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Mars-Neptun: Der Zorn des Poseidon

Es herrscht das Absurde und die Liebe rettet davor, steht über der Todes-Anzeige. Mit dem Skorpion Albert Camus (RADIX), Autor dieses Satzes, hatte Johannes Strassmann einen neptunischen Wasser-Mars und den klugen, impulsiven, sehr weiten Schütze-Merkur gemeinsam. Nur dass der Geist des Shooting-Stars unter den Poker-Spielern vielleicht sogar noch unruhiger war, als der des Literaten. Wegen einer Uranus-Konjunktion und seiner besonders vibrierenden Stellung, spät in Jupiters Zeichen. Hohe, umfassende Intelligenz hatten beide, mentales Charisma, Strahlkraft, den kaum eindämmbaren, geistigen Hunger, der oft mit Positionen am Galaktischen Zentrum einhergeht. Schneller Denken, mehr Auffassen, heftiger Leben kann das für jemanden wie Strassmann bedeuten. Oder auch für jenen anderen, sehr jungen Poker-Spieler, Philipp Hochhuth, Schütze-Sonne am GZ, der fast genau ein Jahr zuvor in Dubrovnik verschwand und vermutlich auch ertrank. Beide waren sie speziell. Besondere Charaktere unter Jupiters Schub, dem alles und noch mehr möglich scheint, ewige Sucher, denen die Steinbock-Betonung zugleich Notwendigkeit und Not aufgibt.

Immer müssen sie das, was gut, wichtig und richtig ist an Ideen, Projekten, Visionen, Missionen des Schützen, doch noch in eine Form bringen, auf eine Wirklichkeit zurückstutzen, die kleiner und lebbar als der Traum ist. Das fällt ihnen, besonders als Jugendlichen, oft sehr, sehr schwer. Beide Jungs haben ähnliche Geschichten. In den Anfängen, lange bevor Strassmann in Lubljana verschwindet, trainiert er seine schnelle, leuchtende Anlage im Denken taktisch, mit dem PC-Strategie-Spiel Starcraft. Unter dem Namen Psier, bei einem Clan, den "Templars of Twilight". Auch Hochhuth wird fürs Gaming ein anderer, Voltax, passend zur elektrischen Energie des GZ. Bei Johannes, dem vier Jahre Älteren, begründet vermutlich Fische-Mars im Verein mit dem uranischen Merkur die Faszination für die feinen, namenlosen Zwischentöne des Lebens, die sich in seiner Web-Identität spiegeln. Wie eine astrologische Schatten-Spiegelung hatte Philipp einen durch Neptun, Saturn und Uranus stark sensibilisierten und hellfühligen Merkur, der sich blockieren wie aufputschen konnte. Beide viel im Schütze-Steinbock, die Tierkreis-Folge, in der so viel Potenzial und so viel Frustration liegen kann. 

Denn was Jupiter an Missionen hochzieht, holt Saturn wieder auf die Erde herunter. Beide kamen sie durch ihren ähnlich ungewöhnlichen, pulsierenden Zugang wohl auch an die Bruchstellen der aufeinander folgenden Begegnungs-Zeichen. Die Bereitschaft, jede Bereicherung auszuschöpfen, wie auch diese typischen, frühen Konflikte mit dem Üblichen, das einen beengt. Wie für Jupiter typisch, aus vollem Herzen gelebt. Zunächst in der anderen, virtuellen Welt der Gamer mit all ihren Risiken und Chancen. Ihre Steinbock-Anteile (bei Strassmann über Sonne und Jupiter bei Hochhuth über Merkur, Neptun, Uranus und Saturn) blieben letztlich dennoch auf dem Boden des Machbaren. Unüblich, in den Weiten des Internet-Space, wo jede Idee sonst sekundenschnell die Halluzination von Verwirklichung nach sich zieht. Eine Verführung, an der viele Kids scheitern, indem sie völlig taub werden für die Erfordernisse des Alltags. Wo einen die endlose Möglichkeits-Welt des Unwirklichen, das so echt, nah und befriedigend scheint, oft aus der Umlaufbahn des "Real Life" schießt.

Beide spielten sie später Poker, dem nützt, was sie mitbrachten: Jeder auf seine Weise Disziplin, kreativen Impuls und die Gabe des Verbergens. Johannes Strassmann fing nach den Fantasy-Games online mit Limit Hold'em an. Er wäre kein Saturniker gewesen, in der Tiefe des Ambivalenten doch geerdet, wenn er sich sein neues Steckenpferd nicht akribisch erarbeitet hätte. Lernen, Mühen, Ausprobieren von überzeugenden Zügen, wie Schach, nur mit anderen Mitteln. Und da für Jupiter alles immer etwas schneller geht, wurde er bald als sehr spezielles Talent international erhöht, einer der besten Spieler Europas. Als dieser Jupiter, die kosmische Lupe, dann auf Merkur-Uranus lief, 2007, ging er immer häufiger auch in Live-Turniere. Ein neuer Stern am Poker-Himmel. Und ein wirklicher Mensch in der manchmal so halbseidenen Szene, sagen seine Freunde. Alles änderte sich erst, unmerklich, im letzten Jahr, als Pluto, der Wandler, seine Sonne direkt traf und gleichzeitig Neptun Fische-Mars begegnete. Ein anderes Leben war ja schon da, die nötige Positionierung des Saturn, ein gewisser Ruhm garantiert. Strassmann suchte sich selbst. Dann verschwand Johannes spurlos, in Slowenien. Wie Philipp, ein Jahr davor, in Kroatien, als Pluto seinen Neptun und damit das gesamte, angeschlossene Merkur-Paket berührte.

Zwei Varianten eines Themas. Transformationen klopfen unter Pluto an, besonders, wo es noch Entwicklung braucht. Wo über- oder untertrieben wird oder die eigene Rolle im eigenen Leben überlagert ist von Versuchen. Auch hier, bei zwei Geburts-Bildern ohne bekannten Aszendenten, ist es schwierig herauszufinden, was wirklich passierte. Aber soviel weiß man: Als die Nachricht kam, dass Johannes Strassmann am 21. Juni einfach weg war, bei 0° Krebs-Sonne, die überall die Wasser-Planeten aktiviert (bei ihm Neptun-Mars-Transit), irgendwo im Osten, unter mehr als unklaren Umständen, war Philipp Hochhuth immer noch verschollen. Seine Eltern warteten in dieser entsetzlichen Unsicherheit weiter auf Klarheit. Nun geriet auch die restliche Poker-Welt in Unruhe. Wie konnte das sein? Nicht Johannes, der für so vieles beliebt war, Stabilität, Menschlichkeit, der klar kam mit den eigenen Regeln des Business. Anders als viele Mitspieler in den Ebenen des großen Geldes, das immer auch diffuse Gestalten anzieht. Auch er hatte in seiner Karriere über 1,5 Millionen Preisgelder erspielt. Aber oft geht es um viel mehr, als man in den Kreisen, die nicht immer sauber bleiben, überblickt. Das halbe oder ganze Leben. Ein Deal ist immer ein Deal, merkurisch, ein Spiel ein Spiel, löwehaft, das Dasein nur in einer bestimmten Identifikation simuliert. All das steckt auch in Mars-Neptun, der das Eigene dann hochtaucht. Seine sensiblen Seiten.

Verwirrung der Seelen-Überläufe

Dieser Johannes Strassmann, Steinbock, war letztlich bis dahin souverän durch die verborgenen Tiefen einer Szene gewandert, die man dealen können muss, mit Durchlässigkeit und Härte. Solange ihn nichts erschütterte, nahm er seinen Alltag sportlich, in einem selten rein positiv schillernden Umfeld. Wie viele Menschen mit Schütze-Anlagen es können und wollen. Boris Becker hatte er trainiert als Sidekick, eine Online-Schule eröffnet, dazu Poker-Weltmeister Pius Heinz gecoacht. Einen Freund, einen Stier, mit dem ihn auch ähnliche Anlagen verbanden. Beide Erde, der eine mit Fische-Mars und weitem Uranus-Quadrat, der andere mit einem Krebs-Mars plus Neptun-Uranus gegenüber. Fast wie Blaupausen angelegt, möglicherweise sogar beide mit dem gleichen verwurzelten Stier-Mond, während Philipp Hochhuth den Waage-Mond hatte. Alles in allem emotional eine venusische, durch das Weibliche geprägte Lagerung, die manchmal, als Planet, der in den Fischen erhöht steht, sogar vor zu starker, entwurzelnder Überflutung des Neptunischen mit all seinen Fallen der Schlüpfrigkeit und leeren Versprechungen schützt. Schwierig wird es erst da, wo Neptun transitiert oder transitiert wird und der Ruf des Eigentlichen überstark wird in einem Menschen.

Ein Seelen-Überlauf, der die Empfindsamkeit steigert und oft für Wellen der Verwirrung sorgt. Verbergen, Verstecken, Verschwinden, das sind klassische Stichworte dazu, aber auch das Offenlegen, das danach kommt. Abends war Johannes Strassmann (links innen) noch mit Freunden in Ljubljana unterwegs gewesen, dann plötzlich aufgestanden und ohne Handy, Jacke, Tasche, leer von allem, was ihn auszumachen schien, verschwunden. Wie vom Erdboden verschluckt. Als das passierte und erste Facebook-Gruppen fast verzweifelt zur Mithilfe aufriefen, weil nirgendwo eine Spur des verantwortungs-bewussten Spielers zu finden war, erinnerten sich viele auch an Philipp und Dubrovnik.

Er hatte es astrologisch nicht leicht gehabt. Und auch angesichts von Johannes Strassmanns Transiten konnte man nichts wirklich Gutes mehr annehmen. Gerade lief über seinem Radix Pluto wieder nah auf Sonne, kurz zuvor deutlich aktiviert durch eine Mars-Grätsche aus der Waage. Aspekte, die akut für zwingende, machtvolle Fehl-Einschätzungen sorgen können. Auf dem Boden von Neptun auf Mars spricht das auf einer Grob-Ebene von Gefahr bei allen Situationen, in denen Wasser eine Rolle spielt - aber auch von einer Chance, an die innere Wahrheit, das Wesentliche, heranzukommen. Wo Pluto gleichzeitig den Neptun "falsch" ins Leben trägt - nicht ethisch falsch, sondern der eigenen Wahrheit nicht angemessen, können starke Verwerfungen entstehen. Denn persönlich destruktive Formen, die einem nicht mehr nützen, müssen irgendwann Kompensationen (oder die sogenannten Korrekturen des Schicksals) nach sich ziehen. Die Rhythmenlehre spricht hier, wo Mars mit Neptun überwältigend ins Leben schwappt, dann auch vom Zorn des Poseidon.

Dahinter findet sich immer ein inneres Großreinemachen, das ans Licht will. Johannes Strassmann, der so viel mehr war als ein eindimensionaler Poker-Spieler, interessierte sichja lange schon für fernöstliche Philosophien, Kampfkünste (überhaupt ein Thema des Fische-Mars'), für das Dasein als Phänomen, für Werden und Vergehen. Der gezielte Antriebs-Reflex ist bei dieser Anlage im 12. Zeichen auch immer zutiefst poetisierbar, verschwommen und wird sich - trotz drängenden Denkens - oft Zeit lassen und häufig vorwiegend aus der Re-Aktion leben. Während man die Aktionen des Gegenübers schlafwandlerisch andererseits sicher erkennt. Beim zusätzlichen Überlauf von Neptun als Herrscher sind nun Entscheidungen fällig, Anpassungen an tieferen Sinn. Die sonst so weiche Selbst-Durchsetzung kann einem dann als plötzlich extrem geweitet und durchlässig für ganz ungewohnte Erfahrungen begegnen. Der Transit über einen gleich angelegten Radix-Mars spiegelt auch frühere Grenz-Überschreitungen, Flucht-Muster und manchmal erneut ein reaktiviertes, kindliches Empfinden, keinen eigenen Ort zu haben, einst ein kleiner Flüchtling oder unbehaust gewesen zu sein.

Sehnsucht der Sehnsucht

Viel Unterschwelliges kommt damit auf. Sehnsucht der Sehnsucht, im Wasser des Wassers, nach All-Eins, nach der großen Heimkehr, mit allen Verführbarkeiten, an denen dieses "göttliche" Bedürfnis in einem normalen Leben ankern kann. Eine neue, bislang unbekannt extreme Süchtigkeit nach umfassender Empfindung und Spitzen-Erlebnissen. Eigentlich immer existent, nun wird sie richtig spürbar. Die Suche nach der Reinigung des Aufgesetzen ist nie zu unterschätzen, samt all der simpleren Optionen, sich irdischer, müheloser auch zeitweise seelische Ruhe zu verschaffen. Über die Schütze-Stellungen mit ihrem Durst nach Mehr hatte Johannes sonst zwar diese große Anlage zum Spektakulären, nicht aber die, sich wirklich zum kleinen Preis etwa mehr Kicks und Trost zu verschaffen. Bei Neptun dreht sich jedoch einiges schwimmend, fließend in sein Gegenteil. Feuer-Faktor Mars im Neptunischen kann sich nun, völlig unvorbereitet, zum realen Impuls entwickeln. Man nähert sich unbewusst Grenzen, die man sonst bewusst nicht überschreitet. Um zu sich selbst zu finden, dahin, wo man noch nicht war. Diese zusätzliche, schwierige Überlagerung der sonst so stabilisierenden, strukturierten Sonne im Steinbock durch die Rezeption von Pluto-Saturn und das Quadrat zum Uranus wird deshalb phasenweise die üblichen Sicherheits-Netze sprengen. Traumatische Erlebnisse oder das Auftauchen von frühen, unbewussten Verdrängungen können hinzukommen. Etwas, für was man keine Worte hat, so sehr es schmerzt.

Bei diesem Transit sind solche Erfahrungen nicht ungewöhnlich. Je länger er dauert, umso zehrender, wenn man nicht weiß, was geschieht - und Neptun lässt einen darüber zunächst im Unklaren. Man schwankt zwischen Hoffnung und Enttäuschung, funktioniert unter Umständen auch ganz anders als sonst. Ecken und Kanten der Welt scheinen stets intensiver, weshalb Neptun über Mars auch die Suche nach "Narkosen" bedeutet, manchmal über inneres Wegdriften aus Situationen, die man sonst gestanden hätte, oder durch Unachtsamkeit und sogar buchstäbliche Betäubungen, die sich anbieten. Wer sein Leben voll ausschöpft, ist gefordert.

Selbst sehr stabile Menschen können sich in solchen Phasen fremd sein und zuweilen nach Erlösung durch Substanzen sehnen - vor allem, wenn das Gefühl der Leere, die unter Neptun-Transiten oft zuerst Chaos und dann erst Platz für neue Entwicklung schafft, von Zeit zu Zeit durchbricht. Auch Philipp Hochhuth (Vergleich Radix mit seinem Verschwinden rechts), hatte gerade eben diesen langen Neptun-Mars-Transit hinter sich, nur im Quadrat, noch blinder, schwer zu fassen. Als Pluto, im nächsten Schritt dann auf Neptun selbst stand und damit Philipps gesamtes, sehr vernetztes, ambivalentes Denken stark fixierte, kam es wohl zur Krise. Das kann sich wie eine Besetzung anfühlen, von Themen, Gedanken, anderen Wegen, in der Zeit kumuliert.

Zuletzt wurde er im Mai 2013 in Dubrovnik gesehen, wie er nachts - offenbar stark alkoholisiert - auf einer Mauer tanzte, die dahinter steil zum Meer abfiel. Wo Johannes den Schütze-Merkur hatte, findet sich bei ihm ja Sonne - und umgekehrt. Philipp, ebenso talentiert, ebenso lebenshungrig, wenn auch im Denken selbst langsamer, organisierter, erlebte nun Plutos Fesselungen womöglich schattenhaft mit großem Druck, wie eine innere Wandlung, die schon eingetreten ist, obwohl sie eine weitere Fixierung bedeutet. Pluto auf Neptun, der bei ihm Poseidons Zorn folgte, einem Verdrängungs-Prozess, wenn seine Zeichen nicht verwirklicht werden, belegt ein unglückliches Timing. Statt weiter zu sich zu kommen, verfolgt einen die Rolle. Philipp war auf einer Poker-Tour, als er verschwand. Andere, heftigere Konzepte können unter Pluto-Merkur im Steinbock sehr bedeutsam, maßstäblich werden und geradezu magnetische Effekte haben. Wird dann der Neptun-Mars wieder aktiviert, fühlt sich das manchmal plötzlich so auch an, als würde man zaubern können - als sei alles, was sonst geheim war, schwierig, falsch, doch endlich wahr. Als der junge Mann verschwindet, aktiviert Schütze-Mond gerade noch einmal die Themen seines Neptun-Transits über diesen visions-bezogenen Schütze-Mars, der maßlos sein kann, so sehr will und unter der Herrschaft eines erhöhten Krebs-Jupiter stark emotionalisierbar ist. Pluto auf seinem Schatten, Neptun, wird, als man Philipp zuletzt sieht, gerade vom MC ausgelöst und damit zwingend. Uranus bindet aus dem Widder eine mögliche, innere Zerreißprobe, die überlagernden Vorstellungen, unvermittelt zu und trennt doch davon.

Vielleicht ist da etwas ausgetillt, in Philipp Hochhut (links), was zu tragen schien und dann doch brach. Hat sich frei gemacht, von allem, was ihn sonst an die Realität band. An gefährlichen Orten, auf Mauern über dem Meer, besonders unter Alkohol, ist so eine kurzfristige Entwicklung, die aufflammt, nie ein Spaziergang. Bis heute wurde der damals 23jährige nicht gefunden. Anders als Johannes Strassmann. Nach ihm fahndet die Polizei fünf Tage fieberhaft in Lubljana. Freunde, seine Mutter und Schwester fahren nach Slowenien und suchen dort mit. Gerüchte über Neid der "Poker-Mafia" und den Neid auf Gesamt-Gewinne in Millionen-Höhe tauchen auf.

Pluto bringt eben auch die Konzepte und Wertigkeiten der anderen auf, so falsch sie sein mögen. Da wird, einige Tage nach dem Verschwinden, in der Ljubljanica, dem "Fluss mit sieben Namen", eine männliche Wasserleiche entdeckt. Niemand mag es glauben. 24 Stunden später ist nach einem DNA-Abgleich klar, dass es wirklich der junge Poker-Spieler Johannes ist. Erst nach weiteren zwei Wochen stellt sich heraus, dass er "verbotene Substanzen" im Blut hatte, die ihn wahrscheinlich desorientiert haben. Ob es nun die berüchtigten "Magic Mushrooms" waren, von denen man munkelt, bleibt unklar. Es sind Pilze, die psychedelische Wirkungen erzeugen und auch rituell zur Seelen-Suche verwendet werden. Sicher scheint nur, dass der Poker-Spieler sich verwirrt und der Gefahr nicht bewusst ausgerechnet in das Wasser verirrte, das Symbol für Neptun ist. Umso mehr, als der Fluss hier, in der Altstadt, zum Kanal (wie Neptun im Steinbock) begrenzt und tief gestaut war. Dort ertrank Johannes, unter zwei sehr engen, sehr anstrengenden Transiten, die für Gewalt und Erlösung gleichermaßen stehen. Fremd-Verschulden schließt die Polizei aus, obwohl es durchaus vermutet wurde.

Auch die ist gerade bei Pluto-Sonne natürlich immer ein Risiko. Um die Poker-Szene ranken sich viele Rätsel, die sich als leichte Erklärung anbieten. Aber so eindimensional ist es bei angeschlossenem Mars-Neptun eben selten. Dass Johannes Strassmann, ein mentaler Zen-Krieger in der Anlage, sonst nicht anfällig für Drogen war, galt als bekannt. Er nutzte für sich eher den anderen, konstruktiveren Pol seiner saturnisch-neptunischen Anlage. Indem er sich für Buddhismus, das Tao und andere Zugänge zu letzten Fragen zwischen Himmel und Erde interessierte und täglich meditierte. Da all das die chaotischeren Neptun-Einflüsse abpuffert, mag ihm geholfen haben, zumindest den ersten Überlauf zu Mars heil, neugieriger und reifer zu überstehen. Im Herzen ist dieser Schütze-Merkur mit seinem Missions-Eifer aber auch ein ewiges Kind, das überall sprühenden, geistigen Elan im uranischen Wechsel sucht. Ähnlich wie Philipp, dessen ganzes Wesen vom Thrill des Lebens bewegt war. Bei der Trauerfeier für Johannes erzählte dessen Mutter auch von Philipps Mutter.

Sie schrieb, sie glaubt, daß das Leben unserer Kinder vollendet war, wenn auch für uns zu früh; dieser Satz traf mich ins Herz, denn rückblickend gab es viele Hinweise darauf."

Die ganze, beeindruckende Ansprache im LINKWorte voller Liebe und Mut, die das Schicksal, das hier zwei beeindruckende Frauen mit ungewöhnlichen Söhnen traf, zwar nicht plötzlich fairer machen. Es aber in seinen Zeiten, Rhythmen, Wegen zu sehen sucht. Mit großem Bemühen, Bewusstsein und der Bereitschaft zu begreifen. Dort, an den Bruchstellen der Nachvollziehbarkeit, wo, wie Camus sagt, das Absurde herrscht und nur die Liebe davor rettet. Vor allem die, die überall noch bleiben müssen, während andere gegangen sind. Was der Verstand zwar nie verstehen wird, sondern allenfalls, bei tiefem Empfinden für das Dasein, eine so schwierige, aber bleibende Dankbarkeit des Herzens, die ein Leben nach einem Tod beantwortet. Das man teilen, begleiten, lieben durfte, bis es sich eben erfüllt hat. So lang oder kurz es auch war. 

Bilder: Titel - Teuxe (Eigenes Werk) [Public domain] via Wikimedia Commons, Polizei Ljubljanka und NESTALI (Vermisstenseite)

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Dienstag, 9. August 2022

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