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Ein Cookie für die Hoffnungsvollen

Gab es da nicht den großen Lockruf der Träume, als Neptun in die Fische lief? Bote der Positiv-Denker, Hoffnung für Hoffnungslose. Ach, was haben wir uns nicht alles gewünscht! Wieso fällt dann dieser Neptun jetzt so schwer? Mit all seinen Masken und Larven, die er bringt, den Verschiebungen der Realität? Wenn er wirklich das zuckersüße Streichquartett über den Fleischtheken des Lebens wäre, das wir so gern in das letzte Tierkreis-Zeichen hineingeheimnissen, müsste es uns ja famos gegangen sein, seither. Am 3. Februar 2012 durchwanderte Neptun endgültig die Grenze nach Hause, in die Fische. Zu den Meer-Jungfrauen, den Strom-Rittern des Unglücks, wo er nur weiter und weiter die dünnen Netze der Illusion auswarf. Come to the dark side, we have cookies.

Im Grunde bedeutete das auch nicht mehr als: Flieh weiter vor all dem, was was dich schmerzt, und die Angst holt dich ein. Das Weh ist es, was in den Gedanken der Rechtshirner bleibt, der Kreativen, der Querdenker. Wissenschaftlich erwiesen. Damit wir uns verändern können, damit wir uns erinnern. Da sind wir also wieder. Im Lande Nemo, wo die Schiffswracks der Gestrandeten liegen, neben der Einigkeit der Seele mit sich selbst, verborgenen Schätzen, zu denen der Schlüssel fehlt. Dem Namenlosen, wie wir es verstehen, das wir alle suchen. Rettung. Jeder nach seiner Art. Anders als es der imposante Menschen-Gott Jupiter mit seinen raumgreifenden Gesten fordert, keine Feuertaufe der Aktivität.

Neptun ist, wie Fische, vermutlich weiblich. Niemand wird das beweisen, all die Rosinen im Kopf, dieses Sehnen, im Schlick der vielen Ereignisse. Nackt und auf Grund gelaufen, versinkt die Welt im Chaos der Imperative: Sei so! Tu das! Verbessere dich! Da unten, wo sie, die große, zarte, astrologische Meermaid schon wartet, eine Gas-Riesin, kühle, lichtblaue Königin unter Wasser-Oberflächen von Krebs und Skorpion, tut das doppelt weh. Unsere Absicht ist immer stark, weil merkurisch. Die Heiligkeit weiter überfällig. Ihr seid unpünktliche Helden, ruft Jupiter. Wie sonst auch, nicht gut, nicht schnell, nicht mutig genug. Was habt ihr eigentlich erreicht? Aber das ist die falsche Frage. Richtiger sollte es heißen: Wenn wir in uns versunken waren, um was, um wen haben wir uns gekümmert? Neptun heißt: Nicht ICH sagen.

Im Flow des klaren, frischen Bachs der Unmittelbarkeit stauen sich merkurische Grübeleien. Was ist heute noch umzusetzen, zu real-isieren, zu verhindern? Damit das große Loch, das in uns steckt, gekittet wird. So viel Anlass, so viel Schmerz, so viel "logischer" Grund für Panik-Attacken. So viel Nützliches zu erledigen. Gegen den Sprung in der Schüssel, der immer schon gedanklich klirrt, Graben zwischen Endlich- und Unendlichkeit, bevor wir doch noch zu Opfern im Sog der Leere werden. Aber Neptun schüttelt den Kopf dazu: Das einzig Sichere ist die Veränderung. Fließ mit, dann weißt du, was passieren sollte. Speziell unter Neptun-Transiten oder in dieser großen Zeit, wenn er uns wieder und wieder gekonnt hinein in die Selbst-Auflösung schwemmt. Mit allen Tricks, den Jungfrau-Ängsten auf seiner anderen Achsen-Seite, der verständlichen Hälfte des Lebens. Alles soll doch Sinn haben. Gerade dann dreht die Welt ja hohl. Drachen tauchen wieder aus den Tiefen auf und die Antwort auf alles ist immer noch: Neptun weiß, dass du nichts weißt - und du bist alle.

Meist tappen wir mit uns selbst im Dunkeln. So sehr wir auch merkurisch arbeiten an der großen Perfektion. Wir bewegen uns doch in Rahmen, die wir selbst schnitzen, zwischen Dingen-Nicht-Dingen, Suche und Sucht. Neptun, die große Woge, die anrollt, ausläuft, anrollt. Lieber lebten wir von Jupiters Hoffnung, die Saturn immer zusammenstutzten muss. Jetzt, bitte, das Glück! Wer stört mich dabei? Das ganze Leben, seine Gegenseitigkeit, im schlechtesten Falle Schwerst-Abhängigkeit von all den Feinden, den Dus, den anderen, die anders wollen. Im besten dann ein Akzeptieren des Bedingten. Ich brauche dich, du brauchst mich. Wir brauchen uns. Tu mir nicht weh. Ich will das auch versuchen. Vor Haus 12 sitzt eben Haus 11, das Wünschen. Wem aber Neptun Fliehen sein soll, den flieht er. Wer das Netz nicht akzeptiert, der verfängt sich darin.

Dann kommen die Kompensationen. Wer will nicht dem Schmerz entkommen, der mit dem Schmerzhaften kommt? Uns entkommen. Unserer einzigartigen Richtigkeit, die bedeutet: Fehler zu machen, immer wieder und sie aufrichtig zu bereuen. Dann setzt Neptun alles auf Null. Herr der vernebelten Wellen, der für die, die es anders wollen, gleich kistenweise schöne Placebos der kleinen Fluchten ausliefert und erst bei aufrichtiger Bereitschaft die große Heilung schenkt. Sie heißt: Im Unheilbaren präsent und ganz wir selbst zu sein. Die Steuer droht, mein Freund ist krank, du hast mich verraten, ich habe dich verkauft. Das Leben. Ohne Weh nicht denkbar. Die Wahrheit jedes Augenblicks, in dem nichts mehr zu tun ist. Hier sitze ich und kann nicht anders: Dies ist meine Hand auf meinem Herzen, inmitten der Konfusion. Dies bin ich. Dies ist hier, ist jetzt, ist das, wozu die Entscheidungen meiner Großeltern und Eltern mich geführt haben. Und dann meine Beschlüsse, Entschieden- und Unentschiedenheiten. Ja, es tut weh. Liebe, Hass, Leben, Tod. Sieh mich an. Wenn der Schmerz dann eine Sekunde aufhört und es still, weit, klar, perfektionslos, falsch und deshalb richtig wird in uns.

Das ist Neptun. Alles, nicht nur die Hälfte von allem, nicht nur das Schöne, Wahre, Gute. Nicht nur die Hälfte der Welt. Wo wir alle in einem sind und einer in allen. Neptun bringt, dass wir uns auch darüber täuschen - in uns, anderen, Getrennt- und Verbundensein. Wie ein Radar der Wahrheit, die eben nie so offensichtlich ist, wie Merkur meint. Sondern verflochten, tiefer, da unten. Mit Widder-Impuls, mit Stier-Stoffen, mit Zwillinge-Handel können diese Fische nichts anfangen. Und je größer die Ent-Täuschung darüber ausfällt, dass Logik auch nicht der Maßstab der Zufriedenheit ist, um so heftiger wird auch der Schmerz. Nie war die Verführung so groß wie in diesen neptunischen Zeiten - zum Füllen-Wollen, Träumen, Erwachen in den Traum, zum Opfern und zum Retten. Die Schleier flogen tief und verwoben sich zu Konfusistan, das Wirklichkeit ist. Aber das andere, Numinose, schafft sich selbst, wo wir es am wenigsten vermuten. Die Liebes-Geschichten der Seele, die Abschiede, das Winken überm Meer, Taschentücher, die in den Himmel fliegen.

Empfänglichkeit für alles, was keinen Sinn (Jupiter), Nutzen (Jungfrau) oder Begriff (Zwillinge) hat, liegt seit anfanglosen Zeiten in den Gewässern des Noch-Nicht oder Nie-Mehr versteckt. Neptun kennt keine Zeit, Neptun ist immer. Das, was nach und vor den Dingen kommt. In uns, da, wo der einzige Halt ist. Dass wir Trost, Linderung, Heilung dort fantasieren, wo sie nie sein kann, ist kein hilfreicher Weg. In der Schmerzlosigkeit, der Welt. In der Veränderung des anderen, auf das uns jeder Zugriff fehlt. Auch wenn wir, mit Pluto, zwingen.

An meine Mitschwimmer: Es gibt einen Fluss, der jetzt sehr schnell fließt. Er ist so groß und geschwind, dass es jene gibt, die sehr viel Angst haben werden. Sie werden versuchen, sich am Ufer festzuhalten. Sie werden merken, dass sie auseinandergerissen werden und werden sehr leiden.

(Botschaft der Hopi Ältesten, 2000)

Vielleicht gibt es nichts Weheres als die Wasser-Zeichen. Vielleicht ist diese Fantasie die allergrößte Täuschung: Dass Neptun bloß richtig gelebt werden muss, um endlich Fülle zu finden und egolos und herzens-warm zu sein. Mühelos. Nein - man kann ihn nur fühlen, durchschwimmen, und sich neu gebären. Es gibt keine Form, die ohne Leere und keine Leere, die ohne Form auskommt. Es gibt ja keinen Unterschied. Aber das kann man nicht sehen, riechen, hören, fühlen, schmecken. Nur sein, indem der Film namens Leben im richtigen Kino läuft, dem Ort, der ihm zusteht: Auf einer Leinwand, auf die wir immer nur die Annahmen unseres Selbst projizieren. Und natürlich, es ist wahr: Neptun ist auch das Zuhause, das wir nie hatten. Aber nur, weil es uns, wie wir uns empfinden, als Selbst, im Neptun nicht mehr gibt. Wenn wir uns auflösen im Strom des Seins, ist jede Zeit, jeder Moment, jede Sekunde, jedes Nichts, jedes Alles, unser gute Mutter.

Die Achse 6-12 als Anker, bleibt Meer-Jungfrau - halb Mensch, halb Fisch, Merkur-Neptuns Geschöpf, Fifty-Fifty-Kreation zwischen Realität und Traum. In ihrem Reich und Rauch leben wir selbst dann noch, wenn wir zwischen dem konstruiert "wirklichen" Sein und einer tieferen oder höheren Wahrheit unterscheiden. Was bleibt uns anderes übrig, da wir Kopffüßler sind? Hier die Welt in unserem Hirn, das uns an Notwendigkeiten anpasst, damit wir überleben. Und da die (T)räume zwischen Nichts und Nirgends. Wo wir gefühlt mit allem verschmelzen, was jemals war, was noch nicht ist - im großen Kosmos der Stofflichkeit, der Materie. Ohne Zeit ist die Zeit selbstlos. Dazwischen die Materialien des Stiers, Geburts-Substanzen alles Förmlichen, und jede denkbare Beziehung zum Begegnenden, dem DU aus der Waage. Jedes Du, was nicht ICH ist. Also auch die Idee der Dinge, die eine andere Art des Gegenübers ausmachen. Beide in Gestalt ihrer Königin Venus in den Fischen erhöht.

Wir fahren besser, wenn wir Merkur zum geflügelten Mittler erziehen, der sich ständig gewahr wird: Wie auch immer ich es sehe, ich erzähle mir seit hundert Jahen wieder nur dieselbe Geschichte über mein Leben. In Wahrheit besteht ja selbst der feste Tisch (geschweigen denn, die absolut sichere Sicht), das Nicht-Ich gegenüber, genau wie du, wie wir, aus Millionen, Milliarden winziger Teilchen. Die ganze, stabile, sichere Welt in einem Fingerhut. Dazwischen Leere, unsichtbar, ungreifbar - auch wenn wir den Widerstand des Greifbaren (im Stier-Modus) spüren, auch wenn die Idee des Schutzes durch das Gegenüber (im Waage-Modus) uns unveränderliche Welt vorgaukelt. In Wahrheit, sagt Neptun, ist alles voller Löcher. Der ausgedehnteste Teil dessen, was wir erfahren, schierer Raum. Zwischen Algol und Bungula, da oben im All, und wie im Himmel, also auch auf Erden. Wo es unserem Geist leichter wird, mit der Illusion der Getrenntheit zu leben. Weil wir ängstlich sind. Weil wir nicht täglich über den Menschen als Nichts im noch größeren Nichts nachdenken wollen. Ohne unwohl, traurig, ohne verzweifelt zu werden. Dabei ist auch darin: absolut kein Fehler.

Und ja: Wir alle bekommen den Neptun in unserem Radix, den wir verdienen - den Zugang dazu auf besondere Weise. Nein, anders, den, für den wir bereit sind. In Luft wie einen Hauch, der scheinbar gedanklich zu überstehen und dann doch Anlass zu großer Panik sein kann, in Feuer wie den Asche-Regen, falls der Impuls, mit "Feuer"-Eifer in die Welten jenseits der Welten einzudringen, wieder verpufft. In Erde als einen gespenstischen Berg von Verlusten, gerade dann, wenn der sichere Boden des Gegenständlichen wieder und wieder zu Treibsand wird. Und im Wasser schließlich als Insel der Glückseligkeit, hinter der keine wirkliche Wirklichkeit Bestand hat. Weil man die umfassende Wahrheit des anderen, dahinter, SPÜRT. Für die Felder gilt das übrigens genauso, nur im unmittelbaren Erfahren dessen, was passiert. Neptun hat Humor: 

Dem 1. Haus schenkt Neptun anstelle des Ego einen Floating-Tank, dem 2. eine spirituelle Gummizelle, dem 3. Ulysses von James Joyce, dem 4. ein Seelen-Aquarium, dem 5. Indigo-Kinder, dem 6. endlosen Dienst am Nächsten, dem 7. Co-Abhängigkeit, dem 8. Enterbung, dem 9. Billy Graham, dem 10. das Karma von Christian Wulff, dem 11. den 9. November 1989 (Adieu, Sozialismus!) und dem 12. [...] = Nichts. Also alles.

Und darum ist der Merkur, am Jungfrau-Pol gegenüber, auch so wichtig. Sonst bliebe die ganze Welt ein Nichts, ein Loch, unendliche Ausdehnung - von einer illusorischen Hülle zur anderen. Dieser Gedanke, zu Ende gedacht, zeigt auch, wieso die Idee des Neptun, so wie wir ihn astrologisch gern verstünden, trügerisch sein kann. Ahnung, Verschmelzung, Gesänge der Sirenen, du, ich, Amen. Es wird immer alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, ist es nicht das Ende. Das ist vielmehr Jupiter, mit all der Macht des Pluto im Nacken, der vom Schatten einer Ahnung von Vergänglichkeit noch nie gekostet hat. Dahinter das Universum, in dem selbst Licht sich verliert und noch weiter dahinter: nur Dunkelheit. Die schwarze Zone des oft als so süß und romantisch verklärten Neptun - Wüste der Losigkeiten, wo Leben weiter und weiter und weiter hinaus fliegt, in den Raum ohne Ende. Dieser namenlose Schrecken. Auch das Neptuns Domäne. Genauso wichtig wie der gute, der richtige, der wahrhaftig endlose Traum. Wer immer sich wundert, wieso Neptunisches nicht nur die Erfahrung von Sehnen, Liebe, Wahrheit, Ganzheit bringt, mag sich nachts unter einen riesigen, bestirnten Himmel stellen und in Gedanken weiter fliegen als weit. Bis jeder Gedanke sich fürchtet und alles in Leere verschwindet.

Das Ende der Konzepte (Pluto), die Auflösung in einen Raum, der aufgelöst von Geburt an schon in uns ist. Der kleine Mensch ein Abbild des großen Universums. Alles möglich, natürlich - nur nicht in Jupiters gezielt positivem Sinn. Think positive! Get out of the hole. Aber es rentiert sich letztlich nicht, auf die weiße Seite der Macht zu flüchten. Nur immer hinein in die ewigen Nebel, in die Durchdringung von Ewigkeit. Im Neptunischen wohnen nicht umsonst auch die Süchte, die den Schock vor dem Verlieren der Festigkeit notdürftig puffern, die Mondsüchtigen, Wahnsinnigen, Alten, Kranken, Gebrechlichen, Unsauberen. All das, was unerträglich ist, wäre da nicht der Kreuzweg des Beweglichen, die Hoffnung (Jupiter-Schütze), die Notwendigkeit (Jungfrau) und das Wissen (Merkur). Die Guten  ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Irgendwer, irgendwas, irgendwo, irgendwann muss doch der feste Strand sein, von dessen Gestaden aus wir Neptun, dem verschlingenden Ozean der Unendlichkeit, beim Durchweben zusehen.  

Neptun kann sehr, sehr wehtun. Neptun kann narren. Neptun kann, wie der Dampf aus einer Wasser-Pfeife, der Welt ein X für ein U vormachen. Buchstaben, Worte, Sätze, die natürlich nicht Neptun, sondern Merkur erfand. Wahr ist: Niemand hat versprochen, dass wir mit allem, was wir lieben, gesund, heil, unzerbrochen, vollendet, geschlossen sind. Erde, Jungfrau, ist Form. Wasser, Neptun, ist Auflösung. Dort nun, in Erde, sortiert sich, was tief im See die Panik schürt. Bevor Jungfrau-Merkur wieder Schlimmeres verhindert. Manchmal ist es gut, anders, neptunisch, den alten Radar für Bedrohung mit anderen Aufgaben zu beschäftigen: "Wie kann ich zu Diensten sein?" empfiehlt Pema Chödrön, eine buddhistische Nonne und sehr kluge Frau, als völlig unastrologische Trainings-Frage, wenn Neptuns Gewässer wieder einmal mit all ihrer Verwirrung und Merkurs blitzschnellen Gegen-Maßnahmen über uns zusammenschlagen. Wenn ich nicht bei mir bin, verwickele ich mich auch weniger in mir. Wenn ich nicht "Ich" denke, hast du zumindest eine kleine Chance. Wenn alle das täten - wo wären wir dann?

Wisset, dass der Fluss sein Ziel hat. Die Ältesten sagen, wir müssen das Ufer loslassen, uns abstoßen in die Mitte des Flusses. Behaltet Eure Augen auf und Eure Köpfe über Wasser. Und ich sage, sieh' wer darinnen ist mit Dir und feiere! Und in dieser Zeit in der Geschichte sollen wir nichts persönlich nehmen. Am wenigsten uns selbst. 

(Botschaft der Hopi Ältesten, 2000)

Der besondere Bezug zu seinen kosmischen Nachbarn, Mars und Uranus, drückt sich im Neptun-Modus so schnell böse und oft trennend aus. Neptuniker wissen, wie sehr Vergessen, Vermüllen, Verdrängen aus den Fischen ein Angriff gegen den Fluss sein kann. Come to the dark side. Feed us, Cookies! Neptun kennt dann auch im Kleinen keine Zeit, wird Leben mit seinem Mitgefühl für Konfusion und Groteskerie verbrauchen, wenn wir nicht sein Talent, mit allen in allem zu sein, hingebungsvoll feiern. Das geht nur mit dem tätigen, nicht denkenden, grübelnden Merkur gut. Sonst wächst in den Elfenbeintürmen Einsamkeit, falls wir darauf bestehen, untröstliche Gewinner der Verlust-Spiele zu sein: Warum passiert das immer nur mir? Eine Antwort? Weil du das Verlieren als Einzel-Disziplin heiligst. Hinter Dämmen aus Durchstehen, hinter Merkurs Palisaden. Weil du dich ununterbrochen beobachtest (wie ich übrigens auch!). Wo bleibt da die Unmittelbarkeit des Lebens?

Wo die Fische, so, in den Dachkammern des Selbst, hinter Spinnweben der Angst wasserlos hausen müssen, schiebt Neptun Mars an - mitten in seine Wut und lenkt Uranus im selben Zug zurück in die ersehnten Himmel. So kommt es zu plötzlichen Ausbrüchen, trennenden Fassaden, überraschenden Scherben. Die intensive, schnelle Freiheit der Momente, wo Unterdrücktes wirklich wird. Nur zu eilig wieder verschlossen im Opfern der Energie. Wenn sie nach innen geht, zurück, von Merkur gemaßregelt, randalieren die Untermieter in den Speichern innerer Not und Sinnlosigkeit.

Dann wird aus Neptun, der großen Hoffnung, Neptun, der Lehrer, der nur noch mit Leere zu uns durchdringt. Dieser Zustand, vor dem wir uns so fürchten, die stille Verzweiflung, in der sich scheinbar nichts ändern lässt, ist aber auch ein Schlüssel zum Wahrhaftigen. Die Schuld, die Neptun uns so schnell in diesen Minuten eingibt, wo wir gnadenlos unfrei, verwoben, in die Schuld unserer Eltern zurückblicken, auf unsere Kinder. Dahinter auf uns.  Wir sollten, sagten die Hopis, nichts persönlich nehmen. Am wenigsten uns selbst.

Denn in dem Moment, wo wir dies tun, kommt unser spirituelles Wachstum und unsere Reise zu einem Halt. Die Zeit des einsamen Wolfes ist vorbei. Sammelt Euch! Verbannt das Wort "Anstrengung" aus Eurer Haltung und Eurem Wortschatz. 

(Botschaft der Hopi-Ältesten, 2000)

Neptun, dessen geheimes Leben uns noch bis 2025 regieren wird, ist nicht nett. Ja, Neptun ist nicht mal freundlich. Er ist so groß, dass er keine wirklichen Eigenschaften hat. Unerreichbar. Aber er ist alles, was wir haben, wenn wir nach 11 Stationen des Tierkreises bei der 12. angekommen sind. Jetzt muss ein Ende gemacht werden und ein neuer Anfang. Der stets wie das Ende ist, in allen Kreisläufen, wenn nicht eine mutige Entscheidung getroffen wird. Nimm dein Herz in die Hand, frag dich nicht, ob du schwimmen kannst, spring ins Wasser und warte ab, was passiert. Leide, wenn du leiden musst. Freu dich, wenn du dich freuen kannst.

Schau dich um, ob andere dich begleiten. Lass die Urteile, lass das Warten, lass das Drama, jeden Tag ein bisschen mehr. Lass die Fehler zu, lass das ganze Paket des Ich-Meiner-Mir-Mich, dich, wie du dich denkst, hinter dir. Sei eine halbe Minute frei und geh in den Uranus. Sei einige Sekunden ernsthaft und geh in den Saturn. Entdecke hinter dem Jupiter, das was du glaubst, hinter Pluto das, was dich zwingt, mach bei Venus eine Pause und suche für eine Viertelstunde ein Du, dem es noch schlechter geht als dir. Unter Neptun ist und bleibt nichts, wie es aussieht.

Vielleicht lacht ihr dann zusammen, vielleicht weint ihr auch. Vielleicht ist das DIE eine Minute, an die du dich immer erinnern wirst. Solange du bist. Vielleicht seid ihr einen Herzschlag lang nicht mehr allein. Im großen Weh, in der großen Freude. Wir werden ja nie fertig mit der Unfertigkeit sein. Denn alles Unfertige, alles noch nicht Geschehene, kommt jetzt ganz natürlich zur Welt über Pluto und Uranus, die Herrn der Höllen und der Himmel. Das Böse und das Gute. Der Fehler und die Vollkommenheit. Wir sollen uns doch wundern. Jeden Tag, jede Woche, jedes Jahr. Wir dürfen ängstlich sein und jeden Tag mutiger, umso ängstlicher wir waren. Neptun ist ja zeitlos. Und die Sekunde, die wir ihm schenken, ist jetzt, hier, wir.       

Alles, was wir jetzt tun, muss in heiliger Weise getan werden und als eine Feier. Wir sind die, auf die wir gewartet haben. (Oraibi, Botschaft der Hopi Ältesten, 2000)

Erstmals erschienen: 2014-09-17

Bilder (bearbeitet): Elma from Reykjavík (Gullfiskur) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)] + Toni Frissel + JW Waterhouse Mermaid + Hans Thoma + Hieronymus Bosch + Ilya Repin +  [Public domain or Public domain] + Naturalis historia, German edition, Frankfurt 1565 + via Wikimedia Commons

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