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Spirituelle Freunde - das Prinzip Jupiter

Auf jedem geistigen Weg bedarf es guter Freunde. Wer immer sich anschickt, die Welt und ihre Bewohner, und auch sich selbst besser und anders zu verstehen, steht anfangs meist allein auf weiter Flur. Solange man sich in der Sicherheit von Konventionen, Konzepten und Gewohnheitsmustern wiegt, scheint die Welt einfach und überschaubar. Sobald man sich auf geistiges Neuland begibt und die eigene Erfahrung zum Maßstab von Wirklichkeit macht, offenbaren sich neue Universen, die man ohne geeigneten Führer besser nicht betritt.

Astrologisch beschäftigen wir uns dabei mit dem Jupiter-Archetyp in all seinen Ausprägungen. Das astrologische Modell bietet ja nicht nur eine alltagstaugliche Orientierungsgrundlage, um die eigenen Handlungen und das eigene Verhalten auf den jeweiligen Zeitgeist abzustimmen, sondern ist vor allem auch ein Schaubild der grundlegenden Archetypen, die Leben und Erfahrung ausmachen. Das Prinzip Jupiter ist ein Teil davon, eingebunden in die Ursache-Wirkungs-Dynamik des gesamten, astrologischen Lebensrades. Um Jupiter, das Lehrerprinzip, zu verstehen, bedarf es auch eines gewissen Grundverständnisses sowohl der Abläufe innerhalb des Rades, wie auch der anderen Teile.

Entwicklungs-Phasen

Folgt man der ursprünglichen Logik des Zodiak, dann beginnt alles für uns Fassbare mit dem Zeichen Widder, dem Energieimpuls Mars. Dieser durchläuft dann die anderen Wandlungsphasen, um am Ende der Kette durch das energetische Prinzip Neptuns wieder aus jeglicher Form und jeglichem Bezug gelöst zu werden. Bevor aus diesem „scheinbaren“ Nichts und Alles, wieder ein neuer Impuls entsteht, der die energetische Information aller vorherigen Wandlungen in sich trägt. Betrachten wir das geistige Prinzip Jupiter innerhalb dieser Entwicklung und personifizieren es, dann kann ein Lehrer oder "Guru" erst dann wirklich im Leben anderer als solcher erscheinen, wenn er selbst zuvor alle anderen Phasen verinnerlicht und durchlebt hat. Wenn also all die verschiedenen Ausdrucksformen des Anfangsimpulses zur eigenen Erfahrung geworden sind und ein, für andere hilfreicher Umgang damit gefunden wurde.

Er hat also eine eindeutige und klare Absicht und Motivation entwickelt (Mars-Widder) und ist selbst in seiner Erscheinung ein körperlicher Ausdruck davon (Venus-Stier). Sein Denken und seine Art der Kommunikation sind klar und informativ (Merkur-Zwilling). Er ist verwurzelt in tiefem Mitempfinden, in seiner Empathie allen Menschen zugewandt (Mond-Krebs). Seine Präsenz bringt das aktiv zum Ausdruck, ungekünstelt und authentisch (Sonne-Löwe).

Obwohl sicher und souverän im Auftreten, passt ein Lehrer sein Handeln immer den Bedürfnissen der anderen an und zeigt das auch im Tun (Merkur-Jungfrau). Er besitzt also Kenntnis über die geschickten Mittel, die anderen wirklich helfen können. Auf der Grundlage dieser Entwicklung hat er die illusionäre Trennung zwischen Ich und Du, den anderen Wesen, in sich aufgehoben und befindet sich in einem aktiven, fortwährenden Austausch mit der Welt. Er ist geistig in der Lage die Andersheit seines Gegenübers zu verinnerlichen, und dessen Eigenheit in ihrem positiven Ausdruck zu unterstützen (Venus-Waage).

 

An diesem Punkt fallen die letzten Grenzen zwischen Ich und Welt. Wo anfangs nur die Sorge um das eigene Wohlergehen stand, wird  jetzt das Glück der anderen immer wichtiger. Das falsche Selbst wird aufgegeben, die Welt wird vollends Teil des eigenen Seins und damit auch ihr Leid und alle Schmerzen. Nichts wird mehr abgewehrt und ausgeklammert, die Angst vor eigenen Dämonen transformiert zu einem Tanz mit allen Elementen (Mars-Skorpion).

Aus dieser Entwicklung entsteht ein Verständnis, das den eigenen Kosmos ins scheinbar Unendliche erweitert. Eine Erfahrung, in der der Anfangsimpuls vollständig transzendiert und ein größtmögliches Maß an individueller Freiheit erreicht wurde. Man wird zu einem Licht in der Welt, das anderen wirkliche Hilfe und Orientierung geben kann (Jupiter-Schütze).

Das alles ist die sehr verkürzte Darstellung einer Lebensreise, die jeder von uns jeden Tag erlebt. Alles was wir tun, denken und fühlen folgt im Prinzip den selben Mustern. An welchem Punkt wir "aussteigen", in welchen Situationen wir den alten Impulsen nachgeben und das grundlegende Thema nicht im beschriebenen Sinne weiter führen, macht den einzigen Unterschied zu jemandem aus, der diesen Weg verwirklicht hat. Für ihn oder sie sind diese Umsetzungen keine Fiktion mehr, sondern all - tägliche Praxis.

Es ist einfach

Natürlich begegnet uns der Jupiter-Lehrer-Archetyp auch in anderen Formen, die diese Entwicklung nicht als Grundlage haben. Solche Menschen mögen dann zwar einen Teil dieses Glanzes ausstrahlen und sehr überzeugend wirken, halten aber einer genauerer Überprüfung dieser Kriterien nicht stand.
Handelt er wirklich altruistisch? Ist er in der Lage die eigenen widerstreitenden Empfindungen zu transzendieren? Kann er auf die Bedürfnisse verschiedener Menschen angemessen reagieren?
Bei einem Lehrer, im Sinne der astrologischen Entwicklungs-Archetypen, müssen diese Fragen sogar gestellt werden, andernfalls läuft man Gefahr jemand als Ratgeber auszuwählen, der einem in schwierigen Situationen nicht wirklich helfen kann. Dann, wenn Hilfe wirklich nötig ist.

Die Reise geht weiter

Wenn also jemand all diese inneren und äußeren Phasen durchlaufen hat (wobei zeitliche Kriterien dabei relativ sind), dann wird er oder sie sich quasi von selbst als Jupiter-Archetyp in der Welt manifestieren. Das muss nun nicht zwangsweise dazu führen, dass sich plötzlich Schüler und Anhänger um einen scharen und man eine neue Religion gründet. Vielleicht zeigen sich diese Qualitäten durch eine alte Frau aus einer Dorfgemeinschaft, deren Rat gern von allen anderen Bewohnern eingeholt wird. Vielleicht auch in einem Arbeitskollegen, der von allen geschätzt und respektiert wird, weil sein Umgang mit anderen all das ausdrückt. In den allermeisten Fällen wird sich das auf einer zutiefst einfachen und menschlichen Ebene zeigen, ohne  großes Tam-Tam und himmlisches Blitzlichtgewitter.

Aber die innere Reise ist hier noch nicht zu Ende. Der Weg führt weiter, denn das überbordende Feuerelement muss wieder gezähmt werden. Denn noch gibt es Grenzen und Form. Ihre Anerkennung schafft Einfachheit im Sinne einer Kristallisation des Wesentlichen.

„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“  

Selbst in der Bibel wird auf diese saturnische Entwicklungsphase hingewiesen, der "reiche Jupiter" wird also von allem Ballast befreit, zurück bleibt die Erfahrung einer diamantgleichen Klarheit (Saturn-Steinbock).

Die Grenze zwischen Steinbock und Wassermann markiert auch die Grenze zwischen dem physischem Leben und Tod. Ist sie als Erfahrung überschritten, bedeutet das auch eine Befreiung von allen Beschränkungen. Raum und Zeit im üblichen Sinne sind überwunden, die geistigen Vorstellungskräfte bestimmen die Wirklichkeit und nicht mehr umgekehrt (Uranus-Wassermann).

Der letzte Schritt besteht in der Transzendierung dieser Transzendenz. Es ist die Ebene der Erfahrung, die für alle anderen nur als Nichts, als dunkle Ohnmacht existent ist, als traumloser Schlaf ohne Bewusstheit, in dem sich alles Individuelle und Eigenständige mitsamt den kleinsten Resten davon vollständig auflöst. Urgrund des Seins und Erfahrung sind dann eins, nicht mehr getrennt als Erlebtes und Erlebender (Neptun-Fische). Dies jedoch ist dann auch nicht mehr Teil des Rades der Existenz, nicht mehr zu zuordnen und jenseits von Entstehen und Vergehen. Kein Bild, kein Wort, kein Gedanke, kein Gefühl kann das beschreiben und so wird in den meisten spirituellen Traditionen auch darauf verzichtet. Jemand, der all diese Phasen durchlebt hat, wird als erleuchtet und befreit, als Sehender oder Sohn Gottes beschrieben, je nach geistiger oder religiöser Tradition.

Mythische Gestalten

Wenn wir diesem Kreislauf bis zum Ende folgen, ergibt sich aber auch eine andere Möglichkeit. Die Umkehrung der Entwicklung. In der Mythologie wird davon häufig Gebrauch gemacht. Denn aus dem Neptunischen wird dann das uranische Prinzip, dass sich schließlich als „endgültige“ Form manifestiert (Saturn) und als mythologische Lichtgestalt erscheint (Jupiter). Aus dieser Sicht des umgekehrten Weges sind alle Religionen entstanden, dies entspricht weitestgehend dem Erlöser- und Messias-Prinzip, das wir dort finden. Auch die griechische Mythologie bedient sich dieses „kurzen“ Weges, um Götter und Götterboten in die Welt zu bringen.

Hier liegt dann auch die größte Gefahr für den Suchenden und Schüler. Denn wenn Menschen für sich in Anspruch nehmen, „direkt“ aus den „himmlischen“ Bereichen zu kommen, bleibt nur noch der bedingungslose Glaube daran. Götter dürfen alles, entziehen sich jeder kritischen Überprüfung, sind nicht mehr zu beurteilen. Ihr Handeln muss weder in Übereinstimmung mit unserer Ethik sein noch irgendwie nachvollziehbar. Sie sind im jupiterhaften Sinne allmächtig und stehen über uns. Und wir sind ihrem Wohlwollen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Der Schein kann trügen

Aber auch hier kann uns das astrologische Modell vielleicht helfen, trotzdem nicht die Orientierung zu verlieren. Denn wenn jemand für sich in Anspruch nimmt, aus dem „neptunischen Schoß“ geboren worden zu sein und schon perfekt in jeder Hinsicht als Form und Mensch ist, dann muss er oder sie zwangsweise zumindest in der Lage sein, all die üblichen Entwicklungsstufen mitsamt ihrer Meisterung aufzuzeigen. Dazu gehört dann eben auch Mitgefühl, das geschickte Handeln und die Transformation der eigenen, widerstreitenden Emotionen. Zeigt sich jemand dazu nicht in der Lage, dann kann man getrost davon ausgehen, dass es sich hier um ein Sondermodell des Kosmos handelt, dass durchaus seine Berechtigung hat und vermutlich auch in manchen Wirkungsbereichen hilfreich für andere sein kann. Aber man wird von ihm oder ihr niemals Hilfe im Umgang mit den eigenen Herausforderungen erhalten, man bleibt auf sich selbst gestellt, so als hätte man keinen Führer und Lehrer.

Um hier nicht in die Irre gehen, wird in vielen geistigen Traditionen größter Wert darauf gelegt, sich einem Lehrer nur anzuvertrauen, wenn man ihn zu vor ausgiebig geprüft hat. In der buddhistischen Tradition wird dazu ein Zeitraum von sieben Jahren angegeben, was in etwa einer Viertel-Phase des Saturn-Zyklus entspricht oder dem Durchlauf von Uranus durch eine Zodiakphase. Diese Prüfung vollzieht im nächsten Schritt dann auch der Lehrer mit dem Schüler und erst nach dieser Phase des Kennenlernens wird eine Verbindung eingegangen, die dann auch Bestand haben kann.

 

Der beste Freund

Es gibt sie wirklich, diese Menschen, die solche Qualitäten verkörpern.

Die uns zutiefst menschlich begegnen und uns durch ihr Sein und Handeln in jedem Augenblick unsere eigentliche Natur aufzeigen.

In ihren einfachsten Gesten drücken sie aus, was jenseits aller Vorstellungen liegt und nicht in Worte und Begriffe gefasst werden kann.

Und sie sind immer auch ein Ansporn diesen Weg so wie sie bis zum Ende zu gehen, um vielleicht eines Tages selbst einer dieser besten Freunde für andere sein zu können.

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