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Karma + Astrologie - ein Schnellkurs

Erstaunlich, vieles von dem was im Februar 2013 aktuell war (Stichwort Karma-Astrologen...), ist auch heute noch weit verbreitet. Leider. Insofern lohnt es sich vielleicht, diesen kleinen "Schnellkurs" noch einmal zu lesen.

Eine akute Mars-Neptun-Merkur Konjunktion in den Fischen treibt manchmal seltsame Blüten. Irgendwie geht es da ja auch um das Unfassbare und ich bin heute unfassbarerweise über einen  kostenlosen Karma-Test (nein das ist kein Scherz) auf einer bekannten deutschen Astrologie-Seite gestolpert. Und habe als nächstes erfahren, dass es in Deutschland sogar schon ungezählte Karma-Astrologen gibt, die einen gerne (für 1,99 € pro Minute) „mit Hilfe der Sterne“ dabei unterstützen, das eigene Karma besser zu verstehen.

Dazu nimmt der Karma-Astrologe den Mondknoten, vielleicht noch die Wasserhäuser samt Herrschern (wenn überhaupt) und schon erfährt der karmisch Gebeutelte, warum man ausgerechnet jetzt wieder arbeitslos ist, den falschen Freund hat oder diese blöde Lebensmittel-Allergie.

Mieses Karma eben, sponsored by Saturn, Pluto oder den üblichen Verdächtigen.

Großartig. Astrologie und Karma, eine unschlagbare Verbindung, auch und vor allem was die Verdienstmöglichkeiten angeht. Rechnet man den Minutenpreis mal zehn (wenn wir davon ausgehen dass so eine karmische Reinigung nicht länger als zehn Minuten dauert, was vermutlich aber nur Wunschdenken im Sinne der Anrufer ist) mit der Anzahl der Gespräche hoch, die die Top-Karma-Astrologen schon hinter sich haben (Spitzenreiter liegen bei über 50 000), dann landet man bei einem Umsatz von ca. einer Million Euro.
Pro Berater.

Deswegen liebe Leser kündige ich hiermit an, dass ich ab morgen nur noch unter einer bestimmten Telefonnummer erreichbar bin. Als astrologische Karma-Reinigungskraft. Die Aufnahmekriterien in den illustren Club sind kein Problem, ich bin eher überqualifiziert (Buddhist und Astrologe!!!).

Es gibt da nur ein klitzekleines Problem.
Richtig – mein Karma.

 

Die harten Fakten gleich vorne weg:

Jede Handlung ob getan, gedacht, vorgestellt, gefühlt oder verbalisiert, wird zur Ursache für entsprechend angemessene Wirkungen.

No way out, das ist nicht verhandelbar. Oder unter uns mal karma-astrologisch ausgedrückt – Schluss mit lustig, Meister Saturn hat hier das Sagen

Nun gibt es den Begriff des Karmas in unseren westlichen Landen ja eigentlich nicht. Wir haben hier stattdessen die Sünde, und wenn man’s locker angehen lässt mit dem eigenen Verständnis, dann kann Mann oder Frau schnell in der alten „East meets West und heraus kommt Blödsinn“ – Falle landen.

Ein weitverbreitetes Mißverständnis ist nämlich, dass Karma gleichzusetzen wäre, mit einer Art Ursünde. Etwas dass uns irgendwie ans Bein gebunden wird, sobald wir auf die Welt kommen und mit dem wir eigentlich nichts zu tun haben.
Böse Sache einfach, kann man nichts machen.
Verbindet man das noch mit der Vorstellung eines Schöpfergottes, dann gleicht das einer Strafe, das eigene Konto ist quasi schon im Minus, bevor man seinen ersten Schrei oder irgendetwas anderes getan hat. Folglich kann man sich auch nicht selbst davon befreien, es muss dann jemand kommen (Gott, das Universum, die Sterne, der Karma-Astrologe…), der einem gnädig gestimmt ist und einen aus dieser misslichen Lage befreit. Wobei es im Prinzip ziemlich egal ist, was man getan oder nicht getan hat, auch die schlimmsten Verbrecher können auf solch einen Freispruch hoffen, wenn es der zuständigen Instanz so gefällt.

Karma bedeutet ursprünglich Handlung und Tat. Steht also immer in Verbindung mit einer Aktivität, sei diese körperlich, sprachlich oder geistig. Von Nichts kommt also auch Nichts und genau darum geht es bei Karma. Denn nicht nur mieses Karma hält aus der Sicht der östlichen Religionen das leidvolle Hamsterrad der ewigen Wiedergeburten am Laufen, sondern genauso das scheinbar gute. Verkürzt ausgedrückt:

Only no Karma is good Karma.

Spätestens jetzt knirscht es im begrifflichen Gebälk und zu Recht taucht die Frage auf: Wie soll das denn gehen?
Erste Hinweise gibt es, wenn man im Verständnis einen Schritt weiter geht. Denn ob eine Handlung Wirkungen erzeugt (und vor allem welche) hängt nicht so sehr von der Handlung selbst ab, sondern in erster Linie von der Motivation, die ihr zugrunde liegt. Es geht bei Karma immer um Ursache und Wirkung, und dementsprechend wird die eigentlich Ursache, der Grundimpuls für alle Aktivität immer in der geistigen Haltung dahinter gesucht und gefunden. Es geht also im Prinzip um den Willensimpuls, der sich hinter jeder Handlung versteckt.


Um den alten Übeltäter Mars also, der ja in gewisser Weise auch für das erste und ursprünglichste Selbstbild steht, die eigene Identität, unser Ich-Bewusstsein und heiß geliebtes Ego.
Letztendlich ist er auch für die Spaltung unserer Welt in Ich (Widder-Mars) und Du (alle anderen, die Welt=Waage-Venus) verantwortlich. Diese empfundene Trennung schafft dann die Grundlage dafür, dass wir uns selbst anders behandeln können als unser Gegenüber. Und bedeutet im Normalfall: für uns immer nur das Beste, für den Rest das was übrig bleibt.

Folgt man also dem Gedanken von No Karma is good Karma konsequent bis zum Ursprung, dann könnte die karmische Erlösungsformel auch heissen:

No brain no pain.

Wobei Brain für das eingebildete Ich-Bewusstsein steht, dass uns eine grundfalsche und illusorische Sichtweise vermittelt, die zwangsweise zu unangemessenen Absichten samt Aktivitäten führen muss.
Aber bis dahin ist es, glaubt man den Überlieferungen, ein sehr sehr langer Weg, der sich locker mal über ein paar Äonen hinziehen kann. In der Zwischenzeit ist es dann schon sehr hilfreich, einigermaßen bewusst an der eigenen Motivation zu arbeiten. Und sei es erst mal nur, weil man erkannt hat, dass die eigenen falschen Sichtweisen und schlechten Absichten vor allem einem Wesen schaden werden – uns selbst. Zieht man daraus Konsequenzen, führt das im ersten Schritt zumindest zu einer Art von intelligentem Egoismus, der gleichzeitig auch den Schaden für andere begrenzt.
Was einen natürlicherweise aber immer mehr in die Auseinandersetzung mit den eigenen Motivationen und Absichten drängt.

Es geht also nicht nur darum zu erkennen, was ich tue und welche Wirkungen das auf andere hat (was oft schwer zu beurteilen ist), sondern die eigenen Gedanken, Empfindungen und Absichten dahinter zu erkennen.

Denn eine Handlung mag auf den ersten Blick vielleicht „böse“ erscheinen. Zum Beispiel wenn man seinem pubertierendem Sohn das Internet sperrt, weil er gerade mehr daran interessiert ist Level 70 in World of  Warcraft zu erreichen, als für die morgige Mathe-Arbeit zu lernen. Da mag dann selbst die Androhung, dass dieser internetbefreite Zustand auch noch Wochen anhalten wird, letztendlich für mich in diesem oder einem anderen Leben Gutes bewirken.
Dann wenn meine Motivation tatsächlich nur das erkannte oder vermutete Wohl des Kindes im Auge hat, liebevolles Mitgefühl also, das man aufgrund der Sachlage aber in strenge Disziplinar-Maßnahmen gekleidet hat. Weil eine freundliche Bitte gegen Spielsucht meistens wenig ausrichtet.

Umgekehrt könnte aber auch das euphorische Kompliment: „Mein Gott Schatz, was siehst du heute wieder gut aus..“ an die eigene Ehefrau zu ganz miesem Karma führen. Wenn dahinter nur die Absicht steckt, sie milde zu stimmen, weil man wieder einmal vergessen hat, den Müll rechtzeitig runter zu bringen.

Alles nicht so einfach also mit dem Karma. Und der Astrologie. Denn mal nebenbei bemerkt – wer sich ernsthaft Sorgen um sein Karma macht, der braucht die Sterne nicht wirklich um Rat zu fragen. Es ist ganz simpel. Wenn man es einfach möchte, gelten für den Anfang zwei karmische Bauernregeln:

1. Was du nicht willst das man dir tu, dass füg auch keinem anderen zu.
2. Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus.

Man stelle sich nur kurz eine Welt vor, in der sich jeder Mensch an diese einfachen Vorgaben hält. Also nichts in die Welt trägt (körperlich, sprachlich und geistig), was er oder sie nicht selbst auch gerne von anderen Mitbewohnern dankbar und mit Freude annehmen möchte. Und man geht einfach davon aus, dass alles was man tut, als Echo zu einem zurück kommt.
Mit anderen Worten: Nimm all das Gute, dass du dir für dich wünscht und gib es allen anderen. Dann wird dir die Welt als Ganzes in genau derselben Freundlichkeit und Großzügigkeit antworten.

Der historische Buddha Shakyamuni hat es einmal so formuliert:

"Wir sind was wir denken,
mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt.
Sprich und handle mit unreiner Gesinnung und Leid wird dir folgen,
wie das Rad dem Ochsen, der den Wagen zieht.

Sprich und handle mit reiner Gesinnung und Glück wird dir folgen
wie dein eigener Schatten.
"

Thats it. Wer es noch gerne etwas ausführlicher hätte, dem seien die Seiten von Alexander Berzin wärmstens empfohlen, besonders diese (Link) und diese (Link)….

Was nun den astrologischen Hintergrund angeht, sind die Dinge ähnlich einfach.
Vergiss den Mondknoten, die Wasserhäuser und alles andere, was zum modernen Equipment eines Karma-Astrologen gehört.

Nimm stattdessen das gesamte Geburtsbild, entdecke die Muster, die dein Empfinden, dein Denken und dein Handeln prägen und  tue alles um dich davon vollständig zu befreien. Denn alles(!!!) was wir in einem Geburtsbild sehen, ist ja eine Prägung im Sinne einer Festlegung. Das gesamte Bild stellt, wenn man so will, unser Karma dar, nicht nur einzelne Faktoren. Es ist sozusagen die karmische Homebase, die Grundlage für jede spezifische Erfahrung.
Interessant wird es, wenn man den ursprünglichen Überlieferungen folgt, die beschreiben, wann sich Karma überhaupt zeigen kann. Zum einen braucht es die oben genannten Ursachen, es müssen also Handlungen im weitesten Sinne mit einer entsprechenden Motivation erfolgt sein, damit es überhaupt die Grundlage für Wirkungen gibt.
Dann braucht es aber auch noch den richtigen Ort, also eine entsprechende Umgebung, damit sich diese Wirkung zeigen kann.
Und – den „richtigen“ Zeitpunkt!!!

Erst wenn alle drei Faktoren zusammen kommen, kann sich eine karmische Wirkung entsprechend ihrer Ursachen manifestieren. Sei es ein Glücksgefühl oder ein Kopfschmerz. Oder all das andere, was Menschen im Laufe ihrer Leben sonst noch erfahren.
Hier findet man dann auch die Verbindung zur Astrologie, die einigermaßen sinnvoll erscheint.
Wer was wann und womöglich noch in einem früheren Leben gemacht hat, also welche Ursachen gesetzt wurden, kann man aus meiner Sicht nicht aus einem Geburtsbild herauslesen. Vielleicht sehr allgemein in dem man das Gesamtbild als Ausdruck dessen deutet, alles andere ist zumindest astrologisch gesehen, pure Fantasie.
Den richtigen Ort wird man ebenfalls nicht aus einem Horoskop erkennen können, es sei denn jemand hätte eine Methode entwickelt, die astrologisch aufzeigt, welche Orte ein Mensch im Laufe seines Lebens alle besuchen wird. Natürlich - auch hier gibt es eine vertiefende Sichtweise, die zumindest allgemeine Beschreibungen zulassen könnte. Aber auch hier befindet man sich mehr im Bereich des Vor- sich-hin-Orakelns, als auf dem Boden astrologisch gesicherter Erkenntnis.

Über den richtigen Zeitpunkt dagegen, hat das astrologische Modell sehr viel zu sagen. Mehr als alle anderen bekannten Wissenschaften zusammen. Der richtige Zeitpunkt verlangt immer, dass die aktuelle Zeitqualität zumindest eine prägnante Verbindung zu den eigenen Anlagen herstellt. Am deutlichsten ausgedrückt über das Prinzip der Transite.

Und das ist die wirklich gute Nachricht – Karma wird nur zu bestimmten Zeitpunkten reifen und sich auch nur dann zeigen. Wir müssen also nicht 24 Stunden täglich auf der Hut sein und uns vor dem kosmischen Feedback fürchten. Natürlich können wir auch in diesen Zeiten jede Menge Unsinn veranstalten, der wiederum zur Ursache für neuen Unsinn wird.

Aber wirklich wichtig sind die Momente, wo sich scheinbar wieder mal die ganze Welt gegen uns verschworen hat und wir nur noch eine Möglichkeit sehen um zu überleben – wir ziehen in den Krieg, wie immer das im Einzelfall auch aussehen mag.

Jeder schwierige Transit ist also eine doppelte Chance. Einerseits können wir, wenn wir uns nur dumm genug anstellen, das Hamsterrad von Samsara (der großen Selbsttäuschung) wieder kräftigst in Schwung bringen. Oder wir schaffen es, genau in diesen Momenten, neue Drehimpulse einzuleiten, die früher oder später das Rad zum Stillstand bringen.

Praktisch bedeutet das: benutze jeden Transit als Herausforderung und Gelegenheit um alte Gewohnheiten, die die Kennzeichen von miesem Karma haben (egoistische Motivation verbunden mit negativem Handeln, Reden oder Denken das sich gegen andere richtet), abzubauen, in dem du in diesen Zeiten höchster Not einen anderen Weg einschlägst.
Wenn du deine Gedanken und negativen Impulse noch nicht auflösen oder kontrollieren kannst, dann halt zumindest solange die Klappe und werde wie ein Holzstock: beweg dich nicht, bis der Impuls oder Anfall vorbei ist. Und wieder Ruhe einkehrt, zuerst innen dann außen.

Fall vor allem nicht mehr auf deine Begründungen herein, die dir vorgaukeln, dein mieses Handeln, Reden oder Denken würde zu irgendetwas Gutem für dich oder andere führen. Auch sie sind nur Ausdruck von miesem Karma, Dämonengeflüster das von schlechten Taten lebt. Verweigere dich ihnen, und handle entsprechend und sie werden einfach eines Tages von alleine verschwinden.

Wenn du dich dann erst mal noch schlechter fühlst, weil du dem äußeren Feind keine mitgegeben hast, sieh das einfach als karmische Entzugserscheinung mit den üblichen Symptomen, man fühlt sich richtig mies. Aber auch das vergeht, wenn du es eine gewisse Zeit aushältst, jeder Drogensüchtige der eine erfolgreiche Therapie hinter sich hat, wird dir das bestätigen.

Und woran kannst du erkennen, dass du gerade begonnen hast, dein Karma abzubauen und einen neuen, guten Weg einschlägst?
Daran, dass dir ab sofort deine Weggefährten alle Gemeinheiten um die Ohren hauen, zu denen sie fähig sind.

Wichtig – nicht zurück schlagen!!!

Stattdessen sieh jede Beleidigung und Herabsetzung, die dir zugefügt wird, wie einen Brief mit genau diesen Inhalten, den du vor langer Zeit mal an jemand anderen verschickt hast.
Und heute kommt er zurück zu dir mit der Aufschrift: Annahme verweigert, zurück an den Absender.

Herzlichen Glückwunsch, you are on the road to Nirvana.

Okay, ehrlicherweise muss man dazu sagen, dass gerade diese Phase lange, sehr lange anhalten kann. Je nachdem, wie viele Leben man vorher damit verbracht, nur das Beste für sich selbst zu wünschen und alle anderen dafür über die Klinge springen lassen hat. Mal ehrlich – das mag man gar nicht so genau wissen, oder?

Man möchte sich nicht vorstellen, wie viele Schnitzel man schon in diesem Leben verdrückt hat, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, das hier ein vormalig sehr lebendiges und empfindungsfähiges Wesen als Leiche auf dem Teller liegt. Das auch noch jemand anderes für einen schlachten musste, weil man sich selbst nicht die Finger schmutzig machen wollte. Und man wollte auch nicht darüber nachdenken, dass man mit dem Energieaufwand für die Züchtung eines üppigen Rinderfilets anderswo in der Welt zehn Kinder satt bekommen hätte. Für mehrere Tage.

Muss jetzt auch nicht mehr sein, solange man sich aufrecht, mutig und tapfer den neuen Gegebenheiten stellt.  Denn der neue Schmerz des „Ich esse alles was auf den Teller kommt, ob nun Beleidigungen, Ungerechtigkeiten oder andere Gemeinheiten“, wird genau dann aufhören, wenn sich die Wirkung aus vergangenen, selbst erschaffenen Ursachen erschöpft hat. Keinen Moment früher, aber auch keine Sekunde später. Das nennt Saturn dann Gerechtigkeit.
Wenn also der entsprechende Transit vorbei ist und man die Auswirkungen der alten, selbstgeschaffenen Ursachen einigermaßen glimpflich überlebt hat, dann kann man sich auch wieder entspannen.

Noch eine gute Nachricht – man kann, darf und soll aber in der Zwischenzeit durchaus einen Ausgleich schaffen. Sprich Gutes tun, denken und reden. Zum Wohle aller Anderen. Das ist okay – vor allem für die Anderen. Und kürzt den Prozess der alten Hypothekenabzahlung manchmal sogar ab.

Und wie gesagt, die Astrologie darf gerne als Gesamtpaket der Selbsterkenntnis benutzt werden, aber am hilfreichsten ist es tatsächlich, sich schon mal die nächsten heftigen Transite rauszusuchen und sich innerlich zu wappnen. Einerseits eben dafür, dann mal die Klappe zu halten, wenn man wieder jemand aus einer inneren Berufung heraus unbedingt die Wahrheit über ihn oder sie um die Ohren hauen möchte, und andererseits auch die großzügigen Rücksendung des Kosmos an einen selbst in Form mannigfaltiger Erfahrungen dankbar anzunehmen.
Sollte dann beim nächsten Pluto-Quadrat plötzlich nur noch großes Mitgefühl und eine tiefgehende Liebe zum gesamten Universum entstehen, dann hat man etwas richtig gemacht. Wenn einen also die Beschimpfungen  des Nachbarn nicht mehr in Wut versetzen, sondern zu Tränen rühren, aus Mitgefühl für den anderen, obwohl man gerade Mars auf Mond hat, dann dauert es nicht mehr lange bis sich jede Waffe, die gegen einen gerichtet wird, in einen bunten Regen aus Lotusblüten verwandelt, die auf die Welt und uns herabregnen.

Versprochen.

Damit ist eigentlich alles zum Thema Astrologie und Karma gesagt. Blöd für mich, weil es jetzt wohl nichts mehr wird mit der ersten Million. Aber vielleicht gut für den einen oder die andere, die jetzt auf die karmisch-bedenklichen und kostenpflichtigen Offerten („Karma-Großputz – wir machen den Weg frei…“) verzichten.

Das dadurch Ersparte könnte man ja denen spenden, die es wirklich nötig haben, sei es dem Bettler an der nächsten Straßenecke oder den Menschen in anderen Regionen unserer Welt, die auf solche Hilfe angewiesen sind. Das wäre dann wirklich, um es einmal mit den Worten unserer Zeit auszudrücken, eine sinnvolle Investion in die eigene Zukunft. Auch in das Jahr der Schlange, daß morgen zu Neumond in weiten Teilen unserer Welt begrüsst wird.

Happy New Year also und möge die Weisheit mit uns sein.


Bilder -Mara: By Hintha (Own work); Butcher: By Ernie (originally posted to Flickr as street fight); Affe:By Salim Virji (Monkey with cat); MagicEarth: By MagicksOfEarth (Own work); Hypocrit: By TwoWings (own work (with scanner)... and own hand);  Baby Love:By Gilberto Filho from Salvador, Brasil (baby love); Iloveme: By PRA (Own work); Spiral Love: By Irudimena (Own work) – alle via Wikimedia Commons

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