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Revolution - lasst uns die Welt verändern

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Da ist es wieder - dieses seltsam subtile innere Prickeln, synchron zum heutigen Vollmond, der in das polare Energie-Ping-Pong der Löwe-Wassermann-Achse eingebunden ist. Als Frage formuliert, könnte das lauten:

Wer bin ich wirklich und warum so viele(s)?

Denn natürlicherweise stellt „der Löwe“ den Abschnitt in jeder Entwicklung dar, in dem sich alles scheinbar auf ein gemeinsames Zentrum fokussiert. Ob es sich dabei um die menschliche Erfahrung an-und-für-sich und irgendein anderes Phänomen handelt, macht lediglich im Ausdruck einen Unterschied.

Da aber alles innerhalb unserer Erfahrung extrem zweipolig entgegengesetzt angelegt ist, erschafft diese Fixierung automatisch und sofort auch das Gegenteil. Zentralisierung und De-Zentralisierung wäre eine freundliche Umschreibung des Ergebnisses.

Und diese innere geistige Mitte, die zumeist mit einer sehr eindeutigen Vorstellung von „Ich-bin-dieses-und-jenes-aber-das-und-auch-das-bin-ich-auf-keinen-Fall“ verbunden ist, schafft ein gewisses Empfinden von Sicherheit. Je mehr desto besser, im Grunde ist das ja genau das, was wir so gerne haben. Keine dummen Selbstzweifel mehr, was immer wir tun, soll getragen werden von einem unerschütterlichen Selbstwertgefühl. Der König oder die Königin bin ich, und ich bin was ich bin, einfach weil ich bin wie ich bin.

Allerdings eben auf der Basis einer sehr zentralistischen Perspektive, die zwangsweise andere Perspektiven und Seins-Zustände nicht mal mehr ansatzweise als gleichberechtigte, mögliche Alternativen wahrnimmt. Zumindest im Extremfall, wenn diese Scheinsicherheit ein narzisstisches Ego erschaffen hat. Da es „dieses Andere“ aber in aller Vielfalt weiterhin gibt, müssen die Egos sich nun ein anderes „Spielfeld“ suchen. Was also nicht ins zentrale Ich-Sein integriert werden kann oder will, das nimmt dann zumeist eine fremde Identität an. Selbstverständlich auch und nur innerhalb des eigenen Universums, also im übertragenen Sinne ebenfalls „in mir“. Da aber dieses Innen zugleich mein Außen bedingt und somit auch erschafft, begegne ich mir selbst dann eben über diese Vielfalt der äußeren Welt.

Andere Menschen, andere Länder, andere Sitten.

Change3Was in aller Regel, wie man vor allem in diesen Tagen und Zeiten unschwer feststellen kann, wiederum zu einer Verunsicherung über das eigene Selbst, die eigene zentrale Identität führt und in der Folge zu dem Versuch, sich noch mehr auf sich selbst zu fixieren und im schlimmsten Falle, das was scheinbar so widersprüchlich und irritierend wirkt, aus dem Weg zu räumen. Soll weg, egal wie. Sämtliche gidaistischen Strömungen entstehen also aus dem gleichen Prinzip. Ob man nun als abendländischer Quergänger nach einer gesicherten Identität ohne fremde Einflüsse ruft, oder als wurzelloses Individuum sein Heil in den Zwangsvorstellungen einer zwangs-verregelten und angeblich sogar gottgewollten Gesellschaft sucht.

Aber immer dann, wenn rigorose Lösungen propagiert werden, die in der Konsequenz die „Auslöschung“ des vermeintlich Störenden beinhalten, darf man sich ziemlich sicher sein, dass jeder Schritt in diese Richtung im Ergebnis das genaue Gegenteil hervorbringen wird. Nichts wird dadurch besser und so entstehen destruktive  Zyklen, deren Auswirkungen ab einem gewissen Punkt nicht mehr kontrollierbar sind.

Das grundsätzliche, uranische Denken und Handeln ist (aus meiner Sicht) anders angelegt. Hier ist das "Sich-einlassen" auf die Vielfalt Mittel zum Zweck, die letzte Vorbereitung auf die endgültige, neptunische Symbiose, die nichts mehr ausschließt und verdrängt. Natürlich ist das nicht mehr kontrollierbar im üblichen Sinne und streng genommen auch nicht mehr logisch, obwohl Wassermann ja ein Luftzeichen ist. Warum der Flügelschlag eines Schmetterlings in Japan einen Tornado in Amerika bedingen kann, bleibt trotzdem das Geheimnis zweier unterschiedlicher Ausdrucksformen des Universums, die nicht von irgendeinem ominösen Prinzip "ver-ein-nahmt" werden, sondern sind was sie sind. Teil eines Ganzen, wo alles mit allem verbunden ist und nicht aufgespaltet werden kann. Höchstens in unserer Vorstellung und in unserem Wunschdenken.

Der wahrhaftige Löwe-Archetyp hat diese Vielheit integriert, für ihn ist sie keine Bedrohung mehr. Ebenso kann das Uranische individualisiert werden, bleibt nicht mehr nur ein kaltes Prinzip, sondern wird lebendig und persönlich bedeutsam. Spätestens dann sind all die alten Feindes-Etiketten überflüssig geworden und es gibt keine Gruppen, Nationen oder Gemeinschaften mehr, die man nicht als Ansammlung von Individuen und Persönlichkeiten wahrnimmt und somit also im besten Sinne menschlich sind. Und damit gibt es dann auch menschliche Wege und Möglichkeiten, Konflikte zu lösen und Widersprüche anzuerkennen. So kann wieder echte Begegnung stattfinden und Bewegung in erstarrte Fixierungen kommen, sowohl im Großen, wie im Kleinen.

Aber wir leben gerade in einer Zeit, die uns vieles abverlangt. Nicht nur durch äußere Einschränkungen und schwierige Umstände, sondern auch durch eine Radikalisierung unserer eigenen, inneren Strukturen.

Wir verfallen ja leider meistens dann in alte Muster und Gewohnheiten, wenn wir uns überfordert fühlen. Dann verhalten wir uns entsprechend eines inneren Codex und bestimmter Gesetzmäßigkeiten meist völlig vorbewußt und bisweilen auch zwanghaft. Es sind diese Momente im Leben, wo sich innere Bilder über äußere Umstände stülpen. Momente, wo sich im Halbdunkel eines Zimmers plötzlich eine gefährliche Schlange windet, welche sich aber im Schein eines Lichtstrahls in ein simples Seil "verwandelt". Und auch Momente, in denen uns vertraute Menschen als Monster und Feinde erscheinen können, während wir Betrüger und Diebe als weise Ratgeber und beste Freunde empfinden.

Change5Das unbewusst Gewollte oder Abgelehnte bricht sich in eigener Dynamik Bahn und durchdringt unser Erleben so, dass es traumgleich wird. Deshalb gehört es zu einer bewussten Entwicklung, dies immer häufiger und klarer wahrzunehmen und zu unterscheiden. Von den Momenten, in denen wir wach sind, in Kontakt mit uns und der Welt, beides als interaktive Zweiheit erleben, die nicht zu trennen ist.

Wenn sich aber der Traumkokon über die eigenen Vorstellungen und Wirklichkeiten legt, hört der Rest der Welt auf in seinen vielfältigen Möglichkeiten zu existieren. Und zeigt uns scheinbar immer nur ein Gesicht, eine Seite. Gegen die wir dann wehrhaft rebellieren, wie einstmals Don Quichotte, oder sie feiern und zu einem trügerischen Götzen erheben, einem goldenen Kalb, von dem wir all das erwarten, was wir uns schon immer gewünscht haben.

Im Normalfall gibt es dabei aber ein zuverlässiges Regulativ – wenn man nicht zufälligerweise schon als Diktator einer Welt dieselbe erblickt hat und aufgrund unbegrenzter Machtfülle diese Welt zumindest vorübergehend ins eigene Bild zwingen kann, wehrt sich das Leben permanent gegen jede Einschränkung der universellen Potentialität. Wann immer wir also dem Leben als Ganzes unsere Projektionen aufträumen, gibt es ein deutliches Feedback. Entweder als Hindernis und Erschwernis, „die Dinge“ wollen sich partout nicht in unser Konzept einfügen (wobei es diesbezüglich auch eine normale Variante von Hindernissen gibt, die sich bei allen Entwicklungen zeigt…). Oder wir benötigen einen enormen Aufwand an Energie und Kraft, um die Anpassung des Seins an den gewünschten Schein zumindest millimeterweise vorwärts zu treiben.

Eine enorme Kraftquelle für die "Verwirklichung dieser Träume" können dann Weltbilder, Religionen, und ähnliche Hintergründe sein, die uns in unserem Traum bestätigen. Im positiven Fall bringen uns die Inhalte dieser geistigen Grundlagen wieder auf den Weg zurück zum Leben in seiner ganzen Fülle. In dem sie uns auf vermeidbare Fehler, Fallen und Irrtümer hinweisen.

Aber auch die negative Variante ist möglich und dafür gibt es gerade jetzt zahllose Beispiele, in denen einseitige Sichtweisen durch schein-spirituelle Illusionen nicht nur bestätigt, sondern sogar noch überhöht und zu einem Absolutum erklärt werden.

Deshalb ist immer dann, wenn scheinbar göttliche Kräfte oder der Schöpfer selbst in den Dienst einer ichbezogenen Sache und Überzeugung gestellt werden, höchste Vorsicht geboten. Denn zumeist spricht dann ja nicht "der liebe Gott" selbst klar und deutlich und für alle Wesen vernehmbar, sondern einzelne Individuen erklären sich selbst zu einem Sprachrohr, zu einem verlängerten Arm des Höchsten, Richtigen und Wahren. Unsere virtuelle Welt auf You Tube, Facebook, Instagramm und Co. ist gerade voll mit solch himmlischen Alleinvertretern, die sich mit dem Nimbus umgeben, die wahre Sprache und somit auch die wahren Botschaften des Kosmos richtig zu verstehen und entsprechend zu vermitteln. Und gerade in solch einer schwierigen Zeit rennen sie damit offene, innere Türen bei vielen Menschen ein, die nach Erklärungen und Schuldigen suchen, damit sie endlich verstehen wer und was für ihre Ängste, Depressionen und Wutimpulse verantwortlich ist.

Sehr häufig hört man im Moment dabei auch immer den Aufruf zu einer Revolution in die absolute Freiheit unseres individuellen Seins. Denn jetzt kommen wir angeblich endlich ins Wassermann-Zeitalter, in eine neue Luftepoche oder zur endgültige Befreiung von allem was nervt.

Leider gehören dazu im Moment auch Menschen, die von sich behaupten, sie wüssten genau, in welcher Zeit wir leben, wer die Guten und wer die Bösen sind und was wirklich und wahrhaftig am besten für uns alle wäre. Sie geben sich als die Botschafter des Universums aus und beanspruchen für sich, die besten Astrologen auf unserem Planeten zu sein.

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Sie wenden das Modell der Astrologie aber hauptsächlich dazu an, um ihre eigenen Vorstellungen anderen Wesen aufzuträumen und einzureden. Die Welt wird zur Leinwand ihrer eigenen Wach- und Wahrträume, der Ratsuchende, der potientielle Klient, der Liker und Follower wird ins eigene Weltbild eingepresst, solange bis dieses Bild dadurch bestätigt wird. Astrologisches, meist sehr oberflächliches Know-How als Instrument, um Nichtwissende davon zu überzeugen, wie die Welt wirklich ist oder sein sollte. Und immer mit Hinweis auf eine scheinbar abgesicherte, kosmische Grundlage, auf eine "lichtvolle Sprache der Sternzeichen", die lediglich sie richtig verstehen und deuten können.

Nur – generell kann man zum jetzigen Zeitpunkt dieser Sternbilder- Astrologie keinesfalls den Status einer abgesicherten Wissenschaft zugestehen. Sie ist ein Modell von Überzeugungen und vielen Aussagen, die sich zumeist, so wie sie gemacht werden, nicht beweisen lassen.

Woran erkennt ein Nicht-Astrologe das Prinzip Widder in einem Menschen? Haben alle mars-betonten Wesen eine Hakennase, sind kurzsichtig oder grundaggressiv? Sind sie immer kopflose Macher mit naivem Charme, die nie etwas zuende bringen? Oder fantastische Liebhaber, glorreiche Helden im Krieg oder Zweikampf? Das mag sich hin und wieder so zeigen, aber jedwede statistische Untersuchung darüber hat bis heute keine oder allenfalls widersprüchliche Ergebnisse gebracht.

Die finsteren Skorpione, die liebevollen Waagen, die visionären Schützen, die gemütlichen Stiere – all das sind innere Abziehbilder mit denen sich von Zeit zu Zeit fast jeder und jede von uns identifizieren kann. Es sind sicherlich Archetypen, die aus der gesammelten Menschheitsgeschichte ihre Daseinsberechtigung beziehen. Aber beziehen sie sich auch wirklich auf den Stand von Sonne, Mond und Planeten? Und werden solch einfache Überschriften der unglaublich komplexen Struktur des astrologischen Modells auch nur ansatzweise gerecht?

Wer immer ehrlich mit diesem Thema umgeht, kann dies nicht euphorisch und uneingeschränkt bejahen. Nein, es gibt in diesem Sinne keine Beweise. Und ja, auch Schwerkraft und Gravitation sind zwar noch nicht im wissenschaftlichen Sinne ein Tatbestand, als Ursache für Wirkungen bewiesen. Trotzdem fällt der Newton´sche Apfel in 99,99% aller Beobachtungen von scheinbar oben nach scheinbar unten. Das nennt man dann einen Fakt.
Für die Festlegungen absoluter Charaktereigenschaften von „Sternzeichen“ gibt es solch einen Fakt nicht.
Und das wiederum ist ein Fakt.

Wer also Astrologie als Beratungsmedium nutzt, muss wissen, dass er oder sie letztendlich meistens den eigenen geistigen Hintergrund, die eigene Lebensvision in Zeichen, Planeten und Aspekten leicht wieder finden wird. Und nicht eine absolute, unverrückbare Wahrheit, die für alle Menschen dieselbe Gültigkeit besitzt. Das astrologische Modell bietet einen wunderbaren, universellen Urgrund, um die eigene Inspiration und Intuition wachzurufen. Mit ihrer Hilfe entstehen Bilder und Assoziationen, und wenn alles Gute zusammenkommt, können diese Bilder tatsächlich für Ratsuchende eine Hilfe werden. Orientierung geben und der Selbstfindung dienen. Zu mehr Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten führen und mehr Verständnis für die Andersheit der Anderen erzeugen. All das ist möglich.

Change2Wann immer aber beratende Astrologen glauben, sie wüssten in letzter Konsequenz, wie es um die gesamte Welt und alle anderen Menschen bestellt sei (denn schließlich kann ein Mond im Skorpion ja nur so und nicht anders empfinden und ein Mars im Löwen nicht anders handeln), dann irren sie, müssen sie irren. Weil sie eine zu kleine Vorstellungs-Form über viel zu große, universelle Prinzipien stülpen. Was weder dem astrologischen System gerecht wird, noch einem ratsuchenden Gegenüber. Jede Beratung darf nur ein vorsichtiges Herantasten an die Wirklichkeit des Anderen sein, des Menschen, der leibhaftig in all seinen An- und Widersprüchen vor einem steht oder sitzt.

Die eigentliche Anpassung muss innerhalb des Systems erfolgen, das System bedarf einer Optimierung im Sinne des Menschen und niemals umgekehrt.

Wenn also der Wassermann vor mir wider Erwarten einfühlsam, emphatisch und als Persönlichkeit authentisch ist, obwohl sich kaum Wasseranteile im Radix finden lassen, dann ist das ein Fakt. Und wenn mein eigenes astrologisches Modell diesen Fakt nicht erklären kann, dann habe ich eine neue Aufgabe. Zu forschen und herauszufinden, wo ich mich in dieser Sichtweise geirrt habe.

Niemals darf es sein, dass wir anderen Menschen ihre scheinbaren Sternzeichen-Qualitäten mitsamt den angedachten Ausdrucksformen schmackhaft machen, einreden oder überstülpen, und dies auch noch als Bewusstseins-Entwicklung darstellen.

Denn selbst die Besten der besten Astrologen können allenfalls von sich behaupten, einen bestimmten Zugang und einige von unzähligen Türen zu einigen von unzähligen Räumen entdeckt zu haben. Und es wird sicher viele Menschen geben, die sich in der Beschreibung dieser Ausdrucksformen wieder finden können. Aber ebenso viele andere, die dies nicht tun. Nicht etwa, weil sie bockig, trotzig, uneinsichtig oder dumm wären, sondern weil die beschriebenen Ausdrucksformen nicht mit ihrer eigenen Erfahrung übereinstimmen.

Ein Umstand der aufzeigt, dass das astrologische Modell eben mehr mit den Prinzipien der Quantenphysik übereinstimmt, als mit den lokal-wirksamen Kräften des Newton´schen Weltbildes. Und deswegen in ihren Teilen nicht absolut und oberflächlich festgelegt werden kann, auf nur eine Bedeutung und einen Ausdruck. Es ist das Zusammenspiel aller Faktoren, die als Ganzes gesehen innerhalb eines bestimmten Zeitfensters einen energetischen Hintergrund spiegeln. Aber genau so, wie ein Fisch oder ein Vogel, diesen Hintergrund komplett anders erleben als ein Mensch, genauso können unterschiedliche Menschen mit dem gleichen Hintergrund auch unterschiedliche Erfahrungen machen. 

Wäre dem nicht so, dann dürfte es in der Welt und im Universum ja nur zwölf verschiedene Ausdrucksformen des Seins geben. Wenn man aber die Möglichkeiten der Kombinationen in Betracht zieht, dann sollte man eher von 1212 verschiedenen Ausdruckformen ausgehen, was in etwa 8.916.100.448.256 Möglichkeiten entspräche. Nimmt man dazu noch die Anzahl der Planetenstellungen und Aspekte, sowie die Grauzone der noch unentdeckten, aber wirkungsvollen Faktoren, darf man sich getrost von einem astrologischen Schubladen-Raster verabschieden, dass die Welt zwar scheinbar überschaubar macht, aber eigentlich totlangweilig ist.

BigMountainDas astrologische Modell ist eben in seiner Komplexität nur schwer erfassbar. Einerseits gibt es da die schier unermessliche Vielfalt, die sich in jedem einzelnen Radix zeigt, zum anderen aber trotzdem auch viele rote Fäden, die Wichtiges sichtbar und begreifbar machen können, was sich sonst einem bewussten Verständnis entziehen würde. Es gibt klare Strukturen und Ansätze, um sich an die Wirklichkeit des Erlebten heranzutasten und es beschreibt auf seine Art eben auch letztendliche Realitäten, ist ein universelles Gleichnis für Leben und Erfahrung an und für sich. Und es wird immer dort am meisten hilfreich und stimmig, wo Methode und Erfahrung im Einklang sind.

Ein Segen also, weil somit jedes Wesen und jede Erfahrung sich darin wiederfinden kann. Aber eben nur, wenn die eigenen Sichtweisen und Anlagen nicht dem Modell angepasst werden, sondern das Modell dem eigenen Verständnis. Was in der Konsequenz dazu führt, dass Jeder und Jede sich selbst ein guter Astrologe sein müsste und sollte. Während die anderen Weggefährten sind, deren Sichtweisen und Ansätze immer wieder das enge Korsett des eigenen aufgeträumten Weltbildes erweitern. Eben gerade durch ihre Andersheit, selbst wenn diese im Widerspruch zur eigenen Seins-Anlage zu stehen scheint.

Aber je weiter man auf diesem selbstbestimmten Weg voran schreitet, desto fließender werden die Übergänge zwischen dem scheinbar Unvereinbaren werden. Und am Ende mag eine Ein-Sicht stehen, die alles andere als Ein-Fältig ist, obwohl sie jede Polarität aufgehoben hat.

So gesehen ist das immer noch vorhandene Bild eines Star-Astrologen ein Auslaufmodell. Eine Wandlung von den Herrschafts-Wissenden, die den Himmeln näher sind, hin zu gleichberechtigten Weggefährten, die mit sich gegenseitig mit ihren Erfahrungen zur Verfügung stehen. Und diese Wandlung ist wünschenswert und notwendig, soll Astrologie auch noch in einigen hundert Jahren als Lebenshilfe verfügbar sein.

Das was uns dann als Ratgeber auszeichnet, ist die eigene Erfahrung. Wie oft habe ich selbst schon Übergänge von Saturn, Uranus, Neptun und Pluto erlebt? Welche Wege habe ich persönlich im Umgang damit gefunden, die hilfreich und konstruktiv waren? Was davon ist vielleicht übertragbar, was wird nur mir in meiner Eigenheit gerecht?

GruppeAnkuendigungHaendeUnd vor allem – was weiß ich über meine Trigger, meine Auslöser für meine eigenen Traum- und Trauma-Sequenzen. Bietet mir mein Gegenüber solche an? Einfach durch sein Sein, seine individuellen Konstellationen? Woran erkenne ich das, wie verändert sich mein inneres Setting, wenn diese Auslösungen stattfinden?

Die Beantwortung all dieser Fragen setzt zwingend eigene Erfahrungen voraus. Es reicht also nicht, wenn ich als astrologischer Berater und Supervisor mir theoretisches Deutungswissen angeeignet habe. Ich muss diesen theoretischen Hintergrund auch in Übereinstimmung mit meinem eigenen, astrologischem Erleben bringen können.

Hier taucht dann vielleicht ein Problem auf, ein Problem der Methodik. Denn in der urklassischen Astrologie wird und wurde hauptsächlich mit theoretischen Zeitschienen gearbeitet. Diese sind aber nur schwer direkt erfahrbar, ihre Auswirkung zeigt sich oft nur in der Nachbetrachtung, bietet aber keine Möglichkeit der direkten zeitnahen Erfahrung. Wie soll man aber mit einem Wissenshintergrund energetisch arbeiten, der nicht direkt erfahrbar ist?

Es geht nicht und aus meiner Sicht bietet sich nur ein Weg an.

Die Wahrnehmung der Eigenheit im Augenblick des Jetzt.

Das mag eher nach Meditation klingen, als nach astrologischer Arbeit und ja, es ist richtig, beides zusammen ergibt einen tiefer gehenden Sinn. Jenseits von abstrakter Interpretation und Deutung.

Wenn ich mein eigenes Radix als Ausdruck meiner individuellen Anlage nehme und ständig den aktuellen Stand der Planeten damit abgleiche, werde ich in kürzester Zeit feststellen, wann sich meine „energetischen Traumsequenzen“, im Guten wie im Schlechten, selbst aktivieren. Ich kann das astrologische Modell quasi im Sekundentakt überprüfen, bezogen auf seine Übereinstimmung mit meiner eigenen Erfahrung.

Die Wanderung von AC, MC und den Häuserspitzen bietet innerhalb eines Tages schon erste Möglichkeiten der Orientierung.

Ich werde weiter erleben, dass ich unter bestimmten Mondstellungen immer und immer wieder ähnliche Erfahrungen mache. Selbst wenn Ort, Zeit und Umstände vollständig anders und nicht vergleichbar sind. Ich werde erfahren, wie sich mein Traum von Venus-Welten im Erleben zeigt, wie Gesichter sich verwandeln in meiner Sicht unter dem Einfluss von Merkur oder Mars. Wie sich meine Lebenskraft scheinbar hebt und senkt unter den Übergängen von Sonne. Und wie sich Gefühle und Emotionen gleich dem Ozean in beständigen Euphoriefluten und Stimmungstiefs abwechseln.

Ich muss dazu nicht einmal mehr astrologisches Wissen besitzen, als die meisten Menschen dies ohnehin haben. Zwölf Zeichen, zehn Planeten und den 24-Stunden-Kreis der Häuser. Ansonsten benötige ich nur die richtig berechneten Zeitpunkte für Übergänge und Auslösungen.

Im nächsten Schritt halte ich meine Erfahrungen in diesen Zeiten fest, ohne Beurteilung und Interpretation, pure Beschreibung. Nach einigen Wochen kann ich anfangen, dies mit den herkömmlichen astrologischen Bedeutungszuschreibungen abzugleichen. Und werde erstaunt feststellen, dass vieles davon sehr treffend mein jeweiliges Erleben beschreibt, solange ich mich nur darauf beziehe und nicht die äußeren Umstände als Ursachen betrachte.

Aber ich werde genauso feststellen, dass manche Beschreibungen eben nicht zutreffend sind. Und hier kann ich persönlich anfangen, dem großen kollektiven Astrologie-Buch der gesammelten Menschheitserfahrungen ein neues Wort, einen neuen Satz, einen neuen Abschnitt oder gar ein neues Kapitel hinzuzufügen.

Und eben nicht nur ich, sondern jede und jeder, der sich auf die selbe aufrichtige und offene Weise mit den kosmischen Bildern verbindet, wird ein Teil des Ganzen.

NeptunsNeumondEin globales Netzwerk aus Erfahrungen, die wir heute leichter und schneller teilen könnten, als je zuvor. Und diese Erfahrungen werden im Laufe der Zeit zu einem Wissen, zu einem Fels in der Brandung der Veränderlichkeit. Sie weisen den Weg hin zu neuen Ufern, zu neuen Erkenntnissen, zum Sprengen der Ketten alter Muster und Gewohnheiten.

Aber eben nur sie. Kein Astrologe, so gut er auch immer seine Arbeit tun mag, kann einem anderen Menschen diese Erfahrung vermitteln. Er oder sie kann ihn oder sie nur anleiten, wie diese Erfahrung Teil des eigenen Seins werden kann. Den Weg dahin aufzeigen, anfangs als bestenfalls weiser Coach, später als gleichberechtigter Supervisor und schließlich auch selbst als Lernender von der Einzigartigkeit des vormals Lernenden.

Im Austausch und der gleichberechtigten Existenz der vielen Sehenden und Erfahrungen wird sich dann Zug um Zug die eigentliche Tiefe und Weisheit des astrologischen Modells zeigen. Das was scheinbar nicht möglich sein kann, wird Wirklichkeit bestimmen. Alles ist mit allem verbunden, bedingt sich gegenseitig und braucht kein Entweder-Oder. Entweder-Oder ist dann nur noch ein geschicktes Mittel der Orientierung und Entscheidungshilfe, wo es aber um die Vielfalt des Lebens geht, darf eben auch sein, was sowieso immer war und ist.

Das Kleinste wird groß im Verhältnis zu etwas Kleinerem, das Größte wird klein im Verhältnis zu etwas Größerem. Und der plutonische Empfindungsanteil kann sich eben sowohl als Neurose, wie auch als Weisheit zeigen. In ein und demselben Augenblick, an zwei verschiedenen Wesen.

Es könnte dann die Zeit sein, in der sich Menschen abends treffen und fragen: „Hey, wie war denn heute dein Marstransit? Gabs Fortschritte oder hat dich dein Wuttrauma wieder mal kalt erwischt?“ Und man tauscht sich aus über Möglichkeiten und Verhaltensweisen, Erfahrungen und Erlebnisse. Nicht mehr bezogen auf äußere Zwänge, sondern bezogen auf die innere Freiheit zur Veränderung.

Und diejenigen, die diesen Weg schön länger gehen, werden natürlicherweise dann auch gefragt werden. Um Rat, der auf ihren Erfahrungen beruht. In diesem Sinne werden sie auch weiterhin Berater sein, ein energetischer persönlicher Trainer, der einem die Arbeit mit den Hanteln eines Saturn-Transits nahebringt.

Aber alle narzisstischen, selbsternannten Propheten, die weiterhin versuchen, andere Menschen zu belügen und zu manipulieren, werden dann eben nur noch als Sonderfälle bestimmter Ausdrucksformen begutachtet werden. Und man wird versuchen, sie liebevoll aus ihrer destruktiven Selbstbeweihräucherung zu befreien, damit sie auch ein Teil des großen Ganzen werden können und endlich erleben, wie wunderbar Empathie und Aufrichtigkeit zusammenwirken können, wenn es um ein glückliches Leben für alle geht.

Mag sein, dass das nur ein Traum ist und auch bleibt. Aber in der Geschichte der Menschheit ist schon vieles passiert, was so niemand für möglich gehalten hätte. Warum also sollte das älteste Wissen der Menschheit nicht zu neuen Ehren kommen, angepasst an die Bedürfnisse der Menschen von heute, ohne ihre Tiefe und Universalität zu verlieren?

Auf jeden Fall ist es ein Traum und ein Wunsch zu diesem Vollmond, der all denen gewidmet ist, die sich im Laufe vieler Jahrtausende auf diesen Weg gemacht und uns ihre Erfahrungen hinterlassen haben. Aufrichtig und mit dem Wunsch, anderen damit wirklich helfen zu können.

Und je mehr von uns diesem Weg folgen werden, mit den Mitteln der Forschung und des Austauschs, die wir heute zur Verfügung haben, desto mehr neue interessierte Menschen werden sich auch auf den Weg machen, um ihre eigenen Erfahrungen mitteilen zu können.
Und so könnte sich im Laufe der Zeit ein globales neues Netzwerk entwickeln, dass uns Weisheit, Verständnis und Freude an der Vielfalt unseres Lebens schenken wird.

Das wäre wohl ein wirklicher Umbruch, eine wirkliche Revolution und vielleicht auch ein Vorbild für unsere Gesellschaften.

ChangeEnde

Also liebe Astrologinnen und Astrologen, wenn ihr wirklich glaubt, dass es Zeit ist für Veränderungen, dann wäre jetzt doch die beste Zeit, um genau so anzufangen, diese wunderbare Methode der Astrologie in unsere Welt zu holen.

Ja, traurigerweise würde das auch das Ende der „Starastrologie“ bedeuten und ihre selbsternannten Vertreter wären in ein paar Jahren nur lustige Museumsstücke, deren Vorträge man sich trotzdem hin- und wieder anhört, um sich zu erinnern, was man besser nicht machen sollte.

Aber wir wären endlich eine Gemeinschaft von Suchenden und Findenden, die sich gegenseitig helfen und unterstützen auf ihrem jeweiligen Weg in eine wirkliche Freiheit. Globale Freunde und Freundinnen, die die Bildersprache des Kosmos dadurch endlich so verstehen können, wie wir uns das immer gewünscht haben.

Bilder: Collagen aus Originalen von PIXABAY (Michele Caballero, Siamitras Kassube, Devanath, Stefan Keller, Gerd Altmann)

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Freitag, 26. Februar 2021

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