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Stier-Neumond: Herr der Dinge?

StierneumondtitelWenn sich heute Nacht Sonne und Mond in der Beta-Phase unseres planetenbezogenen Entwicklungszyklus vereinen (in der Mainstream-Astrologie wird das auch häufig als Neumond im Tierkreiszeichen Stier bezeichnet 😊), dann bietet sich dieser Moment für ganz bestimmte Reflektionen an. Sowohl für Menschen, die mit astrologischem Hintergrundwissen wenig bis gar nichts anfangen können, wie auch für Forscher und Suchende, die mit den allgemeinen 08/15 Zuordnungen zu den einzelnen „Zeichen“ nicht zufrieden sind.

Im Ergebnis wird sich für alle Beteiligten nichts ändern, heute Nacht werden wieder Grundlagen geschaffen für die nächsten Monate, Jahre und Jahrhunderte und es spielt dabei keine Rolle, ob man an Astrologie glaubt oder nicht. Schließlich geht es hier nicht nur um eine Religion oder Philosophie, die sich ausschließlich in abstrakten Metaphern und Symbolen ausdrückt, um die „wahre Wirklichkeit“ für uns besser verständlich zu machen. Es geht um reale Erfahrungen, die wir alle zusammen in den nächsten Stunden machen werden. Zwar individuell entsprechend unserer Anlagen sehr unterschiedlich, aber insgesamt trotzdem innerhalb eines gemeinsamen Codex.

Dieser Neumond hat zudem auch eine besondere Bedeutung für unsere Zeit, da er das erste Mal stattfindet, seit Uranus aus dem geozentrischen Erleben heraus unwiderruflich in die Beta-Phase des Zodiaks gewandert ist. Und somit wird alles, was dieser besondere Zeichenwechsel mit sich bringt, nochmals verstärkt bzw. strukturiert werden.

Man(n) könnte jetzt natürlich auch wieder aufzählen, wie sich das dann vermutlich in äußeren Erscheinungsformen ausdrücken wird. Oder wie jeder Einzelne von uns zwangsweise in bestimmte Empfindungen und Erfahrungen hineingedrängt wird, so wie das ja gerne ausführlich in endlos lang(-weilig-)en Video-Selfies bestimmter, selbst ernannter Guru-Astrologen vor allem auf You Tube und Co. gerne gemacht wird.

StierneumondchartDie uns damit zwischen den Zeilen auch vermitteln, dass es ein gruseliges, kosmisches Schicksal gibt. Dort draußen, außerhalb von uns, aber mit knalliger Wirkung auf unser Leben, ohne dass wir darauf maßgeblichen Einfluss haben könnten. Das erinnert ein wenig an das Weltbild, dass schon im Mittelalter weit verbreitet war und sich teilweise bis in die heutige Zeit erhalten hat. Schicksal oder Gottes Wille ist es eben, wenn du ein armer Arbeiter bist und es niemals schaffen kannst, reich zu werden. Das bleibt nur wenigen Auserwählten vorbehalten, die Gott oder das Schicksal (Mondknoten in Konjunktion mit dem Glückspunkt?) erwählt hat und zu denen man aufblicken und sich ihren Bedürfnissen und Forderungen fügen sollte.

„Ist halt Karma“, wird dann auch gerne von Esologen behauptet, die nicht einmal ansatzweise wissen, woher dieser Begriff überhaupt kommt und was wirklich damit gemeint ist.

Dumm nur, dass diese Welt, in der wir gerade leben, niemals unabhängig von uns existieren könnte. Denn gäbe es da nichts, was all das, was wir als Leben und Wirklichkeit bezeichnen, wahrnehmen würde, wo bitte sollte diese Welt dann existieren? Alles was wir darüber glauben zu wissen, existiert ausschließlich als Teil unseres Erlebens und unserer Wahrnehmung. Zu vermuten, es gäbe diese Welt als festen Baustein außerhalb von diesem nicht-materiellem Kontinuum ist genau das - eine reine Vermutung.

Woher kommt diese Vermutung?

stiersign

Größtenteils aus dem Glauben heraus, dass es tatsächlich eine unabhängige, materielle Wirklichkeit gäbe, die die Basis bildet, damit sich Leben überhaupt entwickeln kann. Und somit also auch Wahrnehmung, Erfahrung und Bewusstsein. Denn wenn feste Materie die Grundlage unseres Seins bildet, dann muss sie ja so etwas wie einen schöpferischen Gottesstatus haben. Und genau das verkünden die meisten Naturwissenschaften, ohne es speziell auszudrücken.

Gott ist tot, es lebe die Materie. Als feste, äußere und unabhängige Größe…

Da spielt es anscheinend dann auch keine Rolle, dass ihr Kollege Werner Heisenberg schon vor langer Zeit herausgefunden hat, dass die Beobachtung dieser „äußeren“ Welt im Detail unmittelbar auch zu einer Veränderung derselben führt.

Frage: wie kann man dann noch davon ausgehen, dass diese Welten unabhängig von denjenigen existieren, die sie wahrnehmen?

Aber gut, wer es sich gerne so einfach machen möchte, der darf das natürlich tun, denn es liegt in der eigenen Verantwortung, wie sich diese Welt gestalten wird. Und wer diese Verantwortung lieber weiterhin an Götter, Materie oder Gesetzmäßigkeiten abgeben möchte, der kann natürlich auch das tun. Genau das ist die Freiheit, die wir haben. Allerdings führt das dann eben auch genau zu den Konsequenzen sprich Erfahrungen, die wir am Ende dieser Verdrängungskette als scheinbar unabwendbares Schicksal erleben.

 

Lebensrad

Dieses Thema anzusprechen gebietet sich heute automatisch, wenn man über die Betaphase des Zodiaks, das Zeichen Stier und einen stattfindenden Neumond schreiben will. Denn nur allzu oft wird „Der Stier“ mit dem Begriff der Materie verbunden, so als wäre er der Erzeuger und Macher einer festen, äußeren Welt.

Was stimmt ist, dass bestimmte Entwicklungsphasen in unserem Leben in der individuellen „Stierphase“ tatsächlich eine „Verfestigung“ bzw. die Entstehung erdhafter Strukturen erschaffen. Betrachtet man das Leben als Ganzes, also nicht nur als eine Phase zwischen Geburt und Tod, sondern als einen kompletten Zyklus zwischen Zeugung und Nachtod-Erfahrung, dann entwickeln wir unser körperliches Sein in den ersten Monaten der Schwangerschaft unserer Mutter. Diese Verdichtung von Impulsen zu nachhaltigen Strukturen entspricht der Beta- bzw. Stier-Phase unseres Lebens.

Dieses Prinzip ist übertragbar. Am Anfang steht immer der Urknall. Und der hat sich nicht nur vor vielen Milliarden Jahren ein einziges Mal ereignet, sondern ist ein Impuls, der in jedem Sekundenbruchteil unseres Seins immer wieder geschieht (siehe auch Widder-Neumond: Carpe Lunam). Aus der großen Leere, dem scheinbaren Nichts des allerletzten Fische-Abschnitts entsteht dieser Impuls der Bewegung. Der wiederum andere Impulse auslöst, bis alles zu einer Neuschöpfung des eigenen Universums führt. Allerdings ungeordnet und chaotisch.

Bestimmte Impulse ähneln sich aber (und das ist das „Karma“, auf das wir keinen Einfluss haben), sie wiederholen sich und verbinden sich nach und nach mit anderen Impulsen. Sie verlieren dadurch auch an "Geschwindigkeit" und sinken so schließlich in einen Frequenzbereich ab, der für uns Menschen hörbar, spürbar, schmeckbar, sichtbar und riechbar ist.

Genau das nehmen wir dann als Wirklichkeit, als feste, unveränderliche Größen wahr.

Heute (und auch noch morgen bzw. solange sich der Mond noch im Zeichen Stier befindet) ist also ein sehr geeigneter Moment, um über diese Wirklichkeit mal ein wenig anders zu reflektieren, als man das üblicherweise macht. Dazu muss man sich auch nicht den Kopf zerbrechen oder irgendwelche Ideologien erzeugen. Es reicht völlig, wenn man die normalen Wahrnehmungsimpulse, die uns in jedem Augenblick begleiten, einfach etwas bewusster wahrnimmt.

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Genauso hilfreich könnte sein, sich noch einmal Gedanken um die eigene Verantwortung bezüglich der Wirklichkeiten und Welten zu machen, in denen wir scheinbar gezwungen sind zu leben.

Im buddhistischen Rad des Lebens finden sich auch die 12 Glieder des abhängigen Entstehens wieder. Der Kreislauf von Ursache und Wirkung beginnt demnach mit unserer grundlegenden Ignoranz und Unwissenheit. Aus der heraus sich dann „willensbedingte Formationen“ (volitional formations siehe auch https://www.lamayeshe.com/article/twelve-links-interdependent-origination) entwickeln, dargestellt durch das Bild eines Töpfers, der gerade eine neue Form entstehen lässt.

Anagarika Govinda schrieb dazu schon 1959 in seinem Buch „Grundlagen tibetischer Mystik“:

„So wie der Töpfer die Formen der Töpfe gestaltet, so formen wir unseren Charakter und unser Schicksal – oder richtiger: unser Karma – durch unsere Taten in Werken, Worten und Gedanken. (…) Denn Charakter ist nichts anderes, als die durch wiederholte Taten gebildete Tendenz unseres Wollens. (…) Wir schaffen durch Taten, Worte und Gedanken aus dem noch ungeformten Material unseres Lebens und unserer Sinneseindrücke die Gefäße unseres zukünftigen Bewusstseins, nämlich das was diesem Bewusstsein Form und Richtung gibt.“

Übertragen wir das in den astrologischen Kontext, dann sollten wir unter dem Signum des Zeichen Stiers ein umfassendes Bewusstsein über den Sinn, die Richtung und die Bedeutung des eigenen Tuns entwickeln, um dadurch die Eigenverantwortung für unser Denken und Handeln zu übernehmen.

Heute Nacht ist ein hervorragender Augenblick, um sich vorzunehmen, zumindest einen ersten Schritt in diese Richtung zu gehen, falls man bis jetzt noch davon ausgegangen ist, dass man nur ein Blatt im Wind des Schicksals sei.

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Wer mehr über die eigene Einbindung in dieses Thema erfahren möchte, kann sich gerne direkt an uns wenden. Wir bieten dazu verschiedene Formen der Beratung an, sowohl Susanne Riedel (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) als auch Harald Lebherz (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

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