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Und ewig grüsst die Sommerzeit

clockAus aktuellem Anlass: Sonntag Nacht um 02:00 MEZ werden die Uhren wieder um eine Stunde vorgestellt (03:00 MESZ). Das bedeutet kollektiven Schlafmangel und zeitliche Desorientierung. Alle Jahre wieder ist deshalb auch unser aktualisierter Sommerzeit-Artikel* angesagt:

Es ist wieder soweit – hoch offiziell werden wir Opfer eines globalen Komplotts, denn heute Nacht werden die Uhren umgestellt. Mal vergeht in einer einzigen Sekunde eine ganze Stunde und mal dehnt sich die Zeit unendlich. Und bis heute weiß niemand, was in diesen 60 Minuten geschehen ist. Wo sie geblieben sind oder wieso sie sich verdoppeln. Sie sind einfach weg oder vermehren sich.

Zumindest wenn man unserem heutigen, höchst verkümmerten Zeitsinn Glauben schenkt, denn der kann sich nur noch mit Hilfe künstlicher Krücken – sprich Uhren aller Art – orientieren. Zumindest unser „bewusster“ Teil davon. Unter normalen Umständen wirkt sich diese Degenerierung kaum aus. Statt uns mit einem Blick aus dem Fenster am Stand der Sonne zu orientieren, reicht ein Blick auf unsere Uhren um dem mysteriösen Phänomen der Zeit ein vertrautes Gesicht zu geben. Allerdings betrifft das nur unser konzeptuelles Denken innerhalb abstrakter Begriffe, also nur einen winzigen Teil des gesamten Seins. Der ganze Rest orientiert sich auch im digitalisierten Zeit-Alter an Rhythmen, die so alt sind wie das Universum selbst. An Sonne, Mond und Sternen um genau zu sein, als Taktgeber für eine fast unüberschaubare Menge von zyklischen Intervallen, die unserem Leben überhaupt erst Struktur und Ordnung verleihen.

Dem Schöpfer des Ganzen sei gedankt dafür, dass wir Menschen darauf wenig bis keinen Einfluss haben, es sei denn wir wären eines fernen Tages doch in der Lage, den Lauf der Planeten und Sterne willkürlich zu ändern. Aber der Mensch kann eben sein eigenes, abstraktes Konstrukt der Zeit verändern, ganz wie es ihm beliebt.

Die Geburtsstunde der Sommerzeit entsprang einer Schnapsidee, im wahrsten Sinne des Wortes. Benjamin Franklin, Steinbock-Sonne mit Fische-Mond, einer der Gründerväter der USA und Erfinder des Blitzableiters, schrieb aus einer Laune heraus einen ebenso launischen Leserbrief in seiner Zeit als Diplomat in Paris. Der erschien am 26. April 1784 (TEXT) und behandelte in humorvoller Weise den übermäßigen Verbrauch von Kerzen und Lampen an dunklen Abenden, mit dem nicht wirklich ernstgemeinten Rat, dass es ökonomisch sinnvoller wäre, doch lieber die Uhren vorzustellen, statt kostbare Rohstoffe zu vergeuden.

Der astrologische Hintergrund des Ganzen ist schnell erklärt – Franklin hatte zu dieser Zeit Saturn im Transit über seine Radix-Sonne laufen, zudem noch in Opposition zu seinem Jupiter. Da hat man gerne mal den Impuls, Überflüssiges zu entsorgen, und der Welt eine neue Struktur zu verpassen. Unter dem Einfluss von Sonne Quadrat Uranus geschieht es dann ebenso häufig, dass einen plötzlich geniale Eingebungen überkommen. Aber schlau wie Franklin nun mal war, erkannte er gleich das humoristische Potential des Ganzen und brachte es in eine entsprechende Form. Damals hatten die meisten Menschen Franklins Essay auch als Witz verstanden, niemand machte sich ernsthaft Gedanken darüber. Bis 1907 ein gewisser William Willett das Thema wieder aufgriff, nur diesmal in Form eines ernstgemeinten Pamphlets (LINK ZUM TEXT).

Willett, ein gestandener Löwe mit Schütze-Mond, war wirklich begeistert von der Idee - „es werde mehr Licht“. Und dort, wo Franklin nur vorgeschlagen hatte, dass man doch im Sommer früher aufstehen sollte (praktisch wie Steinböcke nun mal sind), wollte Willett als Zeichenvertreter der Sonne (mit Saturn Anfang Krebs waren ihm natürliche Vorgänge ansonsten wohl eher suspekt) das Ganze amtlich verordnet wissen. Zwar ahnte er irgendwie, dass Zeitsprünge auch durchaus unangenehme Nebenwirkungen haben könnten und schlug deshalb kleinere Anpassungen vor. Im April sollten die Uhren an jedem Sonntag um 20 Minuten vorgestellt werden, im Oktober dann in den selben Schritten wieder zurück. Doch selbst dieser „Zeitklau“ auf Raten konnte sich bis zu seinem Tod nicht durchsetzen.
Erst ein Jahr später wurde die Sommerzeit zum ersten Mal eingeführt. Und man darf zweimal raten wo – richtig, in Deutschland.

Am 30. April 1916 wurde die Uhren um 23:00 Uhr eine Stunde vorgestellt, besser gesagt eine Sekunde nach 22 Uhr 59 Minuten und 59 Sekunden. Denn 23:00 Uhr gab es ja nicht mehr, ebenso wenig die folgenden 59 Minuten. Stattdessen wurde es schlagartig Mitternacht in Deutschland.

Aber auch das stimmt nicht ganz. Denn astrologisch betrachtet, ändert sich durch die Zeitumstellung rein gar nichts. Erstellt man zwei Charts für den selben Ort, jeweils eine Sekunde vor bzw. eine Sekunde nach der Umstellung zeigen beide einen kontinuierlichen Ablauf, sowohl was Planeten wie auch Häuser und Achsen angeht. Dies gilt sowohl für den Anfang wie auch für das Ende der Sommerzeit. Die planetare und zodiakale Wirklichkeit wird also auch weiterhin korrekt abgebildet, der anfängliche Verlust einer Stunde bzw. die Rückgabe derselben ist pures Illusionstheater.
Zumindest was die universelle Zeit-Wirklichkeit angeht. Trotzdem hat das Ganze eine Auswirkung auf den größten Teil der betroffenen Menschen. Vor allem für diejenigen, die durch diverse Verpflichtungen (Arbeit, Schule etc.) bestimmten Zeitstrukturen unterworfen sind.

Wenn jemand gewohnt ist, morgens um 07h00 aufzustehen, dann verändert sich der astrologische Hintergrund von Tag zu Tag nur marginal. Ein Chart, berechnet auf den 19. bzw. 20. März, morgens 07:00 Uhr zeigt das deutlich. Der MC hat in diesen 24 Stunden gerade mal ein knappes Grad zurück gelegt, der AC etwas mehr, was aber je nach Ortsbezogenheit auch verschieden sein kann. Auch der Mond und die Planeten habe ihre übliche Strecke zurück gelegt, generell sind die Unterschiede aber nur minimal und fließend.

Jeden Morgen um 07h00 aufzustehen bedeutet somit einfach, dass ich im Laufe eines Jahres den kompletten Zodiakdurchlauf erlebe. AC, MC und Häuser durchlaufen also jeweils um 07 morgens während eines ganzen Jahres alle Zeichen und Grade. Meine Erfahrung des Aufstehens um sieben Uhr morgens bekommt dadurch sowohl einen spezifischen (bezogen auf die einzelne Tage), wie auch umfassenden und ganzheitlichen Erfahrungshintergrund (bezogen auf ein ganzes Jahr). Im März erlebe ich zB den Übergang des AC von Widder nach Fische, im Juli bleibt er im Löwen, im September steht er schon Mitte Jungfrau und läuft Ende des Monats in die Waage. All das passiert fließend und kontinuierlich, meine Erfahrung des Aufstehens wird so zu einem dynamischen Prozess, der sich durch das ganze Jahr hindurch zieht, der sich an der natürlichen Rhythmik der planetaren Gezeiten orientiert.

Wenn es keine Sommerzeit gäbe!

Durch ihre Einführung entsteht zweimal im Jahr, bezogen auf mein morgendliches Aufstehen und alle anderen Tätigkeiten, die zu festen Zeiten stattfinden müssen, ein energetischer Zeit- und Quantensprung, wie ich am Beispiel der Wechsel von 2013 einmal aufzeigen möchte (in diesem Jahr wurde dieser Artikel zum ersten Mal veröffentlicht und seitdem mehrmals aktualisiert)

Am Samstag, den 29. März 2013 stand der AC morgens um sieben auf 16° Stier. Sämtliche Widderplaneten befanden sich schon im Aufgang, eine Stunde später wechselten sie ins elfte Haus, während Jupiter am AC aufgeht. Das spiegelt eine ganz spezifische Stimmung, Jupiter am AC morgens um 08:00 kann dem Tag eine generell positive und hoffnungsvolle Ausrichtung geben, wenn man nicht gerade einen spannungsvollen Transit von Jupiter selbst über bestimmte Radix-Faktoren hat. Dieses
sich Anbahnen des Jupiteraufgangs war ein kontinuierlicher Prozess über Tage und Wochen, auf den sich unser energetisches „Bio-System“ einstellen konnte.

Nach Einführung der Sommerzeit in der Nacht von Samstag auf Sonntag ändert sich aber alles. Selbst wenn ich jetzt erst am Dienstag wieder um 07 morgens aufstehen muss, um in die Arbeit zu kommen, steht der AC jetzt auf 21° Widder, Pluto kreuzt gerade den MC und Jupiter dümpelt noch in Haus zwei vor sich hin. Ein komplett anderes Stimmungsbild also, das ich aber schon kenne. Denn am 18.März, also zwei Wochen früher, stand der AC ebenfalls morgens um diese Zeit auf 21° Widder.

Es findet also im Prinzip eine Wiederholung statt, die astrologischen Uhren werden nicht vorgestellt, sondern zurück gedreht. Und alles was an feste Uhrzeiten im Alltag gebunden ist, wird quasi in eine Wiederholungschleife gezwungen. Hier grüßt also nicht das Murmeltier ewig, sondern die Sommerzeit.

Natürlich bezieht sich diese Wiederholung nur auf die Achsen und das Häusersystem, denn die Planeten befanden sich vor zwei Wochen (bis auf die Langsamläufer) ja meistens noch in anderen Zeichen etc. Trotzdem hat das ganze etwas Bizarres und unser Zeitsinn bekommt einen Drall. Denn als Gewohnheitstier orientiert sich der Mensch eben an Abläufen und festen, zeitlichen Bezugspunkten. Wenn diese dann plötzlich „über Nacht“ einen komplett anderen Hintergrund bekommen, zudem noch eine Art Wiederholung von etwas schon Erlebtem sind, dann kann das nur zur einer Desorientierung führen. Zu einem astroenergetischen Jetlag sozusagen.

Und das hat im Prinzip erst mal wenig bis nichts mit weniger Schlaf etc. zu tun. Denn das würde im Höchstfall ja nur die erste Nacht der Umstellung betreffen. Viele Studien zeigen aber mittlerweile, dass das Phänomen dieses Zeit-Jetlags wesentlich länger anhält, und bei Frauen noch ausgeprägter ist als bei Männern.

Dasselbe, nur umgekehrt, passiert jetzt bei der „Rückstellung“ der Zeit im Herbst. Am Samstag dem 26. Oktober steht morgens um sieben der AC (bezogen auf Berlin) auf 23° Waage. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, steht also noch in Haus eins, zusammen mit Saturn und Merkur. Mittlerweile haben wir ein halbes Jahr Zeit gehabt uns an diese energetischen Abläufe zu gewöhnen, unser Zeit-System hat sich also angepasst, die Dinge sind mittlerweile wieder im Fluss.

Dann kommt das Ende der Sommerzeit und wenn ich jetzt am Montag morgen zur üblichen Zeit aufstehe, findet sich der AC schon auf 4° Skorpion wieder, in genauer Konjunktion mit der Sonne. Wir haben also theoretisch (immer in Bezug auf unseren festen Ablauf des morgendlichen Aufstehens) knapp 11° „übersprungen“, alles was zwischen diesen beiden Punkten liegt, kann nicht in die Erfahrung des Aufstehens integriert werden. Fällt also komplett aus dem Rahmen.

Hier wird also nichts wiederholt, sondern ein ganzer Abschnitt an Erfahrung „übersprungen“. Da nun ja unsere gesamten Tagesabläufe in der Regel in abhängige Zeitstrukturen eingepasst sind (zB Essens- und Schlafzeiten etc.), bezieht sich das auf unseren gesamten Tagesablauf. Der energetische Hintergrund hat eine Lücke, die einzelnen Handlungen fallen aus ihrem energetischen Rahmen.
Was in der Folgezeit natürlich, vor allem bei sensiblen Menschen, wiederum zu einigem inneren Chaos führen kann. Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien, die Zusammenhänge zwischen Krankheitsverläufen und psychischen Auswirkungen mit diesem Zeit-Jetlag aufzeigen. Fast alle sind sich über die negative Wirkung einig.

Auf der scheinbaren Haben-Seite der Befürworter steht dagegen immer noch die alte Mär, „man“ würde durch die Sommerzeit Strom und Energie einsparen. Bezogen auf private Haushalte ist auch dieses Argument, knapp 230 Jahre nach Franklins spaßigem Artikel immer noch falsch. Auch hier zeigen neue Studien, dass das Gegenteil richtig ist – private Haushalte verbrauchen durch die Umstellungen mehr Strom und Energie. Mit anderen Worten: dafür dass wir durch die „von oben“ verordnete Zeitumstellung in vielen Lebensbereichen Probleme bekommen, dürfen wir auch noch zahlen. Das hat in etwa denselben Charme wie das Prinzip der Bankenrettung durch die Enteignung der Konteninhaber.

Benjamin Franklin, der alte Spaßvogel, würde sich heute vermutlich ausschütten vor Lachen, wenn er erleben könnte, was aus seiner Schnapsidee geworden ist. Oder vielleicht zur Feder greifen und eine neue Unabhängigkeitserklärung entwerfen. Bezogen auf die Zeit und die Freiheit des Einzelnen, sich nicht mehr irgendwelchen abstrakten und bizarren Anordnungen zu unterwerfen, die zwar den Anspruch haben, Ordnung zu schaffen, aber in der Konsequenz nur Chaos erzeugen.

Und wenn du lieber Leser auch zu denen gehörst, die sich jedes Jahr zu den Umstellungszeiten seltsam und befremdlich fühlen, dann herzlich willkommen im Club. Nein, du hast keinen Knall, bildest dir das alles nicht ein und gehörst auch nicht zu einer Minderheit - 76% aller Betroffenen sind für eine Abschaffung der Sommerzeit und mittlerweile prüft deshalb die EU, ob die Sommerzeiten nicht gänzlich abgeschafft werden sollen. Wenn wir uns weiter alle zusammen tun, den Zeitgehorsam verweigern und einfach auch in den Folgetagen nach der Umstellung zur üblichen Zeit in die Arbeit, in die Schule oder sonst wohin gehen, dann wäre dies sicher ein erster Schritt in die richtige Richtung - zurück in die Zukunft, wenn man so will.

Zuerst erschienen im März 2013 - Weitere Artikel zum Thema Zeit:

Astro-Logics: Zeit und Raum
Astro-Logics II: Was ist Zeit?
Astro-Logics III: Venusjahre
Astro-Logics V: Woher kommt die Zeit?

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