doch seine Bewegung, Berührung und Beteiligung. Mond befindet sich auf seiner Fische-Sonne, als die Grenzen aufgemacht werden, Jupiter in fast minutengenauem Trigon zu seinem so wichtigen, blitzartig agierenden Fische-Uranus, der das ganze Feld der geheimen Verbindungen lebenslang energetisiert hat.

Am Ende kam sie eben so doch noch die "Rettung in letzter Sekunde", seines Traums, der für ihn so lange Alltags-Praxis war. Schade, dass man die Häuser nicht kennt, die mit Sicherheit das Bild des Saturnisch-Skorpionischen spiegelt, das sich auch begnügen kann, wenn hintergründig faktischer Einfluss vorhanden ist. Es gibt jedenfalls nicht mehr viele wie Egon Bahr, der 93 Jahre wurde und den Slogan "Die Besten sterben jung" nun ad absurdum führt. Dieser Beste auf seinem Gebiet, auf seine Art, stirbt bei Neptun-Transit über Uranus (und Neumond im Quadrat zu den vermuteten Fix-Mond-Merkur-Positionen). Eine weitere Revolutions-Geschichte des Unerwarteten (weil man auch oft empfindet, als würden sie, die Gesichter der Geschichte, ewig leben). In seinem so bescheidenen Leben, dem reinen Understatement gegenüber Egon Bahrs eigentlicher Größe. Herausdiffundieren aus dem Üblichen, dem Klischee entschwimmen, das geht eben in vielfacher Form. Das Fatum des Neptunischen, das ihn so prägte und facettenreich machte.

Bilder (bearbeitet): SPD Schleswig Holstein (https://www.flickr.com/photos/spd-sh/14765147074/) [CC BY 2.0] + Bundesarchiv, B 145 Bild-F030521-0007 / Reineke [CC BY-SA 3.0] + Kuhlmann [CC BY 3.0 de] via Wikimedia Commons

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