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Der Hobbit: Mondrunen und Morgenstern

„Heil dir Earendel, strahlendster Engel, über Mittelerde den Menschen gesandt.“ (The Ascension – Cynewulf).

Das Jahr 1913 war für J.R.R. Tolkien ein ganz besonderes: während Jupiter monatelang über seinen Radix-Sonnenstand im Steinbock wanderte, stand Saturn lange Zeit auf seiner sehr engen Neptun-Pluto Konjunktion in den Zwillingen. Und womöglich um den Zwillings-Neumond herum, las er die obigen Zeilen des angelsächsischen Dichters Cynewulf und beschrieb deren Wirkung auf ihn so:  „Ich fühlte mich auf seltsame Weise beflügelt, als ob sich in mir etwas geregt habe, halb aus dem Schlaf erweckt. Da steckte etwas ungeheuer Fernes, Wundersames und Schönes hinter diesen Worten…“

Knapp ein Jahr später verfasste er selbst ein erstes Gedicht über Earendel. Ein Name, der in früheren Zeiten mit dem Fixstern Rigel aus dem Sternbild Orion in Verbindung stand, für Tolkien hatte er aber auch einen starken Bezug zu Venus als Morgenstern, der den Anbruch des neuen Tages ankündigt.

Heute betrachtet man diese Phase im Leben Tolkiens als die Geburtsstunde des Herrn der Ringe, der Hobbits, Elfen, Orks und aller anderen Geschöpfe aus dem sagenhaften Mittelerde. Aber wie man es von einem Steinbock-Merkur auf Null Grad im Quadrat zum Zeichenherrscher Saturn erwarten darf, wurde da nicht einfach intuitiv losgeschrieben, sondern akribisch erst einmal Schauplätze und historische Abläufe dieser fiktiven Welt entworfen, bis hin zu ausgeklügelten Elben-Sprachen wie Quenya und Sindarin. Selbst heute ist man sich nicht ganz sicher, ob Tolkien nicht zuerst diese Sprachen erfand, um ihnen dann eine Geschichte zu geben, oder umgekehrt.

Aber von der ersten Idee 1913 bis hin zur ersten Buch--Veröffentlichung von „Der Herr der  Ringe“ am 29. Juli 1954 musste die Generation Neptun-Pluto erst noch zwei fürchterliche Weltkriege erleben und vor diesem Hintergrund erklärt sich die düstere Welt der Orks und bösen Mächte, sowie die epischen Schlachten der Guten gegen das Böse im Mittelerde-Universum vielleicht am einfachsten. Denn das plutonische Prinzip muss ja in das neptunische integriert werden (oder umgekehrt), die bösen Mächte und Feindbilder werden also Teil einer letztendlichen Realität und können niemals ganz besiegt und überwunden werden, auch wenn es scheinbar immer nur darum zu gehen scheint.

Neptun-Pluto Konjunktionen sind entsprechend ihrer Natur ja höchst selten, nur ca. alle 500 Jahre treffen sich die beiden im selben Abschnitt des Bilderkreises. Erstaunlicherweise unterscheidet sich der Treffpunkt dann nur um knapp 5°. Zu Tolkiens Zeiten fand die abschließende Konjunktion auf 7°41 Zwilling statt, die letzte davor am 24. März 1399 auf 2°52 Zwilling und die nächste im Jahr 2385 wird sich auf 12° Zwilling ereignen.

Dass Neptun und Pluto die prägenden Elemente der Mittelerde-Saga sind, zeigt sich auch an anderen Auslösungen aus der jüngsten Vergangenheit. Denn als der neuseeländische Regisseur Peter Jackson mit den Dreharbeiten zur Ring-Trilogie am 11. Oktober 1999 beginnt, war Neptun gerade vom Steinbock in den Wassermann gewechselt und stand im Trigon zu Tolkiens Saturn, während Pluto selbst in der Opposition zu Tolkiens prägender Radix-Konjunktion zwischen dem Herrn der Fische und dem Herrn des Skorpions stand.

Und als Jackson am 21. März 2011 mit den Dreharbeiten zur nachfolgenden Hobbit-Trilogie startete, war Neptun wiederum gewechselt, diesmal vom Wassermann in die Fische. Während Pluto im Quincunx zur Neptun-Pluto Konjunktion des Autors stand.

Gestern nun fand die letzte Premiere des gesamten Zyklus statt. In London wurde „Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“ vorgestellt und damit auch das Ende der Film-Ära von Mittelerde eingeläutet, die immerhin 15 Jahre angedauert hat.

Und wieder zeigt sich, wie seltsam treffend alles mit allem verwoben ist. Pünktlich zur Premiere und zum Kinostart des letzten Hobbit-Teils steht nun Pluto auf der Sonne von Schöpfer Tolkien (Uranus im genauen Quadrat dazu), während gleichzeitig Neptun in die Opposition zu seinem Jungfrau-AC  läuft. Das ist schon fast genauso mysteriös, wie manche Ideen aus dem Tolkien-Universum.

Meine Favoriten waren immer die elbischen Mond-Runen. Schriftzeichen, die nur unter einem ganz spezifischen Licht des Mondes und seiner komplexen Stellung zur Sonne und den Sternen, wieder sicht- und lesbar wurden.

Titelbild (Collage): von Sonja Fischer (Selbst fotografiert) [CC-BY-SA-2.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons (Hobbiton); und Miguel Mendez from Malahide, Ireland (Wax Museum Plus  Uploaded by russavia) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons (Gollum)

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Dienstag, 9. August 2022

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