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Wenn nichts ist, wo ist dann alles?

milky way"Alle Dinge sind in Wahrheit leer. Nichts entsteht und nichts vergeht. Nichts ist unrein, nichts ist rein." (Herz-Sutra)

Dies ist auch eine Zen-Zeit, erklärt alles und nichts und wirkt fast wie eine der paradoxen Fragen, mit denen unser Geist aus seinen Mustern gerissen werden kann. Und das ist oft auch sehr nötig. Fast jeder, der neptunisch fühlt, spürt jetzt diesen Shift des Saturn am Galaktischen Zentrum, eine zarte und gleichzeitig schnell aushärtende, andere Energie, die noch kaum erfasst werden kann.

Wie bei einem großen, mentalen Verkehrsunfall, dem wir zusehen, gebannt vom Hickhack der Gegenwart. Als würde da unsere Wahrheit gegen andere Wahrheiten knallen und gleichzeitig etwas wie ganz feiner Perlenstaub zu Boden rieseln. Hinter all dem Geräusch der inneren und äußeren Kriege, bildet sich etwas Neues - zerbrechlich, durchscheinend und unsichtbar anders als alles zuvor. Über den vielen Neins von Menschen zu Menschen, über Grenzanlagen von Weltbildern, die scheppernd hochgezogen werden. Nicht mehr Tragfähiges fällt nun überall, wo Saturn sein zeitliches Siegel auf die stets offene und manchmal zu weite Sicht des Schützen setzt. Dreimal dieses Jahr geht der Herrscher der Zeit über's GZ, während Neptun zuhause mit dem voraus laufenden Fische-Chiron schmerzhafte Irrtümer über "das Echte" einspült. 

Ähnlich war das vielleicht auch an jenem 5. Januar 1723, vor fast 300 Jahren, als eine ganz ungewöhnliche Jupiter-Saturn-Konjunktion auf dem GZ mit Mars und Mond im Schützen (Radix unten) das Auflodern der Aufklärung spiegelte. Wissen wurde Macht und Fakten prägten Wirklichkeiten. Mit jeder Saturn-Konjunktion danach am gleichen Punkt werden Anschauungen dauerhaft verändert. Vielleicht ist es kein Zufall, dass Saturns und Neptuns astrologische Icons, die bedeutsame spirituelle Wendungen anzeigen, so sehr dem heiligen Om ähneln. Beide wirken in der Gegenwart durchdringend als Zeit-Zeichen. Durch Konfusion und Verhärtungen, bevor sich etwas ändert. Nie war das Jetzt linear, sondern wie verzaubert, im Bann unserer Sicht und unterschiedlicher Umstände ein wackeliger Übergangszustand. Wo das Heute vom Morgen bald genauso verändert wird, wie das Gestern vom Heute.

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Sinnvoll könnte darum sein, sich dessen nun stärker bewusst zu werden, dass zwar unsere Positionierung innerhalb gewählter Denk-Koordinaten (des Selbst und des Umfelds) uns ein Sicherheitsgefühl verschafft und wahr aussieht, aber nicht die Wahrheit IST. Selten, dass das beliebte Ping-Pong-Spiel der Dualität so stark in Wellen ausgeschwemmt wird. Womit wir uns neu für den eindringenden 'Vor-Urteils-Geist' öffnen können.

Das heißt: Vor dem Urteil zu sein. Vergiss deine Konzepte. Sonst wird alles schwer, woran du festklebst. Wie es auch das Herz-Sutra beschreibt, einer der überraschendsten und wichtigsten Weisheitstexte Buddhas für saturnisch-neptunische Zeiten. Darin steckt das Motto: Immer ist auch das Gegenteil wahr. Was letztlich nicht nur Meditierenden die Sicht öffnen kann, als ein Tool des "Crazy Wisdom". Nein, ich muss wirklich nicht alles glauben, was andere denken, aber auch mir selbst nicht. Diese endlos kreisenden Meinungen. Haltungen, die mich da halten, wo ich immer schon war. Saturnische Prozesse, wie wir sie jetzt weltweit erleben, bringen neben dem Mond (meist einem Empfinden der Gegenwehr) auch immer Merkur-Zwillinge mit (Steinbocks Spiegel über 0° Widder). Denken in automatisierten Gewohnheiten, was Haltungen versteinern lässt. Mitgefühl (Neptun) ist übrigens eins der probaten Mittel dagegen, sich in seinen Ritualen zu sehr festzufahren. Da es den Saturn in uns aufweicht und lehrt, den Kosmos der anderen zumindest zu respektieren. Exerzitien im Sinne geistiger Übungen (Saturn) dienen als anderes Tool dafür, nicht immer wieder im Fluss der Verwirrung und Ignoranz wegzuschwimmen. Eine solche, purere Wahrnehmung kann man trainieren, wenn man aus seinen alten Problemen aussteigen will. Wo Saturn Meilensteine setzt und Neptun frische Lösungen hinter alten Wegkreuzungen anschwemmt, wird es auch möglich, sich neu zu entscheiden. 

Meist sind es sowieso nur die "logisch" strukturierten Wahrnehmungsbrillen dessen, was wir bisher über Welt wissen (Logos Merkur und Saturn, sein Einflüsterungs-Mythos), die uns so festlegen. Anders ist: Sehen, ohne zu benennen, jetzt, da Saturn noch nah am GZ steht und ein weiterer Übergang Ende November wartet. Wieso überhaupt eine andere Sicht? Weil Beharren zwar bei manchen praktischen und emotionalen Problemen gegen Schwächung hilft, aber nicht da, wo man ohnehin zu stark, zu starr, festlegend reaagiert. Bevor man sich also wieder nur beweist, dass der Nachbar ein Feind ist, die Freundin Kampf-Gegner, mein Leben mies und dein Ansatz überhaupt immer der falsche, ändert ein punktuell anderes Bewussein schon viel. Nur: Wenn es stimmt, dass in die Tiefen geistiger Untersuchungen von allem potenziell auch das Gegenteil wahr sein könnte, ist das vielleicht theoretisch sehr schön und feierlich. Aber leider auch ziemlich beunruhigend, wo es dann unsere eigenen geliebten Überzeugungen und Geschichten in Frage stellt, mit denen wir uns chronisch belegen, im Recht zu sein. Gegenüber allem eigentlich.

Saturn schafft ja einerseits Identifikationen, die überlebenswichtig sind, wo wir schwanken und die uns das Leben durch Vereinfachungen erleichtern sollen. Aber der andere Blick, das Erkennen der Austauschbarkeit von Fakten, die Wahrheit im Sinne dessen, das alles umfasst, wird da bedeutsam, wo wir uns immer wieder in den Fussfesseln und anderen Fallen einer Existenz verfangen, die aus lauter selbstgemachten, festgeklopften Filmen besteht. Sie zu stoppen und den "Schmerzkörper" (wie das esologisch so easy heißt) loszulassen, ist aber keine lockere, kleine Idee, die einen zufällig wie der Blitz ereilt und dann auch noch lebenslang hält. Es passiert darum Leuten auch meist nicht in Workshops und wenn, dann nur wenigen, die Voraussetzungen erarbeitet haben (meist lange und durch stabile geistige Praxis, die den hyperaktiven Mind von alten Abschweifungen erlöst). Kurzfristige psychologische Aha-Erlebnisse etwa mit Erleuchtung zu verwechseln, wie es so oft passiert, kommt aus Neptuns Spiegelkabinetten, da, wo Mut zur Wahrhaftigkeit fehlt und stattdessen der Verstand mit Alice im Wunderland versenkt wird. Und man sein Ego wieder zum König krönt. 

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Ja, und genau das wird uns zu leicht gemacht in dieser widersprüchlichen Zeit, mit all diesen Befreiungs-Angeboten, eine Ära, die dazu einlädt, sich auf Hinz und Kunz mit ethisch kostspieligen, aber inhaltlich oft so billigen Einsichten einzulassen. Worauf dann der Space-Shuttle zum Erwachen (was immer das ist, für die subjektiven Wunschnatur, man wird es geboten bekommen) nur zu schnell zum Space-Shut wird. Alles zu. Nur anders zu.

Was wir allein tun können: Bewusst im Alltag alte Haltungen und Handlungen aufbrechen, mit denen wir immer wieder antworten auf Kritik, Anfeindungen, Meinungen  und etwas "selbst-vergessener" werden. Mehr mit anderen sein. Gerade jetzt, da Saturn nah dem GZ noch einmal deutlich Weichen stellt, wird uns das, wofür wir uns an seinen Wegen entscheiden, lange begleiten.

Fast-Eso mit Bling-Bling wird da auch bloß Bling-Bling bringen. Und tiefer Wert tiefe Werte. Die werden einem aber oft nicht einfach geschenkt, auch wenn die lustigen Coaches dieser Zeit einem das immer wieder einreden. Alles ist schon da. Klar, aber wieso dann in der völlig unüberschaubaren Szene der Weisen dafür noch zahlen? Saturn am GZ schafft ja so oder so andere Nachhaltigkeit. Er braucht keinen schnellen Kick, mit dem wir seine Forderungen nach Dauer oft besänftigen wollen (...damit es mit Tempo weitergeht...). Saturn steht gerade im Schützen nicht für die Eintagsfliegen der Soulfood- oder Erleuchtungs-Netzwerke, wo sich am Ende niemand mehr zurechtfindet, weil keiner Referenzen braucht, Lineages der Besärkung und Stabilität. Nur Selbstüberzeugtheit, Optimismus und Laune.

Saturn dagegen benötigt vielmehr gute, stabile Lehrer, die möglichst auch eine starke und von keinem Narzissmus verfälschte Tradition im Rücken haben. Sprich, das, was man heute Supervision nennen würde. Denn aus den "falschen Propheten", die Neptuns Übergang lange vorher ankündigte, spricht ja eher seltener Gott oder ein anderes Weltgewissen, sondern oft ein größeres Ego als das, was dann in Pop-Erleuchtungs-Kursen ausgerechnet wieder bekämpft wird. Das ist nun aber kein Grund, all diese aufpoppenden Befreiungs-Relaunches der Erleuchtungs-Hochkonjunktur nun einfach in einem Rutsch niederzumachen oder verbieten zu wollen. Sie sind ein Teil der Entwicklung aus der Rigidität des Faktenwissens, die in ein Gegenextrem fällt. Von daher inhaltlich logisch und nachvollziehbar. Und wer sie braucht, Teil davon werden will, findet eben sein Level so. Vielleicht ist das ja auch ein Anfang, sich wenigstens eine Weile glücklicher zu fühlen. Was nahlegt, dass man dann wenigstens etwas hat, von dem man dem Nächsten an Zufriedenheit abgeben kann. Und ein Beginn, sich irgendwann dann doch tiefer auf nachhaltigere Lehren einzulassen, die nicht nur aus der Illusion eines modischen Zeitraffer-Erwachens bestehen.

Wenn die Weisheit in mir einklickt...

Aber Saturn und Neptun raten im Kontext Wasser und Erde doch, gründlich und behutsam zu testen, was da eigentlich aus all diesen (meist völlig selbsternannten) neuen Lehrern der Gegenwart spricht. In Zungen, Channeln oder anderem. Merke: Wenn ein weiser Mensch in mir etwas zum Klicken bringt, kann das wunderbar sein. Aber es kann auch nur heißen, dass sich hinter mir gerade ein Panzertresor geschlossen hat und ich nun erst recht im egomanischen Wahrnehmungsraum feststecke. Was in Folge dann - ein Saturn-Zyklus chronifiziert alles, was man da nicht beendet - verdammt schwer machen könnte, aus all den Vernagelungen mit "spirituellen" Dogmen wieder herauszukommen. Dem Himmel sei Dank, gibt es einen recht bewährten Trick, um herauszufinden, ob etwas im neptunischen Lektionen-Kontext eine Täuschung ist. Schau nach, ob sich bei einer Methodik dein Mitgefühl vergrößert. Ich meine damit das Mitgefühl für andere. Bei vielen esologischen Übungen oder kompromisslosen Öffnungen ist leider feststellbar, dass sich bloß das ohnehin schon ausgeprägte Mitgefühl für sich selbst verstärkt. Während das Mitempfinden für andere weiter abnimmt und man  sich isoliert radikal verwirklicht.

Was spirituell kein wirklicher Fortschritt ist. Denn das Gefühl, sich befreit zu haben, bedeutet noch lange nicht, dass man nicht doppelt gebunden wäre (besonders bei Saturn-GZ kommt es oft zu solchen Erscheinungen, weil dann Mission manchmal zum Dogma wird). Wo moderne Licht-und-Liebe-Lehren krisiert werden, wird man an der Antwort der Lehrer merken, wie weit her es mit deren Erleuchtung ist. Eins der beliebtesten "unerleuchteten" Werkzeuge ist, dann das Gegenüber zu bezichtigen, mit einem eigenne Problem nicht fertiggeworden zu sein. Das ist nicht erleuchtet, soviel steht fest. Aber diese Zeit ist nun mal karg und voller Zerbrechlichkeiten - darum Vorsicht mit Zuweisungen von Sinn. Die Besonderheit dieser Phase zeigt sich auch an Saturns "Lions Roar", darin, dass wir für unser Tun schnell zur Veantwortung gezogen werden. Es ist einfach ein Galaktischer Übergang eines "Schicksals-Planeten".

Mit all dem Chaos des neuen "dunkleren Zeitalters", das nach dem angeblichen "Jahrhundert der Lichter" (Aufklärung) nun einzog. Neptun in den Fischen ersetzt ja das vermeintliche Wissen Merkurs durch empfundene Wahrhaftigkeit und Lügen. Aber Empfundenes bleibt so anfällig für Illusion. 

Es gibt in der Leere keine Form, keine Empfindung, Wahrnehmung, geistige Formkraft und kein Bewußtsein, keine Augen, Ohren, Nase, Zunge, Körper oder Geist; es gibt nichts zu sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen oder denken, keine Unwissenheit und auch kein Ende der Unwissenheit, kein Altern und keinen Tod, noch deren Aufhebung, kein Leiden und keine Ursache des Leidens, kein Auslöschen und keinen Weg der Erlösung, keine Erkenntnis und auch kein Erreichen. (Herz-Sutra)

Dass am Ende jeder weiß, nichts zu wissen und dabei alles hat, was er braucht. Haus 10, 11 und 12. Steinbock, Wassermann und Fische. Darin stehen jetzt Pluto und Neptun, die wahre Veränderung bringen. Während Uranus nur aussieht wie der einzige Rebell, greifbar im Widder, bringen die beiden die Aufgaben für jeden von uns, da wir sie noch nicht "packen" können.

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Was macht die Vorbereitungszeit auf den neuen Saturn-Zyklus speziell? Am 18. Dezember wird diesmal Neumond auf dem GZ stehen (rechts), bevor Saturn zwei Tage danach aus seinem Traum(a)-Ort im Schützen in den Steinbock wechselt und wir lernen werden, was diese Jahre jetzt zu bedeuten hatten. Sein neuer Zyklus beginnt, die Dinge werden sich ordnen.Das eine, das das andere ist, wobei du das eine immer am anderen finden wirst. Relativ und Absolut hat keine Grenze. Mein Leben ist mein Traum, den ich deuten muss. Wir sind die, die wir sind. Perfekt in allen Fehlern, erleuchtet unerleuchtet, groß und klein zugleich.

Es soll Menschen geben, die das Herz-Sutra nur durch Hören verstehen. Das sind vielleicht auch die, die niemals ihre Ahnung "verkaufen" werden, weil sie wissen, wie zerbrechlich diese Weisheit ist. Dass sie sich entzieht, wenn man sie entäußern will, wo Neptuns letztes Geheimnis, das nicht umsonst geheim ist, dann zum reinen gespenstischen Phänomen esologischer Wirklichkeit verkommt. Saturn am GZ beschreibt alle zwanzig Jahre etwa wirklich substanzielle Bewegungen, die Weltbilder immer so klirrend gegeneinander schleuderten, dass wieder Raum geschaffen wurde für Neues. Aber selten "brach" seelisch, körperlich, geistig so viel wie zur Zeit. All die Faktenwelten der dogmatischen "Aufklärung" werden jetzt ja noch einmal angegriffen, wo nun alle alles in Frage stellen. Zwischen "Wissenschaft ist tot" und Aluhüten-Lagern vergessen wir uns beim Entmachten bloß meist einfach selbst. Als königliche Erzeuger neuer Wahrheiten.

Was war das eigentlich für ein philosophische Witz, dass ausgerechnet "Enlightenment" (das englische Wort für die historische Aufklärung mit ihren technischen Wissenswelten) durch eine neue, beliebige Popart-Mindfulness-Szene für etwas ganz anderes verschlissen wird?

Diese Sorte Heiligung ist inzwischen an jeder Ecke zwischen Facebook und teurer Awakening-Praxis zu haben, zu der sich jeder berechtigt sieht, der Weisheit irgendwie channelt. Was diese esologisch tätigen "Wissenden" erlangt zu haben glauben, : Erleuchtung, wog in den Religionen der Welt schwerer. Deshalb ist die neue Erwachensform oft auch so billig: Viele organisierte Egos, die sich durch angebliche Erkenntnis noch mehr selbst heiligen. Auch wenn das, was hier und heute passiert wieder ein Bruch der Zeitalter IST - das kann man astrologisch sehen. Aber  nur in Teilen zu mehr Wahrheit. 

jusa1723Sicher ist darüber aber nur: Immer, wenn Saturn über das Galaktische Zentrum läuft, wenden sich Zeiten. Nun geht wohl bald endgültig die "Macht" dieser polierten, auslaufenden Aufklärung vorbei, die an jenem 5. Januar 1723 mit einem unglaublich Saturn-Jupiter (plus Mond und Mars) am GZ ein so ungewöhnlich famoses astrologisches Symbol fand (links). Aber die Wandel lassen eben auch all diese anderen, neuen, zornig-radikalen, merkwürdigen Blüten blühen. Ein Befreiungs-Dogma des Einzelnen. Fakten werden dann übergangslos durch Fantasmen ersetzt, was genauso brutal sein kann in der positivistischen Beschönigung wie rein technisches Denken der Wissenschaftsfanatiker. 

Und: Jeder, der behauptet zu wissen, was genau da oben und innen, in uns, gerade passiert, täuscht sich insofern aber auch vermutlich. Und mit "jeder" meine ich jeden, auch mich selbst und alle - angeblich - in Geheimwissen Selbst-Eingeweihten. Leute, die ernsthaft annehmen, nun wäre es endlich soweit, dass wir alle uns (nach einigen Workshops) erleuchtet nennen können. Diese Art der Erleuchtung ist allerdings oft nur ein Kampfbegriff, mit dem man subjektive Glücks-Phänomene in eine Erhabenheits-Schublade steckt. Wobei in erprobten Lehren kulturell übergreifend davon die Rede ist: Erhabenheit gehört in den hierarchischen Kanon und genau darum geht es bei der Erleuchtung nicht, dem Erwachen, der Erkenntnis oder wie man dieselbe Erscheinung in unterschiedlichen Kontexten dann auch nennen mag.

Selten crashten die Widersprüche derart über Weltbildern wie in der Hochzeit der Verschwörungs-Theorien und all dieser Gegenteile der Gegenteile. Die nur aufkommen, um vermutlich irgendwann wieder zu verschmelzen. Wie es immer war. Und wie der Buddha, den auch Nicht-Buddhisten meist für einen klugen Kopf halten, in den großen Reden als erlebtes Dasein beschreibt. Das Om, das an Saturn erinnert, ist dabei wie ein scharf umrissener, klarer Laut, der Ausdruck der Weltseele, Keimsilbe, die den Urklang von allem abbildet, aus dem Universum entstand. Mit einer vermuteten "Akasha-Chronik" (und anderen Erfindungen flotter Geister) hat das aber vermutlich nur zu tun, wenn es tatsächlich ein paar mehr berufene Zeugen als die gibt, die nur vom Hörensagen der Channel "erleuchteter Meister" davon wissen. Manchmal sind es nämlich auch nur "erleuchtete Mister", die ihre kleinen Beratungs-Praxen auf keinerlei Tradition stützen als auf die des Einfalls und Eindrucks. Gut für verzweifelte Sucher, schlecht für das allgemeine Bewusstsein, wo solche Beliebigkeit Tür und Tor für allerlei dummen Spuk öffnet. 

Saturn, im Zodiak Anfang des Irdischen, durch dessen Steinbock-Tor rückwärts Fische und Wassermann einströmen und gefiltert werden, drückt auch all das mit in die Welt. Das Sieb wurde weiter, seit er durch Schütze lief und wird sich im Steinbock wieder verengen. Dann fällt alles durch, was keine ahrheit hat, da es keinem nützt. Saturn hat immer vieles er-träglich gemacht vom Mythos der zur Erde durchdringt und bestimmt, was wir tragen können und müssen. Weshalb uns unser persönlicher Saturn, die Aufgabe, nur so viel auch schultert, wie unsere Knochen aushalten. Das sieht man auch im eigenen Horoskop an Zeichen und Haus. All das mundan Unbegreifliche und blitzartig Wandelnde von heute, das nun aufkommt, war auch so vorgesehen und ist darum auch gut. Selbst wenn es schlecht wirkt. Destruktiv. Soviel zu den brüllenden Schneelöwen des Wirklichen, der Erde, der wir gehören, mit ihrer Kälte und Leere, Hitze und Fülle. So immens wir uns auch auf den Neptun sehnen mögen. Die neue Sucht.

Saturn bleibt der steinerne Wächter darüber, wie viel diese Zeit an Wahrheit verkraftet. Saturns Om bringt die formvollendete Wirklichkeiten. Auf seinem Boden wird Neptun Poesie. Ohne Saturn tillt er wie ein Gespenst. Nicht umsonst habe ich das Zitat aus dem Herz-Sutra an den Anfang gestellt - die "Essenz der Prajnaparamita-Erklärungen über die Vervollkommnung der Weisheit". Ohne Leere gibt es keine Form und umgekehrt.

nightyVon manchen Praktizierenden wird das Herz-Sutra auch "Herz der Weisheit" genannt, weil darin alles steckt, was man wissen muss, um demütig zu werden. Falls man die häufig erlebten "spirituellen Phänomene" (die einfach nur als mentaler Müll an die Oberfläche eines unklaren Geistes schwappen können), etwa doch mit Erleuchtung verwechselt. Andere sagen auch "Herzanfall-Sutra", weil der Buddha darin alles, aber auch alles in Frage stellte. Laut Dr. Karl Brunnhölzl, einem buddhistischen Lehrer und Übersetzer, war es sogar so, dass die "Arhats", die Praktizierenden, die am Weitesten sind, als sie das Herz-Sutra hörten, reihenweise entweder gingen, umkippten oder einige sogar starben.

Zack, viel zu viel "Crazy Wisdom", der alles Gelernte auf den Kopf stellte. Und besonders das, was die vielen bestens trainierten Schüler des inneren Wissens und fast erleuchteten, irdischen Genies ganz sicher erfahren zu haben glaubten. Der Sinn von Zen-Fragen oder merkurisch-neptunischen Konfrontationen. Diese Widersprüche kann man als wahr nur erfühlen. Nein, die Wirklichkeit, hinter allem, ist kein Tennisplatz, wo es entweder Wahrheit oder die Lüge gibt. Wenn alles nicht wahr ist, kann nur Nichts wirklich sein? Das nennt man Nihilismus, nicht Weisheit. Merkurisches Wissen ist immer eitel. Und eitel bedeutet: es vergeht. Insofern lässt sich das Herz-Sutra auch nicht mit dem Kopf lesen. Sein Verstehen kommt wie gekräuselte Wellen auf Wasser, nicht wie der scharfe, verbale Wind. 

"Form ist nichts anderes als Leere, und Leere ist nichts anderes als Form." (Herz-Sutra)

Alles ist. Nichts ist. So leer oder voll, wie es das Bewusstsein der erfahrbaren Welt zulässt. Leere und Form = Neptun und Saturn, Anfang und Ende. Die erwünschte Auschließlichkeit, die dual das Dasein in erleichterndes Schwarz und Weiß aufteilen würde, existiert wohl wirklich nicht, so beängstigend das sein kann. Wahrheit ist eben für die Mutigen. Aber: Nicht alles Faktische ist damit unwahr und nicht alles Illusionäre stimmt. Selten in all den Jahren gab es - bei den Verdrehungen drumherum - so viele Möglichkeiten wie jetzt, unter Saturn in seinem 12. Verdrängungszeichen (Schütze ab Steinbock), sich über sich und die Welt zu irren. Selten wurden so viele wirre Ideen zur Richtschnur unethischen Verhaltens gemacht. Alles müßig. Wie das Herz-Sutra beschreibt, ist Saturn-Neptun ein Neptun-Saturn und wenn wir das spüren, haben wir die halbe Miete. Erklärung sinnlos, wie man hier liest. Im Lande der Schatten sind wir sicher vor jedem Bedauern. Wir dürfen uns auch auf falschen Pfaden bewegt und uns für erleuchtet gehalten haben. Wir dürfen wir sein, mit Fehlern. Dass es keine Zeit gibt, hinter dem Saturn, wo der Neptun wohnt, heißt jedoch nicht, dass es schon hier gilt. Dass auch das Auto, das auf uns zurast, bloß eine Illusion wäre. Weit gefehlt. Wenn alles nichts ist, gibt es kein Alles? Eins der größten Missverständnisse der Selbstbefreiungs-Szene. Nihilismus, der dem Ego alles erlaubt. Wovor die großen Denkschulen wie der Buddhismus schon lange warnen. Keine Konzepte zu haben, bedeutet nicht, nicht mehr sterblich zu sein. Ja, es gibt den Tod. Und es gibt keinen. Das geht aber über die muntere, sich gegenseitig heiligende Workshop-Ebene weit hinaus. Nicht umsonst. Klugheit ist für die Klugen, die wirklich wissen wollen und ihre Unwissenheit aushalten.

Bilder (bearbeitet): Pixabay

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