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Warum Sonntag nicht gleich Sonntag ist

Wieder mal ist es Sonntag, „Dies Solis“, der Tag der Sonne. Ein Feiertag also, ein „Holiday“ oder besser – ein „holy day“, ein heiliger Tag. So war es ursprünglich einmal gedacht, heute sollte die Woche beginnen, ein Intervall von sieben aufeinander folgenden Tagen, deren Abfolge durchaus einen Sinnzusammenhang hatte.

Hatte.

Denn mittlerweile hat selbst die UNO amtlich festgelegt, dass die Woche gefälligst an einem Montag zu beginnen habe, weil das mittlerweile unserer praktischen Lebenswirklichkeit entspricht. Wie so vieles andere auch, dass wir heute nur noch aus den Augenwinkeln als bedeutend wahrnehmen, das aber seine eigentliche Bedeutung irgendwie unterwegs, im Laufe der Geschichte, verloren hat. Zum Beispiel unsere Zeitrechnung, unser Zeitmaß und die Art und Weise, wie wir innerhalb dieses Korsetts leben. Leben müssen genauer gesagt, denn die Zeiger unserer Uhren ticken unerbittlich, niemand kann sich dem Diktat von Stunde, Minute und Sekunde mehr entziehen.

Was ursprünglich einmal als bildhafte Orientierung innerhalb der Farben der Zeit, ihrer Qualität und Ausdrucksmöglichkeiten gedacht war, ist im Prinzip zu einer reinen Zähl-Maschinerie verkommen, mit der wir bestenfalls bestimmen, wann wir aufstehen müssen um „rechtzeitig“ zur Arbeit zu gehen, wann unsere Lieblingsserie im Fernsehen läuft, und wann der Pizzaservice die letzten Bestellungen annimmt.
Das ist zwar praktisch und saturnal gesehen auch hilfreich, nichts destotrotz aber auch völlig sinnentleert. Zeit besteht nur noch aus einer Aneinanderreihung von Zahlenkombinationen, einer linearen Ausrichtung von Hier nach Dort, deren Richtung zwingend vorgegeben und nicht umkehrbar ist. Konzepthafte Abstraktion als Basis einer Zeitdefinition, in der es am Ende auch keine große Rolle mehr spielt, ob man den Beginn eines Jahres an einem ersten Januar feiert. Oder an einem 10. April, 14. August oder 27. November.

Man darf dann auch im Sommer immer eine Stunde zu allem hinzu addieren, weil das angeblich gut fürs Klima ist, und man ordnet den eigenen Geburtstag einer Datumszahl zu, und nicht dem eigentlichen Anlass, der individuellen Sonnenwiederkehr. Wobei selbst das nur eine Übergangsphase ist, denn die meisten unserer Uhren ticken immer noch zyklisch, ihre Zeiger bewegen sich in einem Kreis. Im Gegensatz zu ihren digitalen Kollegen, die uns nur noch Zahlenketten anzeigen und denen wohl die Zukunft gehört. Auch die wiederholen sich zwar, aber als bildhafter Eindruck bleiben eben nur begriffliche Konzepte aus der Mathematik. Das Runde muss auch hier irgendwie ins Eckige oder zumindest eckig verpackt werden.

Vor allem aber scheint die Zeit etwas statisches zu sein und immer mehr zu werden, sieben Uhr morgens heute ist gleich sieben Uhr morgens in drei Tagen. Oder in einer Woche, oder in einem Jahr. Egal ob die Sonne früher oder später aufgeht, egal ob es Neu- oder Vollmond ist. Irgendwann wird es dann auch egal sein, welche Jahreszeit gerade vorherrscht, im Zuge einer zeitlichen Globalisierung ist das sowieso relativ. Denn wenn es bei uns auf der nördlichen Halbkugel sommerlich warm ist, dann herrschen auf der südlichen winterliche Temperaturen. Und umgekehrt. Alles egal also? Moderne Zeiten eben?

Nein, die Grundlagen unseres Zeitmodells haben sich auch heute nicht verändert, sind seit Jahrtausenden gleich geblieben. Denn jedes Zeitgefüge hat zumindest zwei grundlegende Parameter:

Der Erste wird bedingt durch die Eigenrotation des jeweiligen Heimat-Planeten um seinen eigenen Schwerpunkt. Daraus ergibt sich der Rhythmus von Tag und Nacht. Zum anderen ist das die Umlaufzeit des Planeten um sein Zentralgestirn, die Sonne, die für uns die Dauer eines Jahres angibt.

Aus Astro-Logics: Venusjahre

Genaueres kann man in nachfolgenden Artikel nachlesen (ASTRO-LOGICS III und ASTRO-LOGICS V), und wer es immer noch nicht glauben mag, dass unser gesamtes Zeitsystem auf astronomisch-astrologischen Hintergründen aufbaut, dem sei hier nochmal das System im Einzelnen erklärt.

Fangen wir mit dem Jahr an. Warum wir mittlerweile fast weltweit, dass neue Jahr am 01.Januar feiern, wissen nur die alten Römer. Bis 157 v.Chr. feierten auch die ungefähr zum Zeitpunkt des Eintritts der Sonne in den Widder, orientierten sich dann aber lieber an den Amtszeiten ihrer Konsuls. Ein politischer Akt, den Papst Innozenz XII. 1691 endgültig festlegte, denn den Römern zum Trotz wurde in weiten Teilen Europas der Jahresbeginn bis dahin am 06. Januar gefeiert. Aber das galt eben nur für das christliche Abendland, anderswo orientiert man sich auch heute noch an bestimmten Voll- bzw. Neumonden (China, Tibet, muslimische Kalender etc.).

Wenn man nun aber von einem Sonnenjahr spricht, dann bietet sich als Beginn eines solchen Jahres eigentlich nur ein Zeitpunkt an: der Wechsel der Sonne ins Zeichen Widder, gleichbedeutend mit dem Überlauf der Sonne über den Frühlingspunkt, wenn sie den Himmelsäquator um den 21. März herum kreuzt.

Hoer sollte man eigentlich das astrologische neue Jahr begrüßen, und für alle Bewohner der nördlichen Hemisphäre wäre das durchaus angemessen. Natürlich bleiben die drei anderen Eckpunkte der Sonnenbahn ebenfalls als Kandidaten bestehen, aber am Prinzip, entweder die Äquinoktien oder die Sonnenwenden als Bezugspunkt zu nehmen, ändert das nichts. Vielleicht stehe ich da ja mit meinem Empfinden alleine auf weiter Flur, aber ehrlich gesagt ist bei mir zur üblichen Sylvester-Zeit, dann wenn die Sonne auf ca. 10 Grad Steinbock steht, sehr selten das Gefühl eines Neuanfangs entstanden. Natürlich spielt der Massenhype eine gewisse Rolle, wenn alle feiern, möchte man nicht abseits stehen, aber Aufbruchsstimmung mit dem Flair des Durchstartens in eine neue Saison entsteht meistens von ganz alleine in diesen Tagen. Wenn die Sonne die neptunischen Gefilde verlässt und plötzlich der energetische Umschwung des Marsischen spürbar wird. Mit allem Chaos und allen Brüchen, die dann eben dazu gehören.

Der Kirche als zeitbestimmende Institution werfe ich vor, dass sie hier die Zeit mit zweierlei Maß misst. Zum einen hat sie alle Ungläubigen dazu verdonnert, im Zeichen der Spassbebremsung ein neues Jahr unter der Herrschaft Saturns zu beginnen. Das ist zwar prima für innere Abkehr von allem Weltlichen und insofern wohl ganz im Sinne der Erfinder. Aber sie selbst feiern ihr wichtigstes Fest immer noch nach den alten Planetenmustern. Ostern ist festgelegt auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, frühestens also am 22. März bis hin zum 25. April. Das Fest der Auferstehung also, wenn das Leben den Tod überwunden hat. Und auch die Wintersonnenwende wird mit Weihnachten (dies solis invicti) gebührend gefeiert, dann wenn die Sonne am tropischen IC steht, am tiefsten Punkt und bei uns die Tage wieder länger werden. Man möchte hier ja keine Absicht unterstellen, aber das Prinzip ist klar. Wer nicht glaubt, der darf zwar auch feiern, wird aber in seiner Zeitqualität in Bereiche verwiesen, wo es eigentlich nichts zum Feiern gibt.

Die grundlegenden Zyklen der Zeit, die sich einfach aus dem Dasein natürlicherweise ergeben, sind mythologisiert und religiös vereinnahmt worden. Im Prinzip feiert die Kirche also immer noch die alten „heidnischen“ Sonnenfeste, nennt das aber jetzt anders. Während man in zurückliegenden Jahrhunderten die Heiden und Astrologen, die dem Lauf von Sonne, Mond und Planeten eine Bedeutung zugestanden haben, immer wieder mal fröhlich verbrannt oder zumindest exkommuniziert hat. Das finde ich, gelinde gesagt, zumindest ärgerlich. Wem es ähnlich geht, der feiert also am besten nächste Woche ein zweites, „richtiges“ Neujahr, ganz in dem Stil wie es einem zusagt. Und schüttelt damit die Bevormundung durch politische und religiöse Institutionen ein wenig ab.

Mit den Wochentagen ist es ja ähnlich. Ursprünglich eingeführt haben diese die alten Babylonier. Entsprechend der sichtbaren Planeten entwickelten sie die bis heute gültige Abfolge von Sonnen-, Mond-, Mars-, Merkur-, Jupiter-, Venus- und Saturn-Tagen.

Diese Abfolge von sieben Tagen war ja nun zwangsläufig, mehr Planeten waren damals eben nicht bekannt. Und hier zeigt sich wieder mal, wie verzahnt das astrologische System ineinander greift. Natürlich wusste man, dass ein kompletter Mondumlauf (synodisch) ca. 29 Tage benötigt. Mit einer Abfolge von 4x7 Tagen war dieser Zyklus also ganz gut dargestellt. Zudem dauert die siderische Mondperiode nur 27,3 Tage, achtundzwanzig Tage sind also ein guter Mittelwert zwischen beiden Phasen.

Was aber weder die Babylonier, noch Griechen, Römer und die Kirche damals wissen konnten – auch die Sonne hat einen ähnlichen Zyklus. Zwar bewegen sich auf ihr die Regionen am Äquator langsamer (ca. 25,3 Tage) als an den Polen (bis zu 35 Tagen). Ihre synodische Eigenrotation beträgt aber ebenfalls 27,2 Tage. Unsere beiden große Himmelslichter bilden also zumindest in Teilen einen fast identischen Zyklus ab, bei Mond ist es die Umkreisung der Erde (wenn man so will ein Mond-Jahr), bei der Sonne ihre Eigenrotation (von uns aus betrachtet), also ein Sonnentag. Mondjahr und Sonnentag also als gleichzeitige Taktgeber für unser Zeitmaß eines Monats. Den dann weise und schlaue Menschen in vier Abschnitte aufteilten, ähnlich wie sie im Sonnenjahr durch die Sonnwenden und Äquinoktien als solche gekennzeichnet sind.

Zwischenfrage an Statistiker: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit einen zweiten Planeten in unserer Milchstraße zu finden, dessen Hauptrabant (Mond) in seinem zyklischen Verhalten bis auf wenige Minuten dem Zyklus des Zentralgestirns dieses anderen Planetensystems entspricht? Vielleicht findet sich hier ja (neben anderen Bedingungen) eine Grundvoraussetzung für die Entstehung von Leben auf anderen Welten? 

Zurück zum Sonntag. Wie unschwer erkennbar ist, folgt der Ablauf der Wochentage nicht dem astronomischen Aufbau unseres Planetensystems. Auf Sonne folgt statt Merkur der Mond, statt Venus der Mars, statt Mars der Merkur usw. Anzunehmen dass man hier also nichts „Funktionales“ abbilden wollte, sondern eine weitere, innere Bedeutsamkeit dieses Zyklus.

Der Sonntag war demnach immer festgelegt durch einen der Eckpunkte der Mondphasen. Neu-, Halb- und Vollmond kennzeichneten also den Sonnentag, einen wichtigen Feiertag in der zeitlichen Entwicklung. Hier wurde das Leben in seinem yanghaften Ausdruck und seiner Lebendigkeit gefeiert, während man am darauffolgenden Tag, dem Mondtag der yinhaften Lebensseite Respekt erwies. Erst beides zusammen ergab eine gesunde Basis für neue Aktivitäten (Dienstag – Marstag), die man dann mit der Umgebung abstimmen musste und in Übereinkunft brachte (Mittwoch – Merkurtag). Wenn dies gelang konnte am Donnerstag (Jupiter) alles wachsen und gedeihen, die Aktivitäten bekamen eine übergeordnete, vielleicht auch geistige Bedeutung. Wenn dann am Freitag das Für-und-Wider der Entwicklungen mit allen Anderen ausgetauscht und erlebt wurde (Venus), stellte der Samstag eine Art Referenzpunkt dar. Das was von all dem übrig blieb, wurde als Substanz und Essenz kristallisiert (Saturn) und in der Lebenswirklichkeit verankert. Um am nächsten Sonntag das Leben mitsamt den neuen Ergebnissen zu feiern.

Diese Bedeutungszuweisung ist jetzt mit heißer Nadel gestrickt, ein erster möglicher Ansatz, der sicherlich noch viel mehr Vertiefung und Erweiterung benötigt, um dem Ganzen gerecht zu werden.
Aber er zeigt vielleicht zumindest auf, dass Wochentage nicht als sinnentleerte Namenshülsen gedacht waren, sondern immer eingebunden in die tatsächlichen Zyklen der Zeit. Wer sich auf diese Art des Zeitempfindens einlässt, wird sicherlich noch jede Menge Neues entdecken und könnte sich nach diesem Muster auch einen völlig anderen Wochenablauf als Orientierung „basteln“.

Bilder: Heptagramm - It Is Me Here; Astronomische Uhr -Joachim Köhler; Turmuhr - Tfa1964; Beastshots - By Smatprt; digital - von chris - alle via Wikimedia Commons

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Sonntag, 17. November 2019

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