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Neptun - das Beste kommt zum Schluß

Morgen, um 13:02 Uhr unserer Zeit, wechselt die Sonne in die abschließende, zwölfte Phase des tropischen Tierkreises, in das Zeichen der Fische. Ein alljährlich wiederkehrendes Ereignis, dass aber in diesem Jahr eine besondere Bedeutung bekommt. Und dabei geht es nicht um theoretische, begriffliche Zuordnungen, sondern um eine direkte Erfahrung, um ein unmittelbares Erleben der Dynamik von Wandlung, Veränderung und Neuorientierung.

Allgemein wird dem Zeichen Fische ein Prozess der Auflösung zugeordnet, ein Lebensbereich, der sich unseren „normalen“ Sinnen und unserem alltäglichen Begreifen entzieht. Betrachtet man den Zodiak als einen dynamischen Zyklus, der mehr über das Phänomen und die Qualität von Zeit aussagt, als konkrete „dingliche“ Erscheinungsformen beschreibt, dann befinden wir uns jetzt am Ende eines wichtigen Zyklus. Passenderweise finden wir, zumindest wenn wir auf der nördlichen Halbkugel unseres Planeten leben, auch dementsprechende, äußere Ausdrucksformen, die zumindest einen Teilaspekt dieser Phase aufzeigen.
Die Natur befindet sich in einem Übergangsstadium. Der scheinbare, äußere Tod allen Lebens (Steinbock) scheint überwunden zu sein, erste Anzeichen neuen Lebens beginnen sich zu regen. Doch noch finden die Voraussetzungen dafür im Verborgenen statt, wird aus dem, was vom alten Zyklus übrig geblieben ist, im Un-Sichtbaren etwas gefügt, was sich in naher Zukunft dann auch als lebendige und kraftvolle Erscheinung zeigen wird.

Dieses sich finden und fügen, jenseits des Zugriffs von Willen und Wollen, ist das eigentliche Thema dieses Abschnitts. Wenn Steinbock-Saturn die Phase des endgültigen formbezogenen Todes ist, dann stirbt in den Fischen, der letzte Rest einer, vom großen Ganzen abgespaltenen Identität. Für uns, als Individuen bedeutet das tatsächlich eine absolute Auflösung. Selbst das jenseitige Element,  ob wir es als eine Vision von Himmel und Hölle benennen oder im Sinne von geistigen Bardos verstehen (das Prinzip des Wassermanns), wird hier nochmals transzendiert und weitergeführt.

 

Über das Jenseitige hinaus also, zu einem Sein, in dem die empfundene und erlebte Trennung von Ich und Du, von Innen und Außen, von Hier und Dort, von Vorher und Nachher jede Grundlage verliert.
Was bleibt ist die letztendliche Soheit, das unmittelbare Jetzt, in dem sich alles gleichzeitig und ungetrennt wiederfindet. Als Eines und doch mit all der Vielfalt, die dann, im neuen Zyklus wieder einen eigenen Ausdruck findet. Kein universeller Eintopf also, in dem alles zu einer nebulösen grauen Masse wird, sondern die Essenz unserer universellen Wirklichkeit, die nur jenseits unseres begrifflichen Verständnis liegt, aber immer auch, in jedem Augenblick, erfahrbar ist.

Hier findet sich das letztendliche Ziel jeder spirituellen Entwicklung, unabhängig von Religion und Philosophie. Alles vorher ist nur Weg und Vorbereitung, ausgedrückt über die anderen Entwicklungsphasen. Hier gibt es nichts mehr zu tun und willentlich zu fügen, weder Gebet noch Meditation haben als Form eine Funktion, und nur das, was tatsächlich Teil des eigenen Seins geworden ist, zu energetischem  Fleisch und Blut, zu natürlichem Ausdruck und Inhalt, wird als Same für zukünftige Erscheinungen zu einer neuen Quelle des Erfahrbaren werden. Mit neuer Identität, neuer Form und neuer Ausdruckskraft.

Gemäß den östlichen Traditionen kann das auch zu einem absoluten Verlöschen jeglichen Funkens führen, dem Pari-Nirwana. Doch diejenigen, die alle Täuschung überwunden haben, entwickeln oft auch den Wunsch, dieses Erleben weiterzugeben. An alle jene, die noch im Kreislauf dieser Täuschungen gefangen sind. Und begeben sich freiwillig auf eine neue Runde der Existenz, um für andere Orientierung und Hilfe zu sein. Dies ist das Ideal des Bodhisattwas, aber auch das Christus-Ideal, der verwirklichte Sohn Gottes, der freiwillig auf die „Erde“ kommt, um die befreiende Botschaft nicht nur zu verkünden, sondern auch entsprechend vorzuleben.

Da „die Wege des Herrn unergründlich und vielfältig sind“, gibt es kaum eine Erscheinungs- und Ausdrucksform, die nicht in diesem Sinne angenommen und ausgefüllt werden könnte. Dies mag der Grund für die Existenz der vielen Religionen und spirituellen Richtungen sein. Wenn sie initiiert wurden durch jemand oder etwas, das die Essenz  der neptunischen Phase verwirklicht hat und beinhaltet, dann führen tatsächlich all diese verschiedenen Wege dorthin zurück.
Und haben somit auch ihre universelle Berechtigung. Der kleingeistige Kampf um Richtig oder Falsch, der sich seit Jahrtausenden vor allem zwischen den Religionen entsponnen hat, ist somit immer nur Ausdruck einer Verwirrung über die letztendliche Wirklichkeit und führt in die Irre. In den geistigen Wahnsinn, die vollkommene Täuschung, die andere schreckliche Seite eines neurotischen und wildgewordenen Fische-Traumas.

Ab morgen wird dieser Prozess also eine neue Qualität in unser aller Leben bringen. Und je nachdem, wo wir auf unserer Lebensreise gerade stehen, zu einer neptunischen Klärung und Reinigung im oben beschriebenen Sinne führen. Oder aber bestimmte Konzepte, Willensimpulse und Eigenheiten, die sich noch nicht lösen lassen aus einer falschen Bezüglichkeit und einem falschen Verständnis, fügen sich zu neuen Impulsen, die uns in Zukunft in mannigfaltiger Form als Schwierigkeit, Hindernis und leidvolle Erfahrung begegnen werden.

Wie bei jedem Zeichenwechsel werden jetzt also die Themen in unserem Leben aufleuchten, die mit der Grundenergie dieses Wechsels verbunden sind. Astrologisch zeigt sich das zum einem über die Häuser in unseren Geburtsbildern, die von Fische-Neptun dominiert werden, zum anderen über Neptuns Stellung selbst.
Es gibt also auch hier nicht nur einen Weg, eine Art des Umgangs und der Verwirklichung, sondern je nach unserer energetischen Eigenheit, können wir dem Thema entsprechend gerecht werden.

Hat man zB Neptun in der Waage und Fische in Haus sechs, dann wäre das vielleicht eine Zeit, um die anderen Wesen um uns herum in den Fokus zu rücken. Uns selbst als universelle Dienstleister zu begreifen, die Harmonie und Schönheit nicht für sich selbst fordern und in Anspruch nehmen, sondern nach neuen Wegen suchen, wie wir anderen dabei helfen können, das zu erfahren.

Haben wir Neptun im Skorpion und Fische durchdringt unser viertes Haus, dann ist vielleicht die Arbeit mit den eigenen Emotionen das Wesentliche. Zu erkennen, was ihre eigentliche Natur ist, wie wir auf den Wogen von emotionalen Impulsen dahin gleiten, ohne uns oft bewusst darüber zu sein, wohin sie uns führen. Wir könnten mit unseren Feindbildern arbeiten, ihre Entstehung und ihren Ursprung suchen, um uns selbst besser zu verstehen. Wir könnten bewusst unseren Ängsten und den scheinbar dunklen Seiten in uns begegnen, nicht mehr vor ihnen flüchten  und statt sie in die „Welt dort draußen“ zu  projizieren, als Ausdruck unserer Selbst akzeptieren.

Natürlich kann und soll man auch die besonderen energetischen Qualitäten dieses speziellen Wechsels mit einbeziehen. Die genaue Jupiter-Mond Konjunktion im Zwilling (in unseren Breitengraden zudem noch in Haus zwölf) unterstützt auch die Ansammlung von Wissen und den Austausch darüber. Also auch das Lesen von Texten und Büchern, die im weitesten Sinne ein Verständnis für die angesagten Qualitäten fördern, ist hilfreich und richtig. Allerdings wäre es gut, dabei nicht zu vorschnell in den eigenen Schlussfolgerungen zu werden, Merkur in den Fischen weist auf die Botschaften zwischen den Zeilen, dem Sinn hinter der offensichtlichen Bedeutung hin. Aber es geht insgesamt auch um die Freude daran, Meditation und innere Einkehr als eine Quelle der Zufriedenheit und der geistigen Erweiterung zu entdecken. NIcht nur asketisches Fasten also um der Welt zu entsagen, sondern inmitten der Welt die Stille, den Augenblick der Freiheit und Befreiung zu erleben. Und sich als Ganzes einzubringen, auch mit dem Funken einer wissenden Begeisterung für die Einzigartigkeit der Vielfalt, die uns auf diesem Weg und nur auf ihm begegnet.

An jedem Ort der Welt wird sich die Aufgabenstellung ein wenig verlagern und trotzdem werden wir wieder einmal Teil von etwas Größerem, daß uns auch die Möglichkeit eröffnet, auf einfache und direkte Art und Weise zukünftige Umstände mitzugestalten. Nicht durch die Kraft des Willens, sondern durch Hingabe und Vertrauen.

Wieder mehr Vertrauen in die Dynamik unseres Lebens zu finden, jenseits von Bewertungen und Urteilen, von Hoffnung und Furcht, das ist die große Chance der nächsten Wochen. Dazu gehört auch, sich über die Grenzen der eigenen Wirksamkeit bewusst zu werden, nicht im Sinne einer Demütigung und Entmutigung, sondern im Sinne eines Erkennens dessen „was ist“. Was letztendlich wirklich und wirksam bleibt, jenseits von Umständen und vorübergänglichen Phasen.

Neptun-Fische ist nicht das Erlöschen in einem leeren Nichts, einer dunklen Endlichkeit, es ist die Befreiung von allen Missverständnissen und Täuschungen, die in ihrer gelebten Konsequenz erst zu leidvollen und schmerzhaften Erfahrungen führen, vor denen wir zeitlebens flüchten und alles tun um sie zu vermeiden.

Es ist die letztendlich und unwiderrufliche Befreiung aus diesem sinnlosen Kampf gegen die eigenen, karmischen Windmühlen, die solche Zeitphasen als Chance mit sich bringen. Zumindest kann es leichter werden, den eigentlichen Ursprung der Täuschungen zu erkennen, die wir fälschlicherweise Neptun zu ordnen.

Es gibt viele Möglichkeiten und Wege, sich in den kommenden vier Wochen diesem Thema zu widmen.
Und alle die uns zu einer entsprechenden Erfahrung bringen, sind kostbar und wertvoll.

Als Ermutigung mag zum Schluss ein Auszug aus einem Text des IX. Karmapa Wangchug Dorje dienen – Das Diamantlicht des gewöhnlichen Geistes:

"Da die drei Zeiten (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) keine wahre und unabhängige Existenz haben, musst du sogar den Gedanken aufgeben: Ich werde mich von diesem Augenblick an bis zur Erleuchtung bemühen.
Sei sicher, dass Erleuchtung in jedem Augenblick vorhanden ist."
 

Mehr zu Neptun gibt es in unserem Special vom letzten Jahr: Neptun


Bilder: Statue Leh von txd (originally posted to Flickr as Vishnu via Wikimedia Commons; Logo von Jdontfight (Own work) via Wikimedia Commons; Mediation von Dedda71 (Own work) via Wikimedia Commons

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